UNHCR-Jahresstatistik für Industriestaaten 2013: Höchste Zahl von Asylanträgen seit 2001

UNHCR veröffentlichte die Jahresstatistiken zu Asylanträgen in Industriestaaten 2013. Der Bericht behandelt 44 Länder in Europa, Nordamerika, Australasien und Nord-Ost-Asien und zeigt einen Anstieg der Asylanträge um 28 Prozent im Vergleich zu 2012. Damit ist 2013 das antragsstärkste Jahr seit 2001. Syrien ist nun das antragsstärkste Herkunftsland.

„Der heute veröffentlichte UNHCR-Bericht „Asylum Trends 2013“ zeigt einen deutlichen Anstieg der Asylanträge in 44 Industrienationen. Ausgelöst wurde dieser Trend hauptsächlich durch die Krise in Syrien.

Insgesamt haben, so der Bericht, 612.700 Personen in Nordamerika, Europa, Ostasien und der Pazifikregion um Asyl angesucht. Das entspricht dem Höchststand seit 2001. Während Afghanistan in den letzen beiden Jahren die Liste der Herkunftsländer angeführt hat, zeichnet sich nun ein Wechsel der internationalen Dynamik ab, und Syrien und die Russische Föderation reihen sich vor Afghanistan ein. Unter den Top-10-Herkunftsländern befinden sich insgesamt sechs Länder, in welchen momentan Krieg oder Gewalt herrscht: Syrien, Afghanistan, Eritrea, Somalia, Irak und Pakistan. [...]

Der größte Anstieg bei Asylanträgen nach Region wurde in den 38 europäischen Staaten verzeichnet. Insgesamt suchten in diesen Ländern um ein Drittel mehr Menschen um Asyl an, in absoluten Zahlen waren das 484.600 Asylanträge. Deutschland führt die Liste mit 109.600 Anträgen an, dahinter folgen Frankreich (60.100) und Schweden (54.300). Die Türkei, die bereits 640.889 syrische Flüchtlinge registriert hat und somit die meisten Flüchtlinge in Europa aufgenommen hat, verzeichnete zusätzlich zu den syrischen Flüchtlingen noch 44.800 Asylanträge, hauptsächlich von Irakern und Afghanen. In Italien wurden 27.800 Asylanträge entgegengenommen.

In Österreich bewegen sich die Zahlen mit 17.503 Asylanträgen ungefähr im Bereich von 2012 (17.413 Anträge).

Nordamerika verzeichnete im Regionenvergleich die zweithöchsten Antragszahlen mit 98.800 Asylansuchen. Das Hauptherkunftsland war jedoch China. Kanada, das kürzlich seine Asylpolitik geändert hat, erhielt 10.400 Asylanträge, das entspricht der Hälfte von 2012 (20.500 Anträge). Die USA sind mit 88.400 Asylanträgen weit oben gereiht, im Jahr 2013 wurden nur in Deutschland mehr Asylanträge gestellt.

In Ostasien und der Pazifikregion wurden im Vergleich zu den Jahren davor mit 3.300 Asylanträgen in Japan und 1.600 in der Republik Korea hohe Anstiege bei den Asylanträgen verzeichnet. Auch in Australien stiegen die Zahlen im Vergleich zu 2012 und mit 15.800 Anträgen liegt Australien nun zahlenmäßig in der Nähe von Italien.

In „Asylum Trends 2013“ werden nur Asylanträge erfasst. Alle aufgeführten Industrienationen führen Asylverfahren zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft durch. Daher sind die Zahlen der Asylsuchenden höher als jene, die als Flüchtlinge anerkannt werden. In den 44 Industrienationen divergieren die Anerkennungsraten signifikant, höhere Schutzquoten zeichnen sich bei Personen ab, die vor einem Konflikt fliehen. Anerkennungsraten für Menschen aus Syrien, Eritrea, Irak, Somalia und Afghanistan bewegen sich beispielsweise im Bereich von 62 bis 95 Prozent, während Menschen aus der Russischen Föderation mit 28 Prozent und aus Serbien (und Kosovo Security Council Resolution 1244 (1999)) mit fünf Prozent weitaus seltener als Flüchtlinge anerkannt werden.“ (UNHCR-Österreich, Presseaussendung, 21. März 2014)

In Österreich wurden die meisten Asylanträge von Menschen aus der Russischen Föderation (2.841), Afghanistan (2.589) und Syrien (1.991) gestellt. Unter den 10 antragsstärksten Herkunftsländern gab es starke Anstiege bei Syrien (+116%), Serbien (+89%) und Algerien (+66%), sowie Rückgänge u.a. bei Pakistan (-43%), Afghanistan (-35%) und der Russischen Föderation (-8%).

Klicken Sie hier, um den ganzen Bericht (inkl. Statistiken im Anhang) zu lesen (PDF).

Update 1. April 2014: Siehe auch Aussendung von Eurostat zu Asylanträgen in der EU im Jahr 2013, die auch Informationen zu Asylentscheidungen enthält: Eurostat, 24 März 2014.

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