Die ecoi.net-Themendossiers bieten einen Überblick zu einem ausgewählten Thema. Dieses Themendossier behandelt die humanitäre Lage im Land. Die Informationen stammen aus ausgewählten Quellen und erheben nicht den Anspruch vollständig zu sein. Erstellt von ACCORD. Kurzbeschreibungen zu den verwendeten Quellen finden Sie am Ende des Themendossiers.

Überblick über die humanitäre Lage in Afghanistan

1. Allgemeine Lage hinsichtlich der Versorgung von Grundbedürfnissen

Weiterführende Hintergrundinformationen befinden sich auf der Länderstartseite zu Afghanistan.

Das Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (UNOCHA) prognostizierte in seinem Bericht zum Programmzyklus 2026 für den Plan für den humanitären Bedarf und die humanitäre Hilfe in Afghanistan (Afghanistan Humanitarian Needs and Response Plan, HRP), dass die humanitäre Krise in Afghanistan auch im Jahr 2026 eine der größten weltweit bleibt. Dem Bericht nach führten trotz eines leichten Rückgangs der Gesamtzahl der Menschen in Not jahrelange Konflikte, wirtschaftliche Instabilität, unzureichende Investitionen in grundlegende Versorgungsleistungen und der rasche Abbau von Rechten dazu, dass große Bevölkerungsteile nur mehr über eine eingeschränkte Resilienz verfügen. Zu diesen chronischen Belastungen kamen laut UNOCHA unter anderem eine sich verschärfende Ernährungsunsicherheit und die systematische Ausgrenzung von Frauen und Mädchen aus dem öffentlichen Leben (UNOCHA, Dezember 2025, S. 4). Laut einem Bericht des UNO-Generalsekretärs für den Zeitraum 27. Februar 2026 bis 22. Mai 2026 verschlechterte sich die humanitäre und wirtschaftliche Lage in Afghanistan angesichts rückläufiger internationaler Hilfe, steigender Inflation, Handelsbeeinträchtigungen, der Rückkehr einer großen Anzahl von Afghan·innen und klimabedingter Krisen. Diese Situation verschärfte sich dem Bericht des UNO-Generalsekretärs zufolge durch den Konflikt im Nahen Osten und die anhaltende Schließung der Grenze zu Pakistan (siehe dazu Punkt 4). Mit Stand vom 30. April 2026 waren 14 Prozent (240,9 Millionen US-Dollar) der für den HRP erforderlichen 1,7 Milliarden US-Dollar für 2026 eingegangen. Dem Bericht zufolge zählten weiterhin Nahrungsmittelhilfe, die Behandlung akuter Unterernährung, die grundlegende Gesundheitsversorgung, der Zugang zu sauberem Wasser sowie Schutzmaßnahmen zu den vorrangigen Bedürfnissen (UNGA & UNSC, 22. Mai 2026, S. 1-2, 10; siehe auch UNOCHA, Dezember 2025, S. 6). Im April 2026 berichtete das deutsche Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), dass speziell „die Massenausweisungen aus Iran und Pakistan und zwei starke Erdbeben im Osten des Landes […] die humanitäre Lage 2025 gravierend“ verschärften (BAMF, 16. April 2026, S. 21). UNOCHA prognostizierte im Dezember 2025 für 2026 weiters, dass voraussichtlich rund 21,9 Millionen Menschen – etwa 45 Prozent der Bevölkerung – humanitäre Hilfe benötigen werden (UNOCHA, Dezember 2025, S. 4).

Laut einem Bericht der Weltbankgruppe (World Bank Group) von April 2025 blieb die Wirtschaft Afghanistans weiterhin instabil und erholte sich nur langsam von den starken Einbrüchen der Jahre 2021–22. Das Gesamt-Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs im Jahr 2025 um schätzungsweise 4,8 Prozent. Dem Bericht zufolge war das hauptsächlich auf den privaten Konsum und eine Erholung der nichtlandwirtschaftlichen Wirtschaftstätigkeit zurückzuführen, die, zum Teil bedingt durch den Zustrom von Rückkehrer·innen, die Binnennachfrage ankurbelten. Das Pro-Kopf-BIP schrumpfte jedoch um 5,6 Prozent, da das Bevölkerungswachstum über dem Wirtschaftswachstum lag und gleichzeitig die Inflation anstieg, was die Erholung der Nachfrage sowie höhere Handels- und Transportkosten wegen Grenzschließungen im Zusammenhang mit dem Konflikt zwischen Afghanistan und Pakistan (siehe dazu Punkt 4) widerspiegelte. Für 2026 wird laut dem Bericht der Weltbankgruppe für Afghanistan ein Wirtschaftswachstum von 4,0 Prozent prognostiziert, gestützt durch eine steigende Nachfrage, höhere private Investitionen und eine verbesserte Integration von Rückkehrer·innen in den Arbeitsmarkt. Ein großes Risiko stellen allerdings der anhaltende Konflikt im Nahen Osten und damit im Zusammenhang stehende Handelsbeeinträchtigungen sowie verstärkte Migrationsströme dar (World Bank Group, April 2026, S. 22).

Unter Bezugnahme auf den globalen mehrdimensionalen Armutsindex (Global Multi-dimensional Poverty Index, MPI) des Entwicklungsprogrammes der Vereinten Nationen (United Nations Development Programme, UNDP) berichtete UNOCHA, dass mehrdimensionale Armut in Afghanistan nach wie vor weit verbreitet ist. Demnach leben 65 Prozent der Bevölkerung in akuter Armut, und fast vier von zehn Menschen oder 39 Prozent der Bevölkerung sind von schwerem mehrdimensionalem Mangel („deprivation“) betroffen. In ländlichen Gebieten liegt dieser Anteil der Quelle zufolge bei 75 Prozent (UNOCHA, Dezember 2025, S. 6). Nach Schätzungen eines von UNDP im April 2025 veröffentlichten sozioökonomischen Überblicksberichts zu Afghanistan verschärfte sich im Jahr 2024 die Existenzunsicherheit („subsistence insecurity“) und stieg im Vergleich zu 2023 um 6 Prozentpunkte. 75 Prozent der Bevölkerung waren somit von Existenzunsicherheit betroffen. Besonders in den Bereichen angemessene Wohnverhältnisse sowie Leistbarkeit von Gesundheitsversorgung und lebensnotwendigen Haushaltsartikeln wie Kochutensilien und Winterkleidung gab es UNDP zufolge 2024 deutliche Verschlechterungen. Vielen Haushalten standen laut dem Bericht aufgrund der wirtschaftlichen Stagnation weniger Möglichkeiten zur Einkommensgenerierung zur Verfügung und sie waren in hohem Maß auf Hilfe von außen angewiesen. Die Ernährungsunsicherheit blieb zudem auf einem anhaltend hohen Niveau. Das monatliche Haushaltseinkommen und die Pro-Kopf-Ausgaben gingen im Jahr 2024 zurück. Die stärksten Rückgänge waren bei frauengeführten Haushalten, Haushalten von Binnenvertriebenen und ländlichen Haushalten zu verzeichnen. Das Gefälle zwischen ländlichen und städtischen Regionen war dem UNDP-Bericht zufolge weiterhin groß. Die Existenzunsicherheit war dem Bericht nach im Jahr 2024 in ländlichen Gebieten um 15 Prozent höher als in städtischen. In städtischen Gebieten zeigte der Zugang zu Gütern und Dienstleistungen eine geringe Verbesserung, während ländliche Gemeinden – in denen 71 Prozent der Bevölkerung leben – weiterhin unter akuten Engpässen litten, insbesondere in den Bereichen Sanitärversorgung, Gesundheitsversorgung und Heizbrennstoffe. Hinsichtlich regionaler Unterschiede war die Existenzunsicherheit in den nordöstlichen und südlichen Regionen mit 88 bzw. 86 Prozent am höchsten. Im zentralen Hochland zeigte sich indessen die größte Verschlechterung (UNDP, April 2025, S. 7-8).

In einem Bericht von Jänner 2026 der Asylagentur der Europäischen Union (EUAA) erläuterte diese, dass einige Berichte darauf hindeuten, dass die Armut in ländlichen Gebieten stärker ausgeprägt sei. Unter Bezugnahme auf verschiedene Quellen führte der EUAA-Bericht weiter aus, dass die Möglichkeit vieler ländlichen Haushalte zur Eigenproduktion sie jedoch im Allgemeinen weniger anfällig für Veränderungen bei Bedarf von Arbeitskräften mache (EUAA, Jänner 2026, S. 79).

Mehrere Quellen berichteten von negativen Strategien der Bevölkerung zur Bewältigung der humanitären Notlage (Reach Initiative, 4. Juni 2026, S. 5; BAMF, 16. April 2026, S. 22; EUAA, Jänner 2026, S. 78; UNOCHA, Dezember 2025, S. 6), darunter das Verheiraten von Kindern (EUAA, Jänner 2026, S. 78; UNOCHA, Dezember 2025, S. 6), Kinderarbeit (World Vision International, 30. Juni 2026, S. 28; Reach Initiative, 4. Juni 2026, S. 5; Samuel Hall & World Vision International, 4. März 2026, p. 25; EUAA, Jänner 2026, S. 78; UNOCHA, Dezember 2025, S. 6) sowie der Abbruch der Schulbildung von Kindern und Verschuldung (Samuel Hall & World Vision International, 4. März 2026, p. 25; EUAA, Jänner 2026, S. 78). In Extremfällen wurde auch über den Verkauf von Kindern oder Organen berichtet (EUAA, Jänner 2026, S. 78). Dem oben erwähnten UNOCHA-Bericht von Dezember 2025 zufolge führt wirtschaftlicher Druck insbesondere in den südlichen, besonders von Rückkehr betroffenen Distrikten Afghanistans zu negativen Bewältigungsstrategien, darunter Kinderarbeit und Frühehen (UNOCHA, Dezember 2025, S. 6). Den im Juni 2026 veröffentlichten Ergebnissen der oben genannten HSM-Bedarfsanalyse zufolge griff die Bevölkerung in den Provinzen Laghman und Dschuzdschan verstärkt auf negative Bewältigungsstrategien zurück. Insbesondere Kinderarbeit trat dort häufiger auf als in den anderen Provinzen, in denen Erhebungen durchgeführt wurden (Reach Initiative, 4. Juni 2026, S. 5).

1.1 Humanitäre Hilfe

Dem oben genannten Bericht des UNO-Generalsekretärs von Mai 2026 zufolge versorgten humanitäre Partner trotz zunehmend erschwerter Einsatzbedingungen 4,7 Millionen Menschen zwischen Jänner und März 2026 mit mindestens einer Form von Unterstützungsleistung, davon erhielten 435.000 Menschen drei oder mehr Arten von Unterstützung. 3 Millionen Menschen wurden hinsichtlich Ernährungssicherung und Lebensunterhalt unterstützt. 1,4 Millionen Menschen erhielten medizinische Versorgung und 870.800 Menschen wurden beim Zugang zu Wasser, sanitären Einrichtungen und Hygiene unterstützt. 1 Million Menschen erhielten Schutzmaßnahmen, 946.000 Menschen Ernährungshilfe, 31.000 Menschen Bildungsunterstützung und ungefähr 80.000 Menschen Notunterkünfte und Non-Food-Artikel. Gleichzeitig waren dem Bericht nach 80 Prozent der Organisationen von zunehmendem finanziellem Druck betroffen, der unter anderem zu Gehaltskürzungen, Personalabbau und einer verringerten Ortspräsenz sowie der Schließung von Außenstellen führt (UNGA & UNSC, 22. Mai 2026, S. 10).

Laut dem Bericht des UNO-Generalsekretärs wurde der Zugang zu humanitären Hilfsmaßnahmen durch Unsicherheit, administrative Hürden und Einschränkungen für humanitäre Helferinnen behindert. Humanitäre Partner meldeten dem Bericht zufolge zwischen Jänner und Ende März 2026 307 landesweite Vorfälle von Zugangsbehinderung, die zur vorübergehenden Aussetzung von 242 humanitären Maßnahmen führten und die aufgrund von Finanzierungsengpässen ohnehin bereits eingeschränkte operative Präsenz weiter beeinträchtigten. Im letzten Quartal des Jahres 2025 wurden im Vergleich dazu 283 Vorfälle gemeldet (UNGA & UNSC, 22. Mai 2026, S. 12). Laut dem oben erwähnten BAMF-Bericht von April 2026 wurden seit dem im Dezember 2022 verkündeten Verbot der De-facto-Regierung, wonach afghanische Frauen nicht mehr für NGOs und internationale Organisationen arbeiten dürfen, viele Hilfsprojekte eingestellt. Andere Hilfsprojekte können der Quelle zufolge insbesondere Haushalte, die von Frauen geführt werden, nicht mehr erreichen, was ca. 10 Prozent der Haushalte in Afghanistan ausmacht. Diese Haushalte „können aufgrund der strikten Geschlechtertrennung ohne Frauen, die für NGOs arbeiten, kaum von humanitärer Hilfe erreicht werden,“ so der BAMF-Bericht (BAMF, 16. April 2026, S. 26).

Der BAMF-Bericht erläuterte weiters, dass die „Bereitschaft im Ausland humanitäre Hilfe für Afghanistan zu leisten, […] seit 2023 von Jahr zu Jahr rückläufig“ ist. Besonders stark ist die Rückläufigkeit seit der Schließung der US-amerikanischen Behörde für Entwicklungszusammenarbeit (United States Agency for International Development, USAID) Mitte 2025, so der Bericht. „Aufgrund von mangelnder Finanzierung haben die Vereinten Nationen ihren Aufruf zur Finanzierung humanitärer Hilfe gekürzt. Dies ist jedoch nicht auf einen Rückgang des Hilfsbedarfs zurückzuführen.“ Vielmehr führte die erhebliche Finanzierungslücke dazu, „dass sowohl der Umfang des Plans als auch die Zahl der Menschen, die er unterstützen kann, reduziert werden mussten. Letztlich konnten 2025 von den anvisierten 2,4 Mrd. lediglich 1,6 Mrd. USD eingeworben werden“ (BAMF, 16. April 2026, S. 21).

1.2 Ernährungssicherheit und Zugang zu Wasser

Laut dem oben erwähnten BAMF-Bericht von April 2026 wird die „Situation in Afghanistan […] auch als ‚Gleichgewicht der Hungersnot‘ beschrieben: Die Lage hat sich stabilisiert, viele Menschen sind jedoch auf humanitäre Hilfe angewiesen, um nicht zu verhungern“ (BAMF, 16. April 2026, S. 21). Dem Bericht des UNO-Generalsekretärs von Mai 2026 zufolge sind etwa 17,4 Millionen Menschen im Land von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen und es wird ein weiterer Anstieg dieser Zahl erwartet. Finanzierungslücken schränkten den Umfang der Nahrungsmittelhilfe indessen erheblich ein, wodurch die Abhängigkeit von negativen Bewältigungsmechanismen zunahm, und die Gefährdung verschärft wurde. Schätzungsweise 4,9 Millionen Kinder unter fünf Jahren sowie schwangere und stillende Frauen benötigen dem Bericht zufolge eine Behandlung aufgrund akuter Unterernährung. Zwar wurde die Behandlung schwerer Fälle fortgesetzt, aber Präventions- und Zusatzprogramme wurden durch Finanzierungs- und Versorgungsengpässe erheblich beeinträchtigt (UNGA & UNSC, 22. Mai 2026, S. 11). Für November 2025 bis März 2026 prognostizierte die Integrated Food Security Phase Classification (IPC), dass voraussichtlich mehr als ein Drittel der Bevölkerung (geschätzt 17,4 Millionen) in die Phase 3 (Krise, 12,7 Millionen) und Phase 4 (Notfall, 4,7 Millionen) – eingestuft werden müssen (BAMF, 16. April 2026, S. 21; UNOCHA, Dezember 2025, S. 6). UNOCHA zufolge stellt das eine große Verschlechterung gegenüber dem Vorjahr dar. Überdies konnten überdurchschnittliche Ernten im Jahr 2025 und Nahrungsmittelhilfe zwar schlimmere Folgen verhindern, die Ernährungsunsicherheit war jedoch UNOCHA zufolge nach wie vor deutlich höher als vor 2021, dem Jahr der Taliban-Machtübernahme, was voraussichtlich bis ins Jahr 2026 anhalten wird (UNOCHA, Dezember 2025, S. 6). Der BAMF-Bericht erläuterte, dass „Daten des Welternährungsprogramms und von IPC zeigen, dass nach einer verschärften Krise direkt nach der Machtübernahme der Taliban der Anteil der von Ernährungsunsicherheit betroffenen Bevölkerung 2023/2024 kleiner geworden ist. Seitdem ist er jedoch – mit saisonalen Schwankungen – konstant. Neun von zehn Kindern haben keinen Zugang zu ausgewogener Ernährung, die für ihre Entwicklung notwendig ist. Nach Angaben des WFP [World Food Programme] ist das Land geprägt von Kinderhungersnot und akuter Mangelernährung auf einem Niveau, das seit 25 Jahren nicht mehr gesehen wurde“ (BAMF, 16. April 2026, S. 21).

Laut dem oben genannten EUAA-Bericht von Jänner 2026 warnten Partner des Clusters für Ernährungssicherheit und Landwirtschaft (Food Security and Agriculture Cluster; FSAC) davor, dass die Prognosen des IPC die Ernährungsunsicherheit möglicherweise erheblich unterschätzen, da Rückkehrer·innen in den Daten nicht systematisch erfasst werden. Die Kalorienzufuhr großer Teile der Bevölkerung ist laut dem Bericht zwar akzeptabel, ihre Ernährung setzte sich aber zu einem großen Teil aus Lebensmitteln zusammen, die wenig Nährstoffe enthalten. Fleisch, Milchprodukte und Gemüse werden indessen seltener verzehrt, was langfristige gesundheitliche Folgen haben könnte. Unter Bezugnahme auf verschiedene Quellen erläuterte der EUAA-Bericht, dass Haushalte der Ernährungsunsicherheit durch Anpassung ihrer Ernährung begegnen, zudem lassen Erwachsene zugunsten ihrer Kinder Mahlzeiten aus. Manche Familien ernähren sich ausschließlich von Brot und Tee, so der Bericht (EUAA, Jänner 2026, S. 81-83).

World Vision Afghanistan führte im Mai 2026 in den Provinzen Herat, Ghor, Badghis und Faryab eine sektorübergreifenden Bedarfsanalyse (Multi-Sector Needs Assessment, MSNA) durch. Die Untersuchung stützte sich auf eine qualitative Methodik, die 32 Fokusgruppendiskussionen mit rund 320 Teilnehmer·innen sowie 32 Interviews mit Schlüsselinformanten umfasste, die in insgesamt 16 Distrikten durchgeführt wurden. Die Bedarfsanalyse stellte fest, dass die Gemeinschaften im Vergleich zum Jahr 2025 von einer erheblichen Verschärfung der Vulnerabilitäten und einer allmählichen Schwächung der Resilienz der Haushalte berichteten. Dabei erlebten die Haushalte weniger isolierte Herausforderungen, sondern sahen sich einer Kombination diverser Belastungen gegenüberstehen, wobei sich Ernährungsunsicherheit, der Rückgang der Existenzgrundlagen, Verschuldung, Wasserknappheit, unzureichende Gesundheits- und Ernährungsversorgung, Bildungsbarrieren, Schutzbedenken und klimabedingte Schocks gegenseitig verstärken. Die wichtigste Erkenntnis der Bedarfsanalyse ist, dass Ernährungsunsicherheit unter den Befragten zu einem alltäglichen Problem der Haushaltsführung geworden ist. Teilnehmer·innen berichteten von Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Lebensmitteln, aber auch von schwierigen Entscheidungen darüber, wie die Lebensmittel aufgeteilt werden, wie oft gegessen wird und welche Familienmitglieder Vorrang bekommen, wenn die Vorräte knapp sind (World Vision International, 30. Juni 2026, S. 2, 10).

Die Reach Initiative veröffentlichte im Juni 2026 die Ergebnisse des Humanitarian Situation Monitoring (HSM), einer landesweiten, auf Ebene von Gemeinschaften („community-level“) durchgeführten, sektorübergreifenden Bedarfsanalyse, die vierteljährlich in allen Distrikten Afghanistans durchgeführt wird. Die 12. HSM-Runde wurde vom 16. Februar bis zum 14. März 2026 durchgeführt. Insgesamt wurden 12.867 Schlüsselinformant·innen in allen 401 Distrikten des Landes befragt. In der Mehrheit (76 Prozent) der untersuchten Siedlungen waren Nahrungsmittel der dringendste Bedarf der Gemeinschaften, gefolgt von Programmen zur Sicherung des Lebensunterhalts und zur Einkommensschaffung (60 Prozent). Die Lage hinsichtlich Nahrungsmittelversorgung blieb den Ergebnissen der Bedarfsanalyse zufolge insbesondere in Badghis (63 Prozent), Daykundi (55 Prozent) und Baghlan (46 Prozent) weiterhin äußerst schwierig (Reach Initiative, 4. Juni 2026, S. 1, 2, 5).

In Bezug auf die Wasserversorgung berichtete der UNO-Generalsekretär im oben bereits erwähnten Bericht, dass die Niederschlagsmengen im ersten Quartal 2026 nach vier aufeinanderfolgenden Dürrejahren weiterhin unter dem Durchschnitt lagen. Berichten zufolge hat sich die Wasserknappheit auf die Lebensgrundlagen ausgewirkt, und zu Vertreibungen und Konflikten zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen um die knappen Wasserressourcen geführt (UNGA & UNSC, 22. Mai 2026, S. 11). Im ebenso weiter oben genannten Bericht von World Vision International von Juni 2026 wird erläutert, dass Herausforderungen hinsichtlich Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene (WASH) nach wie vor gravierend sind. Dem Bericht zufolge beeinträchtigen Wasserknappheit, schlechte Wasserqualität, unzureichende sanitäre Einrichtungen und die Mühen der Wasserbeschaffung weiterhin die Gesundheit, die Würde und das Wohlbefinden von Menschen, insbesondere von Frauen und Kindern (World Vision International, 30. Juni 2026, S. 2).

Das BAMF schrieb im oben genannten Bericht von April 2026 Folgendes zur Wasserversorgung im Land: „Das Internationale Komitee des Roten Kreuzes warnte im März 2025, dass fast 80 % der afghanischen Bevölkerung – etwa 33 Mio. Menschen – keinen ausreichenden Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Diese Zahlen sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen. So hatten 2021 48 % und 2022 60 % der Bevölkerung nur eingeschränkten Zugang zu sauberem Wasser. Fast 40 % der Haushalte in Afghanistan kämpfen zudem mit Wasserknappheit, da die Quellen versiegen, teilte UN OCHA [United Nations Office for the Coordination of Humanitarian Affairs] am 31.01.2025 mit. Das UN-Programm für menschliche Siedlungen (UN-Habitat) warnte in einer Mitteilung am 17.07.2025 vor einer starken Senkung des Wasserspiegels in der Hauptstadt Kabul. Aufgrund der raschen Urbanisierung und des sich verschärfenden Klimawandels sei einer aktuellen Studie zufolge der Grundwasserspiegel in Kabul im letzten Jahrzehnt um bis zu 30 Meter gesunken. Die Stadtverwaltung Kabul hat im Januar 2026 die Bewohner dazu aufgerufen Schneespeicher anzulegen, um für das Frühjahr Schmelzwasser zu haben. Grund für die schlechte Wasserversorgung ist neben der anhaltenden Dürre auch die fehlende Infrastruktur für Wasserversorgung. Der Konsum von verunreinigtem Wasser verbreitet Infektionskrankheiten wie Cholera, Hepatitis A und Polio, die besonders für Kinder tödlich sein können. Außerdem sind Kinder, die verunreinigtes Wasser trinken, u. a. auf Grund von Durchfall, oft unterernährt. […] Wenn dieser Trend anhalte, könnten die Grundwasserquellen Kabuls bis Anfang 2030 vollständig erschöpft sein. Auch in einzelnen Provinzen wie Nimrus und Balkh sei der Grundwasserspiegel deutlich gesunken“ (BAMF, 16 April 2026, S. 22, 24).

2. Zugang zu Gesundheitsversorgung

Laut dem oben genannten Bericht des UNO-Generalsekretärs von Mai 2026 gibt der Zustand der öffentlichen Gesundheitsversorgung weiterhin Anlass zur Sorge. Die Bereitstellung von Gesundheitsleistungen wird dem Bericht zufolge zunehmend durch Finanzierungslücken, Unsicherheit, Schließungen von Einrichtungen sowie Engpässe bei lebenswichtigen Medikamenten und Hilfsgütern eingeschränkt. Der Konflikt zwischen Afghanistan und Pakistan beeinträchtigte über 25 Gesundheitseinrichtungen, darunter 10, die durch Beschuss und Luftangriffe in den Provinzen Kabul, Khost, Kunar, Nangarhar, Paktika und Paktia beschädigt wurden. Dadurch wurde der Zugang zu lebenswichtigen Gesundheitsleistungen für schätzungsweise 90.000 Menschen eingeschränkt. Überschwemmungen zwischen Ende März und Mitte April 2026, von denen 31 von 34 Provinzen des Landes betroffen waren, betrafen zudem 61 Gesundheitseinrichtungen in den Provinzen Badghis, Kandahar, Logar, Nangarhar und Zabul. Die meisten davon wurden teilweise beschädigt. In der Traumaversorgung, bei der medizinischen Notfallversorgung, in der primären Gesundheitsversorgung sowie bei Gesundheitsdiensten für Mütter, Neugeborene und Kinder bestehen laut dem Bericht weiterhin gravierende Lücken. Der Zugang zu Dienstleistungen im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit ist nach wie vor stark eingeschränkt (UNGA & UNSC, 22. Mai 2026, S. 11).

Das BAMF berichtete im April 2026 Folgendes zum Gesundheitssystem: „Das staatliche Gesundheitssystem, welches zu 80 % aus dem Ausland finanziert wurde, ist nach der Machtübernahme der Taliban zusammengebrochen. Schon vor der Machtübernahme der Taliban bestand das Gesundheitssystem größtenteils aus privaten Einrichtungen und es gab nur eine stark eingeschränkte öffentliche Versorgung. Gesundheitsversorgung ist damit abhängig von den finanziellen Mitteln der Patientinnen und Patienten. Die öffentliche Versorgung wurde meist über das Gesundheitsministerium von NGOs finanziert. Diese Finanzierung blieb zunächst weg. Die VN [Vereinten Nationen] haben einen Großteil der Finanzierung des Gesundheitssystems übernommen. Allerdings ist die Finanzierung nicht ausreichend und nur kurzfristig gesichert. Auch das Internationale Komitee vom Roten Kreuz hat zunächst für zwei Jahre einige Gesundheitseinrichtungen übernommen, kann diese jedoch nicht langfristig finanzieren. Teilweise werden Gesundheitseinrichtungen von Spenden der Diaspora finanziert. Viele Gesundheitseinrichtungen haben keine finanziellen Mittel, um Materialien zu beschaffen und um ihr Personal zu bezahlen und müssen letztendlich teilweise schließen“ (BAMF, 16. April 2026, S. 27).

Laut dem BAMF-Bericht reduzierten die Taliban die Investitionen in das Gesundheitssystem stark (BAMF, 16. April 2026, S. 27). Das BAMF berichtete weiters: „2023 lag die Rate des Gesundheitspersonals pro 10.000 Personen bei 10,3, wobei die Rate in ruralen Gebieten schlechter ist als in urbanen. In Deutschland beträgt die Rate etwa 747 Personen im Gesundheitswesen pro 10.000 Personen“ (BAMF, 16. April 2026, S. 28). Quellen berichten, dass Gesundheitseinrichtungen unter anderem mit einem mangelhaften Zugang zu sauberem Trinkwasser (BFA Staatendokumentation, 13. Juli 2026a, S. 3; BAMF, 16. April 2026, S. 27) sowie Engpässen bei Strom und medizinischem Sauerstoff kämpfen (BFA Staatendokumentation, 13. Juli 2026a, S. 3).

Die BFA Staatendokumentation beschrieb die Gesundheitsinfrastruktur in Afghanistan in einem Bericht von Juli 2026 als zunehmend unausgewogen. Die Versorgung ist dem Bericht nach vor allem in den Städten gewährleistet, ländliche Gebiete hingegen sind unterversorgt. Einem Mitarbeiter einer internationalen Nichtregierungsorganisation (NGO) zufolge führten Kürzungen bei den internationalen Finanzmitteln allein im Jahr 2025 zur Schließung von über 420 Gesundheitszentren und Krankenhäusern. Der bauliche Zustand der Infrastruktur und das klinische Umfeld des Gesundheitspersonals in den noch bestehenden Einrichtungen wurde indessen als unzureichend beschrieben (BFA Staatendokumentation, 13. Juli 2026a, S. 3, 5-6).

Dem Bericht der Staatendokumentation nach stellen Kosten für die Bevölkerung die größte Hürde beim Zugang zur Gesundheitsversorgung dar. Einem Arzt zufolge, der zu dem Bericht beitrug, würden sich Familien damit konfrontiert sehen, zwischen dem Kauf von Lebensmitteln oder lebensrettender medizinischer Behandlung zu wählen. In den Kliniken hätten Patient·innen hohe Eigenanteile für Vorsorgeuntersuchungen, Tests und Medikamente zu zahlen. In öffentlichen Krankenhäusern gehe häufig der Vorrat an Verbrauchsmaterialien zur Neige, weshalb Patient·innen oft selbst vor der Behandlung chirurgische Instrumente, Anästhetika und Antibiotika in privaten Apotheken kaufen müssten (BFA Staatendokumentation, 13. Juli 2026a, S. 4). In Bezug auf die finanzielle Leistbarkeit von medizinischen Leistungen berichtete das BAMF: „Für viele Familien sind die Kosten für oft weite Wege zu medizinischer Hilfe das größte Hindernis. […] Familien haben kaum noch finanzielle Mittel, um im Ausland medizinische Hilfe zu ersuchen“ (BAMF, 16. April 2026, S. 28). Auch der Bericht der Staatendokumentation nennt geografische Entfernungen und Transportkosten neben direkten Behandlungskosten als faktisches Hindernis für tausende Afghan·innen, Gesundheitseinrichtungen aufzusuchen. Einem für den Bericht interviewten lokalen NGO-Mitarbeiter zufolge würden für Personen, die in entlegeneren Gebieten wohnen, die Kosten im Zusammenhang mit der Anreise zu Gesundheitseinrichtungen oft die eigentlichen Behandlungskosten übersteigen (BFA Staatendokumentation, 13. Juli 2026a, S. 4).

Bezüglich des Zugangs zu Gesundheitsversorgung für Frauen schrieb das BAMF im genannten Bericht von April 2026: „Frauen sind besonders stark von schlechter Gesundheitsversorgung betroffen. Dies liegt zum einen an den Einschränkungen durch die Taliban: Es gibt nicht ausreichend weibliches Gesundheitspersonal, in vielen Regionen dürften Frauen die Gesundheitseinrichtungen nicht alleine aufsuchen und aufgrund sozialer Normen sind Familien oft weniger bereit Kosten für die Gesundheitsversorgung von Frauen und Mädchen zu übernehmen“ (BAMF, 16. April 2026, S. 28).

Das BAMF berichtet bezüglich des Zugangs zu Medikamenten im April 2026 weiters: „Seit der Machtübernahme gab es zunächst vermehrt Schwierigkeiten beim Import von Medikamenten. Dies lag unter anderem an Einschränkungen bei internationalen Zahlungen und häufigen Handelsunterbrechungen mit Pakistan. Pakistan lieferte bisher 70 % der importierten Medizin. Im Kontext des (Handels-)krieges mit Pakistan stoppten die Taliban Anfang 2026 den Import von Medikamenten aus Pakistan. Während die Taliban behaupten es gebe keinen Medikamentenmangel, gibt es zahlreiche Berichte über Medikamentenengpässe und steigende Preise. Händler geben an, dass der Aufbau von neuen Handelsbeziehungen sowie der Ausbau der lokalen Produktion Zeit braucht und die von den Taliban organisierten Lieferungen aus Indien bei Weitem nicht ausreichen“ (BAMF, 16. April 2026, S. 28).

Weiterführende Informationen zu den Auswirkungen des Konflikts zwischen Afghanistan und Pakistan sowie der Schließung der gemeinsamen Grenzen und den Auswirkungen des Konflikts zwischen dem Iran, den USA und Israel finden sich unter Punkt 4 des vorliegenden Themendossiers.

2.1 Psychische Gesundheitsversorgung

Mit Stand von August 2025 gab es laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO), trotz eines erheblichen Bedarfs, im öffentlichen und privaten Sektor landesweit nur 320 Krankenhausbetten für Menschen mit psychischen Problemen (WHO, 4. März 2026a, S. 16). In einem weiteren Bericht der Staatendokumentation des BFA von Juli 2026 wird der Bedarf für psychische Gesundheitsdienste im Land als außerordentlich hoch bezeichnet. Demgegenüber ist der Umfang der angebotenen Dienstleistungen weitaus niedriger und nur minimal verfügbar, so der Bericht (BFA Staatendokumentation, 13. Juli 2026b, S. 15). Ein WHO-Bericht von März 2026 erläuterte, dass in den meisten der 34 Provinzkrankenhäuser Afghanistans nach wie vor spezialisierte psychische Gesundheitsdienste fehlen. Es herrscht zudem ein Mangel an ausgebildeten Psychiater·innen, psychiatrischen Pflegekräften, Psychologe·innen und Sozialarbeiter·innen, was der WHO zufolge eine ernsthafte Herausforderung für die Bereitstellung psychischer Gesundheitsversorgung darstellt (WHO, 4. März 2026a, S. 16). Laut dem Bericht der Staatendokumentation des BFA konzentrieren sich viele der begrenzten Angebote auf die Großstädte. Sie sind weniger spezialisiert und stützen sich hauptsächlich auf psychologische Beratung. Dem Bericht zufolge gibt es in Kabul bei einer Einwohner·innenzahl von über sieben Millionen nur ein spezialisiertes Zentrum für psychische Gesundheit. In jeder der fünf Zonen, in die Afghanistan unterteilt ist und in denen insgesamt mehr als 30 Millionen Menschen leben, gibt es zudem nur eine kleine Einrichtung für psychische Gesundheit. Statistiken des De-facto-Ministeriums für öffentliche Gesundheit zufolge hätten nur fünf Krankenhäuser in insgesamt fünf Provinzen kleine Abteilungen für psychische Gesundheit, während es in den restlichen 29 Provinzen keine psychische Gesundheitsversorgung gebe. Ein großer Teil der psychischen Gesundheitsversorgung wird dem Bericht nach von privaten Einrichtungen, ausländischen Organisationen und UNO-nahen Einrichtungen erbracht. Am schwierigsten gestalte sich der Zugang zu psychischer Gesundheitsversorgung für Frauen. Einer psychologischen Beraterin zufolge gebe es nicht einmal in den großen Städten spezielle Behandlungszentren für Frauen und landesweit weniger als 1.000 Psychologinnen, während die weibliche Bevölkerung 20 Millionen betrage (BFA Staatendokumentation, 13. Juli 2026b, S. 15-17).

Quellen berichteten, dass psychische Gesundheit in Afghanistan ein mit einem Stigma behaftetes Tabu-Thema ist (BAMF, 16. April 2026, S. 30; Schwartz et al., 25. Juli 2023, S. 601; HRW, Februar 2024). Bereits vor der Machtübernahme der Taliban gab es dem oben genannten BAMF-Bericht zufolge „nur sehr wenig Gesundheitsversorgung für Menschen mit psychischen Erkrankungen“ (BAMF, 16. April 2026, S. 30). Unter der De-facto-Regierung verlor psychische Gesundheit Quellen zufolge angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage und des akuten Armutsniveaus an Priorität (Schwartz et al., 25. Juli 2023, S. 601), während das ihr anhaftende Stigma durch die Restriktionen der Taliban noch verschärft wurde (HRW, Februar 2024). Das BAMF berichtete zudem, dass „in diesem Bereich meist zuerst gekürzt wird“ und sich „die aktuellen Einsparungen besonders stark“ auswirkten. Der Bericht erläutert weiters, dass psychische Erkrankungen oft geheim gehalten und aufgrund mangelnder Aufklärung und Behandlungsmöglichkeiten oft in Drogenabhängigkeit resultieren. Weiters berichtete das BAMF: „Auf Grundlage einer Direktive des Taliban-Führers Achundsada sollen im September 2025 landesweit über 1.500 Menschen mit psychischen Erkrankungen festgenommen und dem afghanischen Roten Halbmond übergeben worden sein. Der von den Taliban kontrollierte Rote Halbmond hat keine Erklärungen darüber abgegeben, wie die Personen behandelt oder wo sie untergebracht werden. In den drei folgenden Monaten sollen bis Ende Dezember 2025 weitere 5.871 Personen mit psychischen Erkrankungen festgenommen und dem afghanischen Roten Halbmond übergeben worden sein“ (BAMF, 16. April 2026, S. 30).

3. Auswirkungen der gestiegenen Zahl von Rückkehrer·innen aus Pakistan, dem Iran und anderen Ländern

Laut dem oben genannten UNOCHA-Bericht von Dezember 2025 ist Afghanistan angesichts der Rückkehr von Afghan·innen mit einer der weltweit größten und am schnellsten wachsenden [länderübergreifenden, Anm. ACCORD] Vertreibungskrisen konfrontiert. Zwischen 2023 und 2025 kehrten etwa fünf Millionen Menschen, was zehn Prozent der Gesamtbevölkerung Afghanistans entspricht, ins Land zurück, die Mehrheit kam in den Provinzen Balch, Faryab, Herat, Kabul und Kundus an. Viele kehrten der Quelle zufolge in Bezirke zurück, die bereits stark von Armut, Ernährungsunsicherheit, Dürre und eingeschränktem Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen betroffen waren. Die starken Rückkehrbewegungen verschärften bestehende Binnenvertreibung und übten außerordentlichen Druck auf den Zugang zu Wohnen, Land, Wasser, Bildung und Gesundheitsversorgung sowie auf den ohnehin schon überlasteten Arbeitsmarkt aus. Sie belasteten zudem die Kaufkraft der Haushalte zusätzlich und trugen zur steigenden Ernährungsunsicherheit bei (UNOCHA, Dezember 2025, S. 8-9; siehe auch ACAPS, 8. September 2025, S. 1).

Ein im März 2026 veröffentlichter Bericht von Samuel Hall und World Vision International erläuterte, dass die großen Abschiebebewegungen aus Pakistan und dem Iran dazu führen, dass Erwerbstätige abrupt aus den ausländischen Arbeitsmärkten fallen und Überweisungsströme nach Afghanistan versiegen, von denen viele afghanische Haushalte für ihren Grundbedarf abhängig sind. Solche Überweisungen machen dem Bericht zufolge etwa 4,1 Prozent des afghanischen BIP aus. Die tatsächlichen Beträge liegen dem Bericht zufolge aufgrund informeller Überweisungskanäle wahrscheinlich noch höher. Die Bedeutung dieser Geldüberweisungen aus dem Ausland nahm vor dem Hintergrund eines Rückgangs der Entwicklungshilfe und weiterhin niedriger inländischer Einkommen zu. Laut dem Bericht gibt es Hinweise darauf, dass etwa 10 Prozent der afghanischen Haushalte auf Überweisungen aus dem Ausland angewiesen sind. Der Verlust dieser Zahlungen verursacht daher einen erheblichen Schock für die Haushalte und die gesamte Wirtschaft. Die Auswirkungen sind in Grenzprovinzen wie Herat, Nimrus und Farah am stärksten, wo der Zustrom von Rückkehrer·innen die Nachfrage nach Lebensmitteln, Unterkünften und Arbeitsplätzen bei einer gleichzeitig sinkenden Kaufkraft erhöht. Insgesamt führt der Verlust von Geldüberweisungen aus dem Ausland laut dem Bericht unmittelbar zu einer Verschärfung der Ernährungsunsicherheitskrise (Samuel Hall & World Vision International, 4. März 2026, S. 13-14, 22).

Im bereits erwähnten BAMF-Bericht von April 2026 wird erläutert, dass die Eingliederung der Rückkehrer·innen in die Gesellschaft die De-facto-Regierung „vor nicht unerhebliche Probleme“ stellt. Die De-facto-Regierung „bietet kostenlose SIM-Karten und finanzielle Unterstützung an. Es werden landesweit Ländereien vergeben und Siedlungen gebaut. Dennoch übt die schiere Anzahl an eingereisten Personen einen großen Druck auf den Wohnungs- und Arbeitsmarkt aus. […] Laut der Weltbank hat der große Zustrom auf den Arbeitsmarkt wirtschaftlich zunächst negative Konsequenzen, da Investitionen fehlen, um die Arbeitskraft nutzen zu können. Bei guter Steuerung gibt es allerdings die Möglichkeit, dass daraus langfristig wirtschaftliches Wachstum entsteht“, so der BAMF-Bericht (BAMF, 16. April 2026, S. 22).

Mercy Corps berichtet im Oktober 2025 auf Grundlage einer Feldstudie, die 292 Haushalte von Rückkehrer·innen in Herat und Kandahar sowie Sekundärrecherchen umfasste, dass sich der Zugang zu Wasser sowohl für Rückkehrer·innen als auch für die Aufnahmegemeinden in alarmierendem Tempo verschlechtert. An einen früheren Bericht von Mercy Corps anknüpfend, der sich mit der Wasserkrise in Kabul befasste und dessen Prognosen zeigen, dass Kabul bis 2030 das Wasser ausgehen könnte, warnt Mercy Corps im Bericht von Oktober 2025 davor, dass sich die Lage in stark von Rückkehr betroffenen Gebieten aufgrund von übermäßiger Grundwasserentnahme, mangelhafter Planung seitens der Entscheidungsträger sowie fehlender kohärenter internationaler humanitärer Hilfe noch schneller verschlechtern könnte (Mercy Corps, Oktober 2025, S. 3).

4. Auswirkungen des Konflikts zwischen Afghanistan und Pakistan sowie der Schließung der gemeinsamen Grenzen und Auswirkungen des Konflikts zwischen dem Iran, den USA und Israel

In einem Artikel von April 2026 berichtete The New Humanitarian (TNH), dass der Krieg der USA und Israels gegen den Iran der afghanischen Wirtschaft, die zuvor erste Anzeichen einer Erholung gezeigt hatte, einen weiteren Schlag versetzte. Afghanistan ist bei Lebensmittelimporten stark von Versorgungsketten abhängig, die durch den Krieg versiegten, wodurch die Preise in die Höhe schossen. Dies resultierte in einer zunehmenden Hungergefahr. Der im Artikel zitierten Landesdirektorin von World Vision zufolge hätten der Iran-Konflikt und der Konflikt zwischen Afghanistan und Pakistan die humanitäre Krise im Land bedeutend verschärft (TNH, 13. April 2026). Ebenso im April 2026 berichtete die Weltbankgruppe, dass der anhaltende Konflikt im Nahen Osten durch daraus resultierende Handelsbeeinträchtigungen und verstärkte Migrationsströme ein erhebliches Risiko für Afghanistan darstellt. Rund 60 Prozent des gesamten afghanischen Handels werden dem Bericht zufolge über den Iran abgewickelt. Eine Schließung der Straße von Hormus könnte das jährliche BIP-Wachstum verringern und zu einem Anstieg der Inflation führen. Eine Umleitung des Handels könnte die Auswirkungen teilweise ausgleichen (World Bank Group, April 2026, S. 22).

Ein Artikel der britischen Tageszeitung The Guardian von Ende April 2026 erläuterte, dass die durch den Krieg der USA und Israels gegen den Iran verursachte Volatilität der weltweiten Ölpreise zu Lasten der am stärksten gefährdeten Menschen in Afghanistan geht, da sie die Lieferung von Nahrungsmitteln und medizinischer Hilfe verlangsamt oder ganz verhindert (The Guardian, 29. April 2026). Laut dem oben erwähnten Bericht des UNO-Generalsekretärs von Mai 2026 störte die seit Oktober 2025 andauernde Schließung der afghanisch-pakistanischen Grenze zudem etablierte Logistikabläufe und machte traditionelle Versorgungswege weitgehend unbrauchbar. Dies führte zu einem weiteren Anstieg bereits erhöhter Kosten und beeinträchtigt die rechtzeitige Lieferung und Verfügbarkeit lebenswichtiger Güter, darunter Lebensmittel sowie Gesundheits- und Ernährungsgüter (UNGA & UNSC, 22. Mai 2026, S. 10-11). Laut dem im Guardian-Artikel zitierten WFP-Direktor für Afghanistan hätten sich die Kosten für den Transport von Nahrungsmitteln nach Afghanistan seit dem Iran-Konflikt verdreifacht. Ihm zufolge müsse die Lieferung von angereicherten Keksen durch das WFP auf dem Landweg durch sieben Länder von Dubai nach Afghanistan erfolgen, um die übliche Route über die Straße von Hormus zu umgehen. Dies dauere drei Wochen länger als gewöhnlich, weshalb afghanische Kinder Hunger leiden müssten. Viele von ihnen könnten sterben (The Guardian, 29. April 2026).

Quellen berichteten, dass der Konflikt zwischen Afghanistan und Pakistan zur Beschädigung kritischer Infrastruktur, darunter Gesundheitseinrichtungen und humanitäre Versorgungspunkte führte (UNGA & UNSC, 22. Mai 2026, S. 10; WHO, 4. März 2026b, S. 1). Dem oben erwähnten Bericht des UNO-Generalsekretärs von Mai 2026 zufolge beeinträchtigte dies die Erbringung von Dienstleistungen und führte in einigen Gebieten zu vorübergehenden Unterbrechungen (UNGA & UNSC, 22. Mai 2026, S. 10-11). Laut der WHO meldeten humanitäre Partner, dass Gesundheitseinrichtungen beschädigt oder vorübergehend geschlossen worden seien. Zudem wurde die Versorgung in zahlreichen Gesundheitseinrichtungen ausgesetzt und der Zugang zu den betroffenen Bevölkerungsgruppen war aufgrund von Sicherheits- und Mobilitätsproblemen eingeschränkt (WHO, 4. März 2026b, S. 1).

Nicht nur in Bezug auf Grundnahrungsmittel ist Afghanistan laut dem bereits erwähnten TNH-Artikel von seinen Nachbarländern abhängig. Aufgrund der jüngsten Bemühungen der De-facto-Regierung, die heimische Arzneimittelproduktion anzukurbeln, sind zwar einige medizinische Hilfsmittel verfügbar, doch Mitarbeiter·innen des Gesundheitswesens in Herat hätten berichtet, dass beinahe die gesamte dortige Spezialausrüstung, einschließlich der Diagnosegeräte, nach wie vor aus Pakistan und dem Iran bezogen werde. Spezielle technische Ausstattung, die aus Pakistan und dem Iran stamme, würde einem für den Artikel befragten Mitarbeiter aus dem Gesundheitsbereich in Herat zufolge zum Beispiel langsam gefährlich zur Neige gehen. Patient·innen müssten ihm zufolge, selbst für einfache Untersuchungen, aufgrund der Engpässe von Klinik zu Klinik ziehen, um die richtige Ausrüstung zu finden (TNH, 13. April 2026). In einem Artikel von Juni 2026 von Radio Free Europe/Radio Liberty (RFE/RL) wird weiters geschildert, dass lebensbedrohlich erkrankte Menschen, die vor dem Konflikt oft ein Visum zur medizinischen Behandlung in Pakistan erhielten, diese Möglichkeit nicht mehr haben, da die Vergabe aller Visa an afghanische Staatsbürger·innen ausgesetzt wurde. Die Grenzschließung brachte zudem den gesamten Handel und die gesamte Wirtschaftstätigkeit zum Erliegen und führte dem Artikel zufolge hunderttausende Menschen in die Arbeitslosigkeit (RFE/RL, 11 June 2026).

5. Auswirkungen von Umweltbelastungen

Laut dem oben erwähnten Bericht des UNO-Generalsekretärs von Mai 2026 haben Umweltbelastungen weiterhin vielschichtige Auswirkungen auf das Land (UNGA & UNSC, 22. Mai 2026, S. 11; siehe auch UNOCHA, Dezember 2025, S. 7). Im oben genannten Bericht von April 2026 erläuterte das BAMF: „Die Landwirtschaft ist von einer seit mehreren Jahren anhaltenden Dürre stark betroffen. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UN (FAO) [United Nations Food and Agriculture Organisation] teilte in einer Mitteilung vom 15.07.2025 mit, dass in 19 Provinzen Afghanistans eine zunehmende Dürre herrsche“ (BAMF, 16. April 2026, S. 24). UNOCHA berichtete, dass im Jahr 2025 weite Teile der nördlichen und westlichen Regionen von der Dürre schwer betroffen waren. Rund 3,4 Millionen Menschen in 12 Provinzen und mindestens 65 Bezirken waren laut UNOCHA betroffen. Die Dürre wirkte sich auf die Nahrungsmittelproduktion, die Gesundheit des Viehbestands und die Einkommen in ländlichen Gebieten aus (UNOCHA, Dezember 2025, S. 7). Laut im BAMF-Bericht angeführten Quellen sind insbesondere „in der Provinz Faryab […] die Wasserreserven stark erschöpft. Weiden seien ausgetrocknet sowie Ernten ausgefallen. Sowohl Menschen als auch Vieh seien gezwungen, umzusiedeln. Der Klimawandel sei ein wesentlicher Faktor für diese sich verschlechternde Lage.“ Der Bericht führt weiters aus, dass immer mehr Brunnen austrocknen und immer mehr Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben (BAMF, 16. April 2026, S. 13). UNOCHA berichtete im Dezember 2025, dass sich Afghanistan nun das sechste Jahr in Folge in einer Dürre befand, wobei die Grundwasserstände landesweit im untersten 30. Perzentil der historischen Aufzeichnungen lagen. In weiten Teilen des Landes lagen sie der Quelle nach sogar im untersten 5. Perzentil (UNOCHA, Dezember 2025, S. 7).

Gleichzeitig berichtete das BAMF von immer wiederkehrenden „Starkregenfällen, bei denen Felder überschwemmt und auch Menschen und Vieh getötet werden“ (BAMF, 16. April 2026, S. 24). Zunehmend unvorhersehbare Frühlingsregenfälle und Überschwemmungen, verbunden mit begrenzten Bewältigungskapazitäten und beschädigter Schutzinfrastruktur, verschärften laut dem Bericht des UNO-Generalsekretärs die humanitäre Notlage zusätzlich. Zwischen dem 26. März und dem 16. April 2026 wurden dem Bericht nach weite Teile Afghanistans von starken Regenfällen und Sturzfluten getroffen, was zur Zerstörung oder Beschädigung tausender Häuser führte. Auch Straßen, Brücken, landwirtschaftliche Flächen und Lebensgrundlagen wurden erheblich beeinträchtigt. Etwa 73.300 Menschen in 31 der 34 Provinzen waren ersten Schätzungen zufolge davon betroffen. Spätere Erhebungen zeigten, dass über 31.600 Menschen dringend Hilfe benötigten. Ostafghanistan, insbesondere die Provinz Nangarhar, und der Süden und Westen des Landes zählten zu den am stärksten betroffenen Regionen (UNGA & UNSC, 22. Mai 2026, S. 11).

UNOCHA berichtet weiters von vier schweren Erdbeben der Stärke 6+ zwischen 2021 und 2025 in Afghanistan. Im August 2025 gab es ein Beben mit besonders schweren Folgen im Osten des Landes, in dem ein großer Teil der Bevölkerung, darunter Rückkehrer·innen, Binnenvertriebene und arme ländliche Familien, in baulich nicht gesicherten Gebäuden lebt, die stark einsturzgefährdet sind (UNOCHA, Dezember 2025, S. 7).

6. Quellen

(Zugriff auf alle Quellen 4. August 2026, wenn nicht anders angegeben)

7. Kurzbeschreibungen der Quellen

ACAPS ist eine Organisation, die sich auf Analysen im humanitären Bereich konzentriert.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ist die für die Durchführung von Asylverfahren und die Zuerkennung des Flüchtlingsschutzes zuständige Bundesbehörde Deutschlands. Das BAMF koordiniert außerdem die Integrationsförderung und betreibt darüber hinaus Forschung im Bereich der Migration.

Die Asylagentur der Europäischen Union (European Union Agency for Asylum, EUAA) ist eine EU-Agentur, deren Aufgabe es ist, die Mitgliedstaaten bei der Umsetzung des als Gemeinsames Europäisches Asylsystem bekannten EU-Gesetzespakets zu Asyl, internationalem Schutz und Aufnahmebedingungen zu unterstützen.

The Guardian ist eine britische Tageszeitung.

Human Rights Watch ist eine internationale Nichtregierungsorganisation mit Sitz in New York City, die sich für den weltweiten Schutz der Menschenrechte einsetzt.

Mercy Corps ist eine weltweit tätige nichtstaatliche humanitäre Hilfsorganisation.

Radio Free Europe/Radio Liberty (RFE/RL) ist eine Rundfunkorganisation, die von der antikommunistischen amerikanischen Organisation National Committee for a Free Europe im Jahr 1949 gegründet wurde und vom Kongress der Vereinigten Staaten finanziert wird. Sie bietet Nachrichten zu Ländern in Osteuropa, Zentralasien und im Nahen Osten.

Die „Reach Initiative“ ist ein Gemeinschaftsprojekt von IMPACT Initiatives, ACTED und dem Institut der Vereinten Nationen für Ausbildung und Forschung – Operatives Satellitenanwendungsprogramm (UNITAR-UNOSAT). Sie unterstützt die Entwicklung von Informationsprodukten und Instrumenten, die die Fähigkeit von Akteuren der Entwicklungszusammenarbeit stärken, in Notfällen, bei Wiederaufbaumaßnahmen und in Entwicklungssituationen evidenzbasierte Entscheidungen zu treffen.

Samuel Hall ist laut Selbstbeschreibung ein soziales Unternehmen („social enterprise“), das im Bereich Migration und Vertreibung forscht, Programme evaluiert und politische Maßnahmen entwickelt.

Lyla Schwartz ist leitende Expertin für psychische Gesundheit.

The New Humanitarian (TNH), ehemals Teil des Büros der Vereinten Nationen zur Koordinierung der humanitären Hilfe (UNOCHA) und unter der Bezeichnung „Integrated Regional Information Networks“ (IRIN) bekannt, ist eine institutionell unabhängige Nachrichtenagentur, die schwerpunktmäßig über Krisen berichtet und sich für eine Verbesserung humanitärer Hilfsmaßnahmen einsetzt.

Die Staatendokumentation des österreichischen Bundesamts für Fremdenwesen und Asyl ist beauftragt mit der Sammlung und Aufbereitung von Herkunftsländerinformationen.

Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (United Nations Development Programme, UNDP), 1965 gegründet und mit Hauptsitz in New York, ist das globale Entwicklungsnetzwerk der Vereinten Nationen.

Die UNO-Generalsversammlung ist das wichtigste politische, beratende und repräsentative Organ der Vereinten Nationen und das einzige Organ, in dem alle Mitgliedstaaten gleichrangig vertreten sind.

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UNSC), eines der sechs Hauptorgane der UNO, ist dafür verantwortlich, Frieden und internationale Sicherheit aufrechtzuerhalten und veröffentlicht regelmäßig Berichte über Entwicklungen, die Politik, Sicherheit, Menschenreche etc. betreffen.

Das Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) ist verantwortlich für die Mobilisierung und Koordinierung von Akteur·innen im humanitären Bereich, damit für kohärente Maßnahmen in Hinblick auf Notsituationen gesorgt ist, für die Verteidigung der Rechte von hilfsbedürftigen Menschen, für die Förderung von Bereitschaft und Prävention sowie für die Bereitstellung nachhaltiger Lösungen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist eine Behörde der Vereinten Nationen mit dem Mandat zur Förderung der globalen Gesundheitsagenda.

Die Weltbankgruppe ist eine multinationale Entwicklungsbank mit Hauptsitz in Washington, D.C.

World Vision International ist eine christliche, evangelikale NGO mit Sitz in den USA, mit den Schwerpunkten Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe.

Dieses Themendossier beruht auf einer zeitlich begrenzten Recherche. Es ist als Einstieg in bzw. Überblick über ein Thema gedacht und stellt keine Meinung zum Inhalt eines Ansuchens um Asyl oder anderen internationalen Schutz dar. Alle Übersetzungen sind Arbeitsübersetzungen für die keine Gewähr übernommen werden kann. Chronologien stellen keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Jede Aussage wird mit einem Link zum entsprechenden Dokument referenziert.