Dokument #2142442
ACCORD – Austrian Centre for Country of Origin and Asylum Research and Documentation (Autor)
10. Juli 2026
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Wirtschaftliche Lage in Libyen
Grundversorgung in Libyen
Strom
Wasser, Abwasser und WASH
Nahrungsmittel und Preise
Gesundheitsversorgung
Treibstoff
Wohnen
Versorgungslage in Tripolis
Strom und Wasser in Tripolis
Gesundheitsversorgung in Tripolis
Benzinversorgung in Tripolis
Wohnen in Tripolis
Bargeldmangel und Lebenshaltungskosten in Tripolis und Westlibyen
Quellen
Anhang
Kurzbeschreibungen zu den in dieser Anfragebeantwortung verwendeten Quellen sowie Ausschnitte mit Informationen aus diesen Quellen finden Sie im Anhang.
Wirtschaftliche Lage in Libyen
Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN Security Council) berichtet im April 2026, Libyen sei aufgrund anhaltender Herausforderungen im Bereich der Regierungsführung weiterhin wirtschaftlich fragil. Die Zentralbank habe am 18. Jänner 2026 ihre Haushaltserklärung für 2025 veröffentlicht und darin ein weitgehend ausgeglichenes Verhältnis von Einnahmen und Ausgaben im Umfang von jeweils rund 137 Milliarden libyschen Dinar ausgewiesen. Die Ausgaben seien jedoch weiterhin stark auf Löhne und Subventionen konzentriert gewesen, die zusammen nahezu 80 Prozent der Gesamtausgaben ausgemacht hätten. Einnahmen aus nicht kohlenwasserstoffbezogenen Quellen seien vernachlässigbar geblieben. Zudem sei eine Devisenlücke von rund 9 Milliarden US-Dollar verzeichnet worden, die sich aus einer Differenz zwischen Fremdwährungszuflüssen und -verwendungen ergeben habe und von der Zentralbank durch Erträge aus Auslandsvermögenswerten finanziert worden sei. Der libysche Rechnungshof habe in seinem am 31. Dezember 2025 veröffentlichten Jahresbericht für 2024 rückläufige Einnahmen sowie Schwächen im öffentlichen Finanzmanagement der Regierung der Nationalen Einheit hervorgehoben. Der Bericht enthalte keine Daten aus Ostlibyen. Der Verwaltungsrat der Central Bank of Libya habe mit Wirkung vom 18. Jänner 2026 beschlossen, den libyschen Dinar zum zweiten Mal innerhalb von neun Monaten abzuwerten, um rund 14,7 Prozent. Der offizielle Wechselkurs sei von 5,57 auf etwa 6,37 libysche Dinar je US-Dollar gestiegen. Als Gründe habe die Zentralbank unter anderem das fortdauernde Fehlen eines einheitlichen Haushalts und ein nicht tragfähiges Wachstum öffentlicher Ausgaben genannt. Der Parallelmarktkurs sei von 7,2 libyschen Dinar im Dezember 2025 auf 9,45 libysche Dinar je US-Dollar im März 2026 gestiegen (UN Security Council, 6. April 2026, S. 5-6).
Bereits im September 2025 berichtet der Sicherheitsrat, der Status quo in Libyen werde wesentlich durch den immensen Ölreichtum des Landes aufrechterhalten. Dieser habe einen institutionellen Zusammenbruch verhindert, obwohl Integrität und Wirksamkeit wirtschaftlicher Institutionen und Kontrollorgane stark ausgehöhlt seien. Libyen habe seit 2014 keinen einheitlichen nationalen Haushalt mehr. Infolgedessen hätten sowohl die Regierung der Nationalen Einheit als auch die Behörden im Osten öffentliche Mittel über parallele Einnahmequellen und Ad-hoc-Transfers der libyschen Zentralbank erhalten. Allein im ersten Quartal 2025 habe das Devisendefizit 4,6 Milliarden US-Dollar erreicht. Die im April 2025 erfolgte Abwertung des Dinars habe Befürchtungen geweckt, dass die relative makroökonomische Stabilität des Landes zu bröckeln beginne. Eine Jugendarbeitslosenquote von nahezu 50 Prozent mache junge Menschen, insbesondere junge Männer, anfällig für die Rekrutierung durch bewaffnete Gruppen und kriminelle Netzwerke. Frauen seien trotz formeller gesetzlicher Gleichstellung weiterhin erheblich strukturell benachteiligt; ihre Erwerbsbeteiligung bleibe niedrig, sie würden für gleiche Arbeit häufig schlechter bezahlt und hätten nur eingeschränkten Zugang zu Land- und Immobilieneigentum (UN Security Council, 30. September 2025, S. 3). Südlibyen bleibe wirtschaftlich marginalisiert (UN Security Council, 30. September 2025, S. 2).
Die Bertelsmann Stiftung erklärt in ihrem Länderbericht 2026, die Konzentration von Autorität auf wenige Akteur·innen sowie das Fehlen robuster Wettbewerbspolitik würden Unternehmertum und Innovation behindern. Libyens Marktorganisation bestehe aus formellen und informellen Strukturen und werde durch illegale Märkte zusätzlich verkompliziert. Der langwierige Konflikt und die politische Pattsituation hätten die legitime Wirtschaft geschwächt und illegale Märkte für Treibstoff, Menschenschmuggel und subventionierte Güter begünstigt. Preise würden vom Wirtschaftsministerium reguliert, allerdings nicht für alle Waren und Dienstleistungen. Einige Produkte unterlägen keiner administrativen Preisfestsetzung, andere würden sich nur teilweise daran halten. Regierungsdekrete würden die Regeln des Preissystems und die erfassten Güter festlegen; entsprechende Maßnahmen seien häufig reaktiv und würden in Krisenzeiten eingesetzt, um Standards und Preise aufrechtzuerhalten. Der Öl- und Gassektor spiele eine dominierende Rolle in der libyschen Wirtschaft und bilde die wichtigste Energiequelle für die Stromerzeugung. Die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen erschwere die Deckung der steigenden Energienachfrage und habe Auswirkungen auf das nationale Einkommen. Der Ölsektor befinde sich weitgehend in öffentlichem Eigentum; wenige private Unternehmen seien unter dem Dach der National Oil Corporation tätig. Trotz seiner erdölbasierten Wirtschaft sei Libyen mit erheblichen Hindernissen bei der Deckung seines wachsenden Energiebedarfs konfrontiert (Bertelsmann Stiftung, 2026, S. 20). Die ölabhängige Wirtschaftsstruktur mache das Land in hohem Maße anfällig für externe Marktschwankungen. Der Mangel an Diversifizierung begrenze Beschäftigungsmöglichkeiten außerhalb des Ölsektors und trage zu hoher Arbeitslosigkeit bei. Der Außenhandel sei aufgrund fehlender stabiler Regierungsstrukturen und wiederkehrender Konflikte mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert. Import- und Exportaktivitäten würden von regierungsnahen Gruppen monopolisiert (Bertelsmann Stiftung, 2026, S. 21). Die anhaltende Kriegsökonomie habe neue wohlhabende Gruppen hervorgebracht, zugleich jedoch die Lage anderer verschlechtert. Etwa 2,44 Millionen Menschen würden Schutz und andere Formen humanitärer Hilfe benötigen. Laut dem Multidimensional Poverty Index 2023 des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) hätten 37,1 Prozent der Libyer·innen in multidimensionaler Armut gelebt. ·infolge der Strategie der Regierung der Nationalen Einheit, Beschäftigungsmöglichkeiten im öffentlichen Sektor zu schaffen, sei die Arbeitslosenquote auf 18,74 Prozent gesunken. Informelle Märkte und illegale wirtschaftliche Aktivitäten hätten Ungleichheiten jedoch verstärkt oder neu entstehen lassen. Die National Institution for Human Rights in Libya (NIHRL) habe berichtet, die Armutsquote sei 2023 auf 40 Prozent gestiegen. Besonders Südlibyen sei mit schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen konfrontiert, die auch Frauen und Jugendliche aus der Arbeiterklasse beträfen. Da Arbeits-, Bildungs- und andere Möglichkeiten vor allem in wenigen urbanen Küstenzentren, insbesondere Tripolis, konzentriert seien, seien andere Regionen und historisch benachteiligte Gemeinschaften wie Tebu und Tuareg stärker vulnerabel (Bertelsmann Stiftung, 2026, S. 18-19).
Die Weltbank fasst die wirtschaftliche Lage Libyens im Herbst 2025 dahingehend zusammen, dass die Wirtschaftsleistung in den ersten neun Monaten 2025 durch eine deutliche Erholung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) geprägt gewesen sei. Diese sei vor allem auf die Erholung und Ausweitung des Ölsektors zurückzuführen. Nach der Krise der libyschen Zentralbank im Jahr 2024, die einen starken Rückgang des Öl-BIP und eine Verlangsamung des gesamten BIP-Wachstums ausgelöst habe, sei die Ölproduktion in den ersten neun Monaten 2025 auf durchschnittlich 1,3 Millionen Barrel pro Tag gestiegen; dies entspreche einem Zuwachs von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Aufgrund der starken Entwicklung des Ölsektors seien auch die nicht ölbezogenen Bereiche robust geblieben, gestützt durch privaten und öffentlichen Konsum. Fiskalisch hätten sich die öffentlichen Finanzen verbessert: Der Haushaltsüberschuss der Regierung der Nationalen Einheit habe in den ersten neun Monaten 2025 3,6 Prozent des BIP betragen, gegenüber 0,7 Prozent im gleichen Zeitraum 2024. Die öffentlichen Ausgaben seien jedoch weiter gestiegen, insbesondere durch höhere Lohn- und Subventionsausgaben, während Investitionsausgaben stark zurückgegangen seien. Im Außenwirtschaftssektor sei der Warenhandelsüberschuss im ersten Halbjahr 2025 um 16 Prozent gesunken, was geringere Einnahmen aus Ölexporten und höhere Importe, insbesondere für Entwicklungs- und Wiederaufbauprojekte, widerspiegle (World Bank, Herbst 2025, S. ix).
Das deutsche Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) fasst die wirtschaftliche Lage in Libyen 2025 wie folgt zusammen:
„Wirtschaftsdaten liegen für Libyen nur begrenzt vor und es ist kaum möglich, die wirtschaftliche Entwicklung Libyens vorherzusagen.
Eine langfristige Herausforderung für den nordafrikanischen Staat ist die große Abhängigkeit vom Rohstoffexport. Auf den Erdöl- und Gassektor entfallen etwa 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), 97 Prozent der Staatseinnahmen und 91 Prozent der Exporte. Die Weltmarktpreise für diese Rohstoffe wirken sich daher unmittelbar auf die wirtschaftliche Entwicklung und die Haushaltslage Libyens aus. Die Förder- und Transportanlagen waren in den vergangenen Jahren immer wieder von politischen Auseinandersetzungen betroffen. Die Ölförderung musste zeitweise eingestellt werden. Es besteht großer Investitionsbedarf beim Wiederaufbau und bei der Wartung der Anlagen.
Entsprechend wechselhaft hat sich die libysche Wirtschaft in der Vergangenheit entwickelt. Als die Rohölpreise 2012 auf ein Rekordhoch stiegen, wuchs die libysche Wirtschaft nach Angaben der Weltbank um fast 87 Prozent. In den zwei darauffolgenden Jahren brach das BIP dagegen um etwa 20 Prozent ein. 2019 und 2020 sorgten die bewaffneten Auseinandersetzungen im Land für Unterbrechungen in der Ölförderung – die Wirtschaft schrumpfte um 11,2 beziehungsweise 23,9 Prozent. Die 2021 erzielten Fortschritte im Friedensprozess brachten wiederum einen deutlichen wirtschaftlichen Aufschwung mit sich (plus 31,4 Prozent). Im Jahr 2022 ist die libysche Wirtschaft mit minus 8,3 Prozent stark geschrumpft, bevor sie 2023 mit 10,2 Prozent wieder wuchs. Im Jahr 2024 sank das BIP laut Weltbank um 0,6 Prozent – vor allem wegen eines Rückgangs der Ölförderung. Für 2025 wird ein deutliches Wachstum von 12,3 Prozent prognostiziert, gestützt durch eine erwartete Ausweitung der Ölproduktion sowie höhere Staatseinnahmen.“ (BMZ, 18. August 2025a)
„Kaum Arbeitsplätze in privater Wirtschaft
Für Libyen liegen nur unzureichende Arbeitsmarktdaten vor. Demnach arbeiten etwa 68 Prozent der Beschäftigten im Dienstleistungssektor, etwa ein Viertel in der Industrie. Laut Schätzungen sind bis zu 89 Prozent der werktätigen Bevölkerung im öffentlichen Dienst oder in staatseigenen Unternehmen tätig.
Zwar nimmt die Bedeutung des Staates als Arbeitgeber und Arbeitsplatzbeschaffer ab. Doch noch ist die private Wirtschaft in Libyen wenig entwickelt. Neue Jobs entstehen vor allem im informellen Sektor, etwa in der Landwirtschaft, im Bauwesen und im Einzelhandel. Die Arbeitslosigkeit betrug 2024 nach offiziellen Angaben knapp 19 Prozent, bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen etwa 50 Prozent.“ (BMZ, 18. August 2025b)
Das Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (United Nations Office for the Coordination of Humanitarian Affairs, OCHA) erklärt im Juni 2025, der Konflikt in Libyen habe verheerende wirtschaftliche Folgen für das Land. Besonders betroffen sei der Ölsektor als Rückgrat der libyschen Wirtschaft. Häufige Blockaden und Schäden an der Infrastruktur hätten zu schwankenden Produktionsmengen geführt, Staatseinnahmen verringert und die Fähigkeit des Staates eingeschränkt, grundlegende öffentliche Dienstleistungen bereitzustellen. Die öffentliche Verschuldung habe 270 Milliarden libysche Dinar erreicht. Trotz einer vorübergehenden Marktstabilisierung laut WFP-Marktmonitoring vom Februar 2025 bestünden erhebliche regionale Unterschiede. Der Minimum Expenditure Basket (MEB)[1] habe in Murzuq 1.084,60 libysche Dinar und in Al-Kufra 1.055,24 libysche Dinar erreicht und damit die landesweit höchsten Werte aufgewiesen, was auf Flüchtlingszuzug und logistische Einschränkungen zurückgeführt werde. In Tripolis sei der MEB mit geschätzten 912 libyschen Dinar deutlich niedriger gewesen. Dies verdeutliche regionale Unterschiede in der Vulnerabilität von Haushalten. Haushalte in ganz Libyen würden zunehmend auf negative Bewältigungsstrategien zurückgreifen, darunter den Verkauf von Vermögenswerten, das Auslassen von Mahlzeiten, Kinderarbeit und steigende Verschuldung (OCHA, 9. Juni 2025, S. 3-4).
UN Libya berichtet im Mai 2025, dass Libyen weiterhin vor erheblichen sozioökonomischen Herausforderungen stehe. Mit landesweit 66 Prozent sei ein vergleichsweise hoher Anteil der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter, dieses Potenzial werde jedoch nicht ausgeschöpft. Die Arbeitslosenquote liege bei 15 Prozent, die Jugendarbeitslosigkeit bei 48 Prozent. Verschärft werde die Situation durch ein Missverhältnis zwischen Bildungsergebnissen und Arbeitsmarktbedarf. Der Arbeitsmarkt sei zudem durch eine deutliche Kluft zwischen Männern und Frauen geprägt, wobei Frauen erheblich unterrepräsentiert seien. Trotz einer Urbanisierungsrate von 82 Prozent sei Libyen mit erheblichen Defiziten bei Infrastruktur und öffentlichen Dienstleistungen konfrontiert. Die Binnenvertreibungskrise, weitgehend konfliktbedingt, belaste soziale Systeme, insbesondere in urbanen Gebieten. Die wirtschaftliche Entwicklung sei volatil und werde von schwankender Ölproduktion sowie Preisschocks bestimmt. Kohlenwasserstoffe würden mehr als 90 Prozent der Staatseinnahmen ausmachen, wodurch Libyen anfällig für globale Ölmarktschwankungen und interne Auseinandersetzungen über Ressourcenmanagement sei. Geld- und Fiskalpolitik würden durch hohe Staatsausgaben für Gehälter und Subventionen, die mehr als 70 Prozent der öffentlichen Einnahmen aufzehrten, eingeschränkt bleiben. Inflationsdruck halte an und werde durch Währungsabwertung sowie geringes Vertrauen in den Finanzsektor verstärkt. Trotz des 2023 angekündigten Prozesses zur Wiedervereinigung der libyschen Zentralbank untergrüben fiskalische Ungleichgewichte und politische Einflussnahme weiterhin die makroökonomische Stabilität. Der Außenhandel werde von Kohlenwasserstoffen dominiert; wichtige Exportmärkte seien Italien, China und Spanien. Bei Importen sei das Land stark von Konsumgütern und lebenswichtigen Waren abhängig (UN Libya, 12. Mai 2025, S. 4). Detaillierte Informationen zu den einzelnen Aspekten finden Sie im Bericht von UN Libya:
· UN Libya – United Nations Libya: Libya’s Socio-Economic Landscape: Challenges and Pathways to Sustainable Development, 12. Mai 2025
https://libya.un.org/en/download/183555/294192
Die WHO schreibt im März 2025, im Jahr 2022 hätten Berichten zufolge mehr als 7 Prozent der libyschen Bevölkerung unterhalb der internationalen Armutsgrenze und schätzungsweise 14,2 Prozent unterhalb der nationalen Armutsgrenze gelebt. Die wirtschaftliche Entwicklung sei durch anhaltende Instabilität erheblich beeinträchtigt worden; die Verluste würden über zehn Jahre auf 600 Milliarden US-Dollar in konstanten US-Dollar des Jahres 2015 geschätzt. Obwohl Libyen als Land mit mittlerem Einkommen gelte, sei es stark von Öl- und Gaseinnahmen abhängig. Schätzungsweise 803.000 Menschen, darunter Binnenvertriebene, Asylsuchende, Flüchtlinge und Migrant·innen, würden humanitäre Hilfe benötigen. Trotz staatlicher Bemühungen habe der Zustrom von Flüchtlingen aus dem Sudan öffentliche Dienstleistungen bis an die Belastungsgrenze gebracht. Hohe Arbeitslosigkeit, insbesondere unter jungen Menschen und Frauen, trage zu wirtschaftlicher Ausgrenzung bei; geringe Resilienz sei unter anderem auf die niedrige Erwerbsbeteiligung von Frauen zurückzuführen (WHO, 20. März 2025, S. 13).
Die WHO schreibt im März 2025, dass die kritische Infrastruktur des Landes durch den Konflikt nahezu vollständig zusammengebrochen sei (WHO, 20. März 2025, S. 1). Libya Review berichtet im Mai 2024, dass grundlegende Dienstleistungen wie Gesundheitsversorgung, Bildung und öffentliche Infrastruktur dringend Investitionen und Weiterentwicklung benötigen würden (Libya Review, 30. Mai 2024).
Zur Lage der Grundversorgung in Libyen schreibt das BMZ im August 2025 Folgendes:
„Grundversorgung nicht gesichert
Wasser- und Stromleitungen sind aufgrund mangelnder Wartung in schlechtem Zustand. Außerdem nutzen verschiedene Milizen Unterbrechungen der Trinkwasser- und Energieversorgung als Mittel der politischen Machtausübung. Die öffentlichen Gesundheitseinrichtungen können die Bevölkerung nicht ausreichend versorgen. Teile der kommunalen Infrastruktur wurden im Bürgerkrieg zerstört. Hier setzt die Unterstützung auch durch Deutschland an.
Die Preise für lebenswichtige Güter wie Weizen, Gerste und Mais sind seit 2021 stark gestiegen. Der Angriff Russlands auf die Ukraine und der eingeschränkte Zugang zu ausländischer Währung für Importe erhöhen den Inflationsdruck und die Gefahr von Versorgungsengpässen und Ernährungsunsicherheit.“ (BMZ, 18. August 2025b)
OCHA zufolge hätten sich öffentliche Dienstleistungen mit Juni 2025 verschlechtert. Häufige Stromausfälle und beschädigte Wasserversorgungssysteme hätten die humanitäre Lage zusätzlich verschärft. Der Gesundheitssektor stehe unter erheblichem Druck. Eine Public Health Situation Analysis vom März 2025 habe auf zunehmende Gesundheitsprobleme unter Flüchtlingen und vulnerablen Bevölkerungsgruppen hingewiesen, darunter Kinder, Frauen und ältere Menschen mit chronischen Erkrankungen. Öffentliche Dienstleistungen seien unzureichend darauf vorbereitet, auf demografischen Druck zu reagieren. Im Gesundheitsbereich hätten 75 Prozent der Migrant·innen von eingeschränktem oder fehlendem Zugang zu medizinischer Versorgung berichtet, wobei Frauen unverhältnismäßig stark betroffen seien. Im Bildungsbereich würden schätzungsweise 43 Prozent der sudanesischen Flüchtlingskinder aufgrund rechtlicher, finanzieller oder logistischer Hindernisse außerhalb des Schulsystems bleiben. Dienstleistungen in den Bereichen Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene seien durch die sich verschlechternde Infrastruktur stark beeinträchtigt, insbesondere in den östlichen und südlichen Regionen. Viele Einrichtungen würden ohne sichere Sanitärsysteme arbeiten, und Wasserquellen seien zunehmend kontaminiert, wodurch das Risiko durch Wasser übertragener Krankheiten steige (OCHA, 9. Juni 2025, S. 3-4)
The Libya Observer schreibt im Juni 2026, wiederkehrende stundenlange Stromausfälle seien in Libyen zum Normalzustand geworden (The Libya Observer, 12. Juni 2026). Libya Akhbar, eine arabischsprachige libysche Nachrichtenplattform, zitiert im selben Monat den Minister für Elektrizität und erneuerbare Energien, Ingenieur Awad Ghaniwa Al-Badri, der vor den Folgen eines gravierenden Mangels an Erdgas und leichtem Brennstoff für Kraftwerke gewarnt habe. Das Fortbestehen dieser Situation gefährde unmittelbar die Stabilität des Stromnetzes im Land (Libya Akhbar, 6. Juni 2026). Libya Review erklärt im September 2025, Libyens Elektrizitätssektor habe seit Langem mit chronischer Instabilität zu kämpfen. Stromausfälle von bis zu zwölf Stunden täglich seien in vielen Regionen zur Routine geworden (Libya Review, 11. September 2025).
Die African Press Agency (APA) zitiert in einem Artikel vom März 2026 die Solidarity Organization for Human Rights, der zufolge Libyen bei über 97 Prozent seiner Wasserversorgung auf künstliche Flusssysteme und Grundwasser angewiesen sei. Diese strukturelle Abhängigkeit mache das Land in hohem Maße anfällig für Versorgungsunterbrechungen. Verschärft werde diese Vulnerabilität durch häufige Sabotageakte, illegale Anschlüsse und chronischen Mangel an technischer Wartung. Die Verschlechterung des Wassernetzes sei nicht nur ein technisches, sondern auch ein humanitäres Problem, da anhaltende Engpässe Schulen, Krankenhäuser und Haftanstalten erheblich beeinträchtigen würden. In einigen Einrichtungen sei es zudem zum ausbeuterischen Verkauf von Wasser an Insass·innen gekommen (APA News, 25. März 2026).
Die Originalstellungnahme der Solidarity Organization for Human Rights ist unter folgendem Link abrufbar:
· HRS – Human Rights Solidarity: World Water Day Statement, 22. März 2026
https://hrsly.com/en/world-water-day-statement/
Die staatliche libysche Nachrichtenagentur LANA berichtet im September 2025, alle libyschen Städte und Dörfer seien seit Jahrzehnten mit einer sich verschärfenden Abwasserkrise konfrontiert. Als Ursachen würden der Verfall alter Netze, unreguliertes Bauen, fehlende Stadtplanung sowie Verstopfungen durch Plastikmüll genannt (LANA, 3. September 2025).
Laut WHO würden Wasserknappheit, steigende Temperaturen und Extremereignisse die Wasserressourcen in Libyen bedrohen. Diese Entwicklung führe bereits zu Konkurrenz um Wasserressourcen. Die Überschwemmungskrise in Derna im September 2023 habe Tausenden Menschen den Zugang zu sauberem und sicherem Trinkwasser genommen. In Al-Kufra stelle die Ansammlung fester Abfälle im Umfeld von Siedlungen eine erhebliche Umweltgefährdung für die gesamte Stadt dar. Die nationalen Behörden würden nicht über ausreichende Kapazitäten verfügen, um das wachsende Abfallaufkommen zu bewältigen. Zudem gebe es in Flüchtlingslagern zu wenige WASH-Einrichtungen, darunter Latrinen. Es fehle an kontinuierlich verfügbaren Wasserquellen, Hygienematerialien und ordnungsgemäßem Abwassermanagement; an manchen Standorten würden sich Abwasserteiche bilden. Die staatlichen Dienstleistungen seien aufgrund begrenzter Kapazitäten und der steigenden Zahl neu ankommender Flüchtlinge stark beansprucht (WHO, 20. März 2025, S. 14).
Libya Economic Review (LER) berichtet im November 2025, Libyen könne nur einen Bruchteil seiner Bevölkerung ernähren. Kaum ein Zehntel der im Land konsumierten Nahrungsmittel werde im Inland produziert, wodurch Libyer·innen stark von globalen Rohstoffpreisen und lokalen Lieferketten abhängig seien. Gewalt, Währungsschwankungen und Unterbrechungen von Handelsrouten würden demnach rasch zu steigenden Preisen für Grundnahrungsmittel wie Brot und Gemüse führen. Da rivalisierende Behörden verschiedene Regionen kontrollieren und Milizen wichtige Kontrollpunkte beherrschen, sei die Logistik unberechenbar und teils von Erpressung geprägt. Lastwagen mit Weizen, Zucker oder Öl seien an provisorischen Straßensperren angehalten worden; dabei erhobene inoffizielle „Gebühren“ würden letztlich an Verbraucher·innen weitergegeben. Wiederkehrende Zusammenstöße im Umfeld von Tripolis oder Bengasi würden Lieferungen verzögern, während Einwohner·innen abgelegener südlicher Städte regelmäßig das Zwei- bis Dreifache der an der Küste üblichen Preise zahlten. Diese Marktverzerrungen würden sich unmittelbar auf die Inflation auswirken. Hilfsorganisationen hätten berichtet, dass Familien ihre Ernährung zunehmend auf Brot und Tee beschränken würden (LER, 25. November 2025).
Das WFP schreibt in seinem Jahresbericht 2025, Libyen sei zunehmend zu einem Zielland für sudanesische Flüchtlinge geworden. Die Ankünfte konzentrierten sich vor allem auf Al-Kufra im Süden, das als primärer Einreiseort diene, sowie auf Bengasi und Tripolis. Frauen und Kinder unter den Flüchtlingen seien aufgrund von Vertreibung, eingeschränktem Zugang zu Dienstleistungen und überlasteten Gesundheitssystemen einem erhöhten Risiko von Mangelernährung ausgesetzt. Das WFP führe Hilfsprogramme für sudanesische Flüchtlinge und Aufnahmegemeinschaften durch, insbesondere in Gebieten mit hohen Ankunftszahlen wie Al-Kufra, und stelle der humanitären und entwicklungspolitischen Gemeinschaft in Libyen bedarfsorientierte Dienstleistungen bereit (WFP, 2025, S. 3-4). Laut WFP würden die anhaltenden Flüchtlingsbewegungen Druck auf lokale Systeme und Lebensmittelpreise ausüben. Im Dezember 2025 seien die Lebensmittelpreise in der an Sudan grenzenden Region Al-Kufra weiterhin 3,2 Prozent höher als der nationale Durchschnitt und 11,84 Prozent höher als der Durchschnitt der östlichen Region gewesen; der vollständige MEB habe dort 180,81 US-Dollar betragen. Die westliche Region habe zwischen Januar und Dezember 2025 einen Anstieg um 13,3 Prozent verzeichnet und das Jahr mit einem MEB von 188,61 US-Dollar beendet; sie sei damit die teuerste Region Libyens geblieben. Im Süden habe der vollständige MEB im Dezember 171,59 US-Dollar erreicht, ein Anstieg um 6,6 Prozent gegenüber Januar 2025. Die Lebensmittelpreise hätten zwischen südlichen Gemeinden erheblich variiert; Algatroun habe mit 171,67 US-Dollar den höchsten Food MEB, Sebha mit 126,76 US-Dollar den niedrigsten verzeichnet (WFP, 2025, S. 8-9).
Die WFP-Marktpreisüberwachung für Mai 2026 zeigt, dass der nationale vollständige MEB nach dem starken Anstieg im April um 5,6 Prozent auf 1.180,44 libysche Dinar gesunken sei. Der Rückgang sei vor allem auf niedrigere Lebensmittelpreise zurückzuführen; der nationale Food MEB sei um 6,8 Prozent auf 1.051,58 libysche Dinar gefallen, während der MEB für Nicht-Lebensmittel um 5,5 Prozent gestiegen sei. Westlibyen habe den stärksten Rückgang verzeichnet: Der vollständige MEB sei dort um 10,6 Prozent auf 1.206,46 libysche Dinar gesunken und habe den Anstieg von 19,9 Prozent im April teilweise ausgeglichen. Besonders deutliche Rückgänge seien in Tripolis (-13,8 %), Zwara (-12,7 %), Nalut (-12,6 %), Al-Khums (-10,3 %) und Misrata (-10,1 %) festgestellt worden. Im Osten sei der vollständige MEB im Mai um 1,7 % auf 1.191,03 libysche Dinar zurückgegangen; Rückgänge in Tobruk (-9,9 %), Bengasi (-3,6 %) und Al-Bayda (-2,7 %) seien teilweise durch Anstiege in Adschdabiya (+6,1 %) und Derna (+1,3 %) ausgeglichen worden. Im Süden sei der vollständige MEB um 2,6 Prozent auf 1.141,62 libysche Dinar gesunken. Rückgänge seien in Ghat (-4,9 %), Sebha (-4,7 %), Wadi Alshati (-4,6 %) und Al-Dschufra (-3,1 %) beobachtet worden; mehrere südliche Märkte hätten jedoch weiterhin zu den teuersten des Landes gezählt. Trotz der Korrektur im Mai bestünden weiterhin makroökonomische Belastungen. Die Marktbedingungen würden anfällig für Wechselkursschwankungen und erhöhte Importkosten bleiben (WFP, 20. Juni 2026, S. 3).
Laut WHO stelle der Zugang zur Gesundheitsversorgung weiterhin einen der wichtigsten Bedarfe vieler Menschen in Libyen dar, insbesondere für nicht-libysche Migrant·innen und Flüchtlinge (WHO, 20. März 2025, S. 15). Unter Flüchtlingen würden Gesundheitsprobleme zunehmen, vor allem bei Kindern, Frauen und älteren Menschen mit chronischen Erkrankungen. Frauen hätten nur eingeschränkten Zugang zu reproduktiven Gesundheitsdiensten, einschließlich Schwangerschaftsvorsorge und Hygieneaufklärung. Kinder würden keine routinemäßigen Impfungen erhalten, sondern seien auf gelegentliche Impfkampagnen angewiesen, wodurch sie einem erhöhten Risiko vermeidbarer Krankheiten ausgesetzt seien. Ältere Menschen würden unter unbehandelten chronischen Erkrankungen leiden, etwa diabetischem Fuß (WHO, 20. März 2025, S. 1). Eine Bewertung von 116 Einrichtungen der primären Gesundheitsversorgung aus dem Jahr 2022 habe ergeben, dass die meisten von akuten Engpässen bei Antibiotika, Insulin, Blutdruckmedikamenten und anderen essenziellen Arzneimitteln betroffen seien. Eine weitere Bewertung vom Dezember 2024 habe festgestellt, dass acht Prozent der Einrichtungen nicht funktionsfähig seien und 84 Prozent nur teilweise arbeiten würden. Jahre bewaffneter Auseinandersetzungen hätten zudem zur Abwanderung ausländischer Gesundheitskräfte geführt (WHO, 20. März 2025, S. 15). Nicht-libysche Migrant·innen und Flüchtlinge hätten keinen dauerhaften Zugang zu primärer und sekundärer Gesundheitsversorgung. Dies betreffe unter anderem die Behandlung chronischer und infektiöser Erkrankungen, geburtshilflicher Komplikationen sowie psychischer Erkrankungen und Störungen. Einer Erhebung aus dem Jahr 2021 zufolge hätten 54 Prozent der libyschen Rückkehrer·innen Schwierigkeiten beim Zugang zu Gesundheitsdiensten, ebenso 52 Prozent der binnenvertriebenen libyschen Haushalte und 50 Prozent der befragten Libyer·innen. Migrant·innen hätten zudem über zunehmende Diskriminierung und Stigmatisierung durch Personal in Gesundheitseinrichtungen berichtet. Besonders in Süd- und Ostlibyen hätten viele Einwohner·innen nur eingeschränkten oder keinen Zugang zu grundlegenden medizinischen Dienstleistungen. In Ostlibyen hätten sich unregulierte private Kliniken ausgebreitet, in denen Behandlungen vergleichsweise teuer, zugleich jedoch häufig von unzureichender Qualität seien (WHO, 20. März 2025, S. 16).
Auf den Seiten 7 bis 12 des Berichts veröffentlicht die WHO eine Liste und Beschreibungen der wichtigsten Gesundheitsrisiken und -gefahren des Landes:
· WHO – World Health Organization: Public Health Situation Analysis – Libya, 20. März 2025
https://cdn.who.int/media/docs/default-source/2021-dha-docs/who-libya-phsa-2025.pdf?sfvrsn=dbf176f8_3&download=true
Libya Review berichtet im April 2025 über die sich verschärfende Lage von Dialysepatient·innen in Libyen. Dialysezentren im gesamten Land hätten mit gravierenden Engpässen bei Materialien und Medikamenten zu kämpfen. Der anhaltende Mangel drohe die Dialyseversorgung vollständig zum Erliegen zu bringen. Laut Libya Review verdeutliche diese Krise die Fragilität des Gesundheitssystems, das unter chronischen medizinischen Engpässen leide (Libya Review, 22. April 2025).
Al Sabaah, eine arabischsprachige libysche digitale Nachrichtenplattform, zitiert im Jänner 2025 den libyschen medizinischen Experten und Mitglied des Exekutivrates des Arabischen Krankenhausverbandes, Dr. Ali Al-Mabrouk Abu Qrain. Ihm zufolge gebe es in Libyen kein effektives Gesundheitssystem. Proaktive, präventive, therapeutische oder rehabilitative Leistungen stünden nicht zur Verfügung. Die Infrastruktur sei in schlechtem Zustand, und es bestehe ein akuter Mangel an qualifizierten und erfahrenen Ärzt·innen, sowohl hinsichtlich ihrer Anzahl als auch ihrer Fachrichtungen. Zudem gebe es keine einheitlichen und integrierten medizinischen Aufzeichnungen für Libyer·innen; Gesundheitsdaten und medizinische Informationen seien daher nicht systematisch verfügbar. Im Gesundheitssystem seien rund eine Viertelmillion Menschen beschäftigt, von denen mehr als 50 Prozent als überflüssig gälten. Es handle sich um einen fragilen und schwachen Sektor, der den Großteil des Budgets ohne erkennbaren Nutzen aufzehre und dessen Leistungen vielfach negative und gefährliche Folgen hätten. Standards für Gesundheitsdienstleistungen, Patientensicherheit, Infektionskontrolle, technische Erkenntnisse, wissenschaftliche Bewertungsprogramme sowie klare Zuständigkeiten und Befugnisse fehlten. Ebenso gebe es keine wissenschaftlichen Standardindikatoren zur Leistungsbewertung in Gesundheitsberufen, insbesondere in jenen, die unmittelbar mit Gesundheit und Leben von Menschen verbunden seien. Die medizinische Ausbildung sei mangelhaft; klinische Schulungen für Ärzt·innen, Pflegekräfte und Techniker·innen seien unzureichend beziehungsweise nicht vorhanden. Eine der größten gesundheitlichen Herausforderungen des Landes seien Krebserkrankungen (Al Sabaah, 1. Jänner 2025).
Das libysche Zentrum für strategische Studien (LCSS) stellt im Oktober 2024 fest, das Gesundheitssystem befinde sich in einer kritischen Lage. Dies führe zu Versorgungsengpässen in staatlichen Einrichtungen, die unter unzureichender staatlicher Unterstützung, Mangel an erfahrenem medizinischem Personal sowie fehlenden Medikamenten und Ausrüstung leiden würden. Diese Probleme zwängen die Bevölkerung, auf kostspielige Privatkliniken auszuweichen. Viele Menschen würden zudem zur Behandlung ins Ausland reisen, etwa nach Tunesien oder Ägypten (LCSS, 29. Oktober 2024).
Die in Doha ansässige Nachrichtenorganisation Al Jazeera berichtet im Juni 2026 von immer wiederkehrender Treibstoffknappheit im Land. Insbesondere im Süden Libyens bestehe das Problem fortlaufend, während die Krise in den Küstenstädten nur zeitweise auftrete (Al Jazeera, 16. Juni 2026). Der UN Security Council berichtet im Dezember 2025, dass sich zwischen August und Anfang Oktober 2025 in Tripolis und anderen westlichen Städten aufgrund von Benzin- und Dieselknappheit lange Schlangen an Tankstellen gebildet hätten (UN Security Council, 5. Dezember 2025, S. 5).
Al Marsad, eine arabischsprachige libysche Online-Zeitung, berichtet im Dezember 2025, dass in Südlibyen die Nachfrage nach Wohnraum geringer sei als in Tripolis, die Herausforderungen jedoch größer seien. Laut einem Immobilienexperten in Sabha würde die Knappheit an Land und das Fehlen grundlegender Dienstleistungen die Baukosten in die Höhe treiben (Al Marsad, 6. Dezember 2025).
Libya Review schreibt im Mai 2024, Tripolis sei laut einem Bericht der Economist Intelligence Unit (EIU) als die am wenigsten lebenswerte Stadt Afrikas eingestuft worden. Die Platzierung spiegle unter anderem wirtschaftliche Probleme und Mangel an grundlegenden Dienstleistungen wider (Libya Review, 30. Mai 2024).
Akhbar Libya 24 berichtet im Juli 2024, dass Stromausfälle, die Stunden oder Tage andauern, das Leben der Bürger·innen in Tripolis erheblich beeinträchtigen würden. Die Stadt leide zudem unter Wasserknappheit (Akhbar Libya 24, 19. Juli 2024). LANA berichtet im August 2025 über Arbeiten zur Behebung von Störungen und zum Ausbau des Stromnetzes in Tripolis und Umgebung (LANA, 22. August 2025).
Gesundheitsversorgung in Tripolis
LANA veröffentlicht im März 2025 einen Artikel zur Lage des Gesundheitssektors in Libyen allgemein sowie spezifisch in Tripolis. Der Zentralbank zufolge habe sich das für den Gesundheitssektor bereitgestellte Budget in der Praxis nicht in einer spürbaren Verbesserung der Versorgung niedergeschlagen. Bürger·innen hätten keine wesentlichen Verbesserungen in Krankenhäusern, Kliniken, Ambulanzen, Laboren, bei medizinischer Ausrüstung, Instituten oder Gesundheitszentren festgestellt. Ein Arzt des Medizinischen Zentrums Tripolis habe gegenüber der libyschen Nachrichtenagentur unter der Bedingung der Anonymität erklärt, das Krankenhaus leide unter akutem Mangel an medizinischen Gütern und Medikamenten. Dies führe zur Verschiebung zahlreicher chirurgischer Eingriffe. Selbst grundlegende Materialien wie Mullbinden, Verbandsmaterial und Desinfektionsmittel seien nicht verfügbar. Das medizinische Personal habe erhebliche Schwierigkeiten, Patient·innen mit erforderlichen Hilfsmitteln zu versorgen, und müsse diese mitunter ersuchen, Materialien selbst mitzubringen. Berichten zufolge stehe das Krankenhaus kurz vor dem Zusammenbruch. Sobald Medikamente und medizinische Hilfsmittel verfügbar seien, verschwänden sie innerhalb von ein bis zwei Tagen; unklar sei, wohin sie gelangten. Auch in drei der größten öffentlichen Krankenhäuser Tripolis’ – dem Zentralkrankenhaus, dem Al-Khadra-Krankenhaus und dem Medizinischen Zentrum Tripolis – würden Verbandsmaterial und Desinfektionsmittel fehlen, sodass Patient·innen diese selbst mitbringen müssten. Der Artikel zitiert mehrere Patient·innen, die über schwierige Bedingungen berichten, darunter fehlende Materialien und nicht durchgeführte Operationen (LANA, 10. März 2025).
Hospaccx Consulting schreibt im September 2025, der andauernde Konflikt habe das Gesundheitssystem in Tripolis an den Rand des Zusammenbruchs gebracht. Die Gesundheitsinfrastruktur der Stadt umfasse Einrichtungen der primären Gesundheitsversorgung, Gesundheitszentren, Polikliniken, Rehabilitationszentren und allgemeine Krankenhäuser. Große Einrichtungen wie das Tripoli Central Hospital würden als zentrale medizinische Versorgungsstellen dienen. Viele medizinische Einrichtungen hätten Schäden erlitten oder seien zerstört worden, wodurch die Zahl funktionsfähiger Gesundheitszentren zurückgegangen sei. Fehlende Instandhaltung und Modernisierung würden die Bereitstellung hochwertiger Gesundheitsdienstleistungen zusätzlich erschweren. Zwar seien Bemühungen im Gange, Krankenhäuser und Kliniken wiederaufzubauen und auszustatten, der Fortschritt werde jedoch durch anhaltende politische und wirtschaftliche Herausforderungen behindert (Hospaccx Consulting, 20. September 2025). Der Beitrag enthält zudem eine Liste öffentlicher und privater Krankenhäuser in Tripolis:
· Hospaccx Consulting: Healthcare Scenario in Tripoli- Libya, 20. September 2025
https://hospaccxconsulting.com/healthcare-scenario-in-tripoli-libya/
Al Jazeera schreibt im Juni 2026, dass es in Tripolis wochenlang Schwierigkeiten bei der Benzin- und Dieselversorgung gegeben habe; die Situation habe sich mit Juni jedoch verbessert (Al Jazeera, 16. Juni 2026). Die Online-Publikationsplattform Maghrebi schreibt zur selben Zeit, dass sich in Tripolis lange Schlangen an Tankstellen bilden würden (Maghrebi, 16. Juni 2026).
Die libysche Tageszeitung Al Marsad berichtet im Dezember 2025, die Wohnungskrise in Tripolis verschärfe sich, da der Markt eine unkontrollierte Ausweitung informeller Bautätigkeit erlebe. Der Privatsektor versuche zwar, die steigende Nachfrage zu decken, konzentriere sein Angebot jedoch auf mittlere und höhere Einkommensgruppen und biete Wohneinheiten an, die für die Mehrheit der Bevölkerung unerschwinglich seien. Einkommensschwächere Bevölkerungsgruppen hätten Schwierigkeiten, geeigneten Wohnraum zu finden. Informelle Bauten würden täglich zunehmen, was die Bereitstellung grundlegender Dienstleistungen erschwere (Al Marsad, 6. Dezember 2025).
Bargeldmangel und Lebenshaltungskosten in Tripolis und Westlibyen
Akhbar Libya 24 berichtet im Juli 2024, ein anhaltender Bargeldmangel verschärfe die wirtschaftliche Lage der Bevölkerung in Westlibyen. Die Wirtschaftskrise in Tripolis und anderen Teilen der westlichen Region verschärfe sich fortlaufend; zugleich würden die Preise deutlich ansteigen und seien für viele Durchschnittshaushalte kaum mehr leistbar. Der Mangel an verfügbarem Bargeld verschlechtere die wirtschaftlichen Bedingungen zusätzlich und führe dazu, dass zahlreiche Menschen Schwierigkeiten hätten, ihre Grundbedürfnisse zu decken. Inflation und Arbeitslosigkeit würden eine erhebliche Belastung für die Einwohner·innen von Tripolis darstellen (Akhbar Libya 24, 19. Juli 2024).
Quellen: (Zugriff auf alle Quellen am 10. Juli 2026)
· Akhbar Libya 24: Die Bürger in Tripolis sind zwischen Versorgungsengpässen und dem Übergriff der Milizen gefangen: ein Leid, das seit 2011 anhält. [Arabisch], 19. Juli 2024
https://akhbarlibya24.net/2024/07/19/%D8%A7%D9%84%D9%85%D9%88%D8%A7%D8%B7%D9%86-%D9%81%D9%8A-%D8%B7%D8%B1%D8%A7%D8%A8%D9%84%D8%B3-%D8%A8%D9%8A%D9%86-%D8%A7%D9%86%D9%82%D8%B7%D8%A7%D8%B9-%D8%A7%D9%84%D8%AE%D8%AF%D9%85%D8%A7%D8%AA-%D9%88
· Al Jazeera: Warum kommt es in Libyen trotz Milliardeninvestitionen zu Versorgungsengpässen bei Treibstoff und Strom? [Arabisch], 16. Juni 2026
https://www.aljazeera.net/ebusiness/2026/6/16/%D9%84%D9%85%D8%A7%D8%B0%D8%A7-%D8%AA%D8%AA%D8%B9%D8%AB%D8%B1-%D8%A5%D9%85%D8%AF%D8%A7%D8%AF%D8%A7%D8%AA-%D8%A7%D9%84%D9%88%D9%82%D9%88%D8%AF-%D9%88%D8%A7%D9%84%D9%83%D9%87%D8%B1%D8%A8%D8%A7%D8%A1
· Al Marsad: Unkoordinierte Bautätigkeit und eine sich verschärfende Wohnungskrise in Tripolis offenbaren die Mängel des Staates und des privaten Sektors [Arabisch], 6. Dezember 2025
https://almarsad.co/2025/12/06/%D8%A8%D9%86%D8%A7%D8%A1-%D8%B9%D8%B4%D9%88%D8%A7%D8%A6%D9%8A-%D9%88%D8%A3%D8%B2%D9%85%D8%A9-%D8%B3%D9%83%D9%86-%D8%AA%D8%AA%D9%81%D8%A7%D9%82%D9%85-%D9%81%D9%8A-%D8%B7%D8%B1%D8%A7%D8%A8%D9%84%D8%B3/
· Al Sabaah: Das Gesundheitssystem und seine Herausforderungen [Arabisch], 1. Jänner 2025
https://alsabaah.ly/%D8%A7%D8%A7%D9%84%D9%86%D8%B8%D8%A7%D9%85-%D8%A7%D9%84%D8%B5%D8%AD%D9%8A-%D9%88%D8%A7%D9%84%D8%AA%D8%AD%D8%AF%D9%8A%D8%A7%D8%AA/
· APA News – African Press Agency: Libya faces systemic water crisis amid infrastructure decay, 25. März 2026
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· BMZ – Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: Wirtschaftliche Situation: Abhängigkeit vom Erdöl, 18. August 2025a
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· BMZ – Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: Soziale Situation, Armut und Ernährungsunsicherheit, 18. August 2025b
https://www.bmz.de/de/laender/libyen/soziale-situation-136474
· Bertelsmann Stiftung: BTI 2026 Country Report - Libya, 2026
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· Hospaccx Consulting: Healthcare Scenario in Tripoli- Libya, 20. September 2025
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· HRS – Human Rights Solidarity: World Water Day Statement, 22. März 2026
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· LANA – Libyan News Agency: Der Gesundheitssektor leidet: Drei der größten öffentlichen Krankenhäuser in Tripolis haben einen Mangel an den grundlegendsten Hilfsmitteln, darunter Verbandsmaterial und Mullbinden. [Arabisch], 10. März 2025
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· LANA – Libyan News Agency: Das Elektrizitätsunternehmen arbeitet weiterhin an der Behebung von Störungen und dem Ausbau des Netzes in Tripolis und Umgebung. [Arabisch], 22. August 2025
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· LANA – Libyan News Agency: Die Abwasserkrise verschärft sich zusehends, und es fehlen Lösungen. [Arabisch], 3. September 2025
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· LCSS – Libyan Center for Strategic Studies: Gesundheit in Libyen [Arabisch], 29. Oktober 2024
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· LER – Libya Economic Review: Inside Libya’s Food Security Crisis: Why a Nation of Oil Still Struggles to Eat, 25. November 2025
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· Libya Observer (The): The Nightmare of Libya’s Electricity Crisis: Between Supply Shortages and Institutional Labyrinths, 12. Juni 2026
https://libyaobserver.ly/opinions/nightmare-libyas-electricity-crisis-between-supply-shortages-and-institutional-labyrinths
· Libya Review: Libyan Capital Ranked as Africa’s Least Liveable City, 30. Mai 2024
https://libyareview.com/44698/libyan-capital-ranked-as-africas-least-liveable-city/
· Libya Review: Medical Shortages Risk Collapse of Libya’s Dialysis Units, 22. April 2025
https://libyareview.com/55031/medical-shortages-risk-collapse-of-libyas-dialysis-units/
· Libya Review: Libya Faces New Power Crisis After Tripoli Blackout, 11. September 2025
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· Maghrebi: Libya’s fuel crisis and the politics of migrant blame, 16. Juni 2026
https://maghrebi.org/2026/06/16/libyas-fuel-crisis-and-the-politics-of-migrant-blame/
· OCHA – United Nations Office for the Coordination of Humanitarian Affairs: Libya Humanitarian Profile – 2025, 9. Juni 2025
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· OCHA – United Nations Office for the Coordination of Humanitarian Affairs: West Bank Minimum Expenditure Basket report - West Bank Cash Working Group, August 2025, 19. Februar 2026
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· UN Libya – United Nations Libya: Libya’s Socio-Economic Landscape: Challenges and Pathways to Sustainable Development, 12. Mai 2025
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· UN Security Council: Strategic review of the United Nations Support Mission in Libya; Report of the Secretary-General [S/2025/611], 30. September 2025
https://www.ecoi.net/en/file/local/2131672/n2523778.pdf
· UN Security Council: United Nations Support Mission in Libya; Report of the Secretary-General [S/2025/792], 5. Dezember 2025
https://www.ecoi.net/en/file/local/2135249/n2531616.pdf
· UN Security Council: United Nations Support Mission in Libya; Report of the Secretary-General [S/2026/281], 6. April 2026
https://www.ecoi.net/en/file/local/2139077/n2605405.pdf
· WFP - World Food Programme: Libya, Annual Country Report 2025, 2025
https://docs.wfp.org/api/documents/WFP-0000172877/download/
· WFP - World Food Programme: WFP Libya Market Price Monitoring, May 2026, 20. Juni 2026
https://reliefweb.int/attachments/fb789413-32af-420f-a730-060ae2006356/WFP%20Libya%20Market%20Price%20Monitoring%20-%20May%202026.pdf
· WHO – World Health Organization: Public Health Situation Analysis – Libya, 20. März 2025
https://cdn.who.int/media/docs/default-source/2021-dha-docs/who-libya-phsa-2025.pdf?sfvrsn=dbf176f8_3&download=true
· World Bank: Libya Economic Monitor, Herbst 2025
https://openknowledge.worldbank.org/server/api/core/bitstreams/86fffd45-7610-4a69-bb3c-9fa1dbfa6664/content
Anhang: Quellenbeschreibungen und Informationen aus ausgewählten Quellen
Die African Press Agency (APA) ist eine panafrikanische Nachrichtenagentur, die im Jahr 2006 gegründet wurde. Mit Hauptsitz in Dakar, Senegal, konzentriert sie sich auf die Verbreitung von redaktionellen Inhalten, Texten und multimedialen Berichten über politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen auf dem afrikanischen Kontinent.
· APA News – African Press Agency: Libya faces systemic water crisis amid infrastructure decay, 25. März 2026
https://apanews.net/libya-faces-systemic-water-crisis-amid-infrastructure-decay/
„In a statement marking World Water Day on March 22, 2026, the Solidarity Organization for Human Rights highlighted that Libya relies on artificial river systems and groundwater for over 97% of its supply, a structural dependency that leaves the nation highly vulnerable to service disruptions.
This vulnerability is being exacerbated by frequent sabotage, illegal connections, and a chronic lack of technical maintenance. The organization noted that the degradation of the water network is not just a technical issue but a humanitarian one, as persistent shortages are now severely impacting schools, hospitals, and detention centers. In some facilities, the lack of oversight has reportedly led to the predatory sale of water to inmates, signaling a breakdown in basic sanitary conditions and public health protections.“ (APA News, 25. März 2026)
Die Bertelsmann Stiftung ist eine deutsche gemeinnützige Denkfabrik mit Sitz in Gütersloh.
· Bertelsmann Stiftung: BTI 2026 Country Report - Libya, 2026
https://www.ecoi.net/en/file/local/2138431/country_report_2026_LBY.pdf
„Economic Transformation
6 | Level of Socioeconomic Development
Libya’s score on the 2022 Human Development Index was 0.746, placing the country in the ‘high’ human development category and ranking it 92nd among 193 countries and territories. Its score on the Gender Inequality Index was 0.266 in 2022, lower than in 2021.
While Libya’s ongoing war economy has created newly wealthy groups, it has compounded the difficulties of those adversely affected by or excluded from the conflict’s benefits. Recent data from the World Food Programme indicate that armed conflict and political unrest have affected more than 3 million people across Libya. About 2.44 million people require protection and other forms of humanitarian aid, with women and children making up 55% of this group. An estimated 435,000 people have been forced to leave their homes, while another 1.75 million non-displaced Libyans, primarily in urban areas, also need humanitarian assistance.
Women have been especially affected, and comprise a disproportionate share of those requiring humanitarian aid. Female-headed households may face increased economic hardship and vulnerability, as evidenced among displaced families and those experiencing climate-induced disasters.
According to UNDP’s [United Nations Development Programme] 2023 Multidimensional Poverty Index, 37.1% of Libyans were living in multidimensional poverty in that year, a higher rate than in (resource-poor) Tunisia or Jordan. Libya’s unemployment rate fell to 18.74%, reflecting the Government of National Unity’s (GNU) strategy of creating public sector employment opportunities. However, the proliferation of informal markets and illicit economic activities has exacerbated or created inequalities over time.
The National Institution for Human Rights in Libya (NIHRL) reported that Libya’s poverty rate rose to 40% in 2023. The NIHRL statement cited a study by the Bureau of Statistics and Census, which examined average monthly household and individual expenses. Additionally, the Center for Social Studies projected that Libya’s poverty rate for 2023 would increase to 40%, based on the initial findings of the Comprehensive Survey of Household Income and Expenditure (2022 – 2023).
Southern Libya, in particular, faces difficult economic conditions that also affect women and working-class youth. Geography plays a significant role in this regard, with most work, education and other opportunities concentrated in a few urban coastal centers, primarily Tripoli, leaving other regions and historically disadvantaged communities, such as the Tebu and Tuareg, more vulnerable. This unequal allocation of resources and development has produced considerable socioeconomic disparities across various parts of Libya. The concentration of economic activity in specific areas not only limits competition but also fuels social unrest and migration pressures.“ (Bertelsmann Stiftung, 2026, S. 18-19)
„7 | Organization of the Market and Competition
The consolidation of authority among a select few and the absence of robust competition policies have hindered entrepreneurship and innovation. Libya’s market organization is a mix of formal and informal systems, compounded by illicit markets. Protracted conflict and political stalemate have weakened the legitimate economy, enabling illicit markets for fuel, human smuggling and subsidized goods to thrive and overshadow legitimate alternatives.
Prices in Libya are regulated by the Ministry of Economy, but this does not extend to all goods. Some products and services are not subject to administrative pricing, and others adhere to it only partially. Government decrees establish the rules of the pricing system and specify which goods are covered. These measures are often reactive, implemented during crises to ensure that standards and prices are maintained.
The oil and gas sector plays a dominant role in Libya’s economy and is the primary energy source for power generation. This reliance on fossil fuels has hindered efforts to meet rising energy demand and has consequences for national income and carbon dioxide emissions. Libya’s oil sector is largely publicly owned, with a few private companies operating under the umbrella of the National Oil Corporation. Despite its status as a petroleum-based economy, Libya has faced significant obstacles in meeting its growing energy needs, underscoring the need to diversify into sustainable energy alternatives.“ (Bertelsmann Stiftung, 2026, S. 20)
„Libya’s oil-dependent economic structure has made the country highly vulnerable to external market fluctuations. The International Monetary Fund’s recent report underscores the urgent need for economic diversification to achieve sustainable and equitable growth. This overreliance on a single commodity exposes Libya to global energy market volatility, which could lead to economic instability and hinder long-term development prospects. The lack of economic diversification also limits job opportunities outside the oil sector, contributing to high levels of unemployment and social discontent.
The foreign trade sector in Libya faces numerous challenges due to the absence of a stable government and recurring conflicts. The monopolization of import and export activities by groups with close ties to government authorities has fostered a system of cronyism and rent-seeking behavior, undermining fair competition and economic efficiency. This lack of transparency and equitable access to trade opportunities has perpetuated power imbalances within the country, exacerbating economic disparities and social tension.“ (Bertelsmann Stiftung, 2026, S. 21)
Hospaccx Consulting ist die Webseite von Hospaccx Healthcare Business Consulting, einer Unternehmensberatung, die sich auf den Gesundheits- und Wellnesssektor spezialisiert hat. Das Unternehmen bietet Dienstleistungen wie Krankenhausplanung, Machbarkeitsstudien, Marktanalysen, Personallösungen und Geschäftsmodellierung an.
· Hospaccx Consulting: Healthcare Scenario in Tripoli- Libya, 20. September 2025
https://hospaccxconsulting.com/healthcare-scenario-in-tripoli-libya/
„Tripoli, Libya’s capital, has faced significant challenges in its healthcare sector, primarily due to prolonged conflict and political instability. The decade-long conflict has left the healthcare system on the verge of collapse, with an estimated 1.3 million people in need of humanitarian assistance. The healthcare infrastructure in Tripoli comprises primary healthcare units, centers, polyclinics, rehabilitation centers, and general hospitals. Major hospitals, such as Tripoli Central Hospital, serve as key medical facilities in the city. […]
The protracted conflicts have left Tripoli’s healthcare infrastructure in a state of disrepair. Many medical facilities suffered damage or destruction, leading to a reduction in operational healthcare centers. The lack of maintenance and modernization has further impeded the delivery of quality healthcare services. Efforts are underway to rebuild and equip hospitals and clinics; however, progress is hampered by ongoing political and economic challenges.“ (Hospaccx Consulting, 20. September 2025)
Libya Economic Review (LER) ist eine spezialisierte digitale Publikation und Nachrichtenplattform, die sich mit der Wirtschafts-, Finanz- und Industrielandschaft Libyens befasst.
· LER – Libya Economic Review: Inside Libya’s Food Security Crisis: Why a Nation of Oil Still Struggles to Eat, 25. November 2025
https://libyaeconomicreview.com/libya-food-security-crisis-imports-fragility/
„Libya, blessed with oil but short on arable land and political coherence, can feed only a fraction of its population. Barely a tenth of the country’s food is grown domestically, leaving Libyans exposed to every spike in global commodity prices and every disruption in local supply chains. When violence or currency swings shake the country – as they often do – bread and vegetables become not just more expensive, but symbols of Libya’s wider fragility. […]
With rival authorities governing different regions and a constellation of militias controlling key checkpoints, logistics are unpredictable at best and extortionate at worst. Trucks carrying wheat, sugar, or oil have been halted at makeshift roadblocks, adding unofficial ‘fees’ that consumers ultimately pay. Periodic clashes around Tripoli or Benghazi often delay shipments, and in remote southern towns, residents routinely pay double or triple the prices seen along the coast. Geography should not dictate who can afford bread, but in Libya it often does.
These market distortions feed directly into inflation. When the dinar weakens or trade routes close, food prices rise quickly, and households – especially those dependent on public salaries – feel the shock almost immediately. Aid groups report families increasingly narrowing their diets to bread and tea, cutting meat and produce except on special occasions.“ (LER, 25. November 2025)
The Libya Observer ist eine 2015 gegründete englisch- und arabischsprachige Online-Zeitung mit Sitz in Tripolis.
· Libya Observer (The): The Nightmare of Libya’s Electricity Crisis: Between Supply Shortages and Institutional Labyrinths, 12. Juni 2026
https://libyaobserver.ly/opinions/nightmare-libyas-electricity-crisis-between-supply-shortages-and-institutional-labyrinths
„As temperatures approach 40°C across most Libyan cities, a familiar nightmare has returned: long hours of power outages, silent air conditioners, and small generators struggling to rescue what remains of daily life for citizens and businesses alike.“ (The Libya Observer, 12. Juni 2026)
Libya Review ist ein Nachrichtenportal, das auf die tagesaktuelle Berichterstattung, politische Analysen und wirtschaftliche Entwicklungen in Libyen spezialisiert ist.
· Libya Review: Libyan Capital Ranked as Africa’s Least Liveable City, 30. Mai 2024
https://libyareview.com/44698/libyan-capital-ranked-as-africas-least-liveable-city/
„Libya’s capital, Tripoli was ranked as the least liveable city in Africa, according to a report published by the Economist Intelligence Unit (EIU) on Thursday.
Tripoli’s position reflects the ongoing struggles faced by its residents. Political instability, economic difficulties, and a lack of basic services have severely impacted the quality of life. The city has been grappling with the aftermath of years of conflict, which has disrupted essential services and infrastructure. Efforts to rebuild and improve conditions have been slow, contributing to its low ranking.
The challenges in Tripoli are emblematic of broader issues facing Libya. The country’s political landscape remains fragmented, and economic recovery is hampered by instability and corruption. Basic services such as healthcare, education, and public infrastructure are in dire need of investment and development.“ (Libya Review, 30. Mai 2024)
· Libya Review: Medical Shortages Risk Collapse of Libya’s Dialysis Units, 22. April 2025
https://libyareview.com/55031/medical-shortages-risk-collapse-of-libyas-dialysis-units/
„A growing humanitarian crisis is threatening the lives of kidney patients in Libya as dialysis centres across the country face severe shortages in essential supplies. The National Centre for Cardiac Treatment and Surgery in Tajoura, east of Tripoli, has issued an urgent warning over the continued disruption of dialysis machine supplies — a lifeline for thousands of patients. […]
Despite repeated official communications, the centre has received no response from the Medical Supply Authority. The continued shortage risks a complete shutdown of dialysis services, exposing patients to life-threatening complications. The crisis has again exposed Libya’s fragile healthcare system and the lack of long-term government planning to address chronic medical shortages.
Hammouda Abu Dabbous, Head of the National Organ Donation Organisation, said that more than 90 dialysis units across Libya are operating under extremely dire conditions, with a severe shortage of materials and medications.“ (Libya Review, 22. April 2025)
· Libya Review: Libya Faces New Power Crisis After Tripoli Blackout, 11. September 2025
https://libyareview.com/59007/libya-faces-new-power-crisis-after-tripoli-blackout/
„Libya’s electricity sector has long struggled with chronic instability, driven by years of conflict, underinvestment, and widespread illegal connections that place additional strain on the grid. Power cuts lasting up to 12 hours a day have become routine in many regions, disrupting daily life, economic activity, and public services.“ (Libya Review, 11. September 2025)
Maghrebi ist eine Online-Publikationsplattform, die Nachrichten, Kommentare und Meinungsartikel aus der nordafrikanischen Maghreb-Region anbietet. Der inhaltliche Fokus liegt auf den Ländern Marokko, Algerien, Tunesien, Libyen und Mauretanien.
· Maghrebi: Libya’s fuel crisis and the politics of migrant blame, 16. Juni 2026
https://maghrebi.org/2026/06/16/libyas-fuel-crisis-and-the-politics-of-migrant-blame/
„As petrol queues stretched across Tripoli and authorities closed hundreds of non compliant fuel stations, public anger was also gathering outside the UNHCR [United Nations High Commissioner for Refugees] office where protesters demanded that migrants and refugees leave the country.“ (Maghrebi, 16. Juni 2026)
Das Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (United Nations Office for the Coordination of Humanitarian Affairs, OCHA) ist verantwortlich für die Mobilisierung und Koordinierung von Akteur·innen im humanitären Bereich, damit für kohärente Maßnahmen in Hinblick auf Notsituationen gesorgt ist, für die Verteidigung der Rechte von hilfsbedürftigen Menschen, für die Förderung von Bereitschaft und Prävention sowie für die Bereitstellung nachhaltiger Lösungen.
· OCHA – United Nations Office for the Coordination of Humanitarian Affairs: Libya Humanitarian Profile – 2025, 9. Juni 2025
https://www.unocha.org/attachments/125fb278-70ab-4e32-b2ae-12e967869c41/LIBYA_Humanitarian_Profile_2025_As_of_May2025V4.pdf
„Economic Crisis and Public Services:
The protracted conflict has had devastating economic consequences. The oil sector, which is the backbone of Libya’s economy, has been particularly affected, with frequent blockades and damage to infrastructure leading to fluctuating production levels. This instability has resulted in decreased government revenues, limiting the state’s ability to provide essential public services.
In April 2025, the Central Bank of Libya announced a 13.3% devaluation of the Libyan dinar, setting the exchange rate at 5.5677 to the U.S. dollar. This decision reflects ongoing economic instability, with public debt reaching 270 billion Libyan dinars and projections indicating it may exceed 330 billion Libyan dinars by the end of the year due to the absence of a unified budget. The devaluation aims to address the disparity between the official and black-market exchange rates, the latter being significantly higher, indicating a lack of confidence in the national currency.
Despite temporary market stabilization as reflected in WFP’s [World Food Programme] February 2025 market monitoring, regional disparities remain stark. The Minimum Expenditure Basket (MEB) reached 1,084.60 LYD [Libyan Dinar] in Murzuq and 1,055.24 LYD in Al Kufra - the highest nationwide - due to refugee influxes and logistical constraints. In contrast, the MEB in Tripoli in the western region was significantly lower, estimated at 912 LYD, illustrating regional differences in household vulnerability. Households across Libya increasingly rely on negative coping strategies, including asset sales, meal skipping, child labor, and increased debt.
Public services have deteriorated correspondingly. Frequent electricity outages and compromised water supply systems have exacerbated the humanitarian situation. The health sector is under significant strain, with a Public Health Situation Analysis in March 2025 highlighting rising health issues among refugees and vulnerable populations, including children, women, and the elderly with chronic illnesses. These economic and infrastructural challenges have led to increased poverty and inequality, further impeding the country’s progress toward sustainable development.
Libya’s public services are ill-equipped to respond to demographic pressures. In health, 75% of migrants report limited or no access to care, with women disproportionately affected. In education, an estimated 43% of Sudanese refugee children remain out of school due to legal, financial, or logistical barriers. WASH [Water, Sanitation and Hygiene] services are severely compromised by deteriorating infrastructure, particularly in eastern and southern regions. Many facilities operate without safe sanitation systems, and water sources are increasingly contaminated, heightening risks of waterborne disease.“ (OCHA, 9. Juni 2025, S. 3-4)
· OCHA – United Nations Office for the Coordination of Humanitarian Affairs: West Bank Minimum Expenditure Basket report - West Bank Cash Working Group, August 2025, 19. Februar 2026
https://www.unocha.org/attachments/6a9cb95f-8b77-42f7-8638-b582d19113e1/WB%20MEB%20report.Sept2025.pdf
„A Minimum Expenditure Basket identifies and quantifies ‘basic needs items and services that can be monetized and are accessible in adequate quality through local markets and services. Items and services included in an MEB [Minimum Expenditure Basket] are those that households in a given context are likely to prioritize, on a regular or seasonal basis. An MEB is inherently multisectoral and based on the average cost of the items composing the basket’.“ (OCHA, 19. Februar 2026, S. 1)
UN Libya ist die Webseite des Libya-Länderteams der Vereinten Nationen.
· UN Libya – United Nations Libya: Libya’s Socio-Economic Landscape: Challenges and Pathways to Sustainable Development, 12. Mai 2025
https://libya.un.org/en/download/183555/294192
„Libya, a resource-rich nation strategically located in North Africa, continues to grapple with significant socio-economic challenges shaped by prolonged political instability and division, fragmented governance, and an overreliance on hydrocarbon revenues. This study provides an in-depth analysis of Libya’s socioeconomic landscape, highlighting key social, political, and economic trends, vulnerabilities, and policy gaps that require urgent attention.
Libya’s demographic structure presents a mixed outlook. With a population of approximately 7.2 million, the country has a relatively high working-age population (66 percent) that offers economic potential. However, the country does not manage to tap into this potential, with an unemployment rate of 15 percent and youth unemployment soaring to 48 percent, exacerbated by a mismatch between educational outcomes and labour market needs. The labour market also suffers from a stark men and women gap, with women significantly underrepresented in the workforce.
Despite positive urbanisation trends, with 82 percent of the population residing in cities, Libya faces major infrastructure and service delivery challenges. The internal displacement crisis, largely driven by conflict, has strained social systems, particularly in urban areas. Furthermore, the country remains a key transit hub for migrants from sub-Saharan Africa, adding additional layers of complexity to an already fragile social environment and infrastructure.
Libya’s economic trajectory has been volatile, driven by fluctuating oil production and price shocks. The country experienced a GDP [Gross Domestic Product] contraction of 60 percent in 2011 due to the armed conflict but rebounded with periods of recovery. However, heavy reliance on hydrocarbons—accounting for over 90 percent of government revenues—leaves Libya vulnerable to global oil market fluctuations and internal disputes over resource management. While 2023 saw economic growth of 12.6 percent, the outlook for 2025 remains uncertain due to governance disputes and oil sector instability.
Libya’s monetary and fiscal policies remain constrained by excessive government expenditure on salaries and subsidies, which consume over 70 percent of public revenues. Inflationary pressures persist, fuelled by currency depreciation and weak financial sector confidence. Despite the announced reunification process of the Central Bank of Libya (CBL) in 2023, fiscal imbalances and political interference continue to undermine macroeconomic stability.
International trade is dominated by hydrocarbons, with key export markets including Italy, China, and Spain. The country’s import profile—marked by a heavy reliance on consumer goods and essential commodities—underscores the urgency for economic diversification. Although Libya possesses substantial potential in sectors such as renewable energy (with abundant solar resources), modern agriculture, telecommunications, and tourism, political instability and inadequate infrastructure continue to deter both domestic and foreign investment. Reforms aimed at diversifying the economy, strengthening the private sector, and modernising infrastructure are imperative for reducing vulnerabilities and fostering sustainable development.“ (UN Libya, 12. Mai 2025, S. 4)
Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN Security Council), eines der sechs Hauptorgane der UNO, ist dafür verantwortlich, Frieden und internationale Sicherheit aufrechtzuerhalten und veröffentlicht regelmäßig Berichte über Entwicklungen, die Politik, Sicherheit, Menschenreche etc. betreffen.
· UN Security Council: Strategic review of the United Nations Support Mission in Libya; Report of the Secretary-General [S/2025/611], 30. September 2025
https://www.ecoi.net/en/file/local/2131672/n2523778.pdf
„In the east, over time, administrative structures that parallel those in the west have consolidated, including a military structure, executive bodies and economic institutions, presenting a challenge to efforts to unify national institutions. In the south, the situation remains characterized by divisions along tribal lines and complex security dynamics, including the presence of foreign fighters and mercenaries and the cross-border movements and activities of criminal networks, including illicit trafficking. Southern Libya, while rich in natural resources, remains politically and economically marginalized.“ (UN Security Council, 30. September 2025, S. 2)
„The status quo has been sustained in large part by the immense oil wealth of Libya, which has helped the country avert institutional collapse even as the integrity and effectiveness of its economic and oversight institutions have been deeply eroded. The Central Bank of Libya, the National Oil Corporation and the Libyan Audit Bureau have all faced leadership disputes and operational disruptions stemming from competition among political and armed actors over control of resources.
Libya has not had a unified national budget since 2014. As a result, both the Government of National Unity and eastern authorities have obtained public funds through parallel revenue streams and ad hoc transfers from the Central Bank of Libya. In the first quarter of 2025 alone, the foreign exchange deficit of Libya reached $4.6 billion, a figure that is close to the foreign exchange shortfall of $5.2 billion for all of 2024. In April, the Central Bank was compelled to devalue the Libyan dinar, raising concerns that the country’s relative macroeconomic stability may be starting to unravel. […]
A youth unemployment rate of nearly 50 per cent makes young people, in particular young men, vulnerable to recruitment by armed groups and criminal networks. In addition, although gender equality is formally enshrined in the law, women continue to face significant structural disadvantages. Women’s participation in the labour force remains low; women are often paid less for equal work and have limited access to land and property ownership.“ (UN Security Council, 30. September 2025, S. 3)
· UN Security Council: United Nations Support Mission in Libya; Report of the Secretary-General [S/2025/792], 5. Dezember 2025
https://www.ecoi.net/en/file/local/2135249/n2531616.pdf
„From August to early October, long queues were observed at fuel stations in Tripoli and other western cities owing to shortages of petrol and diesel. The primary cause of the shortages was, reportedly, the diversion of subsidized fuel from the formal distribution chain.“ (UN Security Council, 5. Dezember 2025, S. 5)
· UN Security Council: United Nations Support Mission in Libya; Report of the Secretary-General [S/2026/281], 6. April 2026
https://www.ecoi.net/en/file/local/2139077/n2605405.pdf
„Libya continued to experience economic fragility due to persistent governance challenges. […]
The Central Bank published its 2025 fiscal statement on 18 January 2026, reporting a broadly balanced cash position of approximately 137 billion Libyan dinars in revenues and expenditures. However, spending remained heavily skewed towards wages and subsidies, which accounted for nearly 80 per cent of total outlays. Revenue from non-hydrocarbon sources remained negligible. A foreign exchange gap of approximately $9 billion was recorded, reflecting the difference between foreign currency inflows and uses, and financed through returns on the central bank’s external assets. In its annual report for 2024, issued on 31 December 2025, the Libyan Audit Bureau highlighted declining revenues and weaknesses in public financial management on the part of the Government of National Unity. The report does not include data from eastern Libya, making it difficult to have a complete assessment of public financial management across the country.
The Board of Directors of the Central Bank of Libya decided to devalue the Libyan dinar for the second time in nine months, by approximately 14.7 per cent effective 18 January. The official exchange rate increased from 5.57 to about 6.37 Libyan dinars to the United States dollar. In a statement, the Central Bank cited the continued absence of a unified budget, the growth of public spending at an unsustainable pace and the persistence of duplicate expenditures as reasons for the decision. The exchange rate in the parallel market rose from 7.2 Libyan dinars in December 2025 to 9.45 Libyan dinars in March 2026.“ (UN Security Council, 6. April 2026, S. 5-6)
Das World Food Programme (WFP) ist das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen.
· WFP - World Food Programme: Libya, Annual Country Report 2025, 2025
https://docs.wfp.org/api/documents/WFP-0000172877/download/
„The conflict in Sudan triggered one of the largest displacement crises witnessed in Libya to date. Libya increasingly became a destination country for Sudanese refugees, with arrivals concentrated in Al Kufra in the south serving as the primary entry point, and Benghazi and Tripoli. As the Sudan conflict entered its third year, in December 2025, the Office of the United Nations High Commissioner for Refugees (UNHCR) reported that over 514,000 Sudanese refugees had entered Libya since April 2023, with projections under the 2025 Sudan Emergency Regional Refugee Response Plan (RRRP) Libya chapter estimating up to 550,000 arrivals by the end of 2025. Women and children refugees faced heightened risks of malnutrition due to displacement, limited service access and overstretched health systems.
Despite challenges, such as funding constraints, limited access and challenging operating environments, WFP adapted its response to prioritize the most vulnerable Sudanese refugees and hosting communities. Assistance focused on high-influx areas such as Al Kufra, where WFP delivered in-kind food assistance in partnerships with local organizations, consulted Sudanese communities and continued negotiations with local authorities to facilitate access. […]
As the leading agency, WFP continued to provide on-demand services to the humanitarian and development community in Libya through WFP common services.“ (WFP, 2025, S. 3-4)
„The sustained refugee inflows into Libya are placing pressure on local systems and food prices. As of December 2025, food prices in Al Kufra region, bordering Sudan, remained 3.2 percent higher than the national average and 11.84 percent higher than the eastern regional average, at USD [US-Dollar] 180.81 for the Full Minimum Expenditure Basket (MEB). The western region recorded a 13.3 percent increase between January and December 2025, ending the year with a Full MEB of USD 188.61 and remaining the most expensive region in Libya. Market dynamics were influenced by persistent political unrest, localized conflict, and currency devaluations by the Central Bank of Libya, contributing to sustained inflationary pressures that continue to erode household purchasing power. The Full MEB in the south reached USD 171.59 in December, a 6.6 percent increase from January 2025. Food prices fluctuated significantly across municipalities in the south, with Algatroun recording the highest Food MEB at USD 171.67, and Sebha the lowest at USD 126.76.” (WFP, 2025, S. 8-9)
· WFP - World Food Programme: WFP Libya Market Price Monitoring, May 2026, 20. Juni 2026
https://reliefweb.int/attachments/fb789413-32af-420f-a730-060ae2006356/WFP%20Libya%20Market%20Price%20Monitoring%20-%20May%202026.pdf
„ National MEB [Minimum Expenditure Basket] declines after April spike: The national Full Minimum Expenditure Basket fell by -5.6 percent in May to LYD [Libyan Dinar] 1,180.44, partially reversing April’s sharp increase. The decline was driven mainly by lower food prices, with the national Food MEB decreasing by -6.8 percent to LYD 1,051.58, while the Non-Food Items MEB rose by +5.5 percent.
• Western Libya records the steepest reduction: The West saw the largest regional decline, with the Full MEB falling by -10.6 percent to LYD 1,206.46, partially reversing the sharp +19.9 percent increase recorded in April. Notable decreases were recorded in Tripoli (-13.8 percent), Zwara (-12.7 percent), Nalut (-12.6 percent), Al Khums (-10.3 percent), and Misrata (-10.1 percent).
• Eastern markets remain elevated despite consecutive declines: The East recorded a -1.7 percent decline in May, marking the second consecutive monthly decrease, with the Full MEB reaching LYD 1,191.03. Declines were observed in Tobruk (-9.9 percent), Benghazi (-3.6 percent), and Al Bayda (-2.7 percent), partially offset by increases in Ejdabia (+6.1 percent) and Derna (+1.3 percent).
• Southern prices ease following April surge: The South decreased by -2.6 percent to LYD 1,141.62 in May, following the sharp increase in April. Declines were observed in Ghat (-4.9 percent), Sebha (-4.7 percent), Wadi Alshati (-4.6 percent), and Al Jufra (-3.1 percent), while several southern markets remained among the highest cost nationally.
• Macroeconomic pressures persist despite May correction: The decline in May partially reversed the substantial increases observed in April, particularly across western markets. Improved foreign currency availability and liquidity injections by the Central Bank of Libya contributed to narrowing the gap between official and parallel exchange rates, helping ease pressure on import-dependent commodity prices. However, market conditions remained vulnerable to exchange-rate fluctuations and elevated import costs.“ (WFP, 20. Juni 2026, S. 3)
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist eine Behörde der Vereinten Nationen mit dem Mandat zur Förderung der globalen Gesundheitsagenda.
· WHO – World Health Organization: Public Health Situation Analysis – Libya, 20. März 2025
https://cdn.who.int/media/docs/default-source/2021-dha-docs/who-libya-phsa-2025.pdf?sfvrsn=dbf176f8_3&download=true
„More than a decade of civil conflict has left Libya’s critical infrastructure in a state of near collapse. […]
Health issues are rising amongst refugees, especially among vulnerable groups like children, women and older people with chronic illnesses. Women lack reproductive health services, including antenatal care and hygiene education. Children do not have access to routine immunizations but instead rely on occasional vaccination campaigns, leaving them at risk of preventable diseases. Older people struggle with untreated chronic conditions such as diabetic foot, needing consistent care. In December 2024 the number of reported HIV [human immunodeficiency virus] and hepatitis C cases increased compared with previous months, while hepatitis B and malaria reported cases decreased compared with November 2024.“ (WHO, 20. März 2025, S. 1)
„Socio-economic Challenges
In 2022, over 7% of Libyans were reported to be living below the international poverty line while 14.2% were estimated to be living below the national poverty line.147 Libya's economic trends have been severely impacted by the ongoing instability, with losses estimated at $600 billion over ten years in constant 2015 dollars. Without conflict, Libya's 2023 GDP [Gross Domestic Product] could have been 74% higher. Next to instability, key challenges include heavy reliance on oil, lack of diversification, low productivity, and declining health and education quality.
While Libya is considered a middle-income country, it is heavily dependent on oil and gas revenues and an estimated 803 000 people, including displaced Libyans, asylum-seekers, refugees, and migrants, need humanitarian assistance. Despite the government's efforts, the influx of refugees from Sudan has stretched public services to the breaking point.149 High unemployment, especially among young people and women, contributes to economic disenfranchisement. Limited resilience stems from low participation of women in the labour force.“ (WHO, 20. März 2025, S. 13)
„Water, Sanitation and Hygiene (WASH)
Water scarcity, temperature rises and extreme events threaten water resources, agriculture and livelihoods. Governance deficits and a lack of national strategies magnify the impact of climate-related disasters, exemplified by the 2023 Derna incident. This situation is already causing inter-communal competition over water resources.
In Kufra, the buildup of solid waste around settlements poses a serious environmental hazard to the entire city. National authorities lack the capacity to manage the growing volume of waste, highlighting the urgent need support. Additionally, there are not an adequate number of WASH facilities, such as latrines, at the settlement locations. Some refugee settlements have only one shared toilet for men and women, while others have paid toilets, costing 20 cents per use. There is a lack of a continuous water sources, hygiene materials and proper wastewater management, with some locations accumulating wastewater ponds. National services are strained due to capacity shortages and the increasing number of newly arrived refugees. Combined with overcrowding, this has led to a deterioration in host community acceptance.
The flooding crisis in September 2023 in Derna region left thousands of people without access to clean and safe drinking water, posing an imminent threat to their health and well-being. Contaminated water can lead to the spread of waterborne diseases, putting vulnerable populations, especially women and children, at increased risk.“ (WHO, 20. März 2025, S. 14)
„Health care continues to be the most significant need for many people, particularly non-Libyan migrants and refugees.
In 2022, an assessment of 116 primary health-care facilities found that most had experienced acute shortages of antibiotics, insulin, blood pressure drugs, and other essential medicines.
A December 2024 assessment found that 8% of the facilities are non-functioning, and 84% are operating at partial functionality and require support to restore full capacity for effective health service delivery. […]
Years of fighting resulted in an exodus of foreign health workers, which further undermined the sector and reduced the quality of care.“ (WHO, 20. März 2025, S. 15)
„Access: Health care continues to be the most significant need for many people, particularly non-Libyan migrants and refugees who lack sustained access to primary and secondary health care. This includes limited access to appropriate health care for chronic and infectious disease, obstetric complications and mental health conditions and disorders.
In 2021, a survey found that 54% of Libyan returnees have challenges accessing health services, followed by 52% of displaced Libyan households and 50% of surveyed Libyans.
Migrants have also reported increased discrimination and stigmatization from staff at health care facilities. With 787 000 migrants and refugees in Libya, many live with protection and access to healthcare, worsening injuries and traumas.
Some areas of the country have been harder hit than others. In southern and eastern Libya, already marginalized during Muammar Gaddafi’s forty-two years in power, many residents have limited or no access to basic medical services. In eastern Libya, unregulated private clinics—where treatment is relatively expensive yet often substandard—have proliferated.“ (WHO, 20. März 2025, S. 16)
Die Weltbank (World Bank) ist die in Washington, D.C. angesiedelte multinationale Entwicklungsbank.
· World Bank: Libya Economic Monitor, Herbst 2025
https://openknowledge.worldbank.org/server/api/core/bitstreams/86fffd45-7610-4a69-bb3c-9fa1dbfa6664/content
„Libya’s economic performance during the first nine months of 2025 has been marked by a strong rebound in overall GDP [Gross Domestic Product] driven primarily by the recovery and expansion of the oil sector. Following the 2024 Central Bank of Libya (CBL) crisis—which triggered a sharp contraction in oil GDP and a slowed overall GDP growth—oil production surged during the first nine months of 2025, averaging 1.3 million barrels per day, an increase of 17 percent year-on-year. With the strong performance in oil activity, the non-oil sectors remained robust, supported by both private and public consumption. Despite persistent structural, security, and political challenges these trends reflect the positive impact of increased investments and ongoing maintenance in oil projects, alongside gradual improvements in security conditions.
On the fiscal front, public finances have shown improvement, with the GNU’s [Government of National Unity] fiscal surplus widening to 3.6 percent of GDP during the first nine months of 2025, compared to 0.7 percent in the same period of 2024. This was achieved despite softer oil prices, as higher oil production and the April 2024 devaluation of the Libyan dinar boosted hydrocarbon revenues by 33 percent, offsetting declines in tax revenues. However, public expenditure continued to rise, driven by increases in the wage bill and subsidies, while capital spending declined sharply. In the external sector, the merchandise trade surplus contracted by 16 percent in the first half of 2025, reflecting lower oil export receipts and higher imports, particularly for development and reconstruction projects.“ (World Bank, Herbst 2025, S. ix)
[1] Der Minimum Expenditure Basket (MEB) identifiziert und quantifiziert Grundbedürfnisse und Dienstleistungen, die monetarisiert werden können und in angemessener Qualität über lokale Märkte und Dienstleistungen verfügbar sind. Die im MEB enthaltenen Güter und Dienstleistungen sind diejenigen, die Haushalte in einem bestimmten Kontext regelmäßig oder saisonal priorisieren. Ein MEB ist von Natur aus multisektoral und basiert auf den durchschnittlichen Kosten der im Warenkorb enthaltenen Güter (siehe: OCHA, 19. Februar 2026, S. 1)