Dokument #2134931
ACCORD – Austrian Centre for Country of Origin and Asylum Research and Documentation (Autor)
24. Oktober 2025
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Allgemeine Informationen zu Usbek·innen in Afghanistan
Bevölkerungsanteil
Siedlungsgebiete
Sprache
Usbekische Mitglieder der Taliban oder der Taliban-Regierung
Aktuelle Lage von Usbek·innen in Afghanistan
Gezielte Angriffe durch die Taliban, inklusive Tötungen und Inhaftierungen seit der Machtübernahme der Taliban
Angriffe durch den Islamischen Staat (IS) oder andere Gruppierungen
Quellen: (Zugriff auf alle Quellen am 24. Oktober 2025)
Anhang: Quellenbeschreibungen und Informationen aus ausgewählten Quellen
Kurzbeschreibungen zu den in dieser Anfragebeantwortung verwendeten Quellen sowie Ausschnitte mit Informationen aus diesen Quellen finden Sie im Anhang.
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Allgemeine Informationen zu Usbek·innen in Afghanistan
Die Encyclopaedia Britannica merkt in ihrem Afghanistan-Beitrag an, dass seit einer Teilzählung im Jahr 1979 in Afghanistan keine Volkszählung durchgeführt worden sei. Bevölkerungsschätzungen seien daher nur grobe Annäherungen. Laut Encyclopaedia Britannica würden Usbek·innen knapp unter ein Zehntel der Bevölkerung ausmachen (Encyclopaedia Britannica, ohne Datum).
Die Asylagentur der Europäischen Union (European Union Agency for Asylum, EUAA) analysiert in ihrem Bericht zum Targeting von Einzelpersonen vom August 2022 mehrere Quellen mit Informationen zur Bevölkerungsanzahl der Usbek·innen in Afghanistan (wie die Minority Rights Group, Library of Congress Country Studies, Solidarity Committee for Afghanistan und NPR) und kommt zu dem Ergebnis, dass Usbek·innen in Afghanistan 6 – 15 Prozent der Bevölkerung ausmachen würden (EUAA, August 2022, S. 126).
Es konnten keine neueren Informationen zur Bevölkerungsanzahl gefunden werden.
Die US-amerikanische Denkfabrik Council on Foreign Relations (CFR) veröffentlicht 2014 folgende Karte des Congressional Research Service, des Recherchedienstes des US-amerikanischen Kongresses, die das Hauptsiedlungsgebiet der Usbek·innen im Norden Afghanistans zeigt:
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(CFR, 4. Juli 2014, S. 5).
Das australische Außenministerium (Department of Foreign Affairs and Trade, DFAT) veröffentlicht in einem Länderbericht über Afghanistan vom Jänner 2022 folgende Karte der ethnolinguistischen Zusammensetzung des Landes:
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(DFAT, 14. Jänner 2022, S. 1)
Die Staatendokumentation des österreichischen Bundesamts für Fremdenwesen und Asyl (BFA), die mit der Sammlung und Aufbereitung von Herkunftsländerinformationen beauftragt ist, veröffentlicht 2016 ein Dossier über die Grundlagen der Stammes- und Clanstrukturen mit folgenden Informationen über die Usbek·innen in Afghanistan:
„Usbeken (Selbstbezeichnung uzbak, özbek) siedeln traditionell in den nördlichen Landesteilen, die bis zum Ende des 19. Jahrhunderts als AfghanischTurkestan bekannt waren und enge kulturelle und wirtschaftliche Verflechtungen mit Nachbarregionen in Russisch-Turkestan sowie im Emirat von Buchara aufwiesen. […]
Usbeken sind Sunniten und siedeln sowohl im ländlichen Raum wie auch in urbanen Zentren (Mazar-e Sharif, ebenso Kabul, Kandahar, Laschkargah u.a.), wo ihre Wirtschafts- und Lebensformen kaum Unterschiede zu Dari-sprachigen Gruppen aufweisen.“ (BFA Staatendokumentation, 2016, S. 19)
Auch die Minority Rights Group (MRG) und IOM UK schreiben, dass Usbek·innen hauptsächlich im Norden Afghanistans leben würden (MRG, ohne Datum; IOM UK, 3. Dezember 2021).
Im oben genannten Dossier der BFA Staatendokumentation finden sich folgende Informationen zur Sprache der Usbek·innen:
„In den Städten und in vielen ländlichen Gegenden sind Usbeken zweisprachig. Sie beherrschen neben dem Usbekischen auch Dari auf nahezu muttersprachlichem Niveau. […] Usbekisch gehört zur Gruppe der Turksprachen. Eine geschriebene Sprachform existierte seit dem 15. Jahrhundert, als sich mit dem Chaghatai eine Hochsprache mit einer klassischen literarischen Tradition entwickelte. In späterer Zeit wurde die Schriftsprache oft einfach als torki bezeichnet. Ungeachtet der häufigen Zweisprachigkeit spielt die usbekische Sprache eine wichtige Rolle für das ethnische Selbstverständnis der Usbeken. Heutige Verschriftungsbemühungen für das Usbekische in Afghanistan basieren auf dem arabisch-persischen Alphabet.“ (BFA Staatendokumentation, 2016, S. 19-20)
Auch MRG schreibt im oben genannten undatierten Beitrag auf ihrer Webseite, dass es sich bei den Usbek·innen um eine turksprachige Volksgruppe handle, deren Sprache Usbekisch sei (MRG, ohne Datum).
IOM UK bestätigt ebenfalls, dass Usbek·innen in Afghanistan Usbekisch, einen Dialekt der Turksprachen, sprechen würden (IOM UK, 3. Dezember 2021, S. 3).
Usbekische Mitglieder der Taliban oder der Taliban-Regierung
Das Raoul Wallenberg Institute (RWI) nennt in einem Bericht über Inklusivität in Afghanistan vom Mai 2024 zwei Kabinettsminister mit usbekischer Zugehörigkeit: den stellvertretenden Vorsitzenden des Ministerrats, Mullah Abdul Salam Hanafi, und den Minister für Landwirtschaft, Bewässerung und Viehzucht, Mawlawi Attaullah Omari (RWI, Mai 2025, S. 38; siehe auch: EUAA, November 2024, S. 117). Laut RWI würden die Taliban keine bedeutsame Vertretung der verschiedenen ethnischen Gemeinschaften, darunter der Usbek·innen, ermöglichen (RWI, Mai 2025, S. 63) und nennt das Beispiel des Ministeriums für Handel und Industrie, in deren 19 Generaldirektionen es keine einzige usbekische Vertretung gebe (RWI, Mai 2025, S. 47).
Das Middle East Institute (MEI) stellt auf seiner Webseite eine Übersicht der Taliban-Führung (Taliban Leadership Tracker) zur Verfügung. Von 1.185 erfassten Personen, die der Führung der Taliban in Afghanistan angehören würden, seien circa drei Prozent Usbeken (MEI, September 2025).
Die gesamte Übersicht, inklusive Namen, Position, Ethnizität, Herkunft und weitere Informationen der erfassten Personen, sowie die Möglichkeit einer Suchfunktion nach Namen, Ethnizität, Provinz, Distrikt, Stamm und Position, finden Sie auf folgender Webseite:
· MEI – Middle East Institute: Taliban Leadership Tracker, zuletzt aufgerufen am 20. Oktober 2025
https://talibantracker.mei.edu/english/taliban/taliban-leadership-tracker?pageNumber=3
Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), die für die Durchführung von Asylverfahren und die Zuerkennung des Flüchtlingsschutzes zuständige Bundesbehörde Deutschlands, veröffentlicht im April 2025 einen Länderbericht zur Ideologie und dem aktuellen politischen System der Taliban, in dem folgende gesammelte Informationen zu usbekischen Mitgliedern der Taliban sowie deren Regierung enthalten sind:
„Am 22.09.2022 gaben die Taliban mehrere neue Ernennungen für ihr Kabinett bekannt, darunter auch Personen, die nicht zu den Taliban gehören. Damit gehörten der neuen Regierung vier Tadschiken, zwei Usbeken, ein Turkmene, ein Hazara, ein Nuristani und ein Khwaja (arabischer Abstammung) an. Mit insgesamt 53 Mitgliedern ist dieses erweiterte Kabinett ein geringfügiges Zugeständnis zur Einbeziehung ethnischer Minderheiten, auch wenn es immer noch von Paschtunen dominiert wird. […]
Laut einer Auswertung von Aamaj News von Juni 2022 sind 82,7 % der Mitglieder der Taliban-Regierung männliche Paschtunen und fast alle Talibanmitglieder. Es gibt keine Frauen und keine Hazara im Kabinett. Die Quote der Tadschiken liege bei 6,8 %, der Usbeken bei 6,8 % und der Nuristanis bei 3,4 % der Kabinettsmitglieder. 82,3 % der Gouverneure der Provinzen seien ebenfalls Paschtunen und 100 % von ihnen Taliban-Mitglieder. […]
Laut einer Studie von Mitte 2024, dem Taliban Leadership Tracker, sind von ca. 1.200 Personen der Taliban-Führung etwa 90 % ethnische Paschtunen – Tadschiken machen 5,4 % aus, Usbeken 2,8 %, Hazara 0,7 %, Turkmenen 0,3 % und Belutschen 0,3 %.“ (BAMF, 9. April 2025, S. 44)
BAMF berichtet weiters von Konflikten mit nicht-paschtunischen Taliban:
„Vermehrt gab es im Frühjahr 2022 Truppenverschiebungen der Taliban in Nicht-Paschtunengebiete (den Norden und ins Hazarajat), weil sich dort verschiedene Widerstandsgruppen formierten (u.a. National Resistance Front der Tadschiken, Widerstand um den Hazarageneral Alipour in und um Bamyan) oder interne Machtkämpfe der Taliban ausgebrochen sind (Aufstand usbekischer Taliban). Am 13.01.2022 war der usbekische Taliban-Kommandeur Makhdoom Alam in Faryab wegen Entführungsvorwürfen von den Taliban (hauptsächlich Paschtunen) verhaftet und nach Kabul gebracht worden. Dagegen hatte es Proteste von ethnischen Usbeken gegeben.
Am 16.01.2022 wurde berichtet, der Aufstand von usbekischen Taliban gegen die Verhaftung eines Kommandeurs in der Provinz Faryab sei beendet. Dennoch entsandten die Taliban am 17.01.2022 2.500 Soldaten in die angrenzende, nördliche Provinz Sar-e-Pul. Am 04.03.2022 wurde berichtet, die Taliban hätten zwei bekannte usbekische Kommandeure, die im Norden aktiv waren, entlassen. Am 07.05.2022 wurden 300 paschtunische Taliban in die nahe gelegene Provinz Badakhshan verlegt, um tadschikische und usbekische Taliban in der Region zu ersetzen. Letztere wurden teilweise von ihren Kasernen vertrieben und entwaffnet. Am 11.02.2023 hatte ein usbekischer Talibankommandant aus der Provinzhauptstadt Maimana seinen Austritt angedroht, wenn paschtunische Taliban in der Region nicht aufhören würden, Grundstücke von Usbeken illegal an paschtunische Nomaden zu verteilen. Am 17.01.2022 haben die Taliban Waffenlager des aufständischen Hazara-Generals Alipoor in der Provinz Wardak ausgehoben. Laut Medienberichten vom 11.05.2023 wurde ein Hazara-Kommandeur aus der Provinz Daikundi, Mohammad Baqir Moballeghzada, der zu den Taliban übergelaufen war, von diesen verhaftet. Seine Waffen wurden beschlagnahmt. Laut Meldungen war der Taliban-Geheimdienstchef Maulavi Mehdi Mujahid der Provinz Bamyan, ein ethnischer Hazara, durch den usbekischen Taliban-Kommandeur Qari Bilal ersetzt worden. Mehdi wurde im August 2022 durch die Taliban getötet.“ (BAMF, 9. April 2025, S. 45-46)
The Washington Post veröffentlicht im Februar 2022 einen Artikel über den genannten verhafteten usbekischen Taliban-Kommandeur Makhdoom Alam und den darauffolgenden Protest. Die Protestierenden hätten den Taliban vorgeworfen, mit der Verhaftung Alams verhindern zu wollen, dass ein Usbeke zu viel Macht gewinne. In der Provinz Faryab, wo Usbek·innen die Mehrheit stellen würden, gebe es viele usbekische Sicherheitsbeamte und Politiker mittlerer Ebene. Laut The Washington Post hätten die meisten Einwohner·innen die Ernennung eines turkmenischen Gouverneurs und eines Paschtunen zu seinem Stellvertreter durch die Taliban als Versuch gesehen, den Einfluss der usbekischen Gemeinschaft zu schwächen. Alam sei der mächtigste Usbeke gewesen (Washington Post, 1. Februar 2022). Laut einem Artikel von Hasht-e Subh habe Alam drei Monate im Gefängnis verbracht und sei schließlich aufgrund von Vermittlungen von mehreren prominenten Persönlichkeiten der Usbeken-Taliban, darunter Salah ul-Din Ayubi, freigelassen worden (Hasht-e Subh, 18. Oktober 2022).
Laut demselben Artikel von Hasht-e Subh vom Oktober 2022 habe der genannte Salah ul-Din Ayubi, der als einer der prominentesten usbekischen Taliban-Kommandeure gegolten habe, sich aus Prostest gegen den Ausschluss ethnischer Minderheiten von den Taliban getrennt. Er habe in den zwei Jahrzehnten zuvor Hunderte usbekischer Taliban-Kämpfer befehligt. Der Artikel berichtet weiters, dass Dutzende andere Militärkommandeure usbekischer Herkunft, darunter Maulvi Khan Mohammed Arif, von den Taliban ausgeschlossen worden seien. Laut Hasht-e Subh seien seit der Gründung der Taliban-Bewegung zahlreiche Usbeken mit der Gruppe verbündet gewesen, die Taliban hätten jedoch mit der Wiedererlangung der Macht in Afghanistan versucht, nicht-paschtunische Mitglieder und Kommandeure, darunter auch Usbeken, aus ihrem Machtapparat zu entfernen (Hasht-e Subh, 18. Oktober 2022).
In einem Artikel vom Juni 2024 zitiert Hasht-e Subh den stellvertretenden Vorsitzenden der Nationalen Islamischen Bewegung Afghanistans und ehemaligen Gouverneur der Provinz Takhar, Abdullah Qarluq, Laut Qarluq gebe es in den Reihen der Taliban einige symbolhaft inkludierte Usbeken („symbolic Uzbek individuals“), es gebe jedoch keine gebildeten oder spezialisierten Usbeken in ihren Reihen (Hasht-e Subh, 27. Juni 2024).
Aktuelle Lage von Usbek·innen in Afghanistan
Radio Free Europe/Radio Liberty (RFE/RL) berichtet im Jänner 2022, dass paschtunische Nomaden mit Hilfe der Taliban Usbek·innen in Nordafghanistan aus ihren Häusern vertreiben würden. Laut RFE/RL würden sich die ethnischen Minderheiten Nordafghanistans speziell über die mangelnde Repräsentation in der Regierung beschweren (RFE/RL, 29. Januar 2022).
Laut Amnesty Internationals Jahresbericht 2023 seien Usbek·innen auch 2023 zunehmender Marginalisierung und Zwangsvertreibung aus ihren Häusern und von ihrem Land ausgesetzt (Amnesty International, 24. April 2024).
Auch das Centre for Strategic and Contemporary Research (CSCR) schreibt im Juli 2024, dass die Taliban aufgrund von ethnischer Zugehörigkeit diskriminieren würden und Angehörige der Hazara, Tadschiken und Usbeken ausgegrenzt und aus ihren Häusern vertrieben würden (CSCR, 16. Juli 2024).
Kabul Now berichtet im Juli 2024 von der Gruppenvergewaltigung und Folter eines jungen Usbeken durch einen lokalen Taliban-Kommandeur (ebenfalls ein ethnischer Usbeke) und seinen Vertrauten in der Provinz Faryab (Kabul Now, 3. Juli 2024).
Hasht-e Subh berichtet in einem Artikel vom September 2024, dass es Usbek·innen gelungen sei in Nordafghanistan ein gewisses Maß an Autonomie zu bewahren. Sie seien kultureller Unterdrückung durch die Taliban ausgesetzt, hätten jedoch eine groß angelegte Rekrutierung in die Taliban-Kräfte weitgehend vermieden und lokale Regierungsstrukturen aufrechterhalten, die dem Einfluss der Taliban widerstehen würden (Hasht-e Subh, 9. September 2024).
Im Oktober 2024 veröffentlicht Hasht-e Subh einen Artikel über die Frustration der Usbek·innen mit ihrer rein symbolischen Position in der Talibanregierung. Laut vielen usbekischen Bürger·innen würden ethnische Vorurteile der Taliban sie von politischen Machtpositionen ausschließen und ihnen eine bedeutende Rolle in der nationalen Entscheidungsfindung verwehren. Die Talibanregierung habe Usbek·innen in den vergangenen drei Jahren keine nennenswerten Vorteile gebracht. Stattdessen hätten die Taliban kompetente usbekische Führer und Vertreter durch Drohungen und Zwang aus dem Land vertrieben. Selbst Usbeken, die die Taliban unterstützen und als Kommandeure oder Kämpfer gegen die ehemalige Republik und ausländische Streitkräfte gekämpft hatten, hätten 2024 keine politische, wirtschaftliche oder soziale Autorität mehr und würden innerhalb der Gruppe nur noch symbolische Rollen spielen (Hasht-e Subh, 6. Oktober 2024).
Kabul Now schreibt im Oktober 2024 ebenfalls über die diskriminierende Sprachpolitik unter der Talibanregierung. Unter anderem sei usbekischen Professoren vorgeschrieben worden internationale Werke ins Paschtu zu übersetzen, anstatt die akademische Entwicklung in ihrer Muttersprache zu fördern. Usbek·innen hätten am 20. Oktober in der Provinz Faryab den Nationalen Tag der usbekischen Sprache gefeiert. Die Taliban hätten die Veranstaltungen boykottiert (Kabul Now, 21. Oktober 2024).
Das afghanische Nachrichtenportal Jomhor News berichtet im November 2024, dass es Usbek·innen im Norden des Landes nicht gestattet sei, ihre Häuser ohne eine Genehmigung der Taliban zu reparieren. Weiters sei der Verkauf von Land an Nicht-Paschtunen verboten und Immobilien dürften nur mit Genehmigung der Taliban verkauft werden. Taliban-Kämpfer seien vermehrt gegen die Menschen im Norden des Landes vorgegangen. Der Artikel spricht von der Zerstörung des Mohnanbaus und der Entführung von Mädchen und Frauen durch Taliban-Kämpfer. Laut Jomhor News würden viele usbekische Kämpfer bereuen, an der Seite der Taliban gekämpft zu haben (Jomhor News, 24. November 2024).
ACCORD zitiert im Februar 2025 ein Telefonat mit Rafiey, Gründer der Afghanistan Migrants Advice & Support Organization (AMASO), einer Organisation mit Sitz in Kabul, die von 2014 bis 2022 tätig war und sich auf die Unterstützung afghanischer Migrant·innen sowie freiwillig und unter Zwang Zurückgekehrter konzentrierte. Laut Rafiey seien Usbek·innen unter der De-Facto-Regierung mit Schwierigkeiten konfrontiert (ACCORD, 21. Februar 2025). Es wird nicht auf die näheren Umstände dieser Schwierigkeiten eingegangen.
RWI schreibt im Mai 2025, dass Usbek·innen im Durchschnitt von einer 20–30 Prozent höheren Prävalenz [als Paschtunen, Anmerkung ACCORD] diskriminierender Behandlung beim Zugang zu Dienstleistungen berichtet hätten, außerdem würden sie öffentliche Politik und Dienstleistungen als eher unfair und parteiisch wahrnehmen (RWI, Mai 2025, S. 54).
Gezielte Angriffe durch die Taliban, inklusive Tötungen und Inhaftierungen seit der Machtübernahme der Taliban
Informationen über Angriffe gegen und Inhaftierungen von (ehemaligen) Mitgliedern der Taliban finden Sie weiter oben unter „Usbekische Mitglieder der Taliban oder der Taliban-Regierung“.
RFE/RL berichtet im Jänner 2022 von einem Protest von überwiegend ethnischen Usbek·innen nach der weiter oben beschriebenen Verhaftung des usbekischen Taliban-Kommandeurs Makhdoom Alam. Bei dem Protest seien Schüsse gefallen und mindestens vier Menschen seien getötet worden. Die Demonstrant·innen hätten die Taliban-Kämpfer aus der Stadt gejagt, woraufhin die Taliban Verstärkung in das Gebiet – darunter eine Gruppe von Selbstmordattentäter – geschickt hätten. Die Pattsituation sei durch Verhandlungen gelöst worden (RFE/RL, 29. Jänner 2022).
Hasht-e Subh berichtet im März 2025 von einem gewaltsamen Zusammenstoß zwischen bewaffneten Mitgliedern des Zadran-Stammes – unterstützt von Taliban-Kämpfern – und Einwohner·innen eines usbekischen Dorfes in der Provinz Kundus, Distrikt Aliabad. Dem Artikel zufolge seien die Angreifer·innen bewaffnet gewesen und hätten das Land der Usbek·innen besetzen wollen. Letztere hätten mit einfachen Werkzeugen, wie Schaufeln und Stöcken, Widerstand geleistet. Laut Hasht-e Subh hätten in den Monaten zuvor in verschiedenen Provinzen des Landes Fälle von Landraub zugenommen (Hasht-e Subh, 6. März 2025).
Rawadari schreibt in seinem Halbjahresbericht 2025 von der Verhaftung eines usbekischen Sozialaktivisten durch den Geheimdienst der Taliban im Distrikt Argu der Provinz Badachschan im Mai 2025, weil dieser sich für die Rechte der usbekischen Volksgruppe eingesetzt habe (Rawadari, August 2025, S. 27). Weiters hätten die Taliban im Juni mindestens 50 usbekische Demonstrant·innen im Distrikt Dawlat Abad der Provinz Faryab verhaftet. Es sei zu Zusammenstößen zwischen der örtlichen Jugend und den Taliban gekommen, nachdem zwei Taliban-Mitglieder junge Frauen belästigt hätten. Die Taliban hätten die Jugendlichen verhaftet, was zu Protesten gegen das ethnisch voreingenommene und diskriminierende Verhalten der Taliban geführt habe. Die Taliban hätten daraufhin in die Luft geschossen und auf Demonstrant·innen eingeschlagen, um die Proteste niederzuschlagen. Die verhafteten Demonstrant·innen seien später infolge der Bemühungen der örtlichen Ältesten freigelassen worden (Rawadari, August 2025, S. 37).
United Nations Assistance Mission in Afghanistan (UNAMA) beschreibt denselben Vorfall vom Juni 2025 wie folgt: Es sei in der Provinz Faryab im Bezirk Dawlat Abad im Dorf Quzby Qala zu Zusammenstößen zwischen Mitgliedern der örtlichen paschtunischen und usbekischen Gemeinschaften gekommen, bei denen die De-facto-Behörden mindestens 87 Usbek·innen festgenommen hätten. Im Zusammenhang mit dem Vorfall seien auch zwei paschtunische Jungen festgenommen worden. Der Vorfall habe sich ereignet, nachdem eine Gruppe paschtunischer Jugendlicher Knallkörper auf eine Gruppe usbekischer Frauen geworfen hätten, was zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen den paschtunischen Jugendlichen und einer Gruppe usbekischer Männer geführt habe, die den Vorfall beobachtet hätten. Die Taliban hätten beide an der Auseinandersetzung beteiligten Gruppen sowie etwa 30 männliche Usbeken festgenommen, die versucht hätten, die Festnahme der usbekischen Jugendlichen zu verhindern. Später am selben Tag hätten usbekische Dorfbewohner·innen gegen die Festnahmen protestiert. Berichten zufolge hätten sie dabei auch die Polizeiwache gestürmt. Zwischen dem 8. und 10. Juni 2025 habe die Polizei etwa 48 weitere männliche usbekische Dorfbewohner festgenommen, die angeblich an den Protesten teilgenommen hätten, darunter auch einige Kinder. Sie seien später alle aus der Haft entlassen worden (UNAMA, 10. August 2025, S. 6).
Angriffe durch den Islamischen Staat (IS) oder andere Gruppierungen
Es konnten im Rahmen der Onlinerecherche keine Informationen zu Angriffen durch den IS oder andere Gruppierungen spezifisch gegen die usbekische Bevölkerung in Afghanistan gefunden werden. Dies bedeutet nicht notwendigerweise, dass solche Angriffe nicht stattgefunden haben. Gesucht wurde auf Dari, Deutsch und Englisch mittels ecoi.net, Factiva und Google nach einer Kombination aus folgenden Suchbegriffen: Afghanistan, Angriffe, IS, bewaffnete Gruppierungen, Usbek·innen, Konflikt, Tötung
Eurasianet schreibt in einem Artikel vom März 2022 über die Bemühungen des IS Usbek·innen in Afghanistan zu rekrutieren. Gleichzeitig würde die lokale Gruppierung des IS Anschläge in Usbekistan zu inspirieren versuchen (Eurasianet, 17. März 2022).
Laut dem Foreign Policy Research Institute (FPRI) würden die Taliban mit Mai 2022 die Kontrolle über Nordafghanistan an den IS verlieren. Im April desselben Jahres habe der IS eine Reihe von Bombenanschlägen auf schiitische Moscheen in Kundus und Masar-i-Scharif verübt, bei denen Dutzende Menschen ums Leben gekommen seien. Der IS habe außerdem ein Video eines angeblichen Raketenangriffs von afghanischem Territorium auf militärische Ziele in Usbekistan veröffentlicht. Dieser Angriff sei jedoch von Regierungsseite bestritten worden (FPRI, 13. Mai 2022).
Quellen: (Zugriff auf alle Quellen am 24. Oktober 2025)
· ACCORD - Austrian Centre for Country of Origin and Asylum Research and Documentation: Anfragebeantwortung zu Afghanistan: Informationen zu Rückkehr nach bzw. zeitweisem Aufenthalt in Afghanistan [a-12511-1], 21. Februar 2025
https://www.ecoi.net/de/dokument/2123644.html
· Amnesty International: The State of the World's Human Rights; Afghanistan 2023, 24 April 2024
https://www.ecoi.net/en/document/2107826.html
· BAMF - Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Deutschland): Länderreport 74 Afghanistan - Die Taliban: Ideologie und aktuelles politisches System; Stand: 03/2025, 9. April 2025
https://www.ecoi.net/en/file/local/2124242/laenderreport-74-Afghanistan.pdf
· BFA Staatendokumentation: AfPak, Grundlagen der Stammes- & Clanstruktur, Dossier der Staatendokumentation, 2016
https://www.ecoi.net/en/file/local/1236701/90_1470057716_afgh-stammes-und-clanstruktur-onlineversion-2016-07.pdf
· CFR- Council on Foreign Relations: The Taliban in Afghanistan, 4. Juli 2014
https://www.files.ethz.ch/isn/177335/p10551.pdf
· CSCR - Centre for Strategic and Contemporary Research: Afghanistan’s Ethnic Faultlines Under Taliban Rule, 16. Juli 2024
https://cscr.pk/explore/themes/politics-governance/afghanistans-ethnic-faultlines-under-taliban-rule/
· DFAT - Australian Government - Department of Foreign Affairs and Trade: DFAT Thematic Report on Political and Security Developments in Afghanistan (August 2021 to January 2022), 14. Jänner 2022
https://www.ecoi.net/en/file/local/2067344/country-information-report-afghanistan.pdf
· Encyclopaedia Britannica: Afghanistan, People, ohne Datum
https://www.britannica.com/place/Afghanistan/Plant-and-animal-life#ref21423
· EUAA - European Union Agency for Asylum: Afghanistan - Targeting of individuals, August 2022
https://www.ecoi.net/en/file/local/2077428/2022_08_EUAA_COI_Report_Afghanistan_Targeting_of_individuals.pdf
· EUAA - European Union Agency for Asylum: Afghanistan Country Focus, November 2024
https://www.ecoi.net/en/file/local/2117560/2024_11_EUAA_COI_Report_Afghanistan_Country_Focus.pdf
· Eurasianet: Perspectives | Islamic State in Afghanistan seeks to recruit Uzbeks, Tajiks, Kyrgyz, 17. März 2022
https://eurasianet.org/perspectives-islamic-state-in-afghanistan-seeks-to-recruit-uzbeks-tajiks-kyrgyz
· FPRI – Foreign Policy Research Institute: Northern Afghanistan and the New Threat to Central Asia, Eurasia Program, 13. Mai 2022
https://www.fpri.org/article/2022/05/northern-afghanistan-and-the-new-threat-to-central-asia/
· Hasht-e Subh: Taliban and National Participation, the Non-Pashtun Commanders Face Segregation, 18. Oktober 2022
https://8am.media/eng/taliban-and-national-participation-the-non-pashtun-commanders-face-segregation/
· Hasht-e Subh: Minimal Representation of Ethnic Groups in the Taliban Regime: ‘Pro-Taliban Figures Do Not Represent Tajiks, Uzbeks, and Hazaras’, 27. Juni 2024
https://8am.media/eng/minimal-representation-of-ethnic-groups-in-the-taliban-regime-pro-taliban-figures-do-not-represent-tajiks-uzbeks-and-hazaras/
· Hasht-e Subh: Long-Term Vulnerability of Pashtuns under Taliban Rule: A Comparative Analysis with Other Ethnic Groups in Afghanistan, 9. September 2024
https://8am.media/eng/long-term-vulnerability-of-pashtuns-under-taliban-rule-a-comparative-analysis-with-other-ethnic-groups-in-afghanistan/
· Hasht-e Subh: Taliban and Ethnic Discrimination: Uzbeks Frustrated with Symbolic Role in Taliban Regime, 6. Oktober 2024
https://8am.media/eng/taliban-and-ethnic-discrimination-uzbeks-frustrated-with-symbolic-role-in-taliban-regime/
· Hasht-e Subh: Taliban und bewaffnete Männer greifen usbekisches Land in Kundus an [Dari], 6. März 2025
https://8am.media/fa/attack-of-taliban-and-armed-people-on-uzbek-lands-in-kunduz/
· IOM UK – International Organization for Migration United Kingdom: Islamic Republic of Afghanistan, Key Geographic, Historic, and Demographic Information, 3. Dezember 2021
https://www.yhphnetwork.co.uk/media/102635/iom-guide-to-islamic-republic-of-afghanistan.pdf
· Jomhor News: Den Usbeken im Norden ist es nicht gestattet, ihre Häuser ohne die Erlaubnis der Taliban zu reparieren [Dari], 24. November 2024
https://www.jomhornews.com/fa/news/178003/
· Kabul Now: Man Recounts Gang Rape and Torture by Taliban Commander, 3. Juli 2024
https://kabulnow.com/2024/07/man-recounts-gang-rape-and-torture-by-taliban-commander/
· Kabul Now: Uzbek Language Day Celebrated in Faryab Amid Concerns of Linguistic Discrimination, 21. Oktober 2024
https://kabulnow.com/2024/10/uzbek-language-day-celebrated-in-faryab-amid-concerns-of-linguistic-discrimination/
· MEI – Middle East Institute: Taliban Leadership Tracker, zuletzt aufgerufen am 20. Oktober 2025
https://talibantracker.mei.edu/english/taliban/taliban-leadership-tracker?pageNumber=3
· MEI – Middle East Institute: Taliban Leadership Tracker, Who is in Power, September 2025
https://talibantracker.mei.edu/english/taliban/demographics
· MRG – Minority Rights Group: Uzbeks and Turkmens in Afghanistan, ohne Datum
https://minorityrights.org/communities/uzbeks-and-turkmens/
· Rawadari: Afghanistan Mid-Year Human Rights Situation Report: January-June 30, 2025, August 2025
https://rawadari.org/wp-content/uploads/2025/08/RW_MidYear2025_Human_Rights_Report_ENG.pdf
· RFE/RL - Radio Free Europe/Radio Liberty: Taliban's Arrest Of Ethnic Uzbek Commander Sparks Clashes In Northern Afghanistan, 29. Jänner 2022
https://www.rferl.org/a/taliban-arrest-uzbek-commander-clashes/31676447.html
· RWI - Raoul Wallenberg Institute: Leaving Many Behind: Examining the State of Inclusivity and Non-Discrimination in Afghanistan, Mai 2025
https://rwi.lu.se/wp-content/uploads/2025/05/Hamid-Formuli-2025-Leaving-Many-Behind.pdf
· UNAMA – United Nations Assistance Mission in Afghanistan: Update on the human rights situation in Afghanistan: April – June 2025 Update, 10. August 2025
https://unama.unmissions.org/sites/default/files/english_-_unama_hrs_update_on_human_rights_in_afghanistan_april-june_2025_final.pdf
· Washington Post (The): A popular Uzbek commander fought for the Taliban for more than two decades. He was arrested anyway, 1. Februar 2022
https://www.washingtonpost.com/world/2022/02/01/taliban-uzbek-afghanistan/
Anhang: Quellenbeschreibungen und Informationen aus ausgewählten Quellen
Das Austrian Centre for Country of Origin and Asylum Research and Documentation (ACCORD) ist eine Abteilung innerhalb des Generalsekretariats des Österreichischen Roten Kreuzes (ÖRK), die Informationen zu Herkunftsländern von Asylwerber·innen (COI) bereitstellt, um zu fairen und effizienten Asylverfahren beizutragen.
· ACCORD - Austrian Centre for Country of Origin and Asylum Research and Documentation: Anfragebeantwortung zu Afghanistan: Informationen zu Rückkehr nach bzw. zeitweisem Aufenthalt in Afghanistan [a-12511-1], 21. Februar 2025
https://www.ecoi.net/de/dokument/2123644.html
„In seiner telefonischen Auskunft an ACCORD am 6. Februar 2025 erläutert Rafiey, Gründer der Afghanistan Migrants Advice & Support Organization (AMASO), einer Organisation mit Sitz in Kabul, die von 2014 bis 2022 tätig war und sich auf die Unterstützung afghanischer Migrant·innen sowie freiwillig und unter Zwang Zurückgekehrter konzentrierte, dass Rückkehrer·innen aus den Nachbarländern es im Allgemeinen, unabhängig davon, ob sie unter der ehemaligen afghanischen Regierung oder den De-Facto-Behörden ins Land zurückgekehrt seien, leichter hätten, das Land wieder zu verlassen. […]
In seiner telefonischen Auskunft vom 6. Februar erläutert Rafiey gegenüber ACCORD, dass die ethnische Gruppe, die unter der mehrheitlich aus sunnitischen Paschtunen bestehenden De-Facto-Regierung den größten Schwierigkeiten begegne, die Hazara seien, die auch mehrheitlich Schiit·innen seien. Auch Tadschik·innen und Usbek·innen würden unter der De-Facto-Regierung Schwierigkeiten begegnen.“ (ACCORD, 21. Februar 2025)
Amnesty International ist eine internationale regierungsunabhängige Menschenrechtsorganisation mit Hauptsitz in London.
· Amnesty International: The State of the World's Human Rights; Afghanistan 2023, 24. April 2024
https://www.ecoi.net/en/document/2107826.html
„People from Hazara, Uzbek, Turkmen and Tajik ethnic groups faced growing marginalization and forced eviction from their homes and land.“ (Amnesty International, 24. April 2024)
Das Centre for Strategic and Contemporary Research (CSCR) ist ein Politikinstitut in Islamabad (Pakistan).
· CSCR - Centre for Strategic and Contemporary Research: Afghanistan’s Ethnic Faultlines Under Taliban Rule, 16. Juli 2024
https://cscr.pk/explore/themes/politics-governance/afghanistans-ethnic-faultlines-under-taliban-rule/
„The Taliban also discriminate among the general population on an ethnic basis. People from Hazara, Tajik, and Uzbek communities are marginalised and ousted from their homes.“ (CSCR, 16. Juli 2024)
Die Encyclopaedia Britannica ist die weltweit älteste kontinuierlich veröffentlichte Enzyklopädie.
· Encyclopaedia Britannica: Afghanistan, People, ohne Datum
https://www.britannica.com/place/Afghanistan/Plant-and-animal-life#ref21423
„No national census has been conducted in Afghanistan since a partial count in 1979, and years of war and population dislocation have made an accurate ethnic count impossible. Current population estimates are therefore rough approximations, which show that Pashtuns comprise about two-fifths of the population. The two largest Pashtun tribal groups are the Durrānī and Ghilzay. Tajiks are likely to account for some one-fourth of Afghans, while Ḥazāra and Uzbeks each constitute nearly one-tenth.“ (Encyclopaedia Britannica, ohne Datum)
Die Asylagentur der Europäischen Union (European Union Agency for Asylum, EUAA) ist eine EU-Agentur, deren Aufgabe es ist, die Mitgliedstaaten bei der Umsetzung des als Gemeinsames Europäisches Asylsystem bekannten EU-Gesetzespakets zu Asyl, internationalem Schutz und Aufnahmebedingungen zu unterstützen.
· EUAA - European Union Agency for Asylum: Afghanistan - Targeting of individuals, August 2022
https://www.ecoi.net/en/file/local/2077428/2022_08_EUAA_COI_Report_Afghanistan_Targeting_of_individuals.pdf
„There are various estimates of the relative sizes of the ethnic groups. Estimates of the share of Pashtuns ranged from 40 to 50 % of the population, Tajiks 25–27 %, Hazaras 9–18 %, Uzbeks 6–15 % and Turkmen 1.5–3 %.“ (EUAA, August 2022, S. 126)
· EUAA - European Union Agency for Asylum: Afghanistan Country Focus, November 2024
https://www.ecoi.net/en/file/local/2117560/2024_11_EUAA_COI_Report_Afghanistan_Country_Focus.pdf
„The de facto government is led by a thirty-three-member caretaker cabinet, composed of men who are predominantly ethnic Pashtuns. Non-Pashtun members of the cabinet include:
• de facto deputy Prime Minister for Administrative Affairs, Mullah Abdul Salam Hanafi (ethnic Uzbek from Jawzjan Province);
• de facto Minister of Agriculture, Mawlawi Ataullah Omari (ethnic Uzbek from Faryab Province) […].“ (EUAA, November 2024, S. 117)
Eurasianet ist eine unabhängige Nachrichtenwebsite, die am Harriman-Institute der Columbia-Universität (USA) angesiedelt ist und Informationen sowie Analysen zu politischen, menschenrechtlichen, sozioökonomischen und Umweltentwicklungen in den Ländern Osteuropas, des Kaukasus, Zentralasiens und in anderen Regionen Eurasiens zur Verfügung stellt.
· Eurasianet: Perspectives | Islamic State in Afghanistan seeks to recruit Uzbeks, Tajiks, Kyrgyz, 17. März 2022
https://eurasianet.org/perspectives-islamic-state-in-afghanistan-seeks-to-recruit-uzbeks-tajiks-kyrgyz
„The Islamic State is trying to broaden its appeal in Central Asia. The group’s Afghanistan branch has recently ramped up the production, translation, and dissemination of propaganda directed at Uzbek, Tajik, and Kyrgyz speakers in the region.
This push comes as part of an information campaign to delegitimize Kabul’s new Taliban government as a Pashtun ethno-nationalist organization rather than a bona fide Islamic movement. Accordingly, Islamic State Khurasan Province (ISKP) sees an opportunity to exploit areas of tension between the Taliban and different ethnic groups that may feel marginalized, while seeking to inspire attacks further afield in Uzbekistan, Tajikistan, and Kyrgyzstan.“ (Eurasianet, 17. März 2022)
Das Foreign Policy Research Institute (FPRI) ist eine amerikanische Denkfabrik mit Sitz in Philadelphia, Pennsylvania.
· FPRI – Foreign Policy Research Institute: Northern Afghanistan and the New Threat to Central Asia, Eurasia Program, 13. Mai 2022
https://www.fpri.org/article/2022/05/northern-afghanistan-and-the-new-threat-to-central-asia/
„The Taliban are losing control in northern Afghanistan to the Islamic State. In April 2022, the terrorist group carried out a series of bombings at Shia mosques in Kunduz and Mazar-i-Sharif, killing dozens. The Islamic State released a video of a purported rocket attack from Afghan territory toward military targets in Uzbekistan, although the Taliban and Uzbekistan challenged the claim.“ (FPRI, 13. Mai 2022)
Hasht-e Subh ist laut Selbstbeschreibung eine unabhängige, nicht-gewinnorientierte afghanische Tageszeitung, die im Jahr 2007 von afghanischen Menschenrechtsverteidiger·innen und namhaften afghanischen Journalist·innen gegründet wurde.
· Hasht-e Subh: Taliban and National Participation, the Non-Pashtun Commanders Face Segregation, 18. Oktober 2022
https://8am.media/eng/taliban-and-national-participation-the-non-pashtun-commanders-face-segregation/
„Salah ul-Din Ayubi was one of the most prominent Uzbek commanders of the Taliban, who has recently parted ways with the Taliban. According to reports, this Taliban commander cut ties with the Taliban in protest against the ‘Monopoly in power, and exclusion of other ethnic groups from within the system’, and he left Kabul for his base in Faryab province. […]
He also commanded hundreds of Uzbek militants of the Taliban in the past two decades, fought for the interest of the Taliban in the north of the country with the military forces of the previous government, and played a significant role in the fall of the northern provinces into the hands of the Taliban. […]
Besides this, Makhdoom Alam Rabbani, another Uzbek commander of the Taliban, was one of the most influential figures of this group in the north of the country in the last five years. He played a decisive role in the armed battles of this group with the security forces of the previous government in Faryab province and caused this province to fall into the hands of the Taliban. This Uzbek commander of the Taliban was arrested in the Mazar-e-Sharif province by Mullah Mohammad Fazl Mazlum, Deputy Minister of Defense of the Taliban regime, in December 2021 and transferred to Kabul. […]
After being arrested by Taliban forces, Makhdoom Alam Rabbani spent about three months in prison and was finally released due to what is said to be an intermediary between a number of prominent figures of the Uzbek Taliban, including Salah ul-Din Ayubi. […]
Along with dozens of other military commanders of Uzbek origin, including Maulvi Khan Mohammad Arif, who was in charge of Aqina Port, the Taliban also excluded Hazara and Tajik members from their ranks. […]
Although a number of Uzbeks have been allied with this group since the establishment of the Taliban Movement, by regaining power in Afghanistan, the Taliban are trying to remove non-Pashtun members and commanders, including Uzbeks, from its main body of power.” (Hasht-e Subh, 18. Oktober 2022)
· Hasht-e Subh: Minimal Representation of Ethnic Groups in the Taliban Regime: ‘Pro-Taliban Figures Do Not Represent Tajiks, Uzbeks, and Hazaras’, 27. Juni 2024
https://8am.media/eng/minimal-representation-of-ethnic-groups-in-the-taliban-regime-pro-taliban-figures-do-not-represent-tajiks-uzbeks-and-hazaras/
„Similarly, Abdullah Qarluq, deputy leader of the National Islamic Movement of Afghanistan and former governor of Takhar province, said: ‘There are a few symbolic Uzbek individuals in the ranks of the Taliban who joined them at the beginning and share the Taliban’s ideology and policies. No educated and specialized Uzbek person is in the ranks of the Taliban.’” (Hasht-e Subh, 27. Juni 2024)
· Hasht-e Subh: Long-Term Vulnerability of Pashtuns under Taliban Rule: A Comparative Analysis with Other Ethnic Groups in Afghanistan, 9. September 2024
https://8am.media/eng/long-term-vulnerability-of-pashtuns-under-taliban-rule-a-comparative-analysis-with-other-ethnic-groups-in-afghanistan/
„Likewise, Uzbeks have managed to retain a degree of autonomy in northern Afghanistan. Although they are subject to Taliban cultural repression, Uzbeks have largely avoided large-scale recruitment into Taliban forces and have maintained local governance structures that resist Taliban influence.“ (Hasht-e Subh, 9. September 2024)
· Hasht-e Subh: Taliban and Ethnic Discrimination: Uzbeks Frustrated with Symbolic Role in Taliban Regime, 6. Oktober 2024
https://8am.media/eng/taliban-and-ethnic-discrimination-uzbeks-frustrated-with-symbolic-role-in-taliban-regime/
„Many Uzbek citizens in Afghanistan argue that the Taliban’s ethnic biases have excluded them from political power, denying them a meaningful role in national decision-making. They criticize the Taliban’s mono-ethnic regime, which they claim has failed to provide any significant benefits to Uzbeks over the past three years. Instead, they say, the Taliban have forced competent Uzbek leaders and representatives out of the country through threats and coercion. Even Uzbeks who supported the Taliban and fought as commanders or fighters against the former republic and foreign forces now hold no authority in political, economic, or social matters, serving only symbolic roles within the group. The former deputy of the European Union’s special envoy to Afghanistan noted that these actions have prompted influential Uzbek figures to seek opportunities to form an independent force against the Taliban.“ (Hasht-e Subh, 6. Oktober 2024)
IOM UK ist Großbritanniens Zweigstelle der International Organization for Migration (IOM), einer auf Migration spezialisierte Organisation der Vereinten Nationen.
· IOM UK – International Organization for Migration United Kingdom: Islamic Republic of Afghanistan, Key Geographic, Historic, and Demographic Information, 3. Dezember 2021
https://www.yhphnetwork.co.uk/media/102635/iom-guide-to-islamic-republic-of-afghanistan.pdf
„Uzbeks are estimated to make up 9% of the population. They live mainly in the northern part of Afghanistan. They speak their own language - Uzbek, which is a Turkic dialect.“ (IOM UK, 3. Dezember 2021, S. 3)
Kabul Now ist die englischsprachige Ausgabe von Etilaatroz, einer afghanischen Zeitung, die für ihren investigativen Journalismus bekannt ist und seit der Machtübernahme der Taliban ihren Sitz von Kabul nach Washington D.C. verlegt hat.
· Kabul Now: Man Recounts Gang Rape and Torture by Taliban Commander, 3. Juli 2024
https://kabulnow.com/2024/07/man-recounts-gang-rape-and-torture-by-taliban-commander/
„A local Taliban commander along with his close aides have reportedly gang-raped and tortured a young man in the northern province of Faryab.” (Kabul Now, 3. Juli 2024)
· Kabul Now: Uzbek Language Day Celebrated in Faryab Amid Concerns of Linguistic Discrimination, 21. Oktober 2024
https://kabulnow.com/2024/10/uzbek-language-day-celebrated-in-faryab-amid-concerns-of-linguistic-discrimination/
„On Sunday, October 20, a large number of residents in northern Faryab province gathered to celebrate National Uzbek Language Day, an event that highlighted growing concerns about linguistic discrimination under Taliban rule. […]
Since the Taliban regained control, however, the observance of this important day has diminished and faced significant restrictions. The Taliban has been widely criticized for implementing discriminatory language policies, reportedly mandating that Uzbek and Turkish language professors translate international works into Pashto instead of promoting academic growth in their native languages.
The celebration in Faryab unfolded against a backdrop of tension, with many participants voicing concerns over the future of linguistic diversity in Afghanistan. The Taliban not only neglects to acknowledge National Uzbek Language Day but also actively boycotts public and student commemorative events.“ (Kabul Now, 21. Oktober 2024)
Das Middle East Institute (MEI) ist eine überparteiliche Denkfabrik mit Sitz in Washington, D.C., die sich ausschließlich der Erforschung des Nahen Ostens widmet.
· MEI – Middle East Institute: Taliban Leadership Tracker, Who is in Power, September 2025
https://talibantracker.mei.edu/english/taliban/demographics
„Ethnic Composition in Leadership
Among the 1,185 individuals mapped, ethnic Pashtuns dominate the Taliban's senior and mid-level ranks (90%), followed by Tajiks (5.4%) and Uzbeks (~3%).” (MEI, September 2025)
Minority Rights Group International (MRG) ist eine in London ansässige internationale NGO, die sich mittels weltweiter Kampagnen, Prozessführung und Publikationen für benachteiligte Minderheiten und indigene Völker einsetzt.
· MRG – Minority Rights Group: Uzbeks and Turkmens in Afghanistan, ohne Datum
https://minorityrights.org/communities/uzbeks-and-turkmens/
„Both Uzbeks and Turkmen live in the northern part of Afghanistan. […]
Uzbeks are also a Turkic-speaking ethnic group. […] Their language is Uzbek and although it is their own Turkish dialect, it is closely related to the one spoken by the Uyghur Muslim minority of Xinjiang, China.“ (MRG, ohne Datum)
Rawadari ist eine afghanische Menschenrechtsorganisation.
· Rawadari: Afghanistan Mid-Year Human Rights Situation Report: January-June 30, 2025, August 2025
https://rawadari.org/wp-content/uploads/2025/08/RW_MidYear2025_Human_Rights_Report_ENG.pdf
„On May 14, 2025, Taliban intelligence arrested an Uzbek social activist in Badakhshan province’s Argu district for his advocacy for rights of the Uzbek ethnic group.“ (Rawadari, August 2025, S. 27)
„On June 8, 2025, the Taliban arrested at least 50 Uzbek protesters in Faryab province’s Dawlat Abad district. A clash between occurred between the local youth and the Taliban after two Taliban members harassed local young women. Taliban arrested the local youth. The arrests led to a protest against the Taliban’s ethnically biased and discriminatory behaviour. The Taliban used aerial firing and beat protesters to suppress it. The arrested protesters were later released through the efforts of local elders.” (Rawadari, August 2025, S. 37)
Radio Free Europe/Radio Liberty (RFE/RL) ist eine Rundfunkorganisation, die von der antikommunistischen amerikanischen Organisation National Committee for a Free Europe im Jahr 1949 gegründet wurde.
· RFE/RL - Radio Free Europe/Radio Liberty: Taliban's Arrest Of Ethnic Uzbek Commander Sparks Clashes In Northern Afghanistan, 29. Jänner 2022
https://www.rferl.org/a/taliban-arrest-uzbek-commander-clashes/31676447.html
„When word of Alem’s arrest reached Maimana the next day, a protest erupted with hundreds of mostly ethnic Uzbeks surrounding the security headquarters in the city and demanding Alem’s release.
Shooting started and at least four people were killed.
The protesters forced the Taliban fighters to surrender their weapons and they were then marched out of Maimana. […]
The Taliban reportedly sent reinforcements to the area, including a squad of suicide bombers, but after four days of negotiations the standoff ended. […]
Videos have been posted on social networks for many weeks showing ethnic Turkmen and Uzbeks in northern Afghanistan being forced from their homes by Pashtun nomads with the help of the Taliban after they gave the land they were on to their fighters and supporters.
The Taliban leadership remains predominantly Pashtun in its ethnic makeup and a lack of representation within the government seems to be one of the main complaints of ethnic groups in northern Afghanistan.“ (RFE/RL, 29. Jänner 2022)
Das Raoul Wallenberg Institute (RWI) ist eine akademische Einrichtung an der Universität Lund in Schweden, die sich durch Forschung, Bildung und internationale Zusammenarbeit für die Förderung der Menschenrechte und des humanitären Völkerrechts einsetzt.
· RWI - Raoul Wallenberg Institute: Leaving Many Behind: Examining the State of Inclusivity and Non-Discrimination in Afghanistan, Mai 2025
https://rwi.lu.se/wp-content/uploads/2025/05/Hamid-Formuli-2025-Leaving-Many-Behind.pdf
„Cabinet Ministers […]
Council of Ministers: Deputy Chief: Mawlawi Abdul Salam Hanafi, Male, Uzbek, Jawzjan, Talib, Post-2021, Religious Studies […]
Ministry of Agriculture, Irrigation and Livestock, Minister, Mawlawi Attaullah Omari, Male, Uzbek, Faryab, Talib, Post-2021, Religious Studies.“ (RWI, Mai 2025, S. 38)
„A similar pattern of ideological and ethnic composition is visible at the senior leadership of the Ministry of Commerce and Industry (Figure 15). Data obtained from open sources shows that, from a total of 19 general directorates, 18 are occupied by Pashtuns with a background of Taliban membership. Only one directorate is headed by an ethnic Tajik, who is also allegedly close to Haqqani Network. The representation of Hazaras, Uzbeks, or other ethnic groups at this ministry at the time of data collection was zero.“ (RWI, Mai 2025, S. 47)
„On average, Tajiks, Hazaras and Uzbeks reported a 20-30% higher prevalence of discriminatory treatment when accessing services, as well as a higher perception of public policies and services to be unfair and partial.“ (RWI, Mai 2025, S. 54)
„The Taliban’s emphasis on the centrality of religion (Islam) as the uniting factor, with little accommodation and regard to grievances of other groups, and not allowing for meaningful representation of various ethnic communities, including the Hazaras, Tajiks and Uzbeks, is destined to fail.“ (RWI, Mai 2025, S. 63)
United Nations Assistance Mission in Afghanistan (UNAMA) ist die Unterstützungsmission der Vereinten Nationen in Afghanistan.
· UNAMA – United Nations Assistance Mission in Afghanistan: Update on the human rights situation in Afghanistan: April – June 2025 Update, 10. August 2025
https://unama.unmissions.org/sites/default/files/english_-_unama_hrs_update_on_human_rights_in_afghanistan_april-june_2025_final.pdf
„Mass arrests of members of the Uzbek community in Faryab province
On 8 June 2025, in Faryab province, Dawlat Abad district, Quzby Qala village, clashes between members of the local Pashtun and Uzbek communities resulted in the arrests of at least 87 Uzbek individuals by the de facto authorities. Two Pashtun boys were also arrested in connection with the incident. The altercation occurred after a group of Pashtun youths threw firecrackers at a group of Uzbek women, resulting in a physical altercation between the Pashtun youths and a group of Uzbek males who had witnessed the incident. De facto Police and GDI arrested both groups involved in the altercation, in addition to approximately 30 male Uzbeks who tried to prevent the arrest of the Uzbek youths. Later the same day, Uzbek villagers gathered and protested against the arrests, including reportedly storming the police station. Between 8-10 June 2025, police detained approximately 48 additional male Uzbek villagers who had allegedly participated in the protests, including some children. They were all subsequently released from detention.“ (UNAMA, 10. August 2025, S. 6)
The Washington Post ist eine US-amerikanische Tageszeitung.
· Washington Post (The): A popular Uzbek commander fought for the Taliban for more than two decades. He was arrested anyway, 1. Februar 2022
https://www.washingtonpost.com/world/2022/02/01/taliban-uzbek-afghanistan/
„By all accounts, Makhdoom Alam was a Taliban stalwart. The 45-year-old ethnic Uzbek commander fought U.S. and Afghan forces for two decades and was held for five years in a U.S.-run prison. Last summer, his fighters seized three northern provinces, helping pave the way for the Taliban to take over the nation. With each victory, his influence grew.
Two weeks ago, the Taliban arrested him.
That was enough to touch off a minor rebellion in this Uzbek-dominated northern provincial capital. Hundreds of Alam’s supporters took to the streets on Jan. 13, their anger fueled by long-simmering ethnic grievances — and accusations that the predominantly Pashtun Taliban didn’t want an Uzbek to gain too much power within its ranks. […]
Here in Faryab province, where Uzbeks are a majority, the ethnic fissures have been deepening for months. Even though many mid-level security and political officials are Uzbek, most residents viewed the Taliban’s appointment of an ethnic Turkmen governor and a Pashtun as his deputy as an attempt to dilute their community’s influence. The most powerful Uzbek was Alam, and then he was gone.” (The Washington Post, 1. Februar 2022)