ecoi.net featured topic on Afghanistan: Overview of security in Afghanistan

Die ecoi.net-Themendossiers bieten einen Überblick zu einem ausgewählten Thema. Das Themendossier Afghanistan behandelt die allgemeine Sicherheitslage im Land. Die Informationen stammen aus ausgewählten Quellen und erheben nicht den Anspruch vollständig zu sein. Erstellt von ACCORD.

1. Sicherheitslage im Land
2. Staatliche und nicht-staatliche Akteure
2.1. Afghanische Regierung und Sicherheitskräfte
2.2. Aufständische Gruppen
3. Quellen

Anmerkung: Informationen zur Sicherheitslage und sozioökonomischen Lage in Herat und Masar-e Scharif finden sich unter dem folgenden Link: https://www.ecoi.net/de/laender/afghanistan/themendossiers/sicherheitslage-und-soziooekonomische-lage-in-herat-und-masar-e-scharif/

Überblick über die Sicherheitslage in Afghanistan

1. Sicherheitslage im Land

Informationen zur Sicherheitslage in Afghanistan im Zeitraum Jänner 2010 bis September 2018 finden sich in einem von ACCORD zusammengestellten im Dezember 2018 veröffentlichten Bericht zur Entwicklung der wirtschaftlichen Situation, der Versorgungs- und Sicherheitslage. (ACCORD, 7. Dezember 2018)

2018

Das Armed Conflict Location & Event Data Project (ACLED) der University of Sussex dokumentiert für das Jahr 2018 für Afghanistan 43.750 Personen (zivile und nicht-zivile), die bei sicherheitsrelevanten Vorfällen ums Leben gekommen sind. Für das Vorjahr 2017 dokumentiert ACLED 41.689 solche Todesfälle. (ACLED, 29. April 2019)[i]

In seinen im August 2018 veröffentlichten Richtlinien zur Feststellung des internationalen Schutzbedarfs von Asylsuchenden aus Afghanistan schreibt das UNO-Flüchtlingshochkommissariats (UN High Commissioner for Refugees, UNHCR)[ii] unter Berufung auf verschiedene Quellen, dass die Taliban ihre Offensive zur Erlangung einer stärkeren Gebietskontrolle fortsetzen, während die Gruppe Islamsicher Staat (IS) Berichten zufolge zunehmend ihre Fähigkeit unter Beweis stellt, die geografische Reichweite auszubauen und die Sicherheitslage weiter zu destabilisieren. (UNHCR, 30. August 2018, S. 18)

Thomas Ruttig[iii], der Kodirektor des Afghanistan Analyst Networks (AAN), berichtet im August 2018 in seinem Blog vom Rücktritt des Chefs des nationalen afghanischen Sicherheitsrates aufgrund einer Reihe von erheblichen Sicherheitsvorfällen: “Hanif Atmar, der Chef des afghanischen Nationalen Sicherheitsrats (NSR) und damit wohl zweitmächtigster Mann im Land, ist am 25.8.18 zurückgetreten. […] Berichten aus Afghanistan zufolge hatte Präsident Aschraf Ghani Atmar wegen jüngst gehäufter erheblicher Sicherheitsvorfälle zum Rücktritt aufgefordert […]. Zu diesen Vorfällen gehören laut afghanischen Medienberichten die fünftägige Besetzung der Großstadt Ghasni durch die Taleban Mitte August, die offenbar stark erhöhte Zahl der Verluste der afghanischen Streitkräfte (genaue Zahlen werden weiter trotz gegenteiliger Ankündigungen Ghanis geheim gehalten) sowie der Mörserangriff am 21.8.18 auf Kabul während einer Rede Ghanis zum Eid-al-Adha-Fest.“ (Ruttig, 27. August 2018)

BBC News[iv] berichtet im Jänner 2019, dass laut Angaben von Präsident Ghani mehr als 45.000 Mitglieder der afghanischen Sicherheitskräfte seit seinem Amtsantritt im Jahr 2014 getötet wurden. (BBC News, 25. Jänner 2019)

Laut dem Special Inspector General for Afghanistan Reconstruction (SIGAR)[v] ist die Kontrolle bzw. der Einfluss der afghanischen Regierung über die Distrikte Afghanistans um mehr als 18 Prozentpunkte zurückgegangen, seit SIGAR im November 2015 mit den entsprechenden Aufzeichnungen begonnen hat. Die umkämpften Distrikte sind um etwa 13 Prozentpunkte gestiegen und die Kontrolle oder der Einfluss der Aufständischen über die Distrikte Afghanistans ist um etwa fünf Prozentpunkte gestiegen. (SIGAR, 30. Jänner 2019, S. 71)

Die folgende Grafik aus einem im Jänner 2019 veröffentlichten Bericht des Special Inspector General for Afghanistan Reconstruction (SIGAR) zeigt für ausgewählte Monate von November 2015 bis Oktober 2018 die jeweiligen Anteile des afghanischen Staatsgebietes, die unter der Kontrolle bzw. Einfluss der afghanischen Regierung stehen (in Grün), die Anteile, die unter der Kontrolle bzw. Einfluss der Aufständischen stehen (in Rot), sowie die Anteile der umkämpften Gebiete (in Gelb):

(SIGAR, 30. Jänner 2019, S. 70)

Der SIGAR-Bericht vom Jänner 2019 enthält die folgende Karte Afghanistans, die mit Stand 22. Oktober 2018 die Populationsdichte in Verbindung mit den Kontroll- und Einflussgebieten der afghanischen Regierung (in Dunkel- bzw. Hellgrün) und der aufständischen Gruppen (in Rot und Rosa) darstellt. Umkämpfte Gebiete werden in Blaugrau dargestellt:

(SIGAR, 30. Jänner 2019, S. 71)

Laut der Resolute Support Mission befanden sich 219 Distrikte (entsprechen 53,8 Prozent der Gesamtheit der Distrikte) mit Stand 22. Oktober 2018 unter afghanischer Regierungskontrolle (74 Distrikte) oder unter Einfluss dieser (145 Distrikte). Dies entspricht einem Rückgang von sieben vom Afghanischen Staat kontrollierten oder beeinflussten Distrikten im Vergleich zum letzten Quartal und einem Rückgang von acht Distrikten seit dem gleichen Zeitraum im Jahr 2017. Die Zahl der Distrikte unter Kontrolle oder Einfluss der Aufständischen nahm geringfügig zu: In diesem Quartal waren es 50 Distrikte unter Kontrolle (12 Distrikte) oder Einfluss (38 Distrikte) der Aufständischen. Dies ist ein Anstieg um einen Bezirk seit dem letzten Quartal, aber ein Rückgang um acht im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Jahr 2017. Somit stehen Berichten zufolge 12,3 Prozent der Distrikte Afghanistans unter Kontrolle oder Einfluss der Aufständischen. Die Zahl der umkämpften Distrikte, die weder von der afghanischen Regierung noch von den Aufständischen kontrolliert oder beeinflusst werden, stieg seit dem letzten Quartal um sechs auf 138 Distrikte, so dass 33,9 Prozent der Distrikte nun umstritten sind. (SIGAR, 30. Jänner 2019, S. 69)

Radio Free Europe/Radio Liberty (RFE/RL)[vi] berichtet in einem Artikel von April 2018, dass die afghanischen Taliban den Start ihrer jährlichen Frühjahrsoffensive angekündigt haben. In einer am 25. April veröffentlichten Erklärung verlautbarte die Gruppe, dass die Offensive vorwiegend darauf ausgerichtet sein werde, US-amerikanische Truppen zu bekämpfen. Laut der Erklärung würden die ‚innerstaatlichen Unterstützer‘ der Amerikaner – die afghanische Regierung und die afghanischen Truppen – als sekundäre Ziele betrachtet. (RFE/RL, 25. April 2018)

Laut einem Artikel von Tolo News gab Verteidigungsminister Tariq Shah Bahrami am 7. Mai bekannt, dass die Taliban seit der Ankündigung der Frühjahrsoffensive ‚Al Khandaq‘ 2.600 Operationen im ganzen Land durchgeführt haben, von denen 1.700 durch die afghanischen Sicherheitskräfte vereitelt werden konnten. (Tolo News, 7. Mai 2018)[vii]

Die Unterstützungsmission der Vereinten Nationen in Afghanistan (UN Assistance Mission in Afghanistan, UNAMA)[viii] schreibt in einem Bericht vom Juni 2018, dass sich während eines dreitägigen Zeitraums vom 15. bis 17. Juni 2018, in dem Eid-al-Fitr gefeiert wird [Eid al-Fitr: religiöse Feier zum Abschluss des Fastenmonats Ramadan], die von der Regierung und den Taliban jeweils einseitig erklärten Waffenstillstände überschnitten, was zur ersten tatsächlichen Waffenruhe seit 17 Jahren führte. Die Unterbrechung der Kämpfe hatte eine beispiellose Verbesserung der Bewegungsfreiheit für afghanischen Bürger zur Folge, von denen einige ihre Häuser in von den Taliban kontrollierten Gebieten besuchten, welche für sie seit Jahren nicht mehr zugänglich gewesen waren. Durch die Waffenruhe sind darüber hinaus die Leben unzähliger afghanischer Zivilisten verschont geblieben, die nach wie vor in einem extremen Ausmaß unter dem bewaffneten Konflikt leiden. Die Gruppe ISKP (Islamischer Staat in der Provinz Khorasan) übernahm die Verantwortung für Selbstmordanschläge in Nangarhar am 16. und 17. Juni, bei denen 48 Zivilisten getötet und 133 verletzt wurden. Abgesehen von diesen beiden Angriffen dokumentierte die UNAMA während der Kampfpause fast keine weiteren zivilen Opfer. Der kurze Waffenstillstand stellte für die Zivilbevölkerung - in einer Phase, in der sich vermutlich kaum jemand eine Ruhepause vorstellen hatte können - einen Hoffnungsschimmer dar. (UNAMA, 15. Juli 2018, S. 6-7)

Analysten warnen im Juni 2018 davor, dass die anhaltenden Sicherheitsprobleme die afghanische Bevölkerung weiterhin davon abhalten, sich für die im Oktober anstehenden Parlaments- und Gemeinderatswahlen zu registrieren, so ein Bericht des Institute for War and Peace Reporting (IWPR)[ix]. (IWPR, 11. Juni 2018)

In einem Bericht vom November 2018 schreibt die UNAMA, dass an den drei Tagen, in denen die Parlamentswahlen stattfanden, Gewaltausübung gegenüber Wählern und Wahllokalen 435 zivile Opfer (56 Tote und 379 Verletzte) forderte. Es kam dabei zu 108 verifizierten Fällen von mit der Wahl in Zusammenhang stehender Gewalt. Dies entspricht dem höchsten Grad an zivilem Schaden im Vergleich zu den vier vorangegangenen afghanischen Wahlen. Die UNAMA überprüft derzeit glaubwürdige Vorwürfe bezüglich dutzender weiterer Vorfälle, die zu zivilen Opfern und zur Beschädigung von zivilem Eigentum führten. (UNAMA, November 2018, S. 1)

In seinem Bericht an die UNO-Generalversammlung (UN General Assembly, UNGA)[x] vom Dezember 2018 schreibt der UNO-Generalsekretär, dass es in der östlichen Region Afghanistans weiterhin eine bedeutsame Präsenz der Gruppe ISKP gab. Dort übernahm die Gruppe im Berichtszeitraum (10. September bis 7. Dezember 2018) die Verantwortung für drei Selbstmord- bzw. komplexe Anschläge in der Provinz Nangarhar und sechs Angriffe in der Stadt Kabul. Die starke Präsenz der afghanischen nationalen Verteidigungs- und Sicherheitskräfte in der Stadt Jalalabad seit August 2018 schien sich jedoch positiv auf die allgemeine Sicherheitslage in dieser Stadt auszuwirken. Die ISKP setzte ihren Kampf gegen die Taliban fort, einschließlich bewaffneter Zusammenstöße zwischen den beiden Gruppen, die in den Provinzen Nangarhar und Kunar gemeldet wurden. Internationale Streitkräfte zielten weiterhin auf die ISKP ab und führten eine Reihe von Luftangriffen gegen entsprechende Ziele in den Distrikten Deh Bala, Achin, Khogyani, Nazyan und Chaparhar in der Provinz Nangarhar durch. (UNGA, 7. Dezember 2018, S. 6-7)

Die Zahl der von der Gruppe IS-K (Islamischer Staat Provinz Chorasan, auch ISKP) für sich beanspruchten Anschläge nahm in diesem Quartal ab. Laut ACLED [Armed Conflict Location & Event Data Project] beanspruchte die Gruppe in diesem Quartal (2. Oktober 2018 bis 15. Januar 2018) drei Anschläge in Afghanistan für sich, bei denen 20 Menschen starben, verglichen mit 14 beanspruchten Anschlägen im Quartal zuvor (16. Juli bis 1. Oktober 2018), bei denen 96 Menschen starben. Allerdings gab es in diesem Quartal 74 Anschläge von nicht identifizierten bewaffneten Gruppen - von denen einige von Mitgliedern der Gruppe IS-K begangen worden sein könnten -, bei denen 220 Menschen getötet wurden. (SIGAR, 30. Jänner 2019, S. 73)

Laut der UNAMA ist es im bewaffneten Konflikt in Afghanistan im Jahr 2018 zu einem Rekordniveau an zivilen Todesfällen gekommen. Die UNAMA dokumentierte für das Jahr 10.993 zivile Opfer (3.804 Tote und 7.189 Verletzte) als Folge des bewaffneten Konflikts, was einem Anstieg der gesamten zivilen Opferzahlen (Tote und Verletzte) um fünf Prozent und einem Anstieg der zivilen Todesfälle um 11 Prozent gegenüber 2017 entspricht. Es gab einen signifikanten Anstieg von Selbstmordanschlägen verübt von regierungsfeindlichen Elementen, insbesondere der ISKP. Durch diesen Anstieg an Selbstmordanschlägen und durch die Zunahme ziviler Opfer durch Lufteinsätze und Suchoperationen wurde der anhaltende Rückgang der zivilen Opfer durch Bodenoperationen mehr als aufgewogen. Selbstmordanschläge und Luftangriffe verursachten jeweils die größte Zahl an zivilen Opfern, die die UNAMA je für diese beiden Kategorien von Gewalt registriert hat. (UNAMA, Februar 2019, S. 1)

Die folgende Grafik der UNAMA zeigt die jährlichen Zahlen der zivilen Opfer (Tote in rot und Verletzte in grau) ab dem Jahr 2009, die von UNAMA dokumentiert wurden. Es wird dabei für jedes Jahr der Vergleichszeitraum 1. Jänner bis 30. September angegeben:

(UNAMA, Februar 2019, S. 1)

Für das Jahr 2018 führte die UNAMA 6.980 zivile Opfer (2.243 Tote und 4.737 Verletzte) auf Gewalt vonseiten der regierungsfeindlichen Elemente zurück, was einen Anstieg von drei Prozent gegenüber 2017 bedeutet. Der Anstieg resultierte hauptsächlich aus dem willkürlichen Einsatz von Selbstmordanschlägen und anderen Einsätzen von unkonventionellen Spreng- und Brandvorrichtungen (Improvised explosive devices, IEDs) in zivilen Gebieten und dem bewussten Abzielen auf Zivilisten (hauptsächlich vonseiten der ISKP), sowie dem während Bodeneinsätzen stattfindendem Einsatz von indirekten Feuersystemen wie Mörsern, Granaten und Raketen in zivilen Gebieten, bzw. von zivilen Gebieten aus. Die UNAMA führte 4.072 zivile Opfer (1.348 Tote und 2.724 Verletzte) auf Gewalt vonseiten der Taliban zurück (37 Prozent aller zivilen Opfer), was einen Rückgang von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr 2017 bedeutet. Der ISKP schrieb die UNAMA 2.181 zivile Opfer (681 Tote und 1.500 Verletzte) zu, was einem Anstieg von 118 Prozent gegenüber 2017 und einem Anteil von 20 Prozent an der Gesamtheit der zivilen Opfer im Jahr 2018 entspricht. Die UNAMA führte weiters 678 zivile Opfer (196 Tote und 482 Verletzte) auf Gewalt vonseiten unbestimmter regierungsfeindlicher Elemente zurück.

Die UNAMA dokumentierte 2.612 zivile Opfer (1.185 Tote und 1.427 Verletzte) für das Jahr 2018, die den mit der Regierung verbündeten Kräften zugeschrieben werden, was einem Anstieg der zivilen Opfer um 24 Prozent verglichen mit dem Jahr 2017 entspricht. Der Anstieg wurde hauptsächlich durch einen deutlichen Anstieg der zivilen Opfer infolge von Luftangriffen internationaler Streitkräfte sowie durch Suchoperationen afghanischer nationaler Sicherheitskräfte und regierungsfreundlicher bewaffneter Gruppen verursacht. Luftangriffe und Bodeneinsätze verursachten die gleiche Anzahl von zivilen Opfern und waren die beiden Hauptursachen für jene zivile Opfer, die im Jahr 2018 den mit der Regierung verbündeten Kräften zugeschrieben wurden. Die UNAMA schrieb 1.535 zivile Opfer (606 Tote und 929 Verletzte) den afghanischen nationalen Sicherheitskräften zu, was ungefähr der gleichen Zahl wie jener für das Jahr 2017 entspricht. Die UNAMA schrieb 674 zivile Opfer (406 Tote und 268 Verletzte) den internationalen Streitkräften zu (hauptsächlich im Zuge von Luftangriffen), was einen Anstieg im Vergleich zum Jahr 2017 bedeutet. Regierungsnahe bewaffnete Gruppen verursachten laut UNAMA 180 zivile Verluste (99 Tote und 81 Verletzte), etwa doppelt so viele wie im Jahr 2017. (UNAMA, Februar 2019, S. 4-5)

Laut einem SIGAR-Bericht vom April 2019 verzeichnet ACLED für das Jahr 2018 in Afghanistan 7.399 sicherheitsrelevante Vorfälle, was in etwa der Zahl für das Vorjahr 2017 (mit 7.345 Vorfällen) entspricht. Die drei Provinzen mit den meisten Vorfällen blieben von 2017 bis 2018 dieselben: Nangarhar, Ghazni und Helmand. Die Vorfälle, die sich in diesen drei Provinzen ereigneten, machten 35 Prozent der gesamten Zahl an Vorfällen im Jahr 2018 aus. Acht der 10 Provinzen mit den meisten von ACLED erfassten sicherheitsrelevanten Vorfällen für das Jahr 2018 befanden sich auch unter den Top-10 Provinzen mit den meisten von der Resolute Support Mission verzeichneten feindlichen Angriffen im Jahr 2018: Helmand, Farah, Faryab, Uruzgan, Kandahar, Herat, Ghazni und Nangarhar). (SIGAR, 30. April 2019, S. 76)

Nach Angaben von USAID[xi], iMMAP[xii] und dem Health Cluster der Weltgesundheitsorganisation (WHO)[xiii] ist es zwischen Jänner und November 2018 zu 85 Sicherheitsvorfällen, die sich gegen Gesundheitszentren und Gesundheitspersonal richteten, gekommen. Die Vorfälle ereigneten sich in 21 Provinzen. (USAID, et al., 19 Dezember 2018)

Laut Reporter ohne Grenzen (Reporters Sans Frontières, RSF)[xiv] sind 2018 15 Reporter und Medienmitarbeiter in Afghanistan getötet worden. Afghanistan ist 2018 somit weltweit der tödlichste Ort für Journalisten gewesen. (RSF, 14. Dezember 2018, S. 8)

RFE/RL bezieht sich in einem Artikel vom Mai 2019 auf das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF), demzufolge sich militante Angriffe auf Schulen in Afghanistan im Jahr 2018 fast verdreifacht haben. UNICEF gibt an, dass sich die Anzahl der Angriffe auf afghanische Schulen von 68 im Jahr 2017 auf 192 im Jahr 2018 erhöhte. Dies war seit 2015 das erste Mal, dass ein Anstieg der Angriffe verzeichnet wurde. (RFE/RL, 28. Mai 2019)

Laut Pajhwok Afghan News (PAN)[xv] wurden im Dezember bei 140 separaten Angriffen 1.121 Menschen getötet und weitere 475 verletzt. (PAN, 3. Februar 2019)

Laut PAN wurden im Monat November des Jahres 2018 in 28 der 34 Provinzen Afghanistans 1.262 Menschen getötet und weitere 720 verletzt. (PAN, 2. Dezember 2018)

Laut PAN wurden im Monat Oktober des Jahres 2018 in verschiedenen Teilen des Landes bei 374 Anschlägen 2.552 Menschen getötet oder verletzt. Dies bedeutet einen Anstieg der Zahl an Anschlägen von 91 Prozent im Vergleich zum Vormonat September, in dem bei 196 Anschlägen in 31 der 34 Provinzen 1.398 Menschen getötet und 1.154 verletzt wurden. (PAN, 3. November 2018)

Laut der unabhängigen afghanischen Nachrichtenagentur Pajhwok Afghan News (PAN) wurden in Afghanistan im August bei insgesamt 163 Anschlägen 1.754 Menschen getötet und 1.028 weitere verletzt.

Im Juli belief sich die Anzahl der Anschläge laut derselben Quelle auf insgesamt 239. Bei diesen wurden 1.641 Menschen getötet und weitere 1.113 verletzt. (PAN, 4. September 2018)

Einem Bericht von PAN folgend wurden im Juni 2018 in Afghanistan bei 172 Anschlägen insgesamt 839 Menschen getötet und weitere 783 verletzt, was verglichen mit dem Vormonat Mai in Bezug auf die Zahl der Anschläge einem Rückgang um 16 Prozent und in Bezug auf die Zahl der Opfer einem Rückgang um 46 Prozent entspricht. (PAN, 4. Juli 2018)

Laut PAN wurden im Mai 2018 bei 205 Anschlägen rund 1.449 Menschen getötet und 1.550 weitere verletzt, wobei ein Fünftel der Angriffe in Kabul stattfand. Die Zahlen zeigen im Vergleich mit dem Vormonat April einen Anstieg der Angriffe um 58 Prozent und einen Anstieg der Opferzahlen um 39 Prozent. (PAN, 4. Juli 2018)

PAN berichtet in einem Artikel von Mai 2018, dass im April 2018 in Afghanistan bei 173 Anschlägen fast 2.100 Menschen (Zivilpersonen und Nichtzivilpersonen) getötet oder verletzt wurden, um 15 Prozent mehr als im Vormonat. Im März 2018 sind laut den täglichen Berichten von PAN bei 171 Anschlägen in 31 Provinzen 1.018 Menschen getötet und 792 weitere verletzt worden. Aus Berichten, die auf unterschiedlichen Quellen basieren, geht laut PAN hervor, dass im April 2018 bei Vorfällen, die in 27 verschiedenen Provinzen stattgefunden hätten, 1.220 Menschen getötet und 866 weitere verletzt worden seien. PAN berichtet weiters, dass mehr als die Hälfte der Anschläge vom April 2018 in den Provinzen Faryab, Nangarhar, Ghazni, Jowzjan und Kunduz, die übrigen in 25 weiteren Provinzen verübt worden sind, PAN liegen keine Berichte über gewaltsame Vorfälle in den Provinzen Bamyan, Panshir, Paktia, Nimroz, Takhar und Nuristan vor. Unter den Toten und Verwundeten seien Rebellen, Sicherheitskräfte und Zivilisten, PAN gibt jedoch keine genauen Zahlen für jede dieser Kategorien an, da es Unterschiede in den von PAN verwendeten Quellen gebe. (PAN, 3. Mai 2018)

Laut dem Artikel von PAN von Mai 2018 zeigen die Zahlen der Opfer, dass es im laufenden Jahr verglichen mit dem Vorjahr einen Anstieg von Gewalt gibt. Laut dem Bericht ist die Mehrheit der (zivilen und nicht-zivilen) Opfer im April 2018 auf direkte Kämpfe zurückzuführen (1.211 Opfer). Die zweitwichtigste Ursache sind Selbstmordattentate mit 316 Opfern, gefolgt von Luftangriffen (224 Opfer), bewaffneten Angriffen (192 Opfer) und Explosionen (143 Opfer). Wie von PAN festgestellt, wurde im April 2018 in der Provinz Kabul 279 Menschen getötet oder verletzt, während in der Provinz Ghazni 252 Opfer, in der Provinz Kunduz 223 Opfer, in der Provinz Faryab 213 Opfer, in der Provinz Nangarhar 195 Opfer, in der Provinz Jawzjan 125 Opfer, in der Provinz Herat 114 Opfer, in der Provinz Farah 91 Opfer, in der Provinz Uruzgan 83 Opfer und in der Provinz Kapisa 73 dokumentiert wurden. (PAN, 3. Mai 2018)

Laut einem Artikel von PAN vom 4. April 2018 sind PAN-Berichten zufolge im Februar 2018 in etwa 1.400 Menschen getötet oder verletzt worden. (PAN, 4. April 2018)

PAN schreibt in einem Artikel vom 2. Mai 2018, dass laut der Civilian Protection Advocacy (CPAG) im Monat März 2018 insgesamt 188 Zivilisten in 23 Provinzen Afghanistans getötet und 306 verletzt worden seien. Die meisten zivilen Verluste habe es in Kabul in Folge eines Terroranschlags in Kala-i-Nazer in Dasht-i-Barchi gegeben. 57 Zivilisten wurden laut Stellungnahme der CPAG bei dem Sprengstoffanschlag getötet und 119 weitere verletzt. (PAN, 2 May 2018)

PAN schreibt in einem Artikel von April 2018, dass einer nicht namentlich genannten zivilgesellschaftlichen Gruppe zufolge im März 2018 in 15 verschiedenen Provinzen zumindest 121 Zivilisten getötet und 322 weitere verletzt worden seien. (PAN, 1. April 2018)

Im März 2018 schreibt PAN, dass laut CPAG im Februar 2018 113 Zivilisten (einschließlich 16 Frauen und 17 Kinder) getötet und 89 weitere (einschließlich 20 Kinder) verletzt worden seien. (PAN, 4. März 2018)

Im Februar 2018 schreibt PAN, dass laut CPAG im Jänner 2018 228 Menschen getötet und 364 weitere verletzt worden seien. (PAN, 1. Februar 2018)

Das im März 2018 erschienene Gutachten zu Afghanistan von Friederike Stahlmann[xvi] enthält einen ausführlichen Kommentar zur Validität berichteter Opferzahlen in Afghanistan. (Stahlmann, 28. März 2018, Abschnitt 7)

Die Zahl der durch den Konflikt neu Vertriebenen belief sich laut UNHCR mit 4. Juni auf 127.045 Personen, die vom Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten als bedürftige Binnenvertriebene (IDPs) charakterisiert wurden. (UNHCR, Juni 2018, S. 1)

Die US-amerikanischen Behörde für Entwicklungszusammenarbeit (United States Agency for International Development, USAID) berichtet im Juli 2018, dass militärische Operationen und Unsicherheit in Afghanistan weiterhin zu Vertreibungen führen. Anfang Juni wurden nach Angaben des Amtes der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (UN Office for the Coordination of Humanitarian Affairs, UN OCHA) fast 3.800 Menschen in den Distrikten Dehbala und Pachieragam der Provinz Nangarhar vertrieben. Darüber hinaus wurden in den Provinzen Kunar, Nangarhar und Nuristan kürzlich mehr als 2.600 Menschen durch Unsicherheit vertrieben. Weiters vertrieben anhaltende Zusammenstöße zwischen den Regierungskräften und bewaffneten Gruppen im Süden Afghanistans laut OCHA Anfang Juni fast 1.130 Menschen in der Provinz Helmand, etwa 900 Menschen in der Provinz Urusgan und schätzungsweise 380 Menschen in der Provinz Zabul. Insgesamt wurden laut OCHA im Zeitraum von 1. Januar bis 17. Juni fast 133.000 Menschen vertrieben, von denen etwa 20 Prozent in schwer zugänglichen Gebieten Zuflucht suchen. (USAID, 9. Juli 2018, S. 2)

UNAMA dokumentiert für das Jahr 2018 1.015 zivile Opfer (536 Tote und 479 Verletzte) bei 173 Luftangriffen der Pro-Regierungskräfte. Dies stellt eine 61-prozentige Steigerung der zivilen Opfer durch diese Art von Angriffen im Vergleich zu 2017 dar. Seit Beginn der systematischen Dokumentation durch UNAMA im Jahr 2009 ist dies die höchste Anzahl von zivilen Opfern durch Luftangriffe in einem einzigen Jahr. Im Jahr 2018 wurden bei Luftangriffen etwa gleich viele Zivilisten getötet wie 2014, 2015 und 2016 zusammen. (UNAMA, Februar 2019, S. 38)

Laut UNAMA wurde zum vierten Mal in Folge auch 2018 ein Anstieg in der Anzahl der getöteten Frauen und Kinder bei Luftangriffen verzeichnet. Die Anzahl der Kinderopfer durch Luftangriffe ist im Vergleich zum Jahr 2017 um 85 Prozent gestiegen. Insgesamt sind im Jahr 2018 492 Kinder (236 Tote und 256 Verletzte) Luftangriffen zum Opfer gefallen, davon allein 79 bei einem Angriff der afghanischen Luftwaffe im Mai 2018 im Bezirk Dasht-e-Archi, Provinz Kunduz. (UNAMA, Februar 2019, S. 38-39)

Der UNO-Generalsekretär führt in seinem Bericht vom Februar 2019 an, dass die Gesamtzahl der Binnenvertriebenen im Jahr 2018 bei 364.883 Personen liegt. Mehr als die Hälfte davon (58 Prozent) waren Kinder unter 18 Jahren. Obwohl die konfliktbedingte Vertreibung im Jahr 2018 im Vergleich zu 2017 um mehr als ein Viertel zurückgegangen ist, hatten viele vertriebene Familien nach wie vor keine unmittelbare Aussicht, unter sicheren Umständen in ihre Herkunftsgebiete zurückzukehren. (UNGA, 28. Februar 2019, S. 12)

Das Internal Displacement Monitoring Centre (IDMC)[xvii] schätzt in einem Bericht vom Mai 2019, dass im Jahr 2018 in Afghanistan bis zu 372.000 konfliktbedingte Vertreibungen stattgefunden haben. Trotz dem gewohnt hohen Gewaltniveau in Afghanistan ist die Zahl der geschätzten Vertreibungen für das Jahr 2018 niedriger als jene für das Jahr 2017 (mit geschätzt ca. 474.000 Vertreibungen). Mit 31. Dezember 2018 befand sich eine Gesamtzahl von 2.598.000 Binnenvertriebenen in Afghanistan. (IDMC, Mai 2019, S. 1)

2019

Der Recherchedienst des US-amerikanischen Kongresses (Congressional Research Service, CRS) [xviii] hält in einem Bericht vom Mai 2019 fest, dass Presseberichte vom Dezember 2018 und Anfang 2019 darauf hindeuten, dass die US-Regierung möglicherweise den Abzug einiger US-Truppen in Betracht zieht, obwohl US-amerikanische Amtsträger angeben, dass keine politische Entscheidung zur Reduktion des US-Truppenkontingents getroffen wurde. Viele Beobachter schätzen die Lage so ein, dass ein vollständiger Rückzug der USA zum Zusammenbruch der afghanischen Regierung und vielleicht sogar zur Wiederherstellung der Taliban-Kontrolle führen würde. Nach vielen verschiedenen Maßstäben sind die Taliban derzeit in einer stärkeren militärischen Position als je zuvor seit dem Jahr 2001, obwohl zumindest einige der vormals öffentlich zugänglichen diesbezüglichen Messinstrumentarien mittlerweile als geheim eingestuft oder eingestellt wurden. So wurden etwa die Bewertungen bezüglich der territorialen Kontrollgebiete auf Distriktebene eingestellt, wie aus dem SIGAR-Quartalsbericht vom April 2019 hervorgeht. (CRS, 1. Mai 2019, S. ii)

Laut SIGAR verzeichnet ACLED für die Wintermonate (1. Dezember 2018 bis 28. Februar 2019) 2.234 sicherheitsrelevante Vorfälle, was einem Anstieg von rund 39 Prozent gegenüber den 1.610 Vorfällen im gleichen Zeitraum des Vorjahres entspricht. Die drei Provinzen mit den meisten sicherheitsrelevanten Vorfällen waren dabei Helmand, Kandahar und Nangarhar. Der Großteil des Anstiegs der Zahl an Vorfällen im Berichtszeitraum gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres ist auf eine Zunahme an Vorfällen in den Provinzen Kandahar und Helmand zurückzuführen. (SIGAR, 30. April 2019, S. 76)

„Das neue Jahr in Afghanistan ist erst gut zwei Wochen alt, aber schon deutet sich an, dass die Kämpfe landesweit zunehmen. Beide Seiten haben angekündigt, dass sie Frühjahrsoffensiven starten wollen, bzw. werden. […] Am 19. März 2019 informierten der nationale Sicherheitsberater Hamdullah Moheb, der amtierende Innenminister Massud Andarabi, Verteidigungsminister Assadullah Chalid (den einige westliche Länder, darunter Truppensteller für Resolute Support, wegen Foltervorwürfen nicht offiziell treffen), Geheimdienstchef Massum Stanaksai und Präsidentenberater Fasl Fasli Mahmud den Präsidenten Aschraf Ghani über „geplante Sicherheitsoperationen“. Am darauffolgenden Tag gab das Innenministerium den Beginn seiner „Operation Chalid“ für den nächstfolgenden Tag bekannt. […] Die offizielle Ankündigung über den Start der Taleban-Jahresoffensive steht noch aus. (Im letzten Jahr geschah das erst am 25. April […]) Trotzdem wurde bereits vor dem Naurus-Fest in mehreren Provinzen gekämpft.“ (Ruttig, 7. April 2019)

Die International Crisis Group (ICG)[xix] hält in einem Artikel vom Juli 2019 fest, dass das US-amerikanische Militär nach Angaben von US-Militärbeamten den Druck auf die Talibanhochburgen erhöht hat. Im Zeitraum von Juli 2018 bis März 2019 wurden laut dem Artikel 5.914 Kampfmittel von US-amerikanischen bemannten und ferngesteuerten Flugzeugen abgeschossen bzw. abgeworfen. Im gleichen neun-monatigen Zeitraum der Vorperiode waren es 3.913 Kampfmittel. In diesen Zahlen seien noch nicht die Angriffe der afghanischen Luftwaffe enthalten, deren Intensität im Jahr 2019 ebenfalls hochgefahren wurde. Der Großteil dieser Luftangriffe traf ländliche Gebiete, zu denen es im Allgemeinen wenig öffentliche Berichterstattung zu deren Auswirkungen auf das tägliche Leben der dort lebenden Bevölkerung gibt.

Die Muster der Gewalt ändern sich derzeit. In der Vergangenheit waren die Aufständischen für den Großteil der zivilen Opfer verantwortlich. Das hat sich in diesem Jahr geändert. Die jüngste Welle von Kampfhandlungen umfasst eine größere Zahl von Zivilisten, die von internationalen Streitkräften und ihren afghanischen Verbündeten getötet wurden. (ICG, 5. Juli 2019)

Für den Zeitraum 1. Januar bis 30. Juni 2019 dokumentiert die UNAMA 3.812 zivile Opfer (1.366 Tote und 2.446 Verletzte). Dies entspricht einem Rückgang um 27 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum im Jahr 2018 und stellt seit 2012 die niedrigste Zahl ziviler Opfer in den ersten sechs Monaten eines Jahres dar. Während die Zahl der verletzten ZivilistInnen im zweiten Quartal 2019 mit jener des ersten Quartals 2019 vergleichbar ist, verzeichnet die UNAMA für das zweite Quartal im Vergleich zum ersten einen Anstieg der zivilen Todesfälle um 27 Prozent. Die für das erste Quartal 2019 dokumentierten Trends setzten sich fort: Regierungsfeindliche Elemente verursachten weiterhin den Großteil der zivilen Opfer (Tote und Verwundete). Die zivilen Todesfälle, die den regierungsnahen Kräften zugeschrieben werden, übersteigen weiterhin die durch regierungsfeindliche Elemente verursachten Todesfälle.

Für den insgesamt beobachteten Rückgang an zivilen Opfern ist im Großen und Ganzen ein Rückgang der Zahl an zivilen Opfern durch Selbstmordanschläge mit unkonventionellen Spreng- und Brandvorrichtungen (USBV) vonseiten regierungsfeindlicher Elemente und ein Rückgang der Zahl an zivilen Opfern durch Bodeneinsätze verantwortlich. Die Zahl an zivilen Opfern durch Luftoperationen und Suchaktionen nahm dagegen weiter zu. (UNAMA, 30. Juli 2019, S.1-2)

Im Zeitraum 1. Januar bis 30. Juni 2019 waren laut UNAMA die regierungsfeindlichen Elemente für 1.968 zivile Opfer (531 Tote und 1.437 Verletzte) verantwortlich, was einem Rückgang um 43 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Jahres 2018 entspricht. Ein deutlicher Rückgang von zivilen Opfern durch Selbstmordanschläge mit USBVs, verübt vor allem von der Gruppe ISKP, trug zum allgemeinen Trend bei. Die UNAMA macht für 52 Prozent aller zivilen Opfer regierungsfeindliche Elemente verantwortlich, für 38 Prozent die Taliban, für elf Prozent ISKP und für drei Prozent nicht identifizierte regierungsfeindliche Elemente. Für den Zeitraum 1. Januar bis 30. Juni 2019 rechnet die UNAMA 1.397 zivile Opfer (717 Tote und 680 Verletzte) den mit der Regierung verbündeten Streitkräften zu. Dies entspricht einem Anstieg von 31 Prozent gegenüber dem entsprechenden Zeitraum des Jahres 2018. Mit der Regierung verbündete Streitkräfte verursachten 37 Prozent aller zivilen Opfer im ersten Halbjahr 2019 (18 Prozent verursacht durch die Afghanischen Nationalen Sicherheitskräfte, 12 Prozent durch internationale Streitkräfte, 2 Prozent durch mit der Regierung verbündete bewaffnete Gruppen und fünf Prozent durch nicht identifizierte bzw. verschiedene mit der Regierung verbündete Streitkräfte). Im Vergleich rechnete die UNAMA für die erste Jahreshälfte 2018 20 Prozent aller zivilen Opfer den regierungsnahen Kräften zu. (UNAMA, 30. Juli 2019, S. 6-8)

Die von SIGAR präsentierten Daten zu Angriffen von Aufständischen für den Zeitraum 1. März bis 31. Mai 2019 zeigen, dass die feindlichen Angriffe/Anschläge nach einem Winter voller Gewalt in diesen Monaten zugenommen haben, wobei der Frühling 2019 im Vergleich zum Frühjahr 2018 etwas weniger Gewalt aufzuweisen schien. Die Resolute Support Mission dokumentiert 6.445 feindliche Angriffe/Anschläge in diesem Zeitraum (1. März - 31. Mai 2019). Dies entspricht einem Anstieg von 9 Prozent gegenüber den drei Monaten davor, aber einem Rückgang von 10 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres (1. März bis 31. Mai 2018). Betrachtet man die bisherige geografische Verteilung der Angriffe/Anschläge für den Zeitraum Jänner bis Mai 2019, so entfallen mehr als die Hälfte (52 Prozent) auf nur fünf der 34 Provinzen Afghanistans: Helmand, Badghis, Faryab, Herat und Farah. (SIGAR, 30. Juli 2019, S. 66)

Die Resolute Support Mission meldet 2.706 zivile Opfer (757 Tote und 1.949 Verletzte) für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Mai 2019, was einem Rückgang von 32 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Die Monate mit der meisten Gewalt waren März und Mai, in denen 631 bzw. 722 zivile Opfer zu beklagen waren. Drei Provinzen waren in diesem Zeitraum am stärksten von zivilen Verlusten betroffen: Etwa 15 Prozent ereigneten sich in der Provinz Kabul (402 Tote und Verletzte), 11 Prozent in Nangarhar (309) und 8 Prozent in Helmand (221). (SIGAR, 30. Juli 2019, S. 70)

Laut Pajhwok Afghan News (PAN) wurden im Jänner 2019 in Afghanistan inmitten der Friedensverhandlungen und der Hoffnung auf ein Ende des Blutvergießens bei 131 Anschlägen rund 1.000 Menschen getötet und weitere 800 verletzt. Im Dezember 2018 sind bei 140 Anschlägen 1.121 Menschen gestorben, 475 weitere wurden verletzt. (PAN, 3. Februar 2019)

Wie PAN berichtet, wurden im Februar 2019 392 Menschen getötet und 653 weitere verletzt, darunter Aufständische, Sicherheitskräfte und Zivilisten, die Sterblichkeitsrate sank im Vergleich zum Vormonat um 43 Prozent. Laut PAN, stellt der Februar den einzigen Monat in den letzten zwei Jahren dar, in dem die Opferanzahl derart gesunken ist und es zu keinen Selbstmordanschlägen kam. PAN führt jedoch an, dass die Opferzahlen verschiedener Quellen voneinander abweichen. (PAN, 4. März 2019)

PAN schreibt in einem Artikel vom April 2019 unter Verweis auf CPAG, dass im Monat März 184 Zivilisten in 18 Provinzen des Landes getötet und weitere 300 verletzt wurden. Zu den Opfern gehörten 54 Kinder und 27 Frauen. (PAN, 2. April 2019)

PAN schreibt in einem Artikel vom Mai 2019, dass im April 2019 bei 173 Anschlägen fast 2.100 Menschen getötet und verletzt wurden, wobei die Zahl der Opfer im April im Vergleich zum März um 15 Prozent gestiegen ist. Laut verschiedenen Quellen sind im Monat April in 27 Distrikten Afghanistans 1.220 Menschen getötet und 866 weitere verletzt worden (PAN, 3. Mai 2019)

PAN berichtet im Juni 2019, dass im Mai 2019 bei 210 Angriffen in 30 Provinzen über 2.300 Menschen in Afghanistan getötet und verwundet (1.317 Todesopfer, 995 Verletzte) wurden. Im Vergleich zum Vormonat stieg die Anzahl der Angriffe um 37 Prozent, die Zahl der Opfer um 24 Prozent. (PAN, 2. Juni 2019)

Für den Monat Juni 2019 berichtet PAN, dass 1.500 Menschen durch Folgen des jahrzehntelangen Konflikts in Afghanistan starben oder verwundet wurden, 35 Prozent weniger als im Vormonat Mai. (PAN, 3 July 2019)

Laut einem Artikel von PAN vom August 2019 steigt die Zahl an zivilen Opfern inmitten verstärkter Verhandlungsbemühungen zur Beendigung des Afghanistan-Konfliktes auf nationaler, regionaler und internationaler Ebene. Anhand von Pajhwok-Berichten, die auf verschiedenen Quellen basieren, kann festgehalten werden, dass im Juli 2019 bei Angriffen/Anschlägen 1.957 Menschen ums Leben kamen und weitere 1.668 verletzt wurden. Die Verluste im Juli resultierten aus 246 Angriffen/Anschlägen, die in 32 Provinzen des Landes stattgefunden hätten. Die Taliban führten 89 Angriffe/Anschläge durch, nicht identifizierte bewaffnete Männer 73, afghanische Sicherheitskräfte 70 und ausländische Sicherheitskräfte 14. (PAN, 4. August 2019)

In einem im Juni 2019 veröffentlichten Bericht zu Afghanistan befasst sich das European Asylum Support Office (EASO) mit der Sicherheitslage auf Provinzebene. (EASO, Juni 2019)[xx]

2. Staatliche und nicht-staatliche Akteure

2.1. Afghanische Regierung und Sicherheitskräfte>

Laut dem Menschenrechtsbericht für das Jahr 2018 des US-amerikanischen Außenministeriums (US Department of State, USDOS)[xxi] sind in Afghanistan drei Ministerien für die Durchsetzung und Aufrechterhaltung der Ordnung im Land zuständig: das Innenministerium, das Verteidigungsministerium und das nationale Sicherheitsdirektorat (National Directorate for Security – NDS). Die afghanische Nationalpolizei - ANP, die dem Innenministerium untersteht, trägt die Hauptverantwortung für die innere Ordnung und die afghanische lokale Polizei (ALP), eine Selbstverteidigungstruppe auf Gemeindeebene. Die ebenfalls dem Innenministerium unterstellte Task Force für schwere Verbrechen (Major Crimes Task Force, MCTF) ermittelt bei schweren Verbrechen wie Korruption innerhalb der Regierung, Menschenhandel und gegen kriminelle Organisationen. Die afghanische Nationalarmee, die dem Verteidigungsministerium unterstellt ist, ist für die äußere Sicherheit verantwortlich, doch ihre Hauptaktivität besteht darin, den Aufstand im Landesinneren zu bekämpfen. Das NDS fungiert als Nachrichtendienst und ist für die Untersuchung von Kriminalfällen zuständig, die die nationale Sicherheit betreffen. Die Untersuchungsabteilung des NDS führte im Jahr 2018 eine Einrichtung in Kabul, in der Gefangene, denen Vergehen gegen die nationale Sicherheit vorgeworfen werden, bis zur Strafverfolgung inhaftiert wurden. Einige Gebiete befanden sich außerhalb der Kontrolle der Regierung, und regierungsfeindliche Kräfte, einschließlich der Taliban, betrieben ihre eigenen Justiz- und Sicherheitssysteme. (USDOS, 13. März 2019, section 1d)

Der UNO-Generalsekretär bemerkt in seinem Bericht vom September 2017, dass die afghanische Nationalarmee und die nationale Polizei weiterhin an hohem Personalschwund leiden, verursacht durch Verluste, Desertionen sowie der Schwierigkeit, neue Rekruten anzuwerben, insbesondere in den niederen Offiziersrängen. (UNGA, 15. September 2017, S. 5)

Laut Angaben der US-geführten multinationalen Militärorganisation Combined Security Transition Command-Afghanistan (CSTC-A) betrug (mit Stand 25. Mai 2019) die Stärke der Afghanischen Nationalen Armee (Afghan National Army, ANA) und der Afghanischen Luftstreitkräfte (Afghan Air Force, AAF) 180.869 Mitarbeiter, die Stärke der Afghanischen nationalen Polizei (Afghan National Police, ANP) belief sich auf 91.596 Mitarbeiter. Dies entspricht zusammen 272.465 Mitarbeitern, die gemäß dem afghanischen Mitarbeiter- und Bezahlsystem (Afghan Personnel and Pay System, APPS) für die Afghanischen Verteidigungs- und Sicherheitskräfte (Afghan National Defense and Security Forces, ANDSF) tätig sind. Die Zahl der ANA-Mitarbeiter ist demgemäß in diesem Quartal um 9.554 geringer als im Vorquartal, jene der ANP um 24.788 weniger. Das beobachtete Quartal ist bereits das vierte in Folge, in dem sich die Stärke der ANDSF auf dem niedrigsten Niveau seit Beginn der Resolute Support-Mission im Januar 2015 befindet. Die Organisation CSTC-A weist allerdings darauf hin, dass sie nicht in der Lage ist, Daten zur Stärke der ANDSF auf ihre Richtigkeit zu prüfen. (SIGAR, 30. Juli 2019, S. 73-75)

Die Mitglieder der örtlichen Polizei (Afghan Local Police, ALP), auch bekannt unter dem Namen "Wächter", sind in der Regel vor Ort wohnhafte Bürger, die von Dorfältesten oder lokalen Führern („local leaders“) ausgewählt werden, um ihre Gemeinden vor Angriffen von Aufständischen zu schützen, Einrichtungen zu bewachen und lokale Aufstandsbekämpfungsmissionen durchzuführen. Die für Afghanistan zuständige Spezialoperationseinheit der NATO (NATO Special Operations Component Command-Afghanistan, NSOCC-A) berichtet, dass die ALP laut ihrer Personalabteilung mit Stand 11. Mai 2019 rund 28.000 „Wächter“ zur Verfügung hatte, von denen rund 23.500 voll ausgebildet waren. Die Stärke der ALP sank seit dem letzten Quartal um rund 150 Mitarbeiter und seit dem gleichen Zeitraum des Jahres 2018 um rund 1.300. Die Zahl der geschulten Mitarbeiter stieg jedoch seit dem letzten Quartal um rund 2.000, so dass der Prozentsatz der ungeschulten oder in Ausbildung befindlichen Mitarbeiter auf 15 Prozent sank, acht Prozentpunkte weniger als im Vorquartal. (SIGAR, 30. Juli 2019, S. 96)

Laut einem Bericht der International Crisis Group (ICG) ist die Nationalpolizei (ANP) von stärkeren Verlusten betroffen als die Armee, da sie unter anderem häufig bei Einsätzen gegen Aufständische an der Front stationiert wird, mit der Aufgabe, Gebiete zu halten. Die Leistungsfähigkeit der Polizei wird als schwach eingestuft, was vor allem an ihrer mangelhaften Ausbildung in Bezug auf die Bekämpfung von Aufständischen, an schlechter Planung und der Stationierung von Polizeikräften an unbeweglichen Checkpoints liegt, wodurch sie angreifbar seien. Bei der ANP wie auch bei der ALP seien zudem Korruption und Vetternwirtschaft an der Tagesordnung. Die Besetzung von Beamtenstellen erfolgt häufig über den Weg der Patronage, und diese Stellen würden mit jungen, unerfahrenen Beamten besetzt, die auf Basis von Vetternwirtschaft, Korruption oder lediglich aufgrund der Tatsache, dass der betreffende Bewerber lesen und schreiben könne, rekrutiert werden (ICG, 10. April 2017, S. 14-15)

Das im März 2018 erschienene Gutachten zu Afghanistan von Friederike Stahlmann enthält weitere ausführliche Informationen zu den staatlichen bzw. staatlich tolerierten Akteuren in Afghanistan. (Stahlmann, 28. März 2018, Abschnitt 3.2)

Die Regierung setzte die Reform der Afghanischen Nationalen Verteidigungs- und Sicherheitskräfte gemäß ihrer vierjährigen Roadmap für die Reform des Sicherheitssektors fort. Im Berichtszeitraum von 27. Februar bis 6. Juni 2017 schloss die Regierung die Übertragung der Zuständigkeit für die Afghanische Grenzpolizei vom Innenministerium auf das Verteidigungsministerium ab und benannte diese entsprechend ihrer neuen Ausrichtung auf Kampfeinsätze in „Afghanische Grenztruppen“ um. Im Zuge eines Plans zur Verdoppelung der Zahl der Afghanischen Spezialkräfte, ebenfalls Teil der vierjährigen Roadmap, stockte die Regierung die Afghanischen Spezialkräfte weiter auf. Im Berichtszeitraum schlossen sich 2.000 weitere Kommandos den Sondereinsatzbataillonen an. Anstrengungen zur Vergrößerung der Afghanischen Luftwaffe, die sich gemäß der Roadmap bis 2023 verdoppeln soll, wurden fortgesetzt. Darüber hinaus trieb die Regierung die Pensionierung von hochrangigen Militärbeamten gemäß den Bestimmungen eines Gesetzes aus dem Jahr 2017 mit einer vom Präsidenten am 12. Mai 2018 erlassenen Pensionierungsanordnung für eine zweite Gruppe von 61 afghanischen Armee-Generälen voran. (UNGA, 6. Juni 2018, S. 5-6)

Im Berichtszeitraum von 27. Februar bis 6. Juni 2017 begann die Regierung mit den Vorbereitungen für den Aufbau einer neuen Sicherheitstruppe, der Landwehr der Afghanischen Nationalen Armee („Afghan National Army Territorial Force“). Die Truppe wird voraussichtlich etwa 36.000 Mann umfassen und hauptsächlich für die Verteidigung von Gebieten zuständig sein, die im Zuge von Militäroperationen von Aufständischen geräumt worden waren. In einer Pilotphase, die in vier Provinzen durchgeführt werden soll, wurden rund 5.000 Soldaten rekrutiert, die ihre Ausbildung unter der Führung des Verteidigungsministeriums begannen. (UNGA, 6. Juni 2018, S. 6)

2.2 Aufständische Gruppen

Die Unterstützungsmission der Vereinten Nationen in Afghanistan (UN Assistance Mission in Afghanistan, UNAMA) verwendet in ihren Berichten den Begriff „regierungsfeindliche Elemente“ für alle Einzelpersonen und bewaffneten Gruppen, die sich am bewaffneten Konflikt oder bewaffneten Widerstand gegen die afghanische Regierung und/oder die internationalen Truppen beteiligen. Dazu zählen unter anderem die Taliban, das Haqqani-Netzwerk, Hezb-e-Islami, die Islamische Bewegung Usbekistans, die Islamische Dschihad-Union, Laschkar-e-Taiba, Jaish-e Mohammed sowie Gruppen, die als „Daesh“ (arabisches Akronym für den Islamischen Staat, Anm. ACCORD) identifiziert werden. (UNAMA, August 2015, S. 2, Fußnote 5)

Der UNO Sicherheitsrat schätzt die Anzahl der Kämpfer, die aus dem Ausland stammen und in Afghanistan für terroristische Gruppierungen (inklusive des ISKP) kämpfen, auf 10.000 bis 15.000. (UNO Sicherheitsrat, 30. Mai 2018, S. 3)[xxii]

Die Jamestown Foundation berichtet, dass die jüngste Welle von Terroranschlägen der Taliban in den urbanen Zentren des Landes auf einen neu belebten Aufstand hindeutet, wobei sich die afghanische Regierung und die Sicherheitskräfte nun auch einem Angriff vom gestärkten ISKP gegenüber sehen. (JF, 14. Juni 2018)[xxiii]

Taliban

Laut dem US-amerikanische Congressional Research Service (CRS) bilden die Taliban nach wie vor den Kern der Widerstandsbewegung in Afghanistan. In einer Erklärung vom Juli 2015 verlautbarten die Taliban, dass der ursprüngliche Anführer der Bewegung, Mullah Umar, bereits 2013 verstorben war. Aus einem umstrittenen Auswahlprozess ging Akhtar Mohammad Mansour als Nachfolger Umars hervor. Mansour wurde seinerseits am 21. Mai 2016 durch einen US-Drohnenangriff getötet. Wenige Tage später erklärten die Taliban, dass einer von Mansours Stellvertretern, Haibatullah Akhunzadeh, zum neuen Anführer der Taliban bestimmt worden war. Seine beiden Stellvertreter sind Mullah Yaqub (Sohn von Mullah Umar) und Sirajuddin Haqqani (operativer Befehlshaber des Haqqani-Netzwerks). (CRS, 19. Mai 2017, S. 16)

Das norwegische Herkunftsländerinformationszentrum Landinfo[xxiv] beschreibt die Taliban als eine Dachorganisation verschiedener, miteinander lose verbundener aufständischer Gruppen. Unter diesen befinden sich mehr oder weniger autonome Gruppen mit unterschiedlichen Graden von Loyalität zu der Taliban-Führung und zur Idee des sogenannten Islamischen Emirats Afghanistan. Die Taliban haben eine hierarchische Organisationsstruktur, an deren Spitze ein Amir ul-Muminin (Commander of the Faithful) steht. Dieser gibt moralische, religiöse und politische Erklärungen ab, hat die Aufsicht über Richter, Gerichte und politische Ausschüsse der Taliban, ernennt Schattengouverneure und hat das Kommando über die militärische Organisation inne. (Landinfo, 13. Mai 2016, S. 4)

Dem UNO-Sicherheitsrat zufolge kam es in der ersten Woche der am 12. April 2019 angekündigten Kampfsaison der Taliban zu den meisten Sicherheitsvorfällen seit zwei Jahren. Die Taliban verfügen über eine solide Versorgung mit Waffen, Munition, Geld und Arbeitskräften sowie über 60.000 bis 65.000 Kämpfer und rund 30.000 nicht kämpfende Mitglieder. (UNO-Sicherheitsrat, 13. Juni 2019, S. 3)

Der UNO-Sicherheitsrat berichtet von Umstrukturierungen innerhalb der Taliban, sowie von zahlreichen Neuernennungen im Führungspersonal. Dies wird als die Ablösung der älteren Generation zugunsten jüngerer Taliban-Führer beschrieben. Laut derselben Quelle wurden die Schattengouverneure und Vizeschattengouverneure sowie die Kommandeure in den Provinzen Bamiyan, Baglan, Kabul, Kapisa, Kunar, Laghman, Parwan, Samangan, Tachar und Urusgan ersetzt. Die abgelösten Personen wurden Berichten zufolge aufgrund von Beschwerden wegen logistischer und finanzieller Mängel abgesetzt. (UNO-Sicherheitsrat, 30. Mai 2018, S. 5)

Die Jamestown Foundation schreibt bezüglich der andauernden Stärke der Taliban in Afghanistan, dass es seit dem Rückzug des US-Militärs aus Afghanistan wenige Anzeichen gibt, dass die Schlagkraft der Taliban abgenommen hat oder die Gruppierung an Kriegsmüdigkeit leidet. Durch konstante Gewalt haben die Taliban unter Beweis gestellt, dass sie immer noch eine bedeutende Macht in Afghanistan sind. Es ist wahrscheinlich, dass die Unterstützungsstrukturen, die die Gruppe in den letzten zwei Jahrzehnten aufgebaut hat, intakt bleiben. Seit dem Fall des so genannten Islamischen Emirats im Jahr 2001 hat die militante Gruppe die nachfolgenden Regierungen daran gehindert, das Land vollständig zu regieren. (JF, 2. Juni 2018)

Hezb-e-Islami

Ein weiterer bedeutender Anführer von Aufständischen ist Gulbuddin Hekmatyar, der die Hezb-e-Islami-Gulbuddin (HIG) anführt. Die HIG ist gegenwärtig ideologisch und politisch mit den Taliban verbündet, auch wenn es gelegentlich zu Konfrontationen mit Mitgliedern der Taliban in den Gebieten, in denen die HIG am aktivsten ist (nördlich und östlich von Kabul gelegene Provinzen), gekommen ist. Dem CRS zufolge wird die HIG weithin nicht als wichtiger Faktor auf dem Kampffeld Afghanistan erachtet und hat sich bislang hauptsächlich auf öffentlichkeitswirksame Angriffe („high-profile attacks“) fokussiert. (CRS, 6. Juni 2016, S. 22)

Ende September 2016 berichtet Osman Borhan[xxv] vom Afghanistan Analysts Network (AAN), dass ein Friedensabkommen zwischen Hekmatyar und dem afghanischen Präsidenten Ashraf Ghani abgeschlossen wurde. Allerdings ist es Osman zufolge unwahrscheinlich, dass das Abkommen einen deutlichen Rückgang des derzeitigen Gewaltlevels zur Folge haben wird, zumal die Hezb-e Islami derzeit so gut wie gar nicht mehr auf dem Schlachtfeld präsent ist. (Osman, 29. September 2016)

Haqqani-Netzwerk

Das von Dschalaludin Haqqani gegründete Haqqani-Netzwerk wurde von US-Behörden oftmals als ein „entscheidender Wegbereiter“ für al-Qaida bezeichnet, so der CRS. Das Netzwerk verfügte während seiner Hochzeit im Zeitraum von 2004 bis 2010 über rund 3.000 Kämpfer und Unterstützer, allerdings wird gegenwärtig von einer weitaus geringeren Zahl ausgegangen. Trotzdem ist das Netzwerk immer noch in der Lage, Operationen durchzuführen, darunter größere Bombenanschläge in Kabul und anderen Teilen Afghanistans. Die Gruppe scheint sich nun verstärkt auf Entführungen zu konzentrieren, die das Ziel haben mögen, finanzielle Mittel zu lukrieren und die Bedeutung dieser Gruppierung in der Öffentlichkeit zu propagieren (CRS, 19. Mai 2017, S. 20).

Das US-amerikanische Außenministerium (US Department of State, USDOS) hält in einem Bericht vom September 2018 fest, dass angenommen wird, dass das Haqqani-Netzwerk (HQN) mehrere hundert Kernmitglieder hat. Es wird jedoch geschätzt, dass die Organisation in der Lage ist, auf einen Pool von mehr als 10.000 Kämpfern zurückzugreifen. Das HQN ist in die größere Organisation der afghanischen Taliban integriert und arbeitet mit anderen in der Region aktiven Terrororganisationen, darunter al-Qaida und Lashkar e-Tayyiba zusammen. Das HQN ist entlang der afghanisch-pakistanischen Grenze und in weiten Teilen des südöstlichen Afghanistan, insbesondere in Loya Paktia, aktiv und hat Kabul wiederholt mit seinen Angriffen ins Visier genommen. Die Führung der Gruppe hat in der Vergangenheit eine Machtbasis in den Stammesgebieten Pakistans unterhalten. Zusätzlich zu den Mitteln, die sie im Rahmen der breiter aufgestellten afghanischen Taliban erhält, bezieht das HQN einen Großteil seiner Mittel von Gebern in Pakistan und am Golf sowie durch kriminelle Aktivitäten wie Entführung, Erpressung, Schmuggel und andere legale und illegale Geschäfte. (USDOS, 19. September 2018a)

al-Qaida

Bezüglich der Präsenz von al-Qaida in Afghanistan schreibt das CRS, dass US-Behörden bis ins Jahr 2015 der Ansicht waren, dass die Gruppe nur über eine minimale Präsenz im Land verfüge (weniger als 100 Mitglieder) und vorwiegend im Nordosten des Landes vor allem als Unterstützer anderer aufständischer Gruppen aktiv sei. Ende 2015 haben US-Spezialeinheiten und Einheiten der afghanischen Streit- und Sicherheitskräfte jedoch ein großes Trainingslager der al-Qaida in der Provinz Kandahar ausgehoben und zerstört. Dies weist darauf hin, dass al-Qaida zuvor ihre Präsenz im Land ausgeweitet hatte. So korrigierten Kommandeure der US-Streitkräfte im April 2016 ihre Schätzungen zur Zahl der al-Qaida-Kämpfer in Afghanistan auf 100-300 Mann und sprachen von zunehmend engeren Beziehungen zwischen al-Qaida und den Taliban. Afghanische Behörden gehen indes von 300 bis 500 al-Qaida-Kämpfern im Land aus. (CRS, 19. Mai 2017, S. 17)

Islamic State - Khorasan Province

Das Congressional Research Service (CRS) des US-amerikanischen Kongresses hält in einem Bericht vom Mai 2017 fest, dass ein Ableger der Gruppe Islamischer Staat seit Mitte 2014 in Afghanistan aktiv ist. Der Ableger heißt Islamischer Staat in der Provinz Khorasan (ISKP), wird häufig aber auch Islamischer Staat von Irak und der Levante-Khorasan, ISIL-K, bezeichnet. (CRS, 19. Mai 2017, S. 20)

Die Jamestown Foundation (JF) schreibt in einem Bericht von April 2018 über den IS in Kabul, dass der IS mit seinen Afghanistan-Operationen offiziell am 10. Januar 2015 begonnen hat, als pakistanische und afghanische Kämpfer ihre Loyalität zum sogenannten Kalifat in Syrien und Irak versprochen haben. Seitdem hat sich der IS-Provinz Chorasan (ISKP, auch bezeichnet als „Islamischer Staat im Irak und der Levante – Chorasan“, ISIL-K) als eine der brutalsten Zweige der Gruppe Islamischer Staat (IS) erwiesen, die weiche Ziele angreift, auf schiitische Bevölkerungsgruppen abzielt, Sufis tötet, Schreine zerstört, ihre eigenen Dissidenten enthauptet, und danach deren Kinder entführt und ihre Witwen verheiratet. Der ISKP hat sich in der Provinz Nangarhar niedergelassen, einem strategisch gewählten Gebiet, das an die Stammesgebiete Pakistans grenzt. Seine Mitglieder rekrutieren sich aus beiden Seiten der durchlässigen Grenze und konnten gezielten Angriffen oder Militäroperationen entgehen, indem sie auf die jeweils andere Seite der Grenze flohen. Von Anfang an waren die Ziele des ISKP klar definiert: schiitische Gemeinden, ausländische Truppen, die Sicherheitskräfte, die afghanische Zentralregierung und die Taliban, die bis zum Auftauchen des ISKP nicht von anderen aufständischen Gruppen herausgefordert worden waren. Trotz zahlreicher Bombardierungen und militärischer Operationen gegen ISKP konnte die Gruppe ihre Präsenz in fast 30 Distrikten Afghanistans aufrechterhalten. Im Norden errichtete die Gruppe Präsenzen in Kohistanat (Provinz Sar-e-Pol), in Khanabad (Provinz Kunduz) und in Darzab (Provinz Jowzjan). Laut dem Bericht war Kabul das oberste Ziel auf der Agenda des ISKP, nachdem die Gruppe Anfang 2015 in der benachbarten Provinz Logar eine Präsenz errichtet hatte. Von Anfang an führte sie kleinere Anschläge und gezielte Ermordungen durch, die von den internationalen Medien jedoch meist nicht berichtet wurden. Im Laufe der Zeit wurden diese Zellen immer aktiver, erfahrener und in ihrem Vorgehen brutaler. (JF, 6. April 2018)

Wie die US-amerikanische Jamestown Foundation (JF) näher ausführt, verkündete Abu Muhammed al-Adnani, Hauptsprecher des Islamischen Staates (IS), im Jänner 2015 die Bildung der Gruppe „Provinz Chorasan“ (Wilayat Chorasan), bei der es sich um einen Arm des IS handle, der „Afghanistan, Pakistan und andere benachbarte Gebiete“ umfasse. Seitdem betrieb die Gruppe eine Kampagne der Expansion und Konsolidierung in der Region, wobei sich die meisten ihrer Aktivitäten auf Ost- und Südostafghanistan konzentrierten. (JF, 3. März 2016)

Die Jamestown Foundation (JF) berichtet indes, dass der ISKP durch Bündnisse mit bereits seit langem in der Region aktiven radikalislamischen Gruppen wie Lashkar-e-Jhangvi al Alami (LeJ-A), Lashkar-e Islam (LeI) und unzufriedenen Taliban-Fraktionen wie Jundallah und Jamaat ul Ahrar (JuA) an neuer Stärke gewonnen habe. Auch habe der ISKP Berichten zufolge Mitglieder der Islamic Movement of Uzbekistan (IMU) rekrutiert. Der „Erfolg“ dieser Strategie zeige sich in der geografischen Verteilung jüngster Anschläge, die darauf hindeutet, dass Einfluss und logistische Durchdringung des ISKP von Kabul und Dschalalabad in Afghanistan bis nach Quetta und Peschawar in Pakistan reichen. (JF, 15. Dezember 2016)

Laut dem UNO-Sicherheitsrat befinden sich die ISKP-Hochburgen in Afghanistan zum Berichtszeitpunkt in den östlichen Provinzen Nangarhar, Kunar, Nuristan und Laghman. Die Gesamtstärke der Gruppe wird in Afghanistan auf 2.500 bis 4.000 bewaffnete Kämpfer geschätzt. Die Gruppe ISKP soll auch einige Trainingslager in Afghanistan kontrollieren und soll in verschiedenen afghanischen Städten, einschließlich Kabul, ein Netzwerk von Terrorzellen aufgebaut haben. Die Führung der ISKP, des lokalen Zweigs des IS unterhält enge Kontakte zum Kern der Gruppe in Syrien und im Irak. Über die zentrale Leitung werden wichtige personelle Besetzungen vorgenommen und es wird die Veröffentlichung von Propagandavideos koordiniert. Nach der Ermordung des ISKP-Führers Abu Sayed Bajauri am 14. Juli 2018 ernannte der ISKP-Führungsrat Mawlawi Ziya ul-Haq (alias Abu Omar Al-Khorasani) zum vierten "Emir" der Gruppe seit ihrer Gründung. (UNO-Sicherheitsrat, 1. Februar 2019, S. 7)

Die Stärke der Organisation betrug im Jahr 2017 Schätzungen zufolge zwischen 1.500 und 3.000 Kämpfern. Die Gruppe ist im Osten und in Teilen des Nordens Afghanistans sowie in Westpakistan aktiv. Die ISKP erhält einige finanzielle Unterstützung von der Gruppe Islamischer Staat (IS). Zusätzliche Mittel stammen von Steuereinnahmen und Erpressungen lokaler Einwohner und Firmen. (USDOS, 19. September 2018b)

Im August 2018 berichtet die Jamestown Foundation (JF), dass bei heftigen Zusammenstößen zwischen den Taliban und dem ISKP in den als Hochburgen des ISKP geltenden nördlichen Provinzen Jowzjan und Faryab etwa 300 Kämpfer getötet wurden. Die Kämpfe, bei denen die Gruppe ISKP Berichten zufolge schwere Verluste verzeichnen musste, stellten die dritte große Offensive der Taliban gegen ihren Rivalen dar. Rund 200 ISKP-Kämpfer ergaben sich den Regierungstruppen, um den Taliban zu entgehen. Laut JF wurden auf beiden Seiten Befehlshaber in führenden Positionen getötet. (JF, 10. August 2018)

Die Jamestown Foundation beschreibt die anfänglichen Verluste des ISKP als beträchtlich, da die Gruppierung in nur zwei Jahren drei Emire durch US-Drohnenangriffe verlor. Dennoch konnte die Gruppierung ihre rudimentäre Struktur beibehalten, und der Zustrom von Dschihadisten, infolge des Falles der IS-Operationen im Irak und Syrien ebnete den Weg für die weitere Entwicklung. Ein Wechsel in der Führung der afghanischen Taliban hat es dem ISKP ermöglicht, sich zu konsolidieren, und Akhundzada [Mullah Haibatullah Akhundzada, der Anführer der Taliban] scheint nicht bereit zu sein, inmitten der diesjährigen Frühjahrsoffensive die Beziehungen zu einem fest verwurzelten ISKP zu zerstören und eine weitere Front zu eröffnen. (JF, 14. Juni 2018)

Im Laufe des Jahres 2018 soll die Gruppe ISKP in Afghanistan 38 Terroranschläge verübt haben, von denen viele ein hohes Maß an Aufmerksamkeit erregten, einige davon fanden in Kabul statt. Zu den Zielen der Gruppe gehörten die afghanischen Sicherheitskräfte, die Taliban, Militärangehörige der NATO, Diplomaten, Mitarbeiter der Vereinten Nationen und Nichtregierungsorganisationen, Journalisten und medizinische Einrichtungen sowie religiöse Minderheiten, die von ISKP als weiche Ziele angesehen werden. Die Gruppe erlitt im Jahr 2018 einen schweren Rückschlag im Norden Afghanistans. Im Juli 2018 griffen 1.000 Talibankämpfer in der Provinz Jowzjan ISKP-Positionen an und töteten 200 ISKP-Kämpfer. Darüber hinaus kapitulierten 254 ISKP-Kämpfer vor Truppen der Regierung und 25 ausländische Terroristen vor den Taliban. (UNO-Sicherheitsrat, 1. Februar 2019, S. 7)

Das im März 2018 erschienene Gutachten zu Afghanistan von Friederike Stahlmann enthält weitere Informationen zu aufständischen Gruppen in Afghanistan. (Stahlmann, 28. März 2018, Abschnitt 3.1)

3. Quellen

(Zugriff auf alle Quellen am 27. September 2019 oder wie angegeben)


[i] Das Armed Conflict Location & Event Data Project (ACLED) der University of Sussex sammelt und dokumentiert Daten über berichtete Konfliktereignisse in ausgewählten afrikanischen und asiatischen Ländern.

[ii] Das Büro des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) ist eine Behörde der Vereinten Nationen mit dem Mandat zum Schutz und zur Unterstützung von Flüchtlingen und zur Hilfestellung bei freiwilliger Rückkehr, lokaler Integration und Neuansiedelung in einem Drittland.

[iii] Thomas Ruttig ist einer der Kodirektoren des Afghanistan Analysts Network (AAN).

[iv] Die British Broadcasting Corporation (BBC) ist eine öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt des Vereinigten Königreichs.

[v] Das Amt des Special Inspector General for Afghanistan Reconstruction (SIGAR) ist eine US-Behörde, die sich mit der Aufsicht über den Wiederaufbau in Afghanistan befasst.

[vi] Radio Free Europe/Radio Liberty (RFE/RL) is a US government-funded broadcasting organisation that provides news, information, and analysis to countries in Eastern Europe, Central Asia and the Middle East.

[vii] Tolo News ist ein afghanischer Nachrichtensender.

[viii] Die Unterstützungsmission der Vereinten Nationen in Afghanistan (UN Assistance Mission in Afghanistan, UNAMA) ist eine politische Mission der Vereinten Nationen, welche auf der am 28. März 2002 vom UNO-Sicherheitsrat beschlossenen Resolution 1401 basiert.

[ix] Das Institute for War and Peace Reporting (IWPR), ein in London ansässiges internationales Netzwerk zur Förderung freier Medien

[x] Die UNO-Generalversammlung (UN General Assembly, UNGA) ist die Vollversammlung der Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen.

[xi] Die United States Agency for International Development (USAID), eine US-Behörde für Entwicklungszusammenarbeit.

[xii] iMMAP ist eine internationale Nichtregierungsorganisation, die Informationsmanagementdienste für humanitäre Organisationen und Entwicklungsorganisationen bereitstellt.

[xiii] Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist die leitende und koordinierende Instanz für Gesundheit im System der Vereinten Nationen.

[xiv] Reporters Sans Frontières (Deutsch: Reporter ohne Grenzen) ist eine in Paris ansässige internationale Nichtregierungsorganisation, die sich mittels Berichterstattung zu Verletzungen der Pressefreiheit für den Schutz der Meinungsfreiheit einsetzt.

[xv] Pajhwok Afghan News (PAN) ist eine unabhängige Nachrichtenagentur mit Sitz in Kabul.

[xvi] Friederike Stahlmann ist Forscherin am Max-Planck-Institut für Ethnologische Forschung (Deutschland) mit Schwerpunkt Afghanistan.

[xvii] Das Internal Displacement Monitoring Centre (IDMC) ist eine in Genf ansässige internationale NGO, die sich für den verbesserten Schutz und eine effektivere Unterstützung von Binnenvertriebenen einsetzt.

[xviii] Das Congressional Research Service (CRS), der Recherchedienst des US-amerikanischen Kongresses.

[xix] Die International Crisis Group (ICG), gegründet 1995 und ansässig in Brüssel, ist eine transnationale, unabhängige Nonprofit-Organisation, die durch feldbasierte Analysen und Fürsprache auf hoher Ebene daran arbeitet, tödliche Konflikte zu vermeiden, mildern oder lösen.

[xx] Das Europäische Unterstützungsbüro für Asylfragen (European Asylum Support Office, EASO) ist eine Agentur der Europäischen Union zur Umsetzung der praktischen Zusammenarbeit der EU-Mitgliedstaaten im Asylbereich.

[xxi] Das US Department of State (USDOS) ist das Außenministerium der Vereinigten Staaten von Amerika.

[xxii] Der UN Security Council ist ein Organ der Vereinten Nationen, das für die Wahrung des Friedens und der Sicherheit zuständig ist.

[xxiii] Die Jamestown Foundation (JF) ist eine unabhängige, unparteiische und gemeinnützige Organisation mit Sitz in Washington, D.C., die Informationen zu Terrorismus, den ehemaligen Sowjetrepubliken, Tschetschenien, China und Nordkorea zur Verfügung stellt.

[xxiv] Das Norwegische Herkunftsländerinformationszentrum Landinfo ist ein unabhängiges Organ der norwegischen Migrationsbehörden, das verschiedenen AkteurInnen innerhalb der Migrationsbehörden Herkunftsländerinformationen zur Verfügung stellt.

[xxv] Borhan Osmann ist Analyst beim Afghanistan Analysts Network (AAN), einer unabhängigen gemeinnützigen Forschungsorganisation mit Hauptsitz in Kabul, die Analysen zu politischen Themen in Afghanistan und der umliegenden Region erstellt.

Dieses Themendossier beruht auf einer zeitlich begrenzten Recherche. Es ist als Einstieg in bzw. Überblick über ein Thema gedacht und stellt keine Meinung zum Inhalt eines Ansuchens um Asyl oder anderen internationalen Schutz dar. Alle Übersetzungen sind Arbeitsübersetzungen für die keine Gewähr übernommen werden kann. Chronologien stellen keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Jede Aussage wird mit einem Link zum entsprechenden Dokument referenziert.

Zitieren als:

ACCORD – Austrian Centre for Country of Origin and Asylum Research and Documentation: ecoi.net-Themendossier zu Afghanistan: Überblick über die Sicherheitslage in Afghanistan, 27. September 2019
https://www.ecoi.net/de/laender/afghanistan/themendossiers/allgemeine-sicherheitslage-in-afghanistan/