Anfragebeantwortung zu Syrien: Lage der Jesid·innen seit Sturz der Assad-Regierung (Übergriffe/Diskriminierung durch Übergangsregierung, kurdische Regierung, Dritte; staatlicher Schutz) [a-12759]

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23. Jänner 2026

Das vorliegende Dokument beruht auf einer zeitlich begrenzten Recherche in öffentlich zugänglichen Dokumenten, die ACCORD derzeit zur Verfügung stehen, sowie gegebenenfalls auf Auskünften von Expert·innen und wurde in Übereinstimmung mit den Standards von ACCORD und den Common EU Guidelines for processing Country of Origin Information (COI) erstellt.

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Wir empfehlen, die verwendeten Materialien im Original durchzusehen. Originaldokumente, die nicht kostenfrei oder online abrufbar sind, können bei ACCORD eingesehen oder angefordert werden.

Inhaltsverzeichnis

Übergriffe und Diskriminierung gegen Jesid·innen durch die syrische Übergangsregierung

Übergriffe und Diskriminierung seitens der kurdischen Regionalregierung von Nordost-Syrien

Übergriffe und Diskriminierung durch Dritte

Syrische Nationale Armee (SNA)

Islamischer Staat (IS)

Rechtliche und/oder tatsächliche Schutzmöglichkeiten durch die Übergangsregierung bzw. die kurdische Regionalregierung

Quellen

Anhang

Kurzbeschreibungen zu den in dieser Anfragebeantwortung verwendeten Quellen sowie Ausschnitte mit Informationen aus diesen Quellen finden Sie im Anhang.

Es wurden Expert·innen zu der Fragestellung angeschrieben. Sollten wir eine Antwort erhalten, werden wir diese umgehend an Sie weiterleiten.

Bitte beachten Sie, dass es während der Recherchezeit zu einer Veränderung der Kontrollverhältnisse in Syrien gekommen ist, in deren Verlauf die Übergangsregierung die Kontrolle über Landesteile übernommen hat, die zuvor unter der Verwaltung der kurdischen Regionalbehörden (Demokratische Selbstverwaltung Nord- und Ostsyrien, DAANES) standen (siehe: UN News, 20. Jänner 2026).

Übergriffe und Diskriminierung gegen Jesid·innen durch die syrische Übergangsregierung

Die Verfassungserklärung vom März 2025 erwähnt Jesid·innen nicht. Artikel 10 legt dar, dass alle Bürger·innen vor dem Gesetz gleich sind, ohne Diskriminierung aufgrund von Rasse, Religion, Geschlecht oder Abstammung (Constitutional Declaration, 13. März 2025, Artikel 10). Laut Artikel 3 ist die Glaubensfreiheit geschützt. Der Artikel schränkt jedoch ein, dass der Staat alle „göttlichen Religionen“ achtet (Constitutional Declaration, 13. März 2025, Artikel 3).

Die Synergy Association for Victims (Hevdesti), eine nicht-profitorientierte Nichtregierungsorganisation, die sich für Gerechtigkeit für Opfer des Konflikts in Syrien einsetzt, erklärt in einer E-Mail-Auskunft an ACCORD vom April 2025, dass der Begriff „göttliche Religionen“ das Jesidentum, den Ismailismus und andere nicht-abrahamitische Glaubensrichtungen in Syrien ausschließe. Extremistische Gruppen, wie Hayat Tahrir al-Sham (HTS)[1] würden Jesid·innen als Ungläubige und Abtrünnige betrachten (Synergy Association for Victims, 16. April 2025; siehe auch: FP, 28. November 2025).

Foreign Policy (FP) berichtet in einem Artikel vom November 2025, dass mit dem Amtsantritt der Regierung von Ahmed Al-Scharaa, die Zukunft der syrischen Jesid·innen ungewiss sei. Die von den USA unterstützten kurdischen Streitkräfte würden unter zunehmendem Druck stehen, sich Scharaas nationaler Armee anzuschließen – die in Massaker an anderen religiösen Minderheiten im Land verwickelt sei. Laut Layla Mehmo, einer der Direktor·innen des Yazidi House, einer Dachorganisation, die sich für die Rechte der Jesid·innen in Syrien einsetzt, habe die Gemeinschaft Angst vor der neuen Regierung, nachdem sie gesehen habe, was mit den Alawit·innen und Drus·innen passiert sei (FP, 28. November 2025). Der Artikel erklärte weiters, dass die Jesid·innen von vergangenen syrischen Regierungen marginalisiert und nicht anerkannt worden seien. Unter der Assad-Regierung sei es ihnen verboten gewesen, religiöse Feiertage zu begehen und religiöse Symbole zu zeigen; sie seien gezwungen gewesen, am islamischen Religionsunterricht an staatlichen Schulen teilzunehmen. Ein jesidischer Interviewpartner habe gegenüber FP erklärt, dass er und seine Familie, wie die Mehrheit von Jesid·innen in Syrien, staatenlos seien und keine formalen Rechte über ihr Grundstück hätten (FP, 28. November 2025; siehe auch: HRF, 30. Juni 2025, S. 8). Im Rahmen der Recherche konnten keine Informationen diesbezüglich unter der Übergangsregierung gefunden werden.

Jinha Agency, eine auf Frauen fokussierte Nachrichtenagentur, die von Journalistinnen gegründet wurde und unter dem Dach der Women’s Media Culture Foundation in Schweden agiert, veröffentlicht im Jänner 2026 eine Erklärung von Suad Hassou, der Leiterin des Frauenrats des Yazidi House. Hassou mache die Übergangsregierung für die Eskalation der Übergriffe gegen Alawit·innen, Drus·innen und Christ·innen verantwortlich. Durch das Ignorieren dieser Verbrechen könnten Suad Hassou zufolge den Boden für einen Völkermord, wie ihn die Jesid·innen bereits erfahren hätten, ebnen (Jinha Agency, 8. Jänner 2026).

Die Menschenrechtsorganisation Hawar veröffentlicht im Dezember 2025 Folgendes in ihrem Ergebnis- und Positionspapier der von Hawar organisierten Fachkonferenz „Zukunft gestalten im Übergang – Perspektiven für Syrien und Irak“:

Mit dem Sturz des Assad-Regimes im Dezember 2024 befindet sich Syrien in einer fragilen Übergangsphase – zwischen vorsichtiger Hoffnung und der Gefahr weiterer Destabilisierung. Die islamistische Miliz Hayat Tahrir al-Sham (‚Kommittee zur Befreiung der Levante‘, kurz: HTS) hat eine Interimsregierung eingesetzt, deren Legitimität und menschenrechtliche Praxis seit jeher umstritten sind und die eine akute Gefahr für Zivilbevölkerung und Minderheiten darstellt. Rückkehr, Aufarbeitung und echte Teilhabe bleiben zentrale Bewährungsproben, insbesondere für Frauen sowie religiöse und ethnische Gruppen. Die jüngsten Massaker an Alawit:innen (Latakia, März 2025) und an Drus:innen (Suweida, Juli 2025), an denen laut Berichten auch Einheiten der Übergangsregierung beteiligt waren, sowie gewaltsame Übergriffe in kurdischen Viertel in Aleppo Anfang Oktober 2025 verdeutlichen die anhaltende Verwundbarkeit von ethnisch-religiösen Minderheiten. Ersten Schätzungen und vorläufigen Untersuchungen zufolge wurden im Zuge beider Massaker mehr als 2.000 Zivilist:innen getötet. Auch Kurd:innen, Jesid:innen und Christ:innen berichten weiterhin von Gewalt, Diskriminierung, Vertreibung und eingeschränktem Zugang zu Rechten, Ressourcen und politischer Repräsentation.“ (Hawar, Dezember 2025, S. 6)

Der Artikel von FP berichtet weiters, dass die kurdischen Streitkräfte im April 2025 die Kontrolle über die Nachbarschaften von Scheich Maqsoud und Aschrafieh [in Aleppo Stadt, Anmerkung ACCORD] an Damaskus übergeben hätten. Eine Interviewpartnern aus Scheich Maqsoud habe gegenüber FP erklärt, dass sie sich unter den neuen syrischen Streitkräften nicht sicher fühle. Sie selbst und andere Jesid·innen würden ihre eigene Bewegungsfreiheit einschränken und ungern die Nachbarschaft verlassen. Ein weiterer jesidischer Interviewpartner aus einem Dorf nördlich von Hasaka habe ebenfalls angegeben, den neuen syrischen Machthabern nicht zu vertrauen. Er traue sich nicht nach Damaskus, aus Angst vor Übergriffen der neuen Sicherheitskräfte an den Kontrollpunkten (FP, 28. November 2025). Schließlich berichtet FP, dass die syrische Übergangsregierung mit Ende November 2025 keine Anstrengungen unternommen habe, nach den Dutzenden Jesid·innen zu suchen, die mutmaßlich weiterhin in Gebieten wie Idlib, Aleppo und Hama gefangen gehalten würden (FP, 28. November 2025; siehe auch: HRF, 30. Juni 2025, S. 20-21).

Human Rights First (HRF) berichtet im Juni 2025 über im April 2025 in Nordost-Syrien geführte Gespräche. Gesprächspartner·innen[2] würden viele der Personen in hohen staatlichen Positionen als religiöse Extremist·innen betrachten. Laut einem jesidischen Gemeindevorstehen würden Islamist·innen Jesid·innen als Nichtgläubige betrachten, vor denen der Islam geschützt werden müsse (HRF, 30. Juni 2025, S. 10).

Shafaq News berichtet im Jänner 2026 von Gefechten in den Nachbarschaften von Scheich Maqsoud und Aschrafieh zwischen Regierungskräften und kurdisch-geführten Demokratischen Kräften Syriens (SDF). Laut dem spirituellen Führer der jesidischen Gemeinschaft, Mir Hazem Tahseen Beg, befänden sich die Jesid·innen in der Stadt Aleppo in einer schweren humanitären Krise. Die Lage sei die schlimmste, die die Gemeinde vor Ort je erlebt habe. Sie würden unter einer sich verschlechternden Sicherheitslage und einem Mangel an grundlegenden Dienstleistungen leiden. Es sei ein täglicher Kampf ums Überleben (Shafaq News, 8. Jänner 2026).

Rudaw veröffentlicht im Jänner 2026 einen Appell von hunderten jesidischen Familien in Aleppo, der Vertreibung, Belagerung und wahllose Bombardierung beschreibt, die als existenzbedrohend wahrgenommen würden (Rudaw, 8. Jänner 2026; siehe auch: Kurdistan24, 8. Jänner 2026).

Zewa News, eine arabischsprachige Nachrichtenplattform, mit Fokus auf der Sindschar-Region im Irak und auf Jesid·innen, zitiert Jänner 2026 den bereits genannten Ismail Delf, Co-Vorsitzenden des Yazidi House. Laut Delf würden Scheikh Maqsoud und Aschrafieh nicht nur durch Sicherheitskräfte der Übergangsregierung, sondern auch durch mit der Türkei verbundenen Kräfte angegriffen. Jesid·innen vor Ort seien damit bedroht worden, dass die Massaker des Islamischen Staates (IS) in Sindschar (Irak) an ihnen wiederholt werde. Ihnen sei damit gedroht worden, Kinder und Männer zu töten, Frauen zu entführen und zu versklaven, sowie weitere Verbrechen an den Bewohner·innen zu begehen (Zewa News, 8. Jänner 2026).

Rudaw schreibt Mitte Jänner, dass rund 150.000 Einwohner·innen aus den umkämpften, mehrheitlich kurdischen Vierteln Aleppos geflohen seien, was Befürchtungen vor ethnischer Säuberung und Bedrohungen der jesidischen Minderheit schüre (Rudaw, 14. Jänner 2026).

Der Psychologe und Autor Jan Ilhan Kizilhan veröffentlicht Mitte Jänner einen „Bericht über die Lage der jesidischen Bevölkerung nach den jüngsten militärischen Angriffen auf die Stadtteile Scheich Maksud und Aschrafiya“ mit folgenden Informationen:

Dieser Bericht wurde von mir auf Grundlage zahlreicher leitfadengestützter Interviews sowie vertraulicher Gespräche mit jesidischen Betroffenen aus der Stadt Aleppo erstellt, die unmittelbar oder mittelbar von den jüngsten militärischen Angriffen auf die Stadtteile Scheich Maksud und Aschrafiya betroffen sind. […]

Nach übereinstimmenden Angaben lokaler Quellen und vertrauenswürdiger gesellschaftlicher Akteure lebten vor der jüngsten militärischen Eskalation rund 1.200 jesidische Familien im Stadtteil Scheich Maksud in Aleppo.“ (Kizilhan, 15. Jänner 2026, S. 1)

„Infolge der jüngsten militärischen Operationen kam es zu einer nahezu vollständigen Vertreibung der jesidischen Bevölkerung aus dem Stadtteil Scheich Maksud.

Nach gesicherten Erkenntnissen halten sich derzeit nur noch zehn dokumentierte jesidische Familien im Viertel auf. Die überwältigende Mehrheit wurde zwangsweise vertrieben, ausgelöst durch anhaltenden Beschuss, massive Sicherheitsrisiken, Zerstörung ziviler Infrastruktur sowie begründete Angst vor Verfolgung, willkürlichen Festnahmen und Repressionen […]

Die vertriebenen jesidischen Familien verteilen sich derzeit wie folgt:

• Etwa 500 Familien flohen in Dörfer und ländliche Gebiete im Umland von Afrin.

• Rund 35 Familien gelangten nach Nord- und Ostsyrien, nachdem sie wiederholt vertrieben wurden und andernorts keine sichere Bleibeperspektive hatten.

• Ein erheblicher Teil zog in andere Stadtteile Aleppos, darunter Suleimanija, Al-Midan, Al-Jamilija, Salah ad-Dinsowie weitere verstreute Viertel

Die Wohnverhältnisse sind in nahezu allen Fällen prekär: hohe Mietkosten, Überbelegung, instabile Unterkünfte und häufige Ortswechsel verstärken die soziale, wirtschaftliche und psychische Vulnerabilität der Betroffenen erheblich.

5. Sicherheitslage und Schutzdefizite im Raum Afrin

Die Interviews zeigen übereinstimmend, dass jesidische Familien im ländlichen Raum von Afrin unter anhaltender Unsicherheit und Angst leben. Viele vermeiden bewusst jede Form öffentlicher Sichtbarkeit, Registrierung oder Kontaktaufnahme mit Behörden oder Hilfsorganisationen.

Ursache sind reale Ängste vor pauschalen Anschuldigungen, insbesondere im Zusammenhang mit angeblichen oder unterstellten Verbindungen zu den Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) oder zur Autonomen Selbstverwaltung, häufig ohne rechtsstaatliche Verfahren, individuelle Beweisführung oder transparente Anklagen.“ (Kizilhan, 15. Jänner 2026, S. 2)

Mehrere voneinander unabhängige Quellen berichten, dass jesidischen Familien in bestimmten Dörfern des Afriner Umlands – insbesondere in Basofan – eine Zahlung von rund 2.000 US-Dollar pro Familie auferlegt wurde.

Diese Zahlung wird als Voraussetzung für den Aufenthalt oder das Verbleiben in der Region erhoben und von lokalen bewaffneten Akteuren als sogenannter ‚verpflichtender Beitrag‘ legitimiert, den sie als Dschizya (‚Kopfsteuer für Nichtmuslime‘) bezeichnen und zur Finanzierung von Waffen nutzen.“ (Kizilhan, 15. Jänner 2026, S. 3)

Es liegen glaubhafte Hinweise auf willkürliche Festnahmen und Inhaftierungen von jesidischen Personen aus dem Stadtteil Scheich Maksud vor.

Der Aufenthaltsort der Betroffenen sowie ihr rechtlicher Status sind weitgehend unbekannt. Familien vermeiden aus Angst vor Repressionen Nachfragen oder rechtliche Schritte – ein Umstand, der den Tatbestand des erzwungenen Verschwindenlassens zumindest nahelegt.“ (Kizilhan, 15. Jänner 2026, S. 4)

Der Standard meldet am 11. Jänner 2026, dass die syrischen Regierungstruppen die gesamte Stadt Aleppo, inklusive Scheikh Maqsoud und Aschrafieh, unter ihre Kontrolle gebracht hätten (Der Standard, 11. Jänner 2026).

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV)[3] veröffentlicht am 21. Jänner folgende Pressemitteilung zur aktuellen Situation:

„Nachdem Truppen des neuen islamistischen Regimes in Syrien große Teile Nordostsyriens unter ihre Kontrolle gebracht haben, sind nicht nur die dort lebenden Kurden und andere Minderheiten tödlich bedroht, sondern auch Yeziden in der benachbarten Sinjar-Region (Shingal) im Nordwesten des Iraks, warnt die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV).

‚In Telefongesprächen mit Yeziden aus der Region wurde uns immer wieder die Sorge vor möglichen Angriffen sunnitischer Islamisten geschildert. Die Yeziden haben große Angst, denn ihre Gemeinschaft war bereits 2014 Opfer eines Völkermordes durch den IS‘, berichtete der Nahost-Referent der GfbV, Kamal Sido, heute in Göttingen.

Anführer und Angehörige vieler arabisch-sunnitischer Stämme, die 2014 mit dem ‚Islamischen Staat‘ (IS) sympathisiert oder diesen sogar bei den Angriffen auf die yezidische Gemeinschaft unterstützt haben, gelten bei den aktuellen Angriffen auf Kurden in Syrien als Speerspitze der neuen islamistischen Regierung in Syrien. Die Truppen des neuen islamistischen Regimes in Damaskus bestehen zu etwa 75 Prozent aus ehemaligen IS-Mitgliedern, al-Qaida-Kämpfern oder anderen radikalen sunnitischen Islamisten. Zudem konnten sich Tausende IS-Kämpfer aus Gefängnissen im Nordosten Syriens befreien oder wurden vom neuen syrischen Regime freigelassen. […]

‚Viele Yeziden befürchten angesichts der aktuellen Entwicklungen, dass sich die Geschichte wiederholt‘, sagt der GfbV-Nahostreferent Sido.“ (GfbV, 21. Jänner 2026)

Übergriffe und Diskriminierung seitens der kurdischen Regionalregierung von Nordost-Syrien

Es konnten im Rahmen der zeitlich begrenzten Recherche keine Informationen über Übergriffe und Diskriminierung seitens der kurdischen Regionalregierung gefunden werden. Gesucht wurde auf Arabisch, Deutsch und Englisch mittels ecoi.net, Factiva und Google nach einer Kombination aus folgenden Suchbegriffen: Syrien, DAANES, SDF, Nordost-Syrien, Übergriffe, Attacken, Diskriminierung, Jesid·innen.

Übergriffe und Diskriminierung durch Dritte

Ismail Delf, ein weiterer Leiter des Yazidi House, erklärt gegenüber FP, dass nach der Offensive im Dezember 2024 [die zum Sturz Baschar Al-Assads und zur Vertreibung der kurdischen Streitkräfte aus einigen Regionen geführt hat, Anmerkung ACCORD] rund 2.600 Jesid·innen aus Gebieten in Aleppo in den Nordosten des Landes geflohen seien. Viele hätten aus Flüchtlingslagern im Kanton Schahba gestammt, das von „Extremisten“ angegriffen worden sei (FP, 28. November 2025).

Syrische Nationale Armee (SNA)

Der oben genannte Artikel von FP beschreibt, dass die SNA – eine Koalition türkisch unterstützter bewaffneter Gruppierungen[4] – Jesid·innen 2018 zu Tausenden aus Afrin vertrieben und die Hälfte ihrer Schreine zerstört oder geschändet hätten (FP, 28. November 2025; siehe auch: Rudaw, 27. April 2025; HRF, 30. Juni 2025, S. 22). Im Dezember 2024 habe die SNA die kurdischen Streitkräfte aus dem Kanton Schahba vertrieben, wodurch Tausende von Jesid·innen erneut zur Flucht gezwungen worden seien (FP, 28. November 2025; siehe auch: NPA, 21. Dezember 2024). Im Rahmen der Bildung der Übergangsregierung habe Präsident Al-Scharaa zahlreiche salafistische Dschihadisten in hohe Regierungs- und Militärpositionen berufen. Darunter würden sich auch ehemalige Milizionäre der SNA, die 2018 Afrin angriffen haben, befinden. Scharaa habe Ahmad Al-Hayes, den Anführer der SNA-Fraktion Ahrar Al-Scharqiya, zum Kommandeur eines Großteils des Nordostens ernannt. Hayes sei laut FP direkt an den Übergriffen seiner Miliz auf religiöse und ethnische Minderheiten beteiligt gewesen, darunter auch am Menschenhandel mit jesidischen Frauen und Kindern (FP, 28. November 2025).

Rudaw zitiert im April 2025 Nadine Maenza, Präsidentin des Sekretariats für Internationale Religionsfreiheit (IRF) und ehemalige Vorsitzende der US-Kommission für Internationale Religionsfreiheit (USCIRF). Laut Maenza könnten Dutzende Jesid·innen nicht in ihre Häuser in Afrin (Nordwesten Syriens) zurückkehren, da sie sich nicht sicher fühlen würden, von Personen (gemeint ist die SNA, Anmerkung ACCORD) regiert zu werden, die Gräueltaten an ihnen begangen hätten (Rudaw, 27. April 2025).

Die oben genannte Suad Hassou sagt in ihrer Erklärung vom Jänner 2026, dass die aktuelle Situation in Syrien, insbesondere in den vom türkischen Staat besetzten Gebieten, Anzeichen für eine Wiederkehr der Völkermordszenarien berge, wie sie vom IS gegen die Jesid·innen im Jahr 2014 verübt wurden (Jinha Agency, 8. Jänner 2026).

Islamischer Staat (IS)

FP erklärt, dass laut Jesid·innen ihre Gemeinschaft im Laufe der Jahrtausende 74 Völkermorde erlitten habe. Der jüngste sei vom IS verübt worden, der mehr als 3.000 Jesid·innen getötet und fast 7.000 weitere versklavt, vergewaltigt und zwangskonvertiert habe (FP, 28. November 2025; siehe auch: HRF, 30. Juni 2025, S. 20-21).

Jan Ilhan Kizilhan veröffentlicht in seinem oben zitierten Bericht vom Jänner 2026 folgende Informationen:

„Zahlreiche Aussagen und dokumentierte Feldinformationen belegen, dass an den Angriffen auf die Stadtteile Scheich Maksud und Aschrafiya bewaffnete Akteure beteiligt waren, die offen Symbole und Abzeichen der Terrororganisation ‚Islamischer Staat‘ (IS) trugen.“ (Kizilhan, 15. Jänner 2026, S. 4)

Es konnten im Rahmen der Recherche keine weiteren Informationen über Angriffe des IS gegen Jesid·innen in Syrien seit dem Sturz von Baschar Al-Assad gefunden werden. Dies bedeutet nicht notwendigerweise, dass solche Vorfälle nicht stattgefunden haben. Gesucht wurde auf Arabisch, Deutsch und Englisch mittels ecoi.net, Factiva und Google nach einer Kombination aus folgenden Suchbegriffen: Syrien, Übergriffe, Attacken, Angriffe, Jesid·innen, Islamischer Staat, ISIS, Daesh.

Die Hawar News Agency (ANHA) beschreibt in einem Artikel vom Dezember 2025 die anhaltende Präsenz des IS in Syrien und berichtet über einen Anstieg von IS-Angriffen seit dem Sturz von Baschar Al-Assad (ANHA, 4. Dezember 2025). Nähere Informationen zu der Anzahl und Art der Angriffe finden Sie im Anhang.

Laut Kurdistan24 hätten IS-Mitglieder im Jänner 2026 einen Anschlag auf eine Militärstellung der SDF in der Stadt Al-Maraschida, im östlichen Umland von Deir ez-Zor verübt, der von den SDF-Kräften habe verhindert werden können (Kurdistan24, 8. Jänner 2026).

Der Standard berichtet am 20. Jänner 2026 über die Folgen der Gefechte zwischen den Truppen der Übergangsregierung und den Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) in Nordsyrien:

„Die SDF [Syrischen Demokratischen Kräfte] ziehen unterdessen nach eigenen Angaben von dem berüchtigten Lager al-Hol in Syrien ab. In dem Lager, das die SDF bisher bewachten, sind Tausende Angehörige von Kämpfern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) untergebracht, vor allem Frauen, Kinder und Jugendliche. Der Abzug folgt auf eine Offensive von Regierungstruppen im Nordosten.

Das Lager ist offiziell kein Gefängnis, wird von Bewohnern aber oft als ein solches beschrieben. Sie können das Camp nicht freiwillig verlassen. Bei Kämpfen waren zuvor rund 120 IS-Mitglieder aus einem Gefängnis ausgebrochen. […]

Regierungstruppen hätten im Ort Al-Shaddadi nach ihnen gesucht und etwa 80 wieder festgenommen, teilte das Innenministerium in der Nacht auf Dienstag mit. Auch die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, dass eine ‚große Zahl‘ an IS-Mitgliedern ausgebrochen sei. […]

Die kurdisch angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) erklärten dagegen gestern, rund 1.500 IS-Kämpfer seien aus dem Gefängnis ausgebrochen. Die SDF-Truppen hätten dort keine Kontrolle mehr. Die SDF warfen Verbündeten der Regierung in Damaskus vor, mehrere Gefängnisse im Nordosten angegriffen zu haben, in denen IS-Angehörige untergebracht sind – trotz eines am Sonntag verkündeten Waffenstillstands.“ (Der Standard, 20. Jänner 2026)

Rechtliche und/oder tatsächliche Schutzmöglichkeiten durch die Übergangsregierung bzw. die kurdische Regionalregierung

Es konnten im Rahmen der Recherche keine Informationen zu Schutzmöglichkeiten spezifisch für Jesid·innen durch die Regierungen in Syrien gefunden werden. Gesucht wurde auf Arabisch, Deutsch und Englisch mittels ecoi.net, Factiva und Google nach einer Kombination aus folgenden Suchbegriffen: Syrien, Jesid·innen, Schutz, Unterstützung, Hilfe, Staat, Übergangsregierung, DAANES, SDF, Asayish.

FP schreibt im November 2025, dass das Jesidentum unter der kurdischen Verwaltung offiziell anerkannt werde. Jesid·innen könnten in Nordost-Syrien offen ihre Religion ausüben und es gebe in der Region kulturelle Einrichtungen (FP, 28. November 2025; siehe auch: NPA, 17. Mai 2025; Jinha Agency, 8. Jänner 2026).

Weitere Informationen zur Lage der Jesid·innen vor April 2025 finden Sie in folgender Anfragebeantwortung von ACCORD:

·      ACCORD – Austrian Centre for Country of Origin and Asylum Research and Documentation: Anfragebeantwortung zu Syrien: Lage von Jesid·innen (Nordosten, andere Teile, Vorfälle ausgehend von welcher Gruppe), Vorfälle durch die Gruppe Islamischer Staat (IS) im Nordosten [a-12608v2], 23. April 2025
https://www.ecoi.net/de/dokument/2128871.html

Quellen: (Zugriff auf alle Quellen am 23. Jänner 2026)

·      ACCORD – Austrian Centre for Country of Origin and Asylum Research and Documentation: Anfragebeantwortung zu Syrien: Lage von Jesid·innen (Nordosten, andere Teile, Vorfälle ausgehend von welcher Gruppe), Vorfälle durch die Gruppe Islamischer Staat (IS) im Nordosten [a-12608v2], 23. April 2025
https://www.ecoi.net/de/dokument/2128871.html

·      ANHA – Hawar News Agency: ISIS attacks surge in Syria after fall of Baath regime, 4. Dezember 2025
https://hawarnews.com/en/isis-attacks-surge-in-syria-after-fall-of-baath-regime

·      Constitutional Declaration of the Syrian Arab Republic, veröffentlicht von ConstitutionNet, 13. März 2025
https://constitutionnet.org/sites/default/files/2025-03/2025.03.13%20-%20Constitutional%20declaration%20%28English%29.pdf

·      Der Standard: Syrische Armee kontrolliert nach tagelangen Gefechten ganz Aleppo, 11. Jänner 2026
https://www.derstandard.at/story/3000000303582/kurdische-kaempfer-nach-gefechten-gegen-regierungstruppen-zu-abzug-aus-aleppo-bereit

·      Der Standard: Neuer Waffenstillstand in Syrien vereinbart, 20. Jänner 2026
https://www.derstandard.at/story/3000000304985/syrien-kurdenmilizen-ziehen-von-ber252chtigtem-is-lager-ab

·      EUAA – European Union Agency for Asylum: Syria; Major human rights, security, and socio-economic developments [Q33-2025], 1. Oktober 2025
https://www.ecoi.net/en/file/local/2131103/2025_10_EUAA_COI_Query_Response_Q33_Syria_Major_Human_rights.pdf

·      FP – Foreign Policy: Syria’s Yazidi Community Faces the Future With Concern, 28. November 2025
https://foreignpolicy.com/2025/11/28/syria-yazidi-sdf-sharaa-islamic-state-assad/

·      GfbV – Gesellschaft für bedrohte Völker: Islamistische Gewalt in Syrien, Pressemitteilung, 21. Jänner 2026
https://www.gfbv.de/de/pm/gewalt-in-syrien1-11935/

·      Hawar: Zukunft gestalten im Übergang – Perspektiven für Syrien und Irak, Fachkonferenz, Ergebnis- und Positionspapier, Dezember 2025
https://www.hawar.help/wp-content/uploads/2025/12/20251128-fachkonferenz-policypaper-dina4-a7.pdf

·      HRF – Human Rights First: We Plant The Trees, They Cut Them Down: Challenges and Promise in Post-Assad Syria, 30. Juni 2025
https://humanrightsfirst.org/wp-content/uploads/2025/06/Syria-Report-June-30-2025_Final.pdf

·      Jinha Agency: Was in Syrien geschieht, birgt die Gefahr, dass sich der Völkermord an allen Bevölkerungsgruppen wiederholt [Arabisch], 8. Jänner 2026
https://jinhaagency.com/ar/alsyast/ma-yhdth-fy-swrya-yhdd-btkrar-alabadt-bhq-jmy-almkwnat-53335

·      Kizilhan, Jan Ilhan: Bericht über die Lage der jesidischen Bevölkerung nach den jüngsten militärischen Angriffen auf die Stadtteile Scheich Maksud und Aschrafiya, veröffentlicht vom Gesundheits- und Diversitätsforschungsinstitut, 15. Jänner 2026
https://gediv.de/wp-content/uploads/2026/01/2026_ITG-GeDiv_Bericht_Aleppo_Jesiden-Kizilhan.pdf

·      Kurdistan24: Christian Alliance Issues Urgent Plea to Protect Aleppo’s Kurdish Neighborhoods, 8. Jänner 2026
https://www.kurdistan24.net/en/story/885953/christian-alliance-issues-urgent-plea-to-protect-aleppos-kurdish-neighborhoods

·      NPA – North Press Agency: Yazidis in Syria struggle for survival amid rapid changes, 21. Dezember 2024
https://npasyria.com/en/120034/

·      NPA – North Press Agency: Syrian Yazidis call for recognition after decades of marginalization, 17. Mai 2025
https://npasyria.com/en/125766/

·      Rudaw: Displaced Kurds, Yazidis fear return to Afrin: Activist, 27. April 2025
https://www.rudaw.net/english/middleeast/syria/27042025

·      Rudaw: Jesid·innen in Aleppo appellieren eindringlich: 1.200 Familien befürchten Völkermord [Arabisch], 8. Jänner 2026
https://www.rudawarabia.net/arabic/middleeast/syria/070120267

·      Rudaw: US lawmakers warn Damascus on Kurdish forces, minority rights, 14. Jänner 2026
https://www.rudaw.net/english/world/140120264

·      Shafaq News: Aleppo fighting raises new Yazidi genocide fears, 8. Jänner 2026
https://shafaq.com/en/Kurdistan/Aleppo-fighting-raises-new-Yazidi-genocide-fears

·      Synergy Association for Victims: E-Mail-Auskunft, 16. April 2025

·      UN News – United Nations News: Prison breaks and renewed clashes raise alarm in northeast Syria, 20. Jänner 2026
https://news.un.org/en/story/2026/01/1166799

·      Zewa News: Es gibt sehr ernste Bedenken um die Jesid·innen in Aleppo, insbesondere da diejenigen, die sie jetzt angreifen, dieselben ISIS-Kämpfer sind, die auch Sindschar angegriffen haben [Arabisch], 8. Jänner 2026
https://zewanews.com/%D9%87%D9%86%D9%80%D9%80%D8%A7%D9%83-%D9%85%D8%AE%D8%A7%D9%88%D9%81-%D9%83%D8%A8%D9%8A%D8%B1%D8%A9-%D8%AC%D9%80%D9%80%D8%AF%D8%A7%D9%8B%D8%8C-%D8%B9%D9%84%D9%89-%D8%A7%D9%84%D8%A5%D9%8A%D8%B2%D9%8A/


 

Anhang: Quellenbeschreibungen und Informationen aus ausgewählten Quellen

Die Hawar News Agency (ANHA) ist ein kurdischer Online-Nachrichtendienst mit Sitz in Al-Hasaka, Syrien.

·      ANHA – Hawar News Agency: ISIS attacks surge in Syria after fall of Baath regime, 4. Dezember 2025
https://hawarnews.com/en/isis-attacks-surge-in-syria-after-fall-of-baath-regime

„The frequency of ISIS [Islamic State of Iraq and Syria] cell attacks has increased across many Syrian regions since the fall of the Baath regime on December 8, 2024, and the formation of a transitional government led by Ahmad al-Shar’a, who previously led Jabhat al-Nusra—an al-Qaeda affiliate—before renaming it Hay’at Tahrir al-Sham and announcing its separation from al-Qaeda.

Since the beginning of the year, ISIS cells have carried out around 224 attacks through targeted killings, bombings, and ambushes. These attacks resulted in the martyrdom of 68 fighters from the Syrian Democratic Forces (SDF), the deaths of 15 civilians, and the killing of 13 ISIS mercenaries, according to the Syrian Observatory for Human Rights. […]

In this context, Director of the Kurdish Center for Studies Nawaf Khalil explained that the most significant security and political changes driving the rise in ISIS attacks since the beginning of the year stem from the fall of the Baath regime. This created a security vacuum that enabled ISIS cells to move easily across larger geographic areas, seize weapons, and recruit new members. He said: ‘ISIS benefited greatly from the fall of the regime.’

He added that another factor is that the current transitional government is not combating ISIS effectively, and that armed factions are providing ISIS cells with a safe environment to carry out attacks and move freely.

Regions controlled by the transitional government are witnessing major security chaos; since the beginning of November alone, around 141 people have been killed, according to the Syrian Observatory, which described them as severe human losses stemming from criminal and retaliatory incidents, sectarian violence, and explosions caused by war remnants.

The European Center for Counter-terrorism and Intelligence Studies also stated that the weak control of the new transitional government, along with ongoing sectarian violence, may further enhance ISIS’s capabilities, allowing the militants to reorganize, maintain their presence, and possibly expand again.

Nawaf Khalil confirmed that ISIS has acquired a strong organizational and geographical structure and now enjoys favorable conditions in many Syrian areas, especially in Deir ez-Zor, where militant groups such as Ahrar al-Sharqiya—led by Abu Hatim Shaqra, who is on the US sanctions list for killing Kurdish politician Hevrin Khalaf.

ISIS cells have launched around 180 attacks in Deir ez-Zor alone since the beginning of the year, with noticeably increased activity in the western countryside, destabilizing the region and raising real security fears of a resurgence following ISIS’s defeat in its last stronghold in Baghouz. […]

Estimates from the European Center for Counter-terrorism and Intelligence Studies indicate that more than 4,000 ISIS militants remain active in Syria and Iraq, posing an ongoing threat.“ (ANHA, 4. Dezember 2025)

Die Constitutional Declaration ist eine auf fünf Jahre befristete Verfassungserklärung, welche die Übergangsregierung Syriens im März 2025 veröffentlicht hat.

·      Constitutional Declaration of the Syrian Arab Republic, veröffentlicht von ConstitutionNet, 13. März 2025
https://constitutionnet.org/sites/default/files/2025-03/2025.03.13%20-%20Constitutional%20declaration%20%28English%29.pdf

„Article 3 – Islam, freedom of belief, personal status

1.      The religion of the President of the Republic is Islam, and Islamic jurisprudence is the principal source of legislation.

2.      Freedom of belief is protected. The State respects all divine religions and guarantees the freedom to perform all their rituals, provided that this does not disturb public order.

3.      The personal status of religious sects is protected and respected in accordance with the law.“ (Constitutional Declaration, 13. März 2025, Artikel 3)

„Article 10 – Equality

Citizens are equal before the law in rights and duties, without discrimination based on race, religion, gender or lineage.“ (Constitutional Declaration, 13. März 2025, Artikel 10)

Der Standard ist eine österreichische Tageszeitung.

·      Der Standard: Syrische Armee kontrolliert nach tagelangen Gefechten ganz Aleppo, 11. Jänner 2026
https://www.derstandard.at/story/3000000303582/kurdische-kaempfer-nach-gefechten-gegen-regierungstruppen-zu-abzug-aus-aleppo-bereit

„Nach tagelangen Gefechten mit kurdischen Kämpfern haben syrische Regierungstruppen die gesamte Großstadt Aleppo unter ihre Kontrolle gebracht. Das Innenministerium meldete am Sonntag die Evakuierung hunderter kurdischer Kämpfer aus dem letzten kurdisch kontrollierten Stadtteil Sheikh Maqsoud. […]

Die kurdisch dominierten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) hatten sich zuvor bereit erklärt, ihre Kämpfer aus ihren beiden bis dahin verbliebenen Hochburgen in Aleppo – Ashrafiyah und Sheikh Maqsoud – abzuziehen.“ (Der Standard, 11. Jänner 2026)

Die Asylagentur der Europäischen Union (European Union Agency for Asylum, EUAA) ist eine EU-Agentur, deren Aufgabe es ist, die Mitgliedstaaten bei der Umsetzung des als Gemeinsames Europäisches Asylsystem bekannten EU-Gesetzespakets zu Asyl, internationalem Schutz und Aufnahmebedingungen zu unterstützen.

·      EUAA - European Union Agency for Asylum: Syria; Major human rights, security, and socio-economic developments [Q33-2025], 1. Oktober 2025
https://www.ecoi.net/en/file/local/2131103/2025_10_EUAA_COI_Query_Response_Q33_Syria_Major_Human_rights.pdf

„Despite formally integrating into the structure of the Ministry of Defence (MoD) , elements of the Syrian National Army (SNA) factions ‘still function autonomously’ in parts of northwest Syria.” (EUAA, 1. Oktober 2025)

Foreign Policy (FP) ist eine in den USA erscheinende Zeitschrift, die sich der Außenpolitik der Vereinigten Staaten sowie internationalen Themen widmet.

·      FP – Foreign Policy: Syria’s Yazidi Community Faces the Future With Concern, 28. November 2025
https://foreignpolicy.com/2025/11/28/syria-yazidi-sdf-sharaa-islamic-state-assad/

„Members of the Yazidi community say they have endured 74 genocides over the millennia. The most recent was carried out by the Islamic State, which killed more than 3,000 Yazidis and enslaved, raped, and forcibly converted nearly 7,000 others. […]

Over the last decade, many Yazidis in Syria gained official recognition and a sense of protection under the Kurdish administration—which still controls much of the northeast. But now, with the arrival of Ahmed al-Sharaa’s government, Syria’s Yazidis are uncertain of their future yet again. U.S.-backed Kurdish forces are now facing increasing pressure to merge into Sharaa’s national army—which has been implicated in massacres of other religious minorities in the country.

‘We are all afraid of the new government,’ said Layla Mehmo, one of the directors of the Yazidi House, an umbrella organization defending the rights of Yazidis in Syria. ‘We saw what happened to the Alawites and the Druze. They [the government] have the same mentality of ISIS.’ […]

Wearing an all-white robe and sporting a bushy, droopy mustache—a distinguishable Yazidi style—he explained that like the majority of Yazidis in Syria, his family was stateless, meaning that they had no formal rights over their land.

Yazidis have been marginalized and denied recognition by successive Syrian governments, ultimately keeping much of the community impoverished. Under the Assad regime, they were forbidden from celebrating religious holidays and displaying religious symbols and were forced to participate in Islamic studies classes in public school. […]

By 2018, the Islamic State had lost most of its territory, and the dwindling Yazidi population gained official recognition under the newly established Kurdish administration, which had taken control of much of the northeast and parts of Aleppo governorate in the west.

With this protection, Yazidis could practice their religion openly for the first time in modern Syrian history. Cultural institutions, such as the Yazidi House, were established to maintain Yazidi traditions and spread awareness of their beliefs.

However, this newfound security would prove tenuous amid the shifting tide of the Syrian civil war. Following an offensive in early 2018, Yazidis living in Afrin found themselves living under the control of the Syrian National Army (SNA), a coalition of Turkish-backed opposition factions.

Fulla Shakro, 48, was among the thousands of Yazidis uprooted from their homes as a result. For 50 days, she said, SNA militiamen attacked her village, displacing nearly all of its residents. More than half of the Yazidi shrines in Afrin were also destroyed or desecrated, making it nearly impossible for the few Yazidis who remained to openly practice their faith.

Most fled to areas still under Kurdish control, such as Aleppo city’s Sheikh Maqsoud and Ashrafieh neighborhoods and an area known as Shahba Canton in northern Aleppo governorate.

But in December 2024, as Syrian rebels launched their lightning offensive to topple Bashar al-Assad, the Turkish-backed SNA drove Kurdish forces out of Shahba Canton, forcing thousands of Yazidis to flee once again.

A few months later, in April, Kurdish forces also withdrew from Sheikh Maqsoud and Ashrafieh, handing control to Damascus in accordance with a March agreement between the new Syrian president and Kurdish leader Mazloum Abdi, who heads the Syrian Democratic Forces (SDF).

Shakro, who has been living in Sheikh Maqsoud since fleeing Afrin, said she does not feel safe under the new Syrian forces. She and other Yazidis have limited their movements and are reluctant to venture outside their neighborhood as they once did. […]

Sharaa, a former leader of al Qaeda’s branch in Syria, has incorporated a slew of Salafi jihadis into top government and military positions. Among them are former SNA militiamen who attacked Afrin in 2018.

Sharaa appointed Ahmad al-Hayes, who led the SNA faction Ahrar al-Sharqiya, as commander of much of the northeast. Hayes was directly complicit in his militia’s abuses against religious and ethnic minorities, including the trafficking of Yazidi women and children.

The new Syrian government has attempted to reassure religious minorities that they will be protected. However, Syria’s new draft constitution describes Islam as the ‘principal source’ of legislation and only respects freedom of belief for ‘divine religions’—meaning Christianity and Judaism but not the Yazidi faith. […]

Delf said that after the December offensive, the northeast received around 2,600 Yazidis fleeing areas in Aleppo. Many came from displacement camps in Shahba Canton, which he said had been attacked by ‘extremists.’

‘We would like the SDF to keep control over the area,’ Mehmo added.

However, the United States has been pressuring Kurdish forces to accelerate implementation of their agreement to merge with Damascus. On Oct. 16, The Associated Press reported that Abdi had reached a breakthrough in the talks with Damascus, agreeing on the ‘mechanism’ for the merger in which his forces would join the new Syrian military as a single large unit.

This has unsettled Barzan villagers. Souliman said he does not trust the new Syrian authorities. He said he would not dare venture into Damascus, fearful of what the new security forces might do to him at checkpoints along the way. Some official procedures, such as obtaining a passport, require residents of northeastern Syria to travel to the capital. […]

So far, the new Syrian government has made no effort to search for the dozens of Yazidis suspected of still being held captive in areas such as Idlib, Aleppo, and Hama, Delf said. ‘If the SDF is gone, it will be impossible to search for or free any missing persons.’“ (FP, 28. November 2025)

Human Rights First (HRF) ist eine Nichtregierungsorganisation mit Sitz in den USA.

·      HRF – Human Rights First: We Plant The Trees, They Cut Them Down: Challenges and Promise in Post-Assad Syria, 30. Juni 2025
https://humanrightsfirst.org/wp-content/uploads/2025/06/Syria-Report-June-30-2025_Final.pdf

„Against the backdrop of these developments and following up on prior Syria reporting, HRF [Human Rights First] visited northeast Syria in April 2025. HRF spoke with dozens of people, including human rights defenders, journalists, lawyers, community leaders, and internally displaced people. Reflecting Syria’s ethnic, religious, and cultural diversity, the individuals HRF interviewed were from, variously, the Druze, Yazidi, Assyrian, Armenian, other Christian, majority Sunni Muslim Arab, Kurdish, and Alawite communities.“ (HRF, 30. Juni 2025, S. 7-8)

„At a celebration of the Yazidi New Year in the countryside between Amuda and al-Hasakah city, a community leader recalled that the Assad government never recognized the Yazidis as a people and did not permit instruction about the community or the use of the Yazidi language in schools. Under the watchful eye of male and female Yazidi security forces positioned on hills overlooking the celebration, he said that, with Assad gone, it is possible Syria will become an inclusive country.“ (HRF, 30. Juni 2025, S. 8)

„More specifically, those we interviewed noted that individuals they view as religious extremists are in many high-level positions. In the words of a Yazidi community leader, ‘Syria has everyone, but the cabinet has only Sunni Islamists.’ This person observed that Islamists believe Yazidis are ‘nonbelievers’ against whom Islam must be protected. ‘How can that be good?’ he asked.“ (HRF, 30. Juni 2025, S. 10)

„A Yazidi community leader discussed ISIS [Islamic State of Iraq and Syria]’s kidnapping of approximately 3,000 Yazidi women and children from Sinjar, Iraq in 2014. There are persistent reports that some abducted women were brought to Idlib by ISIS militants, including their ‘husbands.’

The community leader reported that Yazidis had hoped the STG [Syrian Transitional Government] would investigate whether Yazidi women were being held in Idlib, particularly given that it has long been an HTS [Hayat Tahrir al-Sham] stronghold. Such a step, the leader opined, would show good faith on the part of the STG not only to Yazidis, but to all Syrian minority groups. However, according to the community leader, no action has been seen. More broadly, he reported that the STG had not engaged in any outreach to the Yazidi community.“ (HRF, 30. Juni 2025, S. 20-21)

„In some instances, military occupiers have made obvious efforts to erase the cultural heritage of the people who were expelled, consistent with Bozdag’s statement that Afrin would be given back to its ‘real owners.’ Turkish and SNA [Syrian National Army] forces destroyed a roundabout in Afrin that had contained a statue of ‘Kawa,’ a character from Kurdish legend linked to the new year’s celebration of Nawroz. Yazidi shrines and graveyards have been looted and partially destroyed.“ (HRF, 30. Juni 2025, S. 22)

Kurdistan24 ist ein in der Autonomen Region Kurdistan (Irak) ansässiger Nachrichtensender.

·      Kurdistan24: Christian Alliance Issues Urgent Plea to Protect Aleppo’s Kurdish Neighborhoods, 8. Jänner 2026
https://www.kurdistan24.net/en/story/885953/christian-alliance-issues-urgent-plea-to-protect-aleppos-kurdish-neighborhoods

„Amid intensifying violence in Aleppo, the Christian Alliance in Kurdistan Region issued an urgent appeal calling for an immediate end to violations and the protection of civilians in the city’s Kurdish neighborhoods, warning that Yazidi families face existential threats under conditions of siege, indiscriminate shelling, and forced displacement.

The call came in an emergency statement released by the Christian Alliance addressing what it described as serious dangers confronting Yazidi families living in Aleppo, particularly in the Sheikh Maqsoud and Ashrafieh neighborhoods. […]

According to the appeal cited by the alliance, more than 1,200 Yazidi families are facing catastrophic humanitarian conditions, amid growing indicators that widespread violations could occur, potentially amounting to war crimes or ethnic cleansing in the absence of protection and safe corridors. […]

The Christian Alliance declared its full solidarity with besieged Yazidi families and voiced grave concern over the repetition of past tragedies in which civilians were directly targeted in conflicts unrelated to them. […]

The appeal comes amid continued military escalation in northern Syria. According to a statement by the Syrian Democratic Forces, the closest point between Aleppo’s Kurdish neighborhoods and SDF [Syrian Democratic Forces] forces is the Dayr Hafir area. The SDF said that the al-Amshat faction affiliated with the Damascus government shelled the center of Dayr Hafir with artillery and mortar fire, targeting a populated area without causing reported human or material losses.

At the same time, SDF forces said they thwarted a terrorist attack carried out by an ISIS [Islamic State of Iraq and Syria] cell targeting one of their military positions in the town of al-Marashida in eastern Deir ez-Zor countryside.“ (Kurdistan24, 8. Jänner 2026)

North Press Agency (NPA) ist eine syrisch-kurdische Nachrichtenagentur.

·      NPA – North Press Agency: Yazidis in Syria struggle for survival amid rapid changes, 21. Dezember 2024
https://npasyria.com/en/120034/

„The recent upheavals in Syria, marked by Hayat Tahrir al-Sham’s (HTS) control over Damascus and the fall of the regime, have left religious and ethnic minorities grappling with uncertainty about their future. […]

According to the Yazidi House in the city of Qamishli, northern Syria, there were around 7,000 Yazidis in the region before waves of displacement began. Approximately 400 Yazidi families fled the northern countryside of Aleppo, locally known as Shahba region, following the Turkish-backed Syrian National Armys (SNA) capture of the area in late November.“ (NPA, 21. Dezember 2024)

·      NPA – North Press Agency: Syrian Yazidis call for recognition after decades of marginalization, 17. Mai 2025
https://npasyria.com/en/125766/

„After decades of marginalization, Yazidis in Syria are demanding official recognition of their faith in the new Syria to ensure inclusion and justice.

The demand at the April 26 Kurdish Unity Conference in the city of Qamishli, northeastern Syria, to recognize the Yazidi faith as an official religion in Syria has been met with widespread approval among Syrian Yazidis. They see it as a key step toward safeguarding their rights and affirming their identity. […]

Ismail Delf, co-chair of the Yazidi Council in northeastern Syria, told North Press that extensive discussions at the Kurdish conference addressed Yazidi rights after decades of oppression. He welcomed the inclusion of official recognition for their faith in the final communiqué and the promise of dialogue with Damascus.“ (NPA, 17. Mai 2025)

Rudaw ist ein in der Autonomen Region Kurdistan (Irak) ansässiges kurdisches Mediennetzwerk.

·      Rudaw: Displaced Kurds, Yazidis fear return to Afrin: Activist, 27. April 2025
https://www.rudaw.net/english/middleeast/syria/27042025

„Kurds and Yazidis displaced from the Kurdish city of Afrin in northwest Syria are afraid to return as militia members accused of atrocities control the area, a prominent American religious freedom advocate told Rudaw.

‘There’s no way they [Kurds and Yazidis] could stay if they were under these Islamists. They had to flee from the Syrian National Army [SNA] when they invaded Afrin. So all those IDPs [Internally Displaced Persons] are looking and saying, ‘wait, we’ve done this before. It didn’t go so well,’ Nadine Maenza, president of the International Religious Freedom (IRF) Secretariat and former chair of the US Commission on International Religious Freedom (USCIRF), told Rudaw on April 23.

Maenza highlighted that Syrian minorities are concerned about the centralized rule of Syrian interim President Ahmed al-Sharaa’s government. […]

Maenza said dozens of Yazidi families remain unable to return to their homes in northwest Syria, citing fears of living under officials accused of ‘committing atrocities’, according to her meetings with Yazidis.

‘Dozens of families can't go back because they wouldn't feel safe being governed by people that committed atrocities against them. It would be like saying, you know, ISIS [Islamic State of Iraq and Syria] is now going to be the governor of your, or the mayor of your city,’ she said.

Maenza stressed that locals must govern their own communities and that the SNA must not be in charge of Afrin.“ (Rudaw, 27. April 2025)

·      Rudaw: US lawmakers warn Damascus on Kurdish forces, minority rights, 14. Jänner 2026
https://www.rudaw.net/english/world/140120264

„Backed by armed groups affiliated with Damascus, the Syrian Arab Army this week expanded its attack on the SDF [Syrian Democratic Forces] in northern Syria following a military operation to expel Kurdish forces in Aleppo. Around 150,000 residents fled the fighting Kurdish-majority neighborhoods, raising fears of ethnic cleansing and threats against Yazidi minorities.“ (Rudaw, 14. Jänner 2026)

Shafaq News ist eine englischsprachige Online-Nachrichtenplattform mit Fokus auf politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen im Irak und dem Nahen Osten.

·      Shafaq News: Aleppo fighting raises new Yazidi genocide fears, 8. Jänner 2026
https://shafaq.com/en/Kurdistan/Aleppo-fighting-raises-new-Yazidi-genocide-fears

„Yazidis in the Syrian city of Aleppo are facing a severe humanitarian crisis, the spiritual leader of the Yazidi community, Mir Hazem Tahseen Beg, warned on Thursday, describing current conditions as among the worst the community has endured there.

In a statement, Tahseen Beg said Yazidi Kurds remaining in Aleppo are enduring deteriorating security, shortages of basic services, and daily struggles to survive, urging the international community to intervene urgently to protect civilians and deliver humanitarian assistance.

He cautioned that continued fighting without serious action could lead to a new catastrophe reminiscent of the 2014 atrocities in Iraq’s Sinjar, when ISIS [Islamic State of Iraq and Syria] overran the district, committing genocide. […]

At least eight civilians were killed and 57 wounded over the past three days in shelling and drone attacks on the Sheikh Maqsoud and Ashrafieh neighborhoods of Aleppo, according to the citys Internal Security Forces (Asayish). Mutual accusations between Damascus and the Kurdish-led Syrian Democratic Forces (SDF) persist as violence in Aleppo increasingly affects both sides.“ (Shafaq News, 8. Jänner 2026)

UN News ist der offizielle News-Service der Vereinten Nationen.

·      UN News – United Nations News: Prison breaks and renewed clashes raise alarm in northeast Syria, 20. Jänner 2026
https://news.un.org/en/story/2026/01/1166799

„The transitional government has been taking back territory in the northeast under Kurdish control and fighting has occurred in Aleppo, Raqqa, Deir-ez-Zor and Al Hassakeh governorates. […]

The ceasefire announced on Sunday followed weeks of deadly fighting. The truce calls for the authorities to take over SDF [Syrian Democratic Forces]-controlled areas and for its forces to be integrated into the national army, among other points.” (UN News, 20. Jänner 2026)



[1] Hayat Tahrir al-Sham (HTS) übernahm die Kontrolle in Damaskus nach dem Sturz von Baschar Al-Assad (NPA, 21. Dezember 2024) und der aktuelle Präsident Syriens, Ahmed Al-Scharaa, ist der ehemalige Anführer von HTS (Anmerkung ACCORD).

[2] HRF gibt an mit Dutzenden Menschen gesprochen zu haben, darunter MenschenrechtsverteidigerInnen, JournalistInnen, AnwältInnen, GemeindevorsteherInnen und Binnenvertriebene. Die von HRF befragten Personen würden die ethnische, religiöse und kulturelle Vielfalt Syriens widerspiegeln und gehörten unter anderem den drusischen, jesidischen, assyrischen, armenischen, anderen christlichen, sunnitisch-muslimischen arabischen, kurdischen und alawitischen Gemeinschaften an (HRF, 30. Juni 2025, S. 10).

[3] Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) ist eine internationale Menschenrechtsorganisation, die sich laut Selbstbeschreibung für verfolgte und bedrohte ethnische und religiöse Minderheiten, Nationalitäten und indigene Gemeinschaften einsetzt.

[4] Die Asylagentur der Europäischen Union (European Union Agency for Asylum, EUAA) erklärt in einer Anfragebeantwortung vom Oktober 2025, dass die SNA formell in die Struktur des Verteidigungsministeriums integriert worden sei, jedoch einzelne Fraktionen in Teilen Nordwestsyrien weiterhin autonom agieren würden (EUAA, 1. Oktober 2025).