a-6292 (ACC-SEN-6292)

Nach einer Recherche in unserer Länderdokumentation und im Internet können wir Ihnen zu oben genannter Fragestellung Materialien zur Verfügung stellen, die unter anderem folgende Informationen enthalten:
 
In einem Bericht an den UN-Ausschuss für die Beseitigung der Rassendiskriminierung (Committee on the Elimination of Racial Discrimination, CERD) vom November 2001 (mit Stand 21. Mai 2001) berichtet die senegalesische Regierung, dass in der Casamance folgende Volksgruppen leben würden: die Peul und die Mandingo im Osten und Zentrum, sowie die Diola, die Manjak, die Mankagn und die Balante im Westen:
“Casamance is as big as Belgium and extends over one seventh of the total area of Senegal. It comprises three natural regions: Haute Casamance to the east, Moyenne Casamance in the centre and Basse Casamance to the west, on the Atlantic coast. The peoples of Casamance are the Peul and the Mandingo, who live in the east and the centre - today the administrative region of Kolda, and the Diola, the Manjak, the Mankagn and the Balante, who share the western region - the administrative region of Ziguinchor.” (CERD, 19. November 2001, S. 16, Abs. 89)
Laut der Encyclopædia Britannica wird die Casamance unter anderem von den Diola, den Fulani und den Malinke bewohnt (Encyclopædia Britannica, 2008a). Nach Angaben der Encyclopædia Britannica würden die Diola auch Dyola und Jola geschrieben, die Fulani auch Peul oder Fulbe und die Malinke auch Maninka, Mandinka, Mandingo oder Manding genannt (Encyclopædia Britannica, 2008a, b, c, d).
 
In einem Artikel von Paul Nugent aus dem Journal of African History vom September 2007 über die Grenzregion Gambia/Casamance werden neben den Mandinkas und den Jolas auch die Karoninkas erwähnt:
“Mandinkas and Jolas of Fogny Jabankunda and Narang, and Karoninkas from the islands of Karone have therefore been largely unreceptive to appeals to Casamance nationalism.” (Nugent, 5. September 2007) 
Auf der privaten Webseite des Sprachwissenschafters Johannes Reese findet sich eine Übersicht über die Sprachen von Senegal:
„Offizielle Amtssprache: Französisch
Sprachfamilien: Atlantisch, Manding, (Romanisch)
[…]
Im Senegal werden vor allem atlantische Sprachen gesprochen sowie einige Mande-Sprachen. Es gibt eine kleine europäische (hauptsächlich Franzosen) und libanesische Minderheit. In den größeren Hafenstädten gibt es Bassa- und Klao-Siedlungen.
Als "nationale" Sprachen gelten Wolof, Serer, Ful, Diola, Mandinka und Sarakole (Soninke). Daneben gibt es noch Mandschak, Balant, die Tenda-Sprachen, das Bainuk u.a. Die drei wichtigsten Sprachen sind Wolof, Ful und Mandinka. Sie teilen sich das Land in drei Zonen auf: Wolof im Westen, Ful im Nordosten, Mandinka im Südosten. Die übrigen Sprachen sind im wesentlichen Inseln in diesen drei Zonen, mit Ausnahme der westlichen und südöstlichen Randregionen. Während die Sprecher der "großen Sprachen" meist Muslime sind, folgen die Sprecher "kleiner Sprachen", die oft in schwerer zugänglichen Bergregionen u.ä. leben, traditionellen afrikanischen Religionen.
Die wichtigste Sprache ist Wolof. Sie ist Muttersprache von 36% der Bevölkerung und wird von über 80% der Bevölkerung verstanden. Das Wolof breitet sich im Senegal aus, vor allem in den Städten - Kinder von Eltern verschiedener Völker lernen in der Regel Wolof als Muttersprache. Es entwickelt sich zur lingua franca von Nicht-Akademikern des Senegal. Unter Akademikern ist aber immer noch Französisch erste lingua franca. Im Radio wird Französisch aber nur in den Nachrichten verwendet.“ (Reese, 30. März 2008)
Auf Reeses Webseite werden anschließend die Sprachen nach Regionen gegliedert. Hier seien jene zitiert, die die Casamance betreffen:
„Kolda - Die Region liegt in der Casamance. Im Westen wird vor allem Mandinka gesprochen, im Osten Ful, in beiden Teilen außerdem Diola. Im Südosten leben die Pajade.
[…]
Tambacounda - Der Süden der Region liegt in der Casamance. Im äußersten Süden werden die Tenda-Sprachen gesprochen. Im Osten wird Soninke gesprochen, im Norden Ful, im Süden Mandinka.
[…]
Ziguinchor - Die Region bildet den Küstenstreifen der Casamance. Man spricht Diola sowie die übrigen Sprachen der Diola-Gruppe und Mandinka. Es gibt vor allem in der Stadt Ziguinchor noch Kiriyol-Sprecher, d.i. eine Kreolsprache auf portugiesischer Basis, die auch in Guinea-Bissau verbreitet ist.“ (Reese, 30. März 2008)
Laut dem Global Gazetteer liegt die in Ihrer Anfrage erwähnte Stadt Bounkiling in der Region Kolda (Global Gazetteer, ohne Datum).
 
Eine ausführliche Übersicht über die im Senegal gesprochenen Sprachen, deren alternative Namen, Dialekte, sowie Angaben zur Größe der Bevölkerungsgruppen, die sie sprechen, und zu Regionen bietet Ethnologue.com. Die Auflistung ist als Kopie im Anhang beigelegt (Ethnologue, 2005a). Mandinka sei laut Ethnologue im Senegal die Sprache von 606,645 Personen (weltweit von rund 1,2 Mio.), hauptsächlich im Südosten und zentralen Süden. Mandinka werde auch Manding, Mandingo, Mandingue, Mandinque, Mande und Socé genannt (Ethnologue, 2005b). Ethnologue bietet darüber hinaus eine Karte der Sprachen für Senegal und Gambia (Ethnologue, 2005c, größere Kopie im Anhang):
 
Im Ethnologue wird auch auf eine Publikation von Terrence Sullivan vom Jahr 2004 verwiesen, die genauer über die verschiedenen Sprachen der Manding-Sprachgruppe berichtet (Sullivan, 2004). 

Diese Informationen beruhen auf einer zeitlich begrenzten Recherche in öffentlich zugänglichen Dokumenten, die ACCORD derzeit zur Verfügung stehen. Diese Antwort stellt keine Meinung zum Inhalt eines bestimmten Ansuchens um Asyl oder anderen internationalen Schutz dar. Wir empfehlen, die verwendeten Materialien zur Gänze durchzusehen.
Quellen: