Dokument #1202182
Amnesty International (Autor)
Amtliche Bezeichnung: Republik Malawi
Regierungschef: Bingu wa Mutharika
Todesstrafe: in der Praxis abgeschafft
Einwohner: 15,3 Mio.
Lebenserwartung: 52,4 Jahre
Kindersterblichkeit (m/w): 125/117 pro 1000 Lebendgeburten
Alphabetisierungsrate: 71,8%
Die Haftanstalten waren nach wie vor überbelegt und schlecht ausgestattet. Zwei homosexuelle Männer wurden von der Polizei misshandelt und inhaftiert, nachdem sie öffentlich ihre Verlobung gefeiert hatten.
Die Democratic Progressive Party unter Führung von Präsident Bingu wa Mutharika gewann am 19. Mai 2009 die Präsidentschafts- und die Parlamentswahlen. Allerdings gab es Vorwürfe, wonach die Polizei Versammlungen oppositioneller Parteien aufgelöst habe und die Berichterstattung in den staatlichen Medien einseitig gewesen sei.
Die Haftanstalten waren überbelegt, die meisten über das Zweifache ihrer Kapazitäten hinaus. So befanden sich z. B. in dem für 700 Häftlinge gebauten Maula-Gefängnis (Zentralregion) etwa 2200 Insassen, in dem für 900 Häftlinge vorgesehenen Zomba-Gefängnis (Südliche Region) etwa 2176, in dem für 700 Häftlinge gebauten Chichiri-Gefängnis in Blantyre 1800 und in dem für 200 Häftlinge gebauten Mzuzu-Gefängnis (Nördliche Region) 412 Insassen. Die Überbelegung führte zur Verbreitung ansteckender Krankheiten, darunter Tuberkulose und Krätze.
Jugendliche Straftäterinnen wurden zusammen mit Erwachsenen inhaftiert, da es keine separaten Einrichtungen für jüngere Häftlinge gibt.
Am 2. Dezember 2009 verabschiedete die Nationalversammlung das Polizeigesetz, begleitet von Protesten seitens Menschenrechtsgruppierungen und Oppositionsparteien. Sie beanstandeten, dass das Gesetz der Polizei übermäßige Machtbefugnisse einräume, darunter auch die Befugnis, ohne richterliche Anordnung eine Hausdurchsuchung vorzunehmen. Die Polizei ist seit langem dafür bekannt, gesetzwidrige Durchsuchungen sowie willkürliche Festnahmen und Inhaftierungen von Regierungskritikern vorzunehmen, darunter auch Oppositionspolitiker und Journalisten. Bis Ende 2009 hatte der Präsident das Polizeigesetz noch nicht durch seine Unterschrift rechtskräftig gemacht.
© Amnesty International
Amnesty International Report 2010 - The State of the World's Human Rights (Periodischer Bericht, Englisch)