UK Home Office (Innenministerium des Vereinigten Königreichs)
https://www.gov.uk/government/collections/country-policy-and-information-notes
 
Letzte Aktualisierung dieser Quellenbeschreibung: 18. November 2016
 
In einem Satz:
Das Country Policy and Information Team ist Teil jener Abteilung des britischen Innenministeriums, die für Asyl- und Menschenrechtsfragen zuständig ist, und schreibt Länderberichte und Richtlinien
 
Abdeckung auf ecoi.net:

Länderberichte und Richtlinien (Country Information and Guidance).
Monatliche Abdeckung auf ecoi.net, zu Ländern mit Priorität A-E.
 
Leitbild/Mandat/Ziele:

„Das ‚Country Policy and Information Team‘ (CPIT) des UK Home Office führt COI-Recherchen durch und stellt Richtlinien für Beamte im Asylverfahren bereit.“
 
CPIT „bietet Informationen zu den 20 bis 30 Ländern, aus denen die Mehrzahl der AsylwerberInnen im Vereinigten Königreich stammen. CPIT erstellt bei Bedarf auch COI zu anderen Staaten, so z.B. zur Klärung ob ein bestimmter Staat unter die Regelung für Verfahren mit Berufung ohne aufschiebende Wirkung fällt (d.h. für ‚sichere‘ Staaten, in denen AntragstellerInnen nur außerhalb des Vereinigten Königreichs ein Recht auf Berufung haben) sowie bei Anträgen, die über ein Schnellverfahren abgewickelt werden, während sich der Antragsteller in Schubhaft befindet.“ (Europäische Kommission, European Migration Network: Ad-hoc query on searching of COI for asylum procedures, 22. September 2014, S. 14, Arbeitsübersetzung ACCORD)
 
„‘Country Information and Guidance‘-Berichte werden im Vereinigten Königreich von Visa- und EinwanderungsbeamtInnen zur Entscheidung bei Asylanträgen und Ansuchen um subsidiären Schutz verwendet. Die Berichte beinhalten auch Informationen zu den Herkunftsländern der AntragstellerInnen.“ (UK Home Office Website: Visas and immigration operational guidance – collection - Country information and guidance, ohne Datum, Arbeitsübersetzung ACCORD)
 
Finanzierung:

1,8 Milliarden britische Pfund Budget für den Bereich Einwanderung und Grenzen des UK Home Office.
Für weitere Informationen zur Reform des ‘UK Border and Immigration’-Systems siehe:
National Audit Office: Reforming the UK border and immigration system, 22. Juli 2014
http://www.nao.org.uk/wp-content/uploads/2014/07/Reforming-the-UK-border-and-immigration-system-summary.pdf
 
Umfang der Berichterstattung:

Geografischer Fokus: Länder, aus denen der Großteil der AsylwerberInnen im Vereinigten Königreich kommt (derzeit 34 Staaten).
Thematischer Fokus: Menschenrechte, humanitäre Lage und Sicherheitslage in Herkunftsländern von AsylwerberInnen.
 
Methodologie:

„Im Zuge der Umstrukturierung des Innenministeriums entstand durch eine Zusammenlegung des Country of Origin Information Service (COIS), einer Abteilung, die für die Erstellung von Herkunftsländerinformationsberichten zuständig war, und des für Operational Guidance Notes zuständigen Country Specific Litigation Teams (CLT) das Country Policy and Information Team (CPIT).“ (Independent Chief Inspector of Borders and Immigration and Independent Monitor for Entry Clearance Refusals without the Right of Appeal: Annual Report 2013-14, Dezember 2014, S. 18, Arbeitsübersetzung ACCORD)
 
“CPIT hat mit den ‚Country Information and Guidance‘-Berichten (CIG) ein neues Produkt vorgestellt, das sich mit häufigen Themen und Begründungen im Vereinigten Königreich gestellter Anträge befasst und bietet darin nicht nur Richtlinien zur Handhabung und Entscheidung solcher Fälle, sondern auch Herkunftsländerinformationen an. [...]
CIG-Berichte werden – abhängig von Ereignissen im jeweiligen Land, von Ändderungen im Fallrecht und von Anforderungen der EntscheiderInnen – bei Bedarf aktualisiert.“ (European Commission, European Migration Network: Ad-hoc query on searching of COI for asylum procedures, 22. September 2014, S. 14, Arbeitsübersetzung ACCORD)
 
„CPIT hat basierend auf Beobachtungen in der Berufungsinstanz, wo potentielle Missverständnisse aufgrund einer unterschiedlichen Verwendung des Begriffes 'Country-Guidance' durch Gerichte und dem Innenministerium festgestellt wurden, die 'Country Information and Guidance'-Berichte [in 'Country Policy and Information Note'] umbenannt.“ (UK Home Office: Country Policy and Information Note Eritrea: National Service and Illegal Exit, Oktober 2016, S. 95)
 
„Berichte des Home Office sind für gewöhnlich, es gibt Ausnahmen, nicht älter als 18 Monate.“ (ECRE – European Council on Refugees and Exile, etal.: Actors of Protection and the Application of the Internal Protection Alternative – National Report United Kingdom, 2014, S. 33, Arbeitsübersetzung ACCORD)
 
„Die Unabhängige Beratungsgruppe zu Länderinformationen (Independent Advisory Group on Country Information - IAGCI) ist Teil des Büros des Obersten Inspektors für Grenzen und Einwanderung. Die Hauptaufgabe der IAGCI besteht darin, die Inhalte der vom UK Home Office erstellten Produkte zu Herkunftsländerinformationen auf größtmögliche Richtigkeit, Ausgewogenheit, Unparteilichkeit und Aktualität zu prüfen.
 
Die IAGCI prüft Herkunftsländerinformationsprodukte des UK Home Office. Der Aufbau dieser Produkte wurde vor kurzem umgestellt: die zuvor getrennten Herkunftsländerberichte und die Richtlinien (Operational Guidance Notes) wurden zusammengeführt in ‚Country Information and Guidance (CIG)‘-Berichte.. Diese Produkte werden laufend für die Top 20 Herkunftsländer erstellt. CIG-Berichte behandeln meist eine bestimmte Art von Asylanträgen. Sie werden aus Materialien, die von einer Reihe anerkannter, externer Informationsquellen (Nachrichtenquellen, akademische Literatur,Fallrecht zu Ländern, unabhängige Forschungsberichte, Fact-Finding-Berichte der britischen Regierung oder von anderen Regierungen, etc.) bezogen werden, zusammengestellt. Diese Dokumente beinhalten auch Richtlinien des britischen Innenministeriums für die Vorgehensweise bei diversen Anträgen mit Bezug auf verfügbare und akzeptierte Herkunftsländerinformation.“ (Independent Chief Inspector of Borders and Immigration website: Commissioning reviews – Syria Sept. 2015, ohne Datum, Arbeitsübersetzung ACCORD)
 
“Eine von der IAGCI in Auftrag gegebene Prüfung "zielt auf eine Beurteilung der Länderinformation in Hinblick auf Richtigkeit und Ausgewogenheit, eine aktuelle und umfassende Zusammenfassung des relevantesten verfügbaren Quellenmaterials [...] und die Kontextualisierung der wichtigsten Fragen aus Asylanträgen ab. Diese Ziele werden erreicht, in dem die in den Berichten verwendeten Zitate sowie auch deren Quelldokumente auf anhaltende Relevanz und mögliche aktuellere, alternative und verfügbare Quellen, die eine sinnvolle Ergänzung des Kerninhalts des Berichts darstellen, überprüft werden.“ (Morel, Michéle (Molieu ltd.): Review of the UK Home Office Country Information and Guidance – China: Christians (13 June 2014), April 2015, S. 3, Arbeitsübersetzung ACCORD)
 
Die von IAGCI beauftragten Prüfungen der ‚Country Information and Guidance‘-Reports (sowie der Reaktion des Home Office) sind unter nachstehendem Link hier verfügbar: http://icinspector.independent.gov.uk/2015/06/09/2015-reviews-of-country-guidence-reports/.
 
Sprache(n), in der/denen die Quelle publiziert:

Englisch.
 
Weitere Informationen:
Website des Independent Chief Inspector of Border and Migration: Independent Advisory Group on Country Information, ohne Datum
http://icinspector.independent.gov.uk/country-information-reviews/
 
Von 2003 bis 2005 hat die britische NGO “Immigration Advisory Service (IAS)” (http://www.iasuk.org/), eine gemeinnützige Organisation, die rechtliche Beratung für Immigranten und Asylwerber anbieten, vier Überprüfungen der Länderberichte des UK Home Office durchgeführt. Die Berichte wurden im Hinblick auf Genauigkeit, Selektivität und Objektivität begutachtet (IAS-Website, http://www.iasuk.org/, Zugriff am 29. August 2008. Ergebnisse dieser Untersuchungen sind auf der IAS-Website zu finden: http://www.iasuk.org/media/16857/analysis_april_2004-full_pdf.pdf und http://www.iasuk.org/media/16854/cipu_analysis_report_2003.pdf (Zugriff am 5. März 2010).
 
Als Antwort auf den oben erwähnten Diskurs über die Länderberichte des UK Home Office wurde das Advisory Panel on Country Information (APCI) eingerichtet, eine unabhängige Institution unter dem Nationality Asylum and Immigration Act 2002. Die Funktion von APCI besteht darin, das vom UK Home Office erstellte COI-Material zu überprüfen und Empfehlungen dazu abzugeben, um zu seiner größtmöglichen Genauigkeit, Ausgewogenheit, Unparteilichkeit, Aktualität und Benutzerfreundlichkeit beizutragen. Die Mitglieder des APCI sind Einzelpersonen und Organisationen, die im Bereich Länderinformationen oder Asyl tätig sind. (APCI Website, http://www.apci.org.uk/, Zugriff am 29. August 2008)
Im Jahr 2008 wurde das APCI aufgelöst und dessen Aufgaben vom "Chief Inspector" der UK Border Agency (nunmehr: „UK Borders and Immigration“) übernommen, der im März 2009 die "Independent Advisory Group on Country Information (IAGCI)" schuf, um die Qualität der Berichte der Herkunftsländerinformationsstelle des UKBA zu beobachten.
 
Im März 2010 veröffentlichte IAS eine Studie zur Arbeit des APCI: http://www.iasuk.org/media/365919/the_apci_legacy.pdf (Zugriff am 5. März 2010)
 
 
Alle auf ecoi.net verfügbaren Dokumente dieser Quelle: http://www.ecoi.net/de/source/9
Zugriff auf alle Links am 23. September 2015 (wenn nicht anders angegeben).
 
ecoi.net Zusammenfassung:
Homepage:
https://www.gov.uk/government/organisations/uk-visas-and-immigration
Suche:
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