Letzte Aktualisierung dieser Quellenbeschreibung: 12. Oktober 2018

In einem Satz: Das norwegische Herkunftsländerinformationszentrum Landinfo ist eine unabhängige Körperschaft innerhalb der norwegischen Immigrationsbehörden, welche für diese sowie für das norwegische Ministerium für Justiz und Öffentliche Sicherheit Herkunftsländerinformationen bereitstellt.

Abdeckung auf ecoi.net:
Berichte und Anfragebeantwortungen
Monatliche Abdeckung auf ecoi.net zu Ländern mit Priorität A-E (alle verfügbaren Länder).

Leitbild/Mandat/Ziele:
Landinfo ist „verantwortlich für die Zusammentragung, Analyse und Präsentation von Herkunftsländerinformationen für die norwegischen Immigrationsbehörden sowie für das norwegische Ministerium für Justiz und Öffentliche Sicherheit. Die Hauptnutzer der Dienste von Landinfo, das norwegische Direktorat für Einwanderung (UDI) und die Beschwerdekammer für Immigrationsfragen (UNE), verwenden die Informationen, um über Asyl- und Nichtasylfälle zu entscheiden. […]
Landinfo ist eine unabhängige Körperschaft innerhalb der norwegischen Immigrationsbehörden. Dies bedeutet, dass Landinfo weder dem Ministerium [für Justiz und Öffentliche Sicherheit], UDI noch UNE gegenüber weisungsgebunden ist und diese Einrichtungen nicht befugt sind, professionelle Einschätzungen bzw. Recherchen durch Landinfo für ungültig zu erklären. In verwaltungstechnischer Hinsicht ist Landinfo jedoch Teil des UDI. […]
Laut seinem Mandat nimmt Landinfo nicht am eigentlichen Entscheidungsprozess teil und gibt keine Meinungen darüber ab, ob die Rückkehr einer Einzelperson in ein bestimmtes Land oder Gebiet als sicher einzustufen ist. Zudem erteilt Landinfo keine Ratschläge darüber, welche Entscheidung in einem bestimmten Fall angemessen ist und äußert sich nicht dazu, wie die bereitgestellten Informationen vor dem Hintergrund des anzuwendenden Rechts zu interpretieren sind. […]
Landinfo hat eine Belegschaft von rund 30 Personen, die sich zum Großteil aus Länderanalysten zusammensetzt. Diese verfügen über weitreichende und vielfältige Qualifikationen basierend auf Berufs- und Lebenserfahrung in den Ländern ihres Zuständigkeitsbereichs sowie auf relevanten beruflichen Tätigkeiten in Regierungseinrichtungen, akademischen Einrichtungen oder Menschenrechtsorganisationen. […]
Landinfo verfügt über vier regionale „Desks“ (Afrika, Asien, Naher Osten und Europa/Zentralasien/Lateinamerika), die jeweils mit Länderanalysten und Rechercheuren besetzt sind.“ (Landinfo Website: About Landinfo, ohne Datum)

Finanzierung:
Finanzierung aus dem Staatshaushalt Norwegens

Umfang der Berichterstattung:
Geografischer Schwerpunkt: Afrika, Asien, Naher Osten, Europa, Zentralasien und Lateinamerika (Landinfo Website: About Landinfo, ohne Datum)

Thematischer Schwerpunkt: Menschenrechte, politische Lage, Sicherheitslage, Regierungsbehörden, Gesetzgebung und Staatsbürgerschaft, Wehrdienst, medizinische Versorgung, gesellschaftliche und kulturelle Verhältnisse, ethnische und religiöse Gruppen, Frauen und Kinder (Landinfo Website: Search in publications, ohne Datum)

Methodologie:
„Landinfo sammelt Informationen aus einer Vielzahl von unterschiedlichen Quellen, darunter UN-Organisationen, multilateralen Organisationen wie OSZE und EU, Immigrationsbehörden anderer Länder, Forschungseinrichtungen, Nichtregierungsorganisationen, Nachrichtenmedien und norwegischen diplomatischen Vertretungen.
Ein beträchtlicher Teil des von Landinfo aufbereiteten Materials stammt aus öffentlich zugänglichen Quellen. Eine ebenso wichtige Rolle spielen Herkunftsländerinformationen, die auf Fact-Finding-Missions gesammelt werden, auf denen Länderanalysten von Landinfo direkte Kontakte zu primären und sekundären Informationsquellen in den betreffenden Herkunftsländern herstellen.
Das Hauptziel von Fact-Finding-Missions besteht im Sammeln von spezifischen Informationen, die nur schwer zugänglich bzw. anderweitig nicht einholbar sind. Auch werden solche Missionen durchgeführt, um einander widersprechende Informationen von zentralen Quellen zu prüfen.
Die befragten Quellen können aus Gründen der persönlichen Sicherheit oder anderen Gründen anonymisiert werden. In diesem Fall wird die Anonymisierung im betreffenden Bericht erläutert. So wird in manchen Fällen die inhaltliche Kompetenz oder Relevanz einer Quelle beschrieben. Es kann jedoch auch vorkommen, dass keinerlei nähere Informationen zur Quelle genannt werden können. Denn viele von Landinfo konsultierte Quellen haben im Fall einer Enthüllung ihrer Identität, ihrer Tätigkeit oder ihres Netzwerks mit ernsthaften Konsequenzen zu rechnen. […]
Zur Analyse von Quellen und deren Informationen hat Landinfo eigene Richtlinien erstellt. Diese basieren unter anderem auf relevanter Fachliteratur aus dem Bereich der Geschichtswissenschaft und des Journalismus, auf den ‚Common EU Guidelines for processing Country of Origin Information‘ sowie auf dem von ACCORD verfassten ‚Training Manual for Researching Country of Origin Information‘“ (Landinfo Website: COI Practices, ohne Datum)

Sprache(n), in der/denen die Quelle publiziert:
Norwegisch und Englisch; Berichte enthalten Zusammenfassungen in der jeweils anderen Sprache.

Weitere Informationen:
Landinfo: Annual Report 2017, 2018 (Norwegisch)
https://landinfo.no/wp-content/uploads/2018/06/%C3%85rsrapport-2017_endelig-30-5-18.pdf
Landinfo: Retningslinjer for kilde- og informasjonsanalyse (Deutsch: “Richtlinien für die Analyse von Quellen und Informationen), Februar 2015 (Norwegisch)
https://landinfo.no/asset/3135/1/3135_1.pdf
 
Zugriff auf alle Links am 12. Oktober 2018
 
Homepage:
http://www.landinfo.no/index.gan?id=162&subid=0
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