Letzte Aktualisierung dieser Quellenbeschreibung: 29. September 2020

In einem Satz: Das Armed Conflict Location & Event Data Project (ACLED) erfasst, analysiert und kartiert Informationen zu Krisen und Konflikte in Afrika, Süd- und Südostasien sowie im Nahen Osten und stellt die diese in Form von Datensätzen zu Konfliktvorfällen zur Verfügung.

Abdeckung auf ecoi.net:

Berichte, Analysen, Karten und Conflict Trend Reports

Monatliche Abdeckung auf ecoi.net zu Ländern mit Priorität A, B und C.

Leitbild/Mandat/Ziele:

„Das Armed Conflict Location & Event Data Project (ACLED) ist ein Projekt, dass sich mit der aufgeschlüsselten Erfassung und Analyse von Daten sowie mit krisenbezogener Kartierung befasst. ACLED erfasst alle berichteten Fälle politischer Gewalt sowie Protestereignisse nach Zeitpunkt, Akteuren, Ort, Todesfällen und Art des Vorfalls […]. Die vom ACLED-Team ausgearbeiteten Analysen dienen der Beschreibung, Erkundung und Überprüfung von Konfliktszenarien. Sowohl die Daten als auch die Analysen von ACLED werden der Öffentlichkeit zur freien Verfügung gestellt. […]

„ACLED ist in den USA als gemeinnützige Organisation […] eingetragen.“ (Website von ACLED: About ACLED, ohne Datum, Arbeitsübersetzung ACCORD)

Finanzierung:

„ACLED finanziert sich aus Beiträgen des US Department of State (Büro für Konflikt- und Stabilisierungseinsätze), des Außenministeriums der Niederlande, des deutschen Auswärtigen Amtes, der Table Foundation, der Internationalen Organisation für Migration sowie der University of Texas in Austin.“ (Website von ACLED: About ACLED, ohne Datum, Arbeitsübersetzung ACCORD)

Umfang der Berichterstattung:

Geografischer Schwerpunkt: Afrika, Ost-, Süd- und Südostasien, Naher Osten, Zentralasien und Kaukasus, Lateinamerika und Karibik, Südost- und Osteuropa und Balkan

Thematischer Schwerpunkt: politische Gewalt (Fälle von Gewaltanwendung durch eine Gruppe aus politischen Motiven), Demonstrationen (Unruhen und Protestaktivitäten), ausgewählte gewaltfreie, jedoch politisch bedeutsame Vorfälle

Methodologie:

„Die von ACLED bereitgestellten Daten werden von einer Reihe erfahrener RechercheurInnen kodiert, die die Informationen vorwiegend aus Sekundärquellen sammeln. Die Erfassung der Daten aus Medienberichten erfolgt dabei gemäß den im Kodierungshandbuch festgelegten Richtlinien. Die Daten werden wöchentlich zusammengetragen, nachdem die einzelnen RechercheurInnen eine Durchsicht von Informationen aus Berichten vorgenommen haben. Anschließend werden diese von einem ersten Kodierungs-Prüfer aggregiert und überarbeitet, von einem zweiten Prüfer nachrecherchiert und auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Schließlich werden die Anmerkungen und Detailangaben zu den Ereignissen von einem dritten und letzten Prüfer kontrolliert. […] Im Interesse größtmöglicher Vergleichbarkeit und Gültigkeit der Informationen wird jeder Vorfall unter Zugrundelegung derselben Fragen nach dem Wer, Was, Wo, und Wann kodiert […]. […] Somit erfolgt die Erfassung und Bearbeitung der Informationen nach Datum, Ort, Akteur und Art des Vorfalls. […] Darüber hinaus ist es ein Anliegen von ACLED, darzustellen, auf welche Art und Weise es zu Unruhen in einem Land kommt, weshalb Ereignisse unabhängig davon dokumentiert werden, ob sie zu Todesfällen führen.“ (ACLED: ACLED Methodology, Dezember 2017, S. 1, Arbeitsübersetzung ACCORD)

“ACLED sammelt Informationen aus einer Reihe unterschiedlicher Primär- und Sekundärquellen. […] So ziehen die RechercheurInnen lokale, nationale und internationale Medienquellen sowie private Berichte heran, um Ereignisse zu erfassen, die von Demonstrationen bis zu Kampfhandlungen reichen können. Die Nutzung von Quellen erfolgt dabei auf drei verschiedene Arten: (1) Lokale, regionale, nationale Medien sowie solche, die zu einem bestimmten Kontinent berichten, werden täglich durchgesehen; (2) Berichte von NGOs werden herangezogen, um bei schwer überprüfbaren Fällen die Informationen aus Medienberichte zu ergänzen; (3) Zur Ergänzung der Informationen aus der täglichen Medienberichterstattung werden auch Medienberichte und Analysen mit regionalem Schwerpunkt einbezogen.  […] Jedes von ACLED dokumentierte Ereignis lässt sich auf zumindest eine Quelle zurückführen. Dabei werden der Name, die Kurzbezeichnung und/oder die Website der Quelle in der Quellenspalte genannt.“ (ACLED: Sourcing, Dezember 2017, Arbeitsübersetzung ACCORD)

Für jedes von ACLED dokumentierte Ereignis werden bis zu sechs verschiedene Arten raumbezogener Informationen aufgezeichnet“, darunter „das Land, in dem sich der betreffende Vorfall ereignete […]; […] die Bezeichnung der betreffenden Verwaltungseinheit erster, zweiter und dritter Ebene […]; […] der Name des konkreten Ereignisortes; […] die geografischen Koordinaten dieses Ortes sowie […] ein räumlicher Präzisions-Code.“

Wie ACLED weiter ausführt, „bemüht sich ACLED darum, jedes seiner kodierten Ereignisse so genau wie möglich zu verorten. Zur Gewinnung präziserer Ortsinformationen werden mehrere Quellen herangezogen“. Je nach verfügbaren Informationen können diese Informationen einen Stadtbezirk, eine Stadt, eine Region oder eine Provinz bezeichnen. „Für keines der von ACLED erfassten Ereignisse wird das betreffende ‚Land‘ als kleinstmögliche Ortsangabe angegeben.“ (ACLED: ACLED Codebook, 2019, S. 27–28, Arbeitsübersetzung ACCORD)

Neben dieser allgemeinen Methodologie legt ACLED seiner Arbeit auch kontextspezifische Methodologien zugrunde. Diese werden hier beschrieben: https://acleddata.com/resources/methodology/

Sprache, in der die Quelle publiziert:

Englisch

Weitere Informationen:

Raleigh, Clionadh; Linke, Andrew; Hegre, Håvard; Karlsen, Joakim. "Introducing ACLED: An Armed Conflict Location and Event Dataset", in: Journal of Peace Research (47(5) 2010 ), S. 651–660
https://www.prio.org/Global/upload/CSCW/Data/UCSD_paper_final.pdf

Eck, Kristine: In data we trust? A comparison of UCDP GED and ACLED conflict events datasets, in: Cooperation and Conflict Vol. 47, Issue 1, 2012
http://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1177/0010836711434463?journalCode=caca#articleCitationDownloadContainer

Raleigh, Clionadh; Kishi, Roudabeh; Russell, Olivia; Siegle, Joseph & Williams, Wendy: Boko Haram vs. al-Shabab: What do we know about their patterns of violence?, in: Washington Post, 2. Oktober 2017
https://www.washingtonpost.com/news/monkey-cage/wp/2017/10/02/boko-haram-vs-al-shabaab-what-do-we-know-about-their-patterns-of-violence/

 

Zugriff auf alle Links am 29. September 2020.