Document #2141067
ACCORD – Austrian Centre for Country of Origin and Asylum Research and Documentation (Author)
10. Juni 2026
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Das Nachrichtenmagazin The Diplomat beschreibt in einem Artikel vom November 2022, dass Tsachiagiin Elbegdordsch als Vorsitzender der Demokratischen Partei von 2004 bis 2006 Ministerpräsident und von 2009 bis 2017 Präsident der Mongolei gewesen sei. Er gelte als eine herausragende Persönlichkeit in der Geschichte der mongolischen Demokratie, sei maßgeblich an der demokratischen Revolution von 1990 beteiligt gewesen und habe an der Ausarbeitung der daraus hervorgegangenen Verfassung mitgewirkt. Obwohl er kein Amt mehr bekleide, sei Elbegdordsch in den vergangenen Jahren weiterhin aktiv gewesen und hätte zuletzt mit seiner Verurteilung der russischen Invasion in der Ukraine für Schlagzeilen gesorgt (The Diplomat, 19. November 2022).
Freedom House erläutert in seinem Jahresbericht 2024 (Berichtszeitraum 2023)[1], dass sich die Demokratische Partei nach jahrelangen internen Konflikten nach wie vor in einer gewissen Uneinigkeit („some disarray“) befinde (Freedom House, 2024). Mongolia Weekly geht in einem Artikel unter dem Titel „Warum Elbegdordsch nicht außer Acht gelassen werden sollte“ („Why Elbegdorj Shouldn't be Ignored“) vom September 2020, der zuletzt im Mai 2024 aktualisiert wurde, auf Spannungen innerhalb der Demokratischen Partei ein. Demnach habe sich Tsachiagiin Elbegdordsch nach seiner Präsidentschaft weitgehend aus der mongolischen Innenpolitik zurückgezogen, um sich auf internationale Themen zu konzentrieren. Er sei jedoch ein lautstarker Kritiker der mongolischen Regierung unter Präsident Chaltmaagiin Battulga (Nachfolger von Tsachiagiin Elbegdordsch in der Demokratischen Partei, der von 2017 bis 2021 als Präsident der Mongolei amtierte, Anmerkung ACCORD) und Premierminister Uchnaagiin Chürelsüch (Mitglied der Mongolischen Volkspartei, der von 2017 bis 2021 Premierminister war und seit 2021 amtierender Präsident der Mongolei ist, Anmerkung ACCORD) geblieben. Der ehemalige Präsident Elbegdordsch habe seine Besorgnis darüber zum Ausdruck gebracht, dass die Mongolei von ihrem demokratischen Weg abweiche, und stehe den Beziehungen der Regierung zu Russland und China kritisch gegenüber. Seine Kritik habe die bestehenden Spannungen innerhalb der Demokratischen Partei verschärft, in der es zu einer Spaltung zwischen den Anhänger·innen des ehemaligen Präsidenten Elbegdordsch und seinem Nachfolger Präsident Chaltmaagiin Battulga gekommen sei (Mongolia Weekly, 17. Mai 2024).
In einem Interview mit The Diplomat vom November 2022 wird der ehemalige Präsident Tsachiagiin Elbegdordsch selbst zur aktuellen Lage der Demokratischen Partei befragt („what is the the current status of the Democratic Party?“). Als Antwort äußert er, dass die demokratische Entscheidungskraft des mongolischen Volkes seiner Sicht hauptsächlich aus dem Norden („from the north“) ständig unter Angriff stehe. Während die Ukraine einen offen Krieg führe, befinde sich die Mongolei in einem verdeckten Krieg („covert war“), um ihre Freiheit zu schützen. Die Hauptziele dieses „kalten“ Krieges seien die demokratischen Bestrebungen und Errungenschaften der Mongol·innen. Natürlich sei die Demokratische Partei der Mongolei dabei offensichtliches Ziel („obvious target“) (The Diplomat, 19. November 2022).
Der oben genannte, zuletzt im Mai 2024 aktualisierte, Artikel von Mongolia Weekly beschreibt weiters, dass der ehemalige Präsident Elbegdordsch in der Mongolei der Korruption und des Machtmissbrauchs beschuldigt werde. Die Vorwürfe würden im Zusammenhang mit seiner Abwicklung von Geschäften stehen, von denen zwei große staatliche Bergwerke betroffen gewesen seien. Im Rahmen einer laufenden Untersuchung zur Kupfermine Erdenet würden Vorwürfe geprüft, wonach der ehemalige Stabschef von Elbegdordsch entweder Gelder an Elbegdordsch weitergeleitet habe oder direkt von den Geschäften des Unternehmens profitiert habe. Elbegdordsch bestreite jegliche Beteiligung. Außerdem habe es Vorwürfe bezüglich einer Beteiligung von Elbegdordsch an einem möglichen Verkauf der Kohlemine Tavan Tolgoi gegeben. Es würden jedoch keine eindeutigen Beweise zur Untermauerung dieser Behauptungen vorliegen. Tsachiagiin Elbegdordsch bleibe trotz seines Rücktritts als Präsident eine einflussreiche Persönlichkeit in der mongolischen Politik. Sein Einsatz für die Demokratie, seine Kritik an Chinas Politik in der Inneren Mongolei und seine Rolle in der Weltmongolenföderation würden dafür sorgen, dass er weiterhin im Fokus des Interesses und der Debatte stehe. Möglicherweise würden die laufenden Ermittlungen im Zusammenhang mit der Kupfermine Erdenet und der Kohlemine Tawan Tolgoi sein Vermächtnis und sein künftiges Engagement in der mongolischen Politik weiter beeinflussen (Mongolia Weekly, 17. Mai 2024). Im Mai 2024 veröffentlicht die online Publikation The Liberum einen Artikel unter dem Titel „Korruptionsskandale verfolgen den ehemaligen mongolischen Präsidenten Tsachiagiin Elbegdordsch weiterhin“. Der Artikel beschreibt Korruptionsanschuldigungen, die den ehemaligen Stabschef der Demokratischen Partei, Zagaan Punzag sowie den ehemaligen Präsidenten Elbegdordsch betreffen (Liberium, 16. Mai 2024).
Ein älterer Artikel auf News.mn vom Februar 2019 beschreibt, dass Elbegdordsch von der Unabhängigen Behörde zur Korruptionsbekämpfung („Independent Authority against Corruption“) befragt worden sei. Laut einer Quelle habe er eine Stellungnahme zu dem Bergbauprojekt der Kohlemine Tawan Tolgoi abgegeben. Im Monat davor habe der mongolische Präsident Chaltmaagiin Battulga dem Generalstaatsanwalt 178 Seiten Material zum Thema Tawan Tolgoi übergeben. Der Artikel beschreibt weiters, dass es sich hierbei um reine politische Verfolgung und Unterdrückung handle. Es sei beispiellos in der mongolischen Justiz, dass ein Staatsoberhaupt der Staatsanwaltschaft persönlich Unterlagen zu dem in der Öffentlichkeit stark diskutierten und noch nicht einmal genehmigten Tawan-Tolgoi-Projekt übergebe (News.mn, 25. Februar 2019).
Im Jänner 2025 veröffentlicht der Global Anticorruption Blog (GAB) einen Gastbeitrag des mongolischen Anwalts Battsengel Bajarbaatar zur Korruption in der Mongolei. Der Herausgeber des Blogs, Richard Messick, merkt fünf Tage nach Erscheinen des Artikels in einem Kommentar zu dem Blog-Eintrag an, dass ein eingehender Beobachter der Ereignisse in der Mongolei zu kürzlichen Entwicklungen berichtet habe, die am vorangehenden Wochenende in Demonstrationen gegipfelt hätten. Die Regierung habe Haftbefehle gegen den ehemaligen Präsidenten Elbegdordsch, seinen Stabschef Zagaan Punzag und den ehemaligen Premierminister Sainchanbileg erlassen. Da sich alle drei im Ausland aufhalten würden – Elbegdordsch und Sainchanbileg in Kalifornien, Zagaan in Singapur – seien sie auf die Rote Liste von Interpol gesetzt worden. Die Behörden in Singapur hätten Zagaan um den 1. Jänner 2025 festgenommen. Doch noch vor dem Termin vor dem Auslieferungsgericht habe ein von Elbegdordsch ernannter Richter die Verfahren gegen die drei um den 7. Januar 2025 abgewiesen (GAB, 13. Jänner 2025). Die Aufhebung des Haftbefehls gegen Zagaan und Elbegdordsch wurde mit Datum 13. Jänner 2025 vom Amtsgericht für Straf- und Zivilrecht in erster Instanz („Office of the District Criminal and Civil Court of First Instance“) auf mongolisch veröffentlicht und kann unter folgendem Link abgerufen werden:
· Office of the District Criminal and Civil Court of First Instance: The Court Accepted The Prosecutor of the Capital City and the Prosecutor's Proposal to Void the Judge's Order on the Arrest of Sejigten P. Tsagaan and Ts. Elbegdorj, 13. Jänner 2025
https://scp-court.mn/n/336
Ein älterer Artikel aus dem Jahr 2020 der AKIPress, erwähnt ebenfalls Medienberichte, denen zufolge die mongolische Antikorruptionsbehörde Interpol gebeten habe, den Aufenthaltsort des ehemaligen Präsidenten Tsakhia Elbegdordsch ausfindig zu machen (AKIPress, 17. Februar 2020).
Die UB Post veröffentlicht im November 2024 ein Interview mit dem oben als Stabschef des ehemaligen Präsidenten Elbegdordsch beschriebenen Zagaan Punzag. In dem Interview gibt Zagaan Punzag an, wiederholt betont zu haben, dass der ehemalige Präsident Elbegdordsch nicht das Geringste mit seinem Unternehmen zu tun habe. Es sei ein erfundener Strafprozess („fabricated criminal case“) inszeniert worden, der zwei völlig voneinander unabhängige Personen miteinander in Verbindung bringe. Das habe nun dazu geführt, dass viele strafrechtlich verfolgt und schikaniert würden und geschäftliche Aktivitäten behindert würden. Das gesamte Interview vom November 2024 kann unter folgendem Link abgerufen werden:
· UB Post: TSAGAAN PUNTSAG: In a democratic country in the 21st century, there should not be a government that persecutes its citizens based on false evidence, 27. November 2024
https://www.ubpost.mn/a/13222
Der Soziologe und hauptamtliche Dekan der Fakultät für Sozialwissenschaften an der Universität Mannheim, Dr. Julian Dierkes, der sich unter anderem mit Demokratisierung in der Mongolei befasst und als leitender Autor des Mongolia Focus Blog fungiert, hat sich im Rahmen eines Telefongespräches mit ACCORD vom 28. Mai 2026 zur Lage ehemaliger Mitarbeiter·innen des ehemaligen Präsident Tsachiagiin Elbegdordsch und deren Angehörigen geäußert. Dr. Dierkes beschreibt, dass er bereits von Mongol·innen gehört habe, die aufgrund ihrer Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Präsidenten Tsachiagiin Elbegdordsch das Land verlassen hätten. Die staatliche Verfolgung von ehemaligen Mitarbeiter·innen des ehemaligen Präsidenten Elbegdordsch und deren Angehörigen sei nicht auszuschließen. Es könne plausibel sein, dass die Polizei gegen derartige Personen vorgehe. Politische Gegner·innen könnten außerdem mit Korruptionsvorwürfen belastet und strafrechtlich verfolgt werden. Dr. Dierkes gibt jedoch zu bedenken, dass die Amtszeit von Präsident Elbegdordsch bereits 2017 geendet habe. Aufgrund der zeitlichen Komponente sei eine solche Gefahr mittlerweile womöglich geringer. Er merkt ebenfalls an, dass die Demokratische Partei derzeit innerlich sehr zerrüttet sei und sich der ehemalige Präsident Elbegdordsch vorwiegend im Ausland aufhalte. (Dierkes, 28. Mai 2026)
In den ACCORD derzeit zur Verfügung stehenden Quellen konnten im Rahmen der zeitlich begrenzten Recherche keine weiteren Informationen zur Lage ehemaliger Mitarbeiter·innen und deren Angehörigen gefunden werden.
Allgemeinere Informationen zur Lage von Dissidenten·innen und Oppositionspolitiker·innen finden sich in einem Beitrag auf der Website Human Rights Experts vom Jänner 2026. Demnach sei die Situation in der Mongolei paradox: Obwohl die mongolische Regierung seit ihrem Übergang vom Kommunismus der Sowjetzeit im Jahr 1990 formal zu den stabilsten Demokratien Asiens zähle, würden in der Mongolei dennoch systemische Korruption, die Vereinnahmung politischer Institutionen durch die Elite, gezielte Schikanen gegen Oppositionspolitiker·innen und investigative Journalist·innen sowie wachsende autoritäre Tendenzen herrschen. Das hätte politische Dissident·innen, Verfechter·innen von Minderheitenrechten und unabhängige Medienschaffende dazu veranlasst, im Ausland Zuflucht zu suchen. Die Konzentration wirtschaftlicher und politischer Macht in den Händen einer kleinen Elite, die eng mit der Bergbauindustrie verflochten sei, habe ein politisches Umfeld geschaffen, in dem Rechenschaftspflicht nur selektiv angewendet werde. Personen, die Machtstrukturen in Frage stellen, seien Schikanen, Strafverfolgung und physischen Drohungen ausgesetzt (Human Rights Experts, 27. Jänner 2026).
Quellen: (Zugriff auf alle Quellen am 10. Juni 2026)
· AKIPress: Mongolia announces its ex-President Tsakhia Elbegdorj wanted, 17. Februar 2020
https://akipress.com/news:635164:Mongolia_announces_its_ex-President_Tsakhia_Elbegdorj_wanted/
· Dierkes, Julian: Telefon-Auskunft, 28. Mai 2026
· Diplomat (The): Former President Elbegdorj Tsakhia on Mongolia’s Democracy and Security, 19. November 2022
https://thediplomat.com/2022/11/former-president-elbegdorj-tsakhia-on-mongolias-democracy-and-security/
· Freedom House: Freedom in the World 2025 - Mongolia, 2025
https://www.ecoi.net/en/document/2129081.html
· Freedom House: Freedom in the World 2024 - Mongolia, 2024
https://www.ecoi.net/en/document/2115542.html
· GAB - Global Anticorruption Blog: Guest Post: State of Corruption in Mongolia and Government’s Plans to Address It, Gastbeitrag von Battsengel Bayarbaatar, 13. Jänner 2025
https://globalanticorruptionblog.com/2025/01/13/guest-post-state-of-corruption-in-mongolia-and-governments-plans-to-address-it/
· Human Rights Experts: Political Dissidents in Mongolia Face Repression, Sparking Exodus, 27. Jänner 2026
https://thehuman-rights.com/political_dissidents_in_mongolia_face_repression_sparking_exodus/#fn1
· Liberum (The): Corruption scandals keep chasing former Mongolian President Tsakhiagiin Elbegdorj, 16. Mai 2024
https://theliberum.com/corruption-scandals-keep-chasing-former-mongolian-president-tsakhiagiin-elbegdorj/
· Mongolia Weekly: Why Elbegdorj Shouldn't be Ignored, zuletzt aktualisiert am 17. Mai 2024
https://www.mongoliaweekly.org/post/why-elbegdorj-shouldn-t-be-ignored
· News.mn: Former President Ts.Elbegdorj questioned by anti-corruption body, 25. Februar 2019
https://news.mn/en/786623/
· Office of the District Criminal and Civil Court of First Instance: The Court Accepted The Prosecutor of the Capital City and the Prosecutor's Proposal to Void the Judge's Order on the Arrest of Sejigten P. Tsagaan and Ts. Elbegdorj, 13. Jänner 2025
https://scp-court.mn/n/336
· UB Post: TSAGAAN PUNTSAG: In a democratic country in the 21st century, there should not be a government that persecutes its citizens based on false evidence, 27. November 2024
https://www.ubpost.mn/a/13222
AKIPress ist eine auf Nachrichten aus Zentralasien spezialisierte Nachrichtenagentur mit Hauptsitz in Bischkek.
· AKIPress: Mongolia announces its ex-President Tsakhia Elbegdorj wanted, 17. Februar 2020
https://akipress.com/news:635164:Mongolia_announces_its_ex-President_Tsakhia_Elbegdorj_wanted/
„AKIPRESS.COM - The anti-corruption service of Mongolia appealed to the Interpol to find the location of former President Tsakhia Elbegdorj, media report” (AKIPress, 17. Februar 2020)
The Diplomat ist ein internationales Online-Nachrichtenmagazin mit Sitz in Washington D.C., das über Politik, Gesellschaft und Kultur im indopazifischen Raum berichtet.
· Diplomat (The): Former President Elbegdorj Tsakhia on Mongolia’s Democracy and Security, 19. November 2022
https://thediplomat.com/2022/11/former-president-elbegdorj-tsakhia-on-mongolias-democracy-and-security/
„Elbegdorj Tsakhia is a giant in Mongolia’s democratic history. He helped lead the 1990 democratic revolution and co-drafted the resulting constitution that made Mongolia a democracy. A leader of the Democratic Party, he also served as Mongolia’s prime minster from 2004 to 2006 and president from 2009 to 2017.
While he no longer holds office, Elbegdorj has been active over the last five years, most recently making headlines for denouncing Russia’s invasion of Ukraine. And in October 2022 he became the latest member of The Elders, a group of global leaders founded by Nelson Mandela to advance peace, justice, and human rights.” (The Diplomat, 19. November 2022)
„In a written interview, The Diplomat’s Bolor Lkhaajav asked Elbegdorj for his thoughts on the current direction of Mongolia’s democracy and the uneasy security situation in Northeast Asia.
Mongolia’s political sphere has changed since you left office in 2017, particularly in party politics. In your view as one of the recognized democratic leaders from the 1990s, what is the current status of the Democratic Party? Is Mongolia heading toward one-party government?
I hope not. Plurality of opinion is one of the values of our society. Democracy is deeply rooted in Mongolia. Yet, our people’s choice is under constant assault. I would say, primarily from the north. Today, Ukraine is fighting an overt war, while Mongolia is fighting a covert war, to protect our freedom. The main target of this “cold” war is the democratic aspirations and achievements of the Mongolians. Of course, the Democratic Party of Mongolia is their obvious target. The Mongolian democracy is going through a tough time; it is fatally wounded. But I hope it will recover thanks to the freedom-loving will and spirit of the people of Mongolia.” (The Diplomat, 19. November 2022)
Freedom House ist eine in den USA ansässige Nichtregierungsorganisation, die sich mit Recherchen und Advocacy-Arbeit zu Demokratie, politischen Freiheiten und Menschenrechten befasst.
· Freedom House: Freedom in the World 2024 - Mongolia, 2024
https://www.ecoi.net/en/document/2115542.html
„While the Mongolian political system features multiple parties, it has also been marked by the dominance of the MPP and DP in the past. The NLP, by comparison, holds one seat in the current parliament. […]
The opposition DP [Democratic Party] remains in some disarray from years of internal conflict, though Luvsannyam Gantumur, the chairman selected in January 2023, aims to rebuild the party’s strength for the 2024 election. The rise in support for the NLP illustrates that there is room for a new party to gain support. That party has begun to recruit parliamentary candidates for the election due in 2024, intending to offer a full slate when that poll occurs.“ (Freedomhouse, 2024)
Der Global Anticorruption Blog (GAB) ist ein Blog, der sich selbst als ein Forum für den Austausch von Informationen im Zusammenhang mit Korruption beschreibt. Battsengel Bajarbaatar ist mongolischer Rechtsanwalt und Experte für Urheberrecht, der sich für Korruptionsbekämpfung engagiert. Richard Messick ist Chefredakteur des GAB und berät international Organisationen, NGOs, politische Parteien, Amtsträger und Unternehmen zur Korruptionsbekämpfung.
· GAB - Global Anticorruption Blog: Guest Post: State of Corruption in Mongolia and Government’s Plans to Address It, Gastbeitrag von Battsengel Bayarbaatar, 13. Jänner 2025
https://globalanticorruptionblog.com/2025/01/13/guest-post-state-of-corruption-in-mongolia-and-governments-plans-to-address-it/
„Richard Messick on January 18, 2025 at 4:41 am said:
A close observer of events in Mongolia reports that there have been developments over the last few weeks culminating in demonstrations the past weekend.
1. The government issued arrest warrants for former President Elbegdorj, his chief of staff Tsagaan Puntsag and former PM Sainkhanbileg. As all of them are abroad: Elbegdorj and Saikhanbileg in California, Tsagaan in Singapore, they were put on Interpol Red Notice.
2. Singapore authorities detained Tsagaan around Jan 1, 2025. But before the extradition court date, an Elbegdorj appointed judge dismissed cases against the three around Jan 7, 2025” (GAB, 13. Jänner 2025)
Human Rights Experts besteht aus einem Netzwerk von Länderexpert·innen und bietet Analysen zur Menschenrechtslage, politischer Verfolgung und systematischer Unterdrückung in weltweit mehreren Regionen für Rechtsanwälte, Gerichte und Einwanderungsbehörden in Asylverfahren.
· Human Rights Experts: Political Dissidents in Mongolia Face Repression, Sparking Exodus, 27. Jänner 2026
https://thehuman-rights.com/political_dissidents_in_mongolia_face_repression_sparking_exodus/#fn1
„Mongolia presents a paradox: formally one of Asia's most stable democracies since its 1990 transition from Soviet-era communism, it nonetheless harbours systemic corruption, elite capture of political institutions, targeted harassment of investigative journalists and opposition figures, and growing authoritarian tendencies that have driven political dissidents, minority rights advocates, and independent media workers to seek safety abroad. The concentration of economic and political power among a small elite — deeply intertwined with the mining industry — has produced a political environment where accountability is selectively applied and those who challenge power face harassment, prosecution, and physical threats.“ (Human Rights Experts, 27. Jänner 2026)
The Liberum beschreibt sich selbst als unabhängige Plattform für „unzensierte“, von Mainstream-Medien oft übersehene Nachrichten, die sich für Pressefreiheit und „selbstbewusste“ („unapologetic“) Meinungsäußerung einsetzt.
· Liberum (The): Corruption scandals keep chasing former Mongolian President Tsakhiagiin Elbegdorj,16. Mai 2024
https://theliberum.com/corruption-scandals-keep-chasing-former-mongolian-president-tsakhiagiin-elbegdorj/
„When The Liberum learned about a massive corruption scandal involving former Mongolian president Tsakhiagiin Elbegdorj, who now presents himself as a corruption fighter in the upcoming June elections, we asked one of our veteran researchers to look closer. This is what he found out. […] Western media dedicates very little, if any, space to political news coming from Mongolia. This is precisely why we at The Liberum were quite bewildered to find on our international desk a remarkable number of papers related to several striking controversies related to Elbegdorj and some well-known public figures. After careful examination, some interesting facts emerged that deserve to be exposed—to break the wall of silence. […]
However, the documents The Liberum received indicate that there have been malpractice cases that seem to involve personalities at the highest level of the State. One of the cases brought to our attention is linked to the mining company Achit Ikht. Mining is an essential national industry, accounting for 90% of Mongolia's exports and 25% of its GDP. The company under discussion is owned by Tsagaan Puntsag, former Democratic Party chief of staff at the former Mongolian president's office, which should already raise eyebrows. In 2019, a local investigative journalist revealed that Tsagaan Puntsag had arranged deals to take ownership of the plant while in charge. More recently, in April 2024, the police made public a chat between Tsagaan and former President Elbegdorj discussing a transaction of 13 million dollars related to the plant and to be used for electoral purposes […]
If verified, this will represent a massive embarrassment for the former President. […] What is clear here is that our search for information on Mongolia's political system has revealed the existence of an intricate network of power and money in the Country. The current Prime Minister, Oyun-Erdene, has cemented his reputation as a corruption fighter.” (Liberum, 16. Mai 2024)
Mongolia Weekly ist eine in Kanada ansässige, englischsprachige Online-Plattform für Nachrichten und Analysen zur Mongolei, die von dem ehemaligen Diplomaten und Politikexperten Amar Adiya gegründet wurde.
· Mongolia Weekly: Why Elbegdorj Shouldn't be Ignored, zuletzt aktualisiert am 17. Mai 2024
https://www.mongoliaweekly.org/post/why-elbegdorj-shouldn-t-be-ignored
„Following his presidency, Elbegdorj has largely transitioned away from domestic Mongolian politics to focus on international issues. However, he remains a vocal critic of the Mongolian government, led by President Khaltmaagiin Battulga and Prime Minister Ukhnaagiin Khurelsukh. Elbegdorj has expressed concern that Mongolia is regressing from its democratic path and has been critical of the government's ties with Russia and China. His criticism has exacerbated an existing divide within the Democratic Party, which has seen a split between supporters of Elbegdorj and Battulga.
Controversies and Legal Issues:
Elbegdorj has faced accusations of corruption and abuse of power related to his handling of transactions involving two major state-owned mines:
· Erdenet Copper Mine: An ongoing investigation is looking into allegations that Elbegdorj's former Chief of Staff benefited from a company involved in smelting copper from the Erdenet mine's waste. The allegation is that the Chief of Staff either transferred funds to Elbegdorj or that he directly benefited from the company's operations. Elbegdorj denies any involvement.
· Tavan Tolgoi Coal Mine: There have been accusations surrounding Elbegdorj's involvement in a potential sale of the Tavan Tolgoi coal mine. However, no clear evidence has emerged to substantiate these clims.
International Role:
Beyond his criticism of China's Inner Mongolia policies, Elbegdorj plays a significant role in advocating for Mongolians residing outside of Mongolia. As President of the World Mongol Federation, he actively promotes and defends their interests on an international stage.
Tsakhiagiin Elbegdorj remains an influential voice in Mongolian politics despite leaving the presidency. His pro-democracy advocacy, criticisms of China's policies in Inner Mongolia, and his role in the World Mongol Federation ensure that he remains a figure of interest and debate. The ongoing investigations related to Erdenet and Tavan Tolgoi could further impact his legacy and future involvement in Mongolian politics.” (Mongolia Weekly, 17. Mai 2024)
News.mn ist eine mongolische Nachrichten-Website mit Sitz in Ulaanbaatar.
· News.mn: Former President Ts.Elbegdorj questioned by anti-corruption body, 25. Februar 2019
https://news.mn/en/786623/
„Former Mongolian President Ts.Elbegdorj has been questioned by the Independent Authority against Corruption. The meeting took place on 22 February. According to one source, he has given a statement regarding the Tavan Tolgoi coal mining project.
A month ago, Kh.Battulga, President of Mongolia submitted 178 pages of material regarding Tavan Tolgoi to M.Enkh-Amgalan, General Prosecutor.
It is purely a political persecution and repression. The Head of State of a country personally handing documents over to the Prosecutors regarding the highly populised Tavan Tolgoi project that was not even approved. This influence on the judiciary is unprecedented in Mongolia. The rule of law should be above the rule of man. Mongolia is the beating heart of freedom and the anchor of democracy in the vast region of Eurasia. It should remain so and will continue to be without becoming a member of the Shanghai Cooperation Organization.
Ts.Elbegdorj is one of those people who opposes to entering of Mongolia to the Shanghai Cooperation Organisation (SCO). He openly expresses his opposition to public. Ts.Elbegdorj served as fourth Mongolian President from 2009 to 2017.” (News.mn, 25. Februar 2019)
Die UB Post ist eine englischsprachige Zeitung, die dreimal wöchentlich in Ulaanbaatar veröffentlicht wird.
· UB Post: TSAGAAN PUNTSAG: In a democratic country in the 21st century, there should not be a government that persecutes its citizens based on false evidence, 27. November 2024
https://www.ubpost.mn/a/13222
„During the election, society seemed to understand, or was led to believe, that Elbegdorj had shares in your company.
Suspicions are one thing, but slander is another. This election saw the repetition of the same dark PR and slander. This time around, the police spread the blatant false information asserting that Elbegdorj was a shareholder and owner of our company and that millions of dollars were transferred to him. Yet, they could not prove it. How can something utterly false be proven? […]
However, a fabricated criminal case linking completely separate two individuals has been created, and has now caused many to be prosecuted, persecuted, and have hindered our business activities. I have repeatedly said, like a scratched vinyl record, that Elbegdorj has not an inkling of involvement with our company.” (UB Post, 27. November 2024)
[1] Der aktuelle Jahresbericht von Freedom House aus dem Jahr 2025 ist aufgrund Budgetengpässen verkürzt worden und verweist für weitere Hintergrundinformationen auf den oben genannten vollständigen
Bericht des Jahres 2024 (Freedom House, 2025).