a-6645 (ACC-IRQ-6645)

Nach einer Recherche in unserer Länderdokumentation und im Internet können wir Ihnen zu oben genannter Fragestellung Materialien zur Verfügung stellen, die unter anderem folgende Informationen enthalten:
 
In den ACCORD derzeit zur Verfügung stehenden Quellen konnten im Rahmen der zeitlich begrenzten Recherche keine Informationen zu einem Ort namens Fehidiye bei Dohuk gefunden werden. Es konnten jedoch Informationen zu einem Ort namens Faydah (auch Fa’idah) gefunden werden. In den uns zur Verfügung stehenden Quellen wird die geografische Lage von Faydah (Fa’idah) als zwischen Dohuk und Mosul, einige Kilometer südlich von Dohuk angegeben.
 
Aufgrund der phonetischen Ähnlichkeit von Fehidiye und Faydah (Die Vokale a und e sind im Arabischen oft austauschbar, schriftlich existiert nur der Vokal a, dieser wird aber mündlich oft als e realisiert. Falls es sich beim h in Fehidiye nicht um einen arabisches h-Laut handelt, sondern damit eine phonetische Längung des vorhergehenden Vokals angezeigt werden soll, entspräche dies im Arabischen einem langen a-Vokal.) und den geografischen Übereinstimmungen zwischen den in der Anfrage genannten Angaben zu Fehidiye und den Quellen zu Faydah (Fa’idah) stellen wir im Folgenden die Quellen zu Faydah (Fa’idah) dar. Wir weisen jedoch ausdrücklich darauf hin, dass wir nicht feststellen können, ob es sich dabei tatsächlich um den von Ihnen gesuchten Ort handelt.
Geografische Lage von Faidah
Auf einer ACCORD vorliegenden Irak-Karte des iranischen Verlags „Gita Shenassi“ findet sich ein Ort namens Fâidah etwas südlich von Dahuk (Dohuk) innerhalb der Grenzen der Provinz Dahuk. Der Ort ist auf der Verbindung zwischen Dahuk und Mosul eingezeichnet. Die Distanz zwischen Dahuk und Fâidah entspricht etwa einem Viertel der Strecke Dahuk-Mosul, wobei die Entfernung zwischen Dahuk und Mosul in einer Tabelle mit 72 km angegeben wird (Gita Shenassi, ohne Datum).
 
Auf einer im Internet zugänglichen Karte der Provinz Dahuk des UN Office for the Coordination of Humanitarian Affairs (UNOCHA) vom November 2007 (als Quelle wird auf der Karte OCHA HIC Iraq 2003-04 angegeben) findet sich der Eintrag Fayda. Der Ort ist als Teil des Bezirks Sumel in der Provinz Dahuk eingezeichnet und befindet sich demnach auf einer wichtigen Straßenverbindung nach Mosul. Laut angegebenem Maßstab ergibt sich eine Verbindung von weniger als 20 Kilometern zwischen der Stadt Dohuk und dem südwestlich davon eingezeichneten Fayda. (UNOCHA, 22. November 2007)
 
Agence France Presse (AFP) berichtet im November 2003 von einem Unfall zwischen einem US-amerikanischen Armeefahrzeug und einem türkischen Tankwagen im kurdischen Dorf Faidah, 20 Kilometer südlich von Dohuk:
“Three US soldiers were injured in the northern Kurdish village of Faidah Monday when their Humvee crashed with a Turkish oil tanker, Iraqi police said. [...] The accident took place 20 kilometers (12 miles) south of Dohuk, he said.” (AFP, 24. November 2003)
Liegt Faidah innerhalb der kurdischen Autonomieregion?
In einem von UN High Commissioner for Refugees (UNHCR) im Dezember 2008 veröffentlichten Rapid Needs Assessment (RNA) von Binnenvertriebenen in der Provinz Dahuk wird erwähnt, dass der Unterbezirk Fayda ein umstrittenes Gebiet in der Provinz Ninewa sei, das allerdings von der kurdischen Regionalregierung (KRG) als Teil des zur Provinz Dahuk gehörenden Bezirks Sumel betrachtet werde:
“A few IDP families live in tents in Fayda sub-District, a “disputed area” in Ninewa Governorate, which is considered by the KRG to be part of the District of Sumel.” (UNCHR, Dezember 2008, S. 16)
The Times berichtet einige Monate nach Ausbruch des Kriegs im Irak im Mai 2003, dass Araber in Mosul vor dem Büro des Gouverneurs demonstriert hätten, weil kurdische Milizen sie nicht in ihre Häuser im Dorf Domez Faidah, 64 Kilometer nördlich von Mosul zurückkehren ließen. Laut Aussagen eines der Demonstranten hätten die arabischen Bewohner das Dorf Domez am 10. April 2003 verlassen, weil die Amerikaner irakische Positionen in der Nähe bombardiert hätten. Als sie versucht hätten zurückzukehren, seien die kurdischen Peshmerga dort gewesen und hätten verlangt, dass sie Beweise vorlegen sollten, dass sie die Besitzer der Häuser seien. In dem Bericht wird auch von einem Lokalaugenschein in Domez im Mai 2003 berichtet. Es hätten sich kurdische Milizen dort aufgehalten. Auf die Frage, warum die KDP [Kurdish Democratic Party] ihm ein Haus überlassen habe, hätten die Anwesenden geantwortet, sie seien alle von der KDP. Die Kurden hätten viel gelitten und nun würde die [kurdische KDP-] Regierung versuchen, etwas zurückzugeben:
“In Mosul, where the US Army has restored order to the town centre, Arabs this week demonstrated outside the governor's office, protesting that Kurdish militias will not let them return to their homes in the village of Domez Faidah, 64 km (40 miles) north.
Inside the building, Major-General David Petraeus, commander of the US 101st Airborne Division, says that the land issue is one that community leaders have agreed to resolve properly in due course. "All the leaders of all the groups, including President Barzani of the KDP, who assured me personally, said they will not attempt to reclaim land from which they were pushed until there is a national process agreed upon among all the leaders on how to do that," he said. "It is far too destabilising to deal with that in the short term when we are trying to re-establish order."
But one of the protesters, Shamil Hashem Abdullah, 39, said that his entire Arab village was now homeless and living in tents, mosques, abandoned buildings and relatives' houses around Mosul. "We left Domez on April 10 because the Americans were bombing an Iraqi position next to the town, but when we tried to go back the Kurdish peshmerga were there - Barzani's people," Mr Abdullah said. "They just said the Kurdish officials should give us documents to prove we are the owners and we should apply to return. We made more than 700 applications. They didn't even bother to reply."
Mr Abdullah admits that he moved to Domez in 1989 only because Saddam subsidised the housing. He paid one third the usual price. Others say that they were forced to go.
In Domez yesterday there were only Kurdish militia, and a handful of taxis clustered outside a pleasant, three-bedroom, mustard coloured house newly renumbered 465. "I have been given this house because my father was killed in the war," said Marwan Abu Ali Khaled, standing in his new rose garden, proffering a small lottery-size ticket. On it is the slogan and the initials of Mr Barzani's KDP. "Someone showed up today and knocked on the door and said, 'Since your father has died, this is a present from the new Government'. We did not know anything about it." Why did the KDP give it to you, he is asked. The assembled company laughs. "We are all KDP people. The Kurdish people have suffered a lot of deaths and the Government is trying to pay them back."” (The Times, 3. Mai 2003)
In den ACCORD derzeit zur Verfügung stehenden Quellen konnten im Rahmen der zeitlich begrenzten Recherche keine weiteren Informationen dazu gefunden werden ob Faidah innerhalb der kurdischen Autonomieregion liegt.
 
Diese Informationen beruhen auf einer zeitlich begrenzten Recherche in öffentlich zugänglichen Dokumenten, die ACCORD derzeit zur Verfügung stehen. Diese Antwort stellt keine Meinung zum Inhalt eines bestimmten Ansuchens um Asyl oder anderen internationalen Schutz dar. Wir empfehlen, die verwendeten Materialien zur Gänze durchzusehen.
Quellen:
Geografische Lage von Faidah
  • AFP - Agence France Presse: Three US soldiers injured in oil tanker crash: Iraqi police, 24. November 2003 (veröffentlicht auf LexisNexis)
  • Gita Shenassi (Tehran/Iran): Map of Iraq (Map No 184), ohne Datum
  • UNOCHA - UN Office for the Coordination of Humanitarian Affairs: Dahuk Governorate / Districts Map – Iraq (Quelle: OCHA HIC Iraq 2003-04), 22. November 2007
    http://ochaonline.un.org/OchaLinkClick.aspx?link=ocha&docId=1084503 (Zugriff am 20. März 2009)
Liegt Faidah innerhalb der kurdischen Autonomieregion?
  • The Times: Kurds take over homes left by fleeing Arabs, 3. Mai 2003 (veröffentlicht auf LexisNexis)
  • UNHCR – UN High Commissioner for Refugees: Rapid Needs Assessment (RNA) of Recently Displaced Persons in the Kurdistan Region - Dahuk Governorate May 2007 - Juni 2008, Dezember 2008 (veröffentlicht auf ecoi.net)
    http://www.ecoi.net/file_upload/1228_1229507060_dahuk.pdf (Zugriff am 20. März 2009)