Document #2118014
ACCORD – Austrian Centre for Country of Origin and Asylum Research and Documentation (Author)
Diese Anfragebeantwortung wurde für die Veröffentlichung auf ecoi.net abgeändert.
24. Oktober 2024
Das vorliegende Dokument beruht auf einer zeitlich begrenzten Recherche in öffentlich zugänglichen Dokumenten, die ACCORD derzeit zur Verfügung stehen, sowie gegebenenfalls auf Auskünften von Expert·innen und wurde in Übereinstimmung mit den Standards von ACCORD und den Common EU Guidelines for processing Country of Origin Information (COI) erstellt.
Dieses Produkt stellt keine Meinung zum Inhalt eines Ansuchens um Asyl oder anderen internationalen Schutz dar.
Wir empfehlen, die verwendeten Materialien im Original durchzusehen. Originaldokumente, die nicht kostenfrei oder online abrufbar sind, können bei ACCORD eingesehen oder angefordert werden.
Sind Zwangsehen in der Republik Kongo üblich?
Informationen zur wirtschaftlichen Lage bzw. zur Lage von Frauen
Wie sieht in der Republik Kongo der Arbeitsmarkt für Frauen aus?
Auswahl von Organisationen, die sich in der Republik Kongo für die Rechte von Frauen einsetzen
Quellen
Anhang: Quellenbeschreibungen und Informationen aus ausgewählten Quellen
Kurzbeschreibungen zu den in dieser Anfragebeantwortung verwendeten Quellen sowie Ausschnitte mit Informationen aus diesen Quellen finden Sie im Anhang.
Sind Zwangsehen in der Republik Kongo üblich?
Dem Jahresbericht des USDOS vom April 2024 zur Menschenrechtslage (Berichtszeitraum 2023) zufolge sei die Kinderehe verboten, und das gesetzliche Heiratsalter betrage 18 Jahre für Frauen und 21 Jahre für Männer. Die Eheschließung von Minderjährigen sei mit richterlicher Genehmigung und der Zustimmung beider Elternteile möglich. Ein Mindestalter sei in diesen Fällen im Gesetz nicht festgelegt. Als Strafe für eine Zwangsehe zwischen einem Erwachsenen und einem Kind sei eine Gefängnisstrafe von drei Monaten bis zu zwei Jahren und eine Geldstrafe vorgesehen. Im Laufe des Jahres habe die Regierung keine derartigen Fälle strafrechtlich verfolgt. Es habe kein Regierungsprogramm existiert, das auf die Verhinderung von Früh- oder Zwangsehen ausgerichtet gewesen sei. Viele Paare hätten informelle Ehen geschlossen, die rechtlich nicht anerkannt seien (USDOS, 23. April 2024, Section 6). 27 Prozent der Mädchen seien laut Daten des Multiple Indicator Cluster Survey (MICS)[1] von Juni 2015 vor dem Alter von 18 Jahren, und 7 Prozent vor dem Alter von 15 Jahren verheiratet worden (Institut National de la Statistique & UNICEF, Juni 2015, S. XL).
In ihrem Staatenbericht im Rahmen des Übereinkommens zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau (Convention on the Elimination of All Forms of Discrimination Against Women, CEDAW) vom August 2023 schreibt die Regierung der Republik Kongo, dass Zwangsverheiratungen und Kinderehen durch das Gesetz Nr. 4-2010 vom 14. Juni 2010 zum Schutz der Kinder in der Republik Kongo, das noch immer in Kraft sei, verboten seien. Im Familiengesetzbuch sei das gesetzliche Heiratsalter auf 21 Jahre für Jungen und 18 Jahre für Mädchen festgelegt. In der Praxis würden Mädchen jedoch vor dem gesetzlichen Alter verheiratet, insbesondere in ländlichen Gebieten. Die Regierung erwähnt im Bericht zudem, dass Sensibilisierungskampagnen für Richter·innen, Staatsanwält·innen, Rechtsanwält·innen, Vollzugsbeamt·innen und medizinisches Personal durchgeführt worden seien, um sie über die Notwendigkeit der Umsetzung der strafrechtlichen Bestimmungen zur Unterdrückung von Kinderehen, Zwangsehen, weiblicher Genitalverstümmelung und Levirat[2] zu informieren (Government of the Republic of Congo, 3. August 2023, S. 6).
[Textpassage entfernt]
Informationen zur wirtschaftlichen Lage bzw. zur Lage von Frauen
[Textpassage entfernt]
Einem Überblick der World Bank Group zufolge, der zuletzt im Oktober 2024 aktualisiert wurde, habe das Land bescheidene Verbesserungen beim Zugang zu Gesundheit und Bildung erzielt, stehe aber weiterhin vor strukturellen Herausforderungen. Die Kindersterblichkeit sei mit 32 Todesfällen pro 1.000 Lebendgeburten nach wie vor hoch. Am Ende der Grundschulzeit würden nur 37 Prozent der Kinder das erforderliche Niveau in Mathematik und 48 Prozent in Französisch erreichen. Zugang zu Elektrizität hätten 67 Prozent der Bevölkerung in städtischen Gebieten, während es in ländlichen Gebieten nur 12,4 Prozent seien. 74 Prozent der Bevölkerung hätten Zugang zu einer sauberen Wasserquelle, in den ländlichen Gebieten seien es mit 46 Prozent deutlich weniger, obwohl das Land über beträchtliche hydrologische Ressourcen verfüge. Die Dynamik der sozialen Ausgrenzung und die Ursachen der fragilen Lage in der Republik Kongo seien multidimensional und würden durch Armut und Ungleichheit noch verschärft. Diese Probleme würden über die räumlichen Ungleichheiten zwischen städtischen und ländlichen Gebieten hinausgehen und sich in der Kluft zwischen den Bevölkerungsgruppen zeigen - wobei Frauen, Jugendliche, Menschen mit Behinderungen und indigene Völker am stärksten gefährdet seien. Im internationalen Index der geschlechtsspezifischen Ungleichheit (Gender Inequality Index, GII)[3] von 2021 belege die Republik Kongo Platz 147 von 170 Ländern, was das Ausmaß der geschlechtsspezifischen Ungleichheiten verdeutliche (World Bank Group, letzte Aktualisierung am 3. Oktober 2024; siehe auch Bertelsmann Stiftung, 19. März 2024, S. 22).
Die Bertelsmann Stiftung schreibt in einem Bericht vom März 2024 (Berichtszeitraum 1. Februar 2021 bis 31. Jänner 2023), dass, obwohl sich die sozioökonomischen Bedingungen in der Republik Kongo in den letzten zehn Jahren allgemein verbessert hätten, die Sozialausgaben seit mehreren Jahren relativ gleichbleibend seien. Die extreme Armut sei auf 52 Prozent gestiegen, und 67 Prozent der Bevölkerung würden unterhalb der Armutsgrenze leben. Schätzungsweise 27,7 Prozent der Jugendlichen des Landes befänden sich weder in der Schule noch in einem Beschäftigungsverhältnis oder in der Ausbildung. Die sozialen Sicherheitsnetze und zentral Programme in der Republik Kongo seien begrenzt und würden sich im Allgemeinen auf ausgewählte Arbeitnehmer·innen in Schlüsselsektoren konzentrieren. Klimatische Bedrohungen wie schwere Überschwemmungen, steigende Lebensmittelpreise und die Zunahme der Armut in den letzten Jahren würden auf einen Mangel an sozialen Schutzmechanismen für die Schwächsten hindeuten (Bertelsmann Stiftung, 19. März 2024, S. 22).
Hinsichtlich der allgemeinen Lage von Frauen erwähnt das USDOS in seinem Jahresbericht zur Menschenrechtslage (Berichtszeitraum 2023) vom April 2024 Folgendes: Frauen würden über den gleichen rechtlichen Status wie Männer verfügen und die Behörden hätten sich um die Durchsetzung bemüht. Individuelle Vorurteile und traditionelle Überzeugungen hätten jedoch dazu beigetragen, dass die Gesellschaft Druck ausübe, die Rechte der Frauen einzuschränken. Frauen seien bei Scheidungen diskriminiert worden, insbesondere in Bezug auf Eigentum und finanzielle Vermögenswerte. Obwohl geschlechtsspezifische Diskriminierung gesetzlich verboten sei, seien Frauen in den Bereichen Beschäftigung, Kreditvergabe, gleiches Entgelt und Besitz oder Führung von Unternehmen diskriminiert worden. Weitverbreitete sexuelle Belästigung, auch am Arbeitsplatz, werde aufgrund des gesellschaftlichen Drucks auf die Überlebenden, zu schweigen, häufig nicht gemeldet und bleibe ungestraft (USDOS, 23. April 2024, Section 6). Auch die Bertelsmann Stiftung erwähnt in ihrem Bericht, dass es in der Republik Kongo keine wirkliche Chancengleichheit in den Bereichen Beschäftigung, Bildung oder öffentliche Ämter gebe. Frauen würden 49,4 Prozent der Erwerbsbevölkerung stellen, würden aber bei Beschäftigung und Bildung weiterhin diskriminiert. Die Alphabetisierungsrate liege bei Frauen bei 74,6 Prozent, während sie bei Männern 86,1 Prozent betrage (Bertelsmann Stiftung, 19. März 2024, S. 22).
Wie sieht in der Republik Kongo der Arbeitsmarkt für Frauen aus?
In ihrem Staatenbericht im Rahmen der CEDAW vom August 2023 schreibt die Regierung der Republik Kongo, dass es keine Rechtsvorschriften gebe, die Frauen beim Zugang zur Beschäftigung oder im Verlauf der Beschäftigung im formellen Sektor diskriminieren würden. In der Praxis hätten Frauen jedoch geringere Chancen auf bestimmte Arbeitsplätze als Männer, insbesondere aufgrund von Analphabetismus, fehlenden Qualifikationen, psychologischen Belastungen und mangelndem Wissen über Möglichkeiten der Arbeitssuche und Einstellungsverfahren. Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation (International Labour Organization, ILO) von 2019 würden zeigen, dass die Arbeitslosenquote bei Frauen (10,2 Prozent) höher sei als bei Männern (9 Prozent). Die Beschäftigung von Frauen scheine sich auf die Landwirtschaft zu konzentrieren, wo Frauen eine vorherrschende Rolle spielen und 70 Prozent der Arbeitskräfte stellen würden, von denen die meisten im informellen Sektor ohne Sozialversicherungsschutz arbeiten würden (Government of the Republic of Congo, 3. August 2023, S. 15). Auch das USDOS berichtet im April 2024, dass Frauen überproportional häufig im informellen Sektor und in schlechter bezahlten Berufen tätig seien, wo sie seltener in den Genuss gesetzlicher Schutzmaßnahmen kämen. Verlässliche Daten über das Lohngefälle zwischen den Geschlechtern seien nicht verfügbar gewesen (USDOS, 23. April 2024, Section 6). Der französischen Agence Française de Développement (AFD) zufolge habe die Regierung der Republik Kongo mehrere Maßnahmen eingeleitet, darunter ein Programm namens TELEMA („Stand Up“), um Kleinstunternehmer·innen in Brazzaville und darüber hinaus dabei zu helfen, der Armut zu entkommen. In der Republik Kongo würden nur 15 Prozent der Bevölkerung von Sozialleistungen im Falle von Arbeitslosigkeit oder Krankheit profitieren. Darüber hinaus werde es für die Menschen immer schwieriger, im formellen Sektor einen Job zu finden. Mehr als ein Drittel der Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 29 Jahren befände sich weder in Beschäftigung noch in Ausbildung. Darüber hinaus sei es für Frauen deutlich schwieriger als für Männer, Zugang zu angemessener Arbeit zu finden (AFD, 30. Juli 2024).
Der von der World Bank Group im März 2024 veröffentlichte Bericht „Women, Business and the Law 2024“ identifiziert folgende Bereiche für Reformen zur Verbesserung der rechtlichen Gleichstellung von Frauen:
Gesetze, die die Entscheidung von Frauen, zu arbeiten, beeinflussen
Gesetze, die das Arbeitsentgelt von Frauen beeinflussen
Gesetze, die die Arbeit von Frauen nach der Geburt von Kindern beeinflussen
Gesetze, die Frauen daran hindern, ein Unternehmen zu gründen und zu führen
geschlechtsspezifische Unterschiede bei Eigentum und Erbschaft (World Bank Group, 4. März 2024, S. 1).
Die Jugendarbeitslosigkeit habe der World Bank Group zufolge im Laufe der Jahre zugenommen und liege inzwischen bei rund 42 Prozent, was die sozialen Herausforderungen des Landes zusätzlich belaste (World Bank Group, letzte Aktualisierung am 3. Oktober 2024). Eine im September 2024 veröffentlichte Umfrage[4] von Afrobarometer biete einige Einblicke in die Situation der kongolesischen Jugend (18-35 Jahre). Die Ergebnisse würden zeigen, dass junge Kongoles·innen im Durchschnitt gebildeter seien als Ältere, aber auch häufiger arbeitslos seien. Ihr größtes Anliegen sei die Schaffung von Arbeitsplätzen, und sie seien der Ansicht, dass ihre Regierung bei dieser dringenden Priorität versage. Die Mehrheit der jungen Menschen sei der Meinung, dass die wirtschaftliche Lage in der Republik Kongo und ihre eigenen Lebensbedingungen schlecht seien, und nur sehr wenige seien optimistisch, dass sich die Lage bald verbessern werde (Afrobarometer, 11. September 2024, S. 1).
Auswahl von Organisationen, die sich in der Republik Kongo für die Rechte von Frauen einsetzen
[Textpassage entfernt]
· Actions de solidarité internationale: Homepage, ohne Datum
https://www.asi-france.org/
· Association Avenir Nepad Congo: Facebook-Seite, ohne Datum (a)
https://www.facebook.com/profile.php?id=100064894922503&sk=about
· Association Avenir Nepad Congo: Programmes, ohne Datum (b)
https://avenirnepadcongo.com/programmes/
· Association S.O.S Femmes du Congo: Facebook-Seite, ohne Datum (a)
https://www.facebook.com/profile.php?id=100024238370654
· Association S.O.S Femmes du Congo : Homepage, ohne Datum (b)
https://sosfemmesducongo.blog/
· Azur Développement: Facebook-Seite, ohne Datum (a)
https://www.facebook.com/Azurdev/?locale=fr_FR
· Azur Développement: Homepage, ohne Datum (b)
https://azurdev.org/
· Femmes d'Afrique, Femmes d'Avenir: Why the "Maison des femmes de Bacongo" (Women's house of Bacongo), ohne Datum
http://www.fafa-microcredit.com/EN/projet.htm
· Femmes en Marche de Madibou: Facebook-Seite, ohne Datum
https://www.facebook.com/femmesenmarchedemadibou
· Georgette Okemba Fondation: Homepage, ohne Datum
https://www.georgette-okemba.org/
Quellen: (Zugriff auf alle Quellen am 24. Oktober 2024)
· AFD - Agence Française de Développement: Integrating Vulnerable People into Congo Society via Entrepreneurship, 30. Juli 2024
https://www.afd.fr/en/actualites/integrating-vulnerable-people-congo-society-entrepreneurship
· Actions de solidarité internationale: Homepage, ohne Datum
https://www.asi-france.org/
· Afrobarometer: AD856: Unemployment tops the list of youth concerns in Congo-Brazzaville, 11. September 2024
https://www.afrobarometer.org/wp-content/uploads/2024/09/AD856-Unemployment-tops-list-of-youth-concerns-in-Congo-Brazzaville-Afrobarometer-7sept24.pdf
· Association Avenir Nepad Congo: Facebook-Seite, ohne Datum (a)
https://www.facebook.com/profile.php?id=100064894922503&sk=about
· Association Avenir Nepad Congo: Programmes, ohne Datum (b)
https://avenirnepadcongo.com/programmes/
· Association S.O.S Femmes du Congo: Facebook-Seite, ohne Datum (a)
https://www.facebook.com/profile.php?id=100024238370654
· Association S.O.S Femmes du Congo : Homepage, ohne Datum (b)
https://sosfemmesducongo.blog/
· Azur Développement: Facebook-Seite, ohne Datum (a)
https://www.facebook.com/Azurdev/?locale=fr_FR
· Azur Développement: Homepage, ohne Datum (b)
https://azurdev.org/
· Bertelsmann Stiftung: BTI 2024 Country Report Congo, Rep., 19. März 2024
https://www.ecoi.net/en/file/local/2105836/country_report_2024_COG.pd
· Femmes d'Afrique, Femmes d'Avenir: Why the "Maison des femmes de Bacongo" (Women's house of Bacongo), ohne Datum
http://www.fafa-microcredit.com/EN/projet.htm
· Femmes en Marche de Madibou: Facebook-Seite, ohne Datum
https://www.facebook.com/femmesenmarchedemadibou
· Georgette Okemba Fondation: Homepage, ohne Datum
https://www.georgette-okemba.org/
· Government of the Republic of Congo: Eighth periodic report submitted by Congo under article 18 of the Convention, due in 2022 [30 June 2023] [CEDAW/C/COG/8], CEDAW (Hg.), 3. August 2023
https://www.ecoi.net/en/file/local/2100312/N2323003.pdf
· Institut National de la Statistique & UNICEF - United Nations Children’s Fund: Enquêtes par grappes à indicateurs multiples MICS5 2014-2015, Juni 2015
https://www.unicef.org/congo/media/726/file/MICS.pdf
· UNDP - United Nations Development Programme: Gender Inequality Index (GII), ohne Datum
https://hdr.undp.org/data-center/thematic-composite-indices/gender-inequality-index#/indicies/GII
· USDOS - US Department of State: 2023 Country Report on Human Rights Practices: Republic of the Congo, 23. April 2024
https://www.ecoi.net/de/dokument/2107738.html
· World Bank Group: Women, Business and the Law 2024; Congo, Rep., 4. März 2024
https://wbl.worldbank.org/content/dam/documents/wbl/2024/snapshots/Congo-rep.pdf
· World Bank Group: The World Bank in the Republic of Congo, Overview, letzte Aktualisierung am 3. Oktober 2024
https://www.worldbank.org/en/country/congo/overview
Anhang: Quellenbeschreibungen und Informationen aus ausgewählten Quellen
Die französische Entwicklungsagentur (Agence française de développement, AFD) ist eine öffentliche Finanzinstitution, die Frankreichs Entwicklungspolitik und internationale Solidarität umsetzt. Sie setzt sich für die Bekämpfung der Armut und die Förderung einer nachhaltigen Entwicklung ein. Diese öffentliche Einrichtung ist in Afrika, Asien, dem Nahen Osten, Lateinamerika, der Karibik und den französischen Überseegebieten tätig, wo sie Projekte finanziert und unterstützt, die die Lebensbedingungen der Bevölkerung verbessern, das Wirtschaftswachstum fördern und den Planeten schützen.
· AFD - Agence Française de Développement: Integrating Vulnerable People into Congo Society via Entrepreneurship, 30. Juli 2024
https://www.afd.fr/en/actualites/integrating-vulnerable-people-congo-society-entrepreneurship
„Almost half of Congolese people live below the poverty line and most do not benefit from social protection services because they work in the informal sector. Recently though, the Government has launched several measures, including a scheme called TELEMA (“Stand Up”), to help micro-entrepreneurs escape poverty in Brazzaville and beyond. In the Republic of Congo, only 15% of the population benefits from social protection services against the risks of unemployment or illness. What’s more, people are finding it increasingly difficult to find a job in the formal sector. More than a third of young people aged between 15 and 29 are not in employment, education or training. In addition, women find it much harder than men to access decent work.” (AFD, 30. Juli 2024)
Afrobarometer ist ein Meinungsforschungsinstitut, das Umfragen zu Themen wie Demokratie, Regierungsführung und Wirtschaft in Afrika durchführt.
· Afrobarometer: AD856: Unemployment tops the list of youth concerns in Congo-Brazzaville, 11. September 2024
https://www.afrobarometer.org/wp-content/uploads/2024/09/AD856-Unemployment-tops-list-of-youth-concerns-in-Congo-Brazzaville-Afrobarometer-7sept24.pdf
„Despite such interventions, the economic outlook for many youth is stark, with youth unemployment estimated at 41% (Federal Reserve Bank of St Louis, 2024). Last November, the nation observed a day of mourning for 31 youth who were killed in a stampede when thousands of would-be recruits descended on an army recruitment operation at a stadium in Brazzaville (Africanews, 2023). Afrobarometer’s inaugural survey in Congo-Brazzaville offers some insights into the situation of the country’s youth (aged 18-35). Findings show that young Congolese are, on average, more educated than their elders but also more likely to be unemployed. Their top concern is job creation, and they see their government as failing on this urgent priority. Majorities of young people say Congo-Brazzaville’s economic condition is poor and their own living conditions are, too, and very few are optimistic that things will improve soon.” (Afrobarometer, 11. September 2024, S. 1)
Die Bertelsmann Stiftung ist eine deutsche gemeinnützige Denkfabrik mit Sitz in Gütersloh.
· Bertelsmann Stiftung: BTI 2024 Country Report Congo, Rep., 19. März 2024
https://www.ecoi.net/en/file/local/2105836/country_report_2024_COG.pd
„Although socioeconomic conditions have generally improved in the Republic of the Congo over the past decade, and the recent decline in debt burden and rise in oil prices may lead to increased public expenditure, social expenditures in the Republic of the Congo have been relatively stagnant for several years. Public expenditure on health represented 0.8% of GDP [Gross domestic product] in 2019 (the most recent data), and life expectancy at birth was 64.8 in 2020. The Republic of the Congo’s human capital index score was 0.42, and the country has generally made little recent progress in health or education. Infant mortality remains high at 33 deaths per 1,000 live births, and approximately 10% of households reported not having access to health care due to the COVID-19 pandemic. According to UNICEF, 8.2% of children under 5 suffer from malnutrition, including 2.6% who suffer from Severe Acute Malnutrition (SAM).
Extreme poverty has increased to 52%, and 67% of the population lives below the poverty line. 60% lack access to electricity, and there are limited overall social safety nets in place to improve citizens’ socioeconomic standing. An estimated 27.7% of youth in the country are not in education, employment, or training. Only 30% of primary school children have attained the required proficiency in math. The figure is 40% for the French language. In summary, social safety nets and key programs are limited in the Republic of the Congo and are generally centered on select workers in key sectors. Climatic threats, including severe flooding, rising food prices, and the growth of poverty in recent years, all indicate a lack of genuine social protections for the most vulnerable. Social safety nets 3 There is no real equality of opportunity in the Republic of the Congo in employment, education, or public office. Women hold just 17 out of 151 National Assembly seats and 13 out of 72 seats in the Senate. Women make up 49.4% of the labor force but continue to face discrimination in employment and education. Female literacy, according to the most recent data (2018), was 74.6%, compared to 86.1% for males. In the Gender Parity Index (GPI), the country scored 1.0 in primary education, 0.9 in secondary, and 0.7 in tertiary, indicating a growing disadvantage for girls as they progress through the educational stages.“ (Bertelsmann Stiftung, 19. März 2024, S. 22)
Es handelt sich um die Regierung der Republik Kongo.
· Government of the Republic of Congo: Eighth periodic report submitted by Congo under article 18 of the Convention, due in 2022 [30 June 2023] [CEDAW/C/COG/8], CEDAW (Hg.), 3. August 2023
https://www.ecoi.net/en/file/local/2100312/N2323003.pdf
„Forced marriages and child marriages are prohibited by Act No. 4-2010 of 14 June 2010 protecting children in the Republic of the Congo, which is still in force. In the Family Code, the legal age of marriage is 21 years for boys and 18 years for girls. However, in practice, girls are married before the legal age, especially in rural areas. […] Awareness-raising campaigns are also organized for judges, prosecutors, lawyers, law enforcement officers and medical personnel on the need to implement the provisions of criminal law relating to the suppression of child marriages, forced marriages, female genital mutilation and levirate.” (Government of the Republic of Congo, 3. August 2023, S. 6)
„There is no legislation that discriminates against women with regard to access to employment or in the course of employment in the formal sector. In practice, however, women are less likely than men to obtain certain jobs, especially because of illiteracy, lack of qualifications, psychological constraints, and lack of knowledge about ways to seek employment and recruitment procedures. 121. The 2019 estimates of the International Labour Office show that the unemployment rate is higher among women (10.2 per cent) than men (9 per cent). Female employment seems to be concentrated in agriculture, where women play a predominant role and account for 70 per cent of the workforce, most of them working in the informal sector with no social security coverage.” (Government of the Republic of Congo, 3. August 2023, S. 15)
· Institut National de la Statistique & UNICEF - United Nations Children’s Fund: Enquêtes par grappes à indicateurs multiples MICS5 2014-2015, Juni 2015
https://www.unicef.org/congo/media/726/file/MICS.pdf
„Mariage précoce et polygamie: Les mariages précoces sont beaucoup plus fréquents au sein de la population féminine que masculine. En effet, parmi les femmes de 15-49 ans, 7% se sont mariées avant l'âge de 15 ans et parmi celles de 20-49 ans, 27% avant l'âge de 18 ans; les proportions correspondantes pour les hommes des mêmes groupes d'âges sont respectivement de 0,3% et 0,4%.
Le mariage précoce chez les femmes est plus répandu en milieu rural (11% avant 15 ans et 39% avant 18 ans) qu'en milieu urbain (5% avant 15 ans et 22% avant 18 ans).“(Institut National de la Statistique & UNICEF, Juni 2015, S. XL)
„Couverture de l'échantillon: L'échantillon de la MICS5 Congo 2014-2015 est un échantillon aréolaire, stratifié et à deux degrés. Sur les 13275 ménages échantillonnés, 12 868 ont été identifiés et trouvés au moment de l'enquête. Sur les 12868 ménages retrouvés, 12811 ont pu être enquêtés avec succès, soit un taux de réponse de près de 100%. En outre, on observe que les taux de réponse sont identiques en milieu rural et en milieu urbain.“ (Institut National de la Statistique & UNICEF, Juni 2015, S. XXVIII)
Das US Department of State (USDOS) ist das US-Bundesministerium, das für die auswärtigen Angelegenheiten der Vereinigten Staaten zuständig ist.
· USDOS - US Department of State: 2023 Country Report on Human Rights Practices: Republic of the Congo, 23. April 2024
https://www.ecoi.net/de/dokument/2107738.html
„Child, Early, and Forced Marriage: The law prohibited child marriage, and the legal age for marriage was 18 for women and 21 for men. Underage marriage was possible with a judge’s permission and with the permission of both sets of parents; the law did not specify a minimum age in such cases. The penalty for forced marriage between an adult and child was a prison sentence ranging from three months to two years and fines. During the year the government did not prosecute any such cases.
There was no government program focused on preventing early or forced marriage. According to UNICEF, 27 percent of girls were married before age 18 and 7 percent before age 15. Many couples engaged in informal marriages that were not legally recognized. […]
Other Forms of Gender-based Violence or Harassment: Widespread sexual harassment, including at the workplace, often went unreported and unpunished due to societal pressure on survivors to stay silent.
Discrimination: The law provided women the same legal status as men, and authorities made efforts to enforce the law. Individual bias and customary beliefs, however, contributed to societal pressures to limit the rights of women. Adultery was illegal for both women and men, but the penalty differed. Under civil law the husband could receive only a fine for adultery, while the wife could receive a prison sentence. Polygamy was legal, while polyandry was not. Women experienced discrimination in divorce settlements, specifically regarding property and financial assets. The law considered the man the head of the household, unless he became incapacitated or abandoned the family. The law dictated that in the absence of an agreement between spouses, men could choose the residence of the family. Although the law prohibited gender discrimination, women experienced discrimination with respect to employment, credit, equal pay, and owning or managing businesses. Women worked in disproportionately high numbers in the informal sector and in lower-paying jobs, where they were less likely to benefit from legal protections. Reliable data on the gender wage gap were unavailable.“ (USDOS, 23. April 2024, Section 6)
Die Weltbankgruppe ist eine multinationale Entwicklungsbank und umfasst fünf Organisationen, die jeweils eine eigene Rechtspersönlichkeit besitzen.
· World Bank Group: Women, Business and the Law 2024; Congo, Rep., 4. März 2024
https://wbl.worldbank.org/content/dam/documents/wbl/2024/snapshots/Congo-rep.pdf
„Areas for Improvement When it comes to constraints on freedom of movement, laws affecting women's decisions to work, laws affecting women's pay, constraints related to marriage, laws affecting women's work after having children, constraints on women starting and running a business, and gender differences in property and inheritance, Republic of the Congo could consider reforms to improve legal equality for women. For example, one of the lowest scores for Republic of the Congo is on the indicator measuring laws affecting women’s work after having children […]. To improve on the Parenthood indicator, Republic of the Congo may wish to consider making the government administer 100% of maternity leave benefits, making paid leave available to fathers, making paid parental leave available, and prohibiting the dismissal of pregnant workers. Recent Reforms No reforms were observed during the past year (October 2nd, 2022 – October 1st, 2023).” (World Bank Group, 4. März 2024, S. 1)
· World Bank Group: The World Bank in the Republic of Congo, Overview, letzte Aktualisierung am 3. Oktober 2024
https://www.worldbank.org/en/country/congo/overview
„Social Context
With a human capital index (HCI) of 0.42, the Republic of Congo is behind the average of 0.48 for its peer Lower Middle-Income Countries (LMICs). The country has made modest improvements in access to health and education but continues to face structural challenges. Infant mortality remains high at a rate of 32 deaths per 1,000 live births. By the end of primary education, only 37% of children achieve the required proficiency levels in math and 48% in French. Access to electricity stands at 67% of the population in urban areas compared to just 12.4% in rural areas. Access to clean water is another area where improvements are needed; 74% of the population has access to a clean water source, but this is significantly lower in rural areas at 46%, despite the country’s considerable hydrological resources.
The dynamics of social exclusion and drivers of fragility in the Republic of Congo are multidimensional and further exacerbated by poverty and inequality. These issues go beyond the spatial disparities between urban and rural areas, and are exemplified in the divide between population groups, with women, youth, persons with disabilities, and indigenous peoples (IPs) being the most vulnerable. In the 2021 international gender inequality index, the Republic of Congo was ranked 147 out of 170 countries, highlighting the extent of gender-based inequalities. Youth unemployment has also increased over the years and has reached around 42%, which puts additional strain on the country’s fragility and social challenges.“ (World Bank Group, letzte Aktualisierung am 3. Oktober 2024)
[1] Bei den Multiple Indicator Cluster Surveys handelt es sich um Haushaltsbefragungen, die von Ländern im Rahmen des vom Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen entwickelten Programms durchgeführt werden, um international vergleichbare, statistisch fundierte Daten zur Situation von Kindern und Frauen bereitzustellen. Für die Umfrage zur Republik Kongo sind 12.811 Haushalte befragt worden (Institut National de la Statistique & UNICEF, Juni 2015, S. XXVIII).
[2] Levirat bezeichnet eine Sitte, nach welcher der Bruder eines Verstorbenen dessen Witwe heiratet.
[3] Siehe auch: UNDP - United Nations Development Programme: Gender Inequality Index (GII), ohne Datum, https://hdr.undp.org/data-center/thematic-composite-indices/gender-inequality-index#/indicies/GII
[4] Das Afrobarometer-Team in der Republik Kongo werde von der Association Avenir NEPAD Congo geleitet und habe zwischen dem 20. Juni und dem 17. Juli 2023 eine landesweit repräsentative Stichprobe von 1.200 erwachsenen KongolesInnen befragt. Eine Stichprobe dieser Größe liefere Ergebnisse auf Länderebene mit einer Fehlermarge von +/- 3 Prozentpunkten bei einem Konfidenzniveau von 95 Prozent. Dies sei die erste Afrobarometer-Umfrage gewesen, die in der Republik Kongo durchgeführt worden sei (Afrobarometer, 11. September 2024, S. 1).