Document #2066809
ACCORD – Austrian Centre for Country of Origin and Asylum Research and Documentation (Author)
22. Dezember 2021
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Behandlungsmöglichkeiten von psychischen Erkrankungen in Georgien
Die Rechtsgrundlagen für psychiatrische Hilfe in Georgien sind die Verfassung Georgiens, Internationale Abkommen und Vereinbarungen, Gesetz Nr. 3451 zur psychischen Gesundheit vom 27. Juli 2006 sowie weitere legislative und untergeordnete normative Rechtsakte (Artikel 3, Gesetz Nr. 3451, konsolidierte Fassung mit Novellierungen bis einschließlich 23. Juni 2020).
Die georgische Nationale Agentur für Gesundheit beschreibt auf ihrer Webseite, mit letztem Update vom Dezember 2020, dass das staatliche Programm zur Unterstützung der psychischen Gesundheit die Möglichkeit eines ambulanten Diensts in der Gemeinschaft, ein Community-basiertes mobiles Team, sowie die Möglichkeit der stationären Behandlung vorsehe. Laut der Nationalen Agentur für Gesundheit würde das Programm unter anderem die Möglichkeit der Diagnostik, Behandlung, Bereitstellung von Arzneimitteln, soziale Unterstützung, Besuche zu Hause, psychotherapeutische Dienste und die Überweisung in eine stationäre Einrichtung beinhalten (Nationale Agentur für Gesundheit, 29. Dezember 2020).
Die Nationale Agentur für Gesundheit stellt online eine Liste der Kliniken, die medizinische Dienstleistungsprogramme im Bereich der psychischen Gesundheit anbieten zur Verfügung. Die Liste (auf Georgisch) kann unter folgendem Link abgerufen werden:
· Nationale Agentur für Gesundheit [ჯანმრთელობის ეროვნული სააგენტო]: Liste der Kliniken, die medizinische Dienstleistungen im Rahmen des Programms anbieten [პროგრამით გათვალისწინებული სამედიცინო მომსახურების მომწოდებელი კლინიკების ჩამონათვალი.], ohne Datum
https://nha.gov.ge/storage/files/shares/Momwodebeli%20dawesebulebebi/Fsiqikuri%20janmrteloba.pdf
Lela Sulaberidze et al. erklären in ihrem Artikel über Hindernisse für die Bereitstellung von psychosozialen Diensten in Georgien, der im Februar 2018 im Journal BMC Health Services Research veröffentlich wurde, dass es 23 Einzeleinrichtungen gebe, die ein Leistungsspektrum von stationärer Langzeitpflege bis hin zur betreuten Unterbringung anbieten würden. 18 dieser Einrichtungen würden ambulante Dienste anbieten (zehn selbstständige ambulante Zentren oder Polikliniken und acht Ambulanzen, die Teil eines psychiatrischen Krankenhauses seien), zwölf würden stationäre Langzeitdienste mit einer Kapazität von 1.207 Betten anbieten, zehn stationäre Akutversorgung, vier Krisenintervention, drei Psychorehabilitation, und nur eine Einrichtung würde eine betreute Unterkunft anbieten. Die ambulante Versorgung umfasse auch psychosoziale Rehabilitationsleistungen, die in zwei ambulanten Zentren und einer eigenständigen Einrichtung angeboten werden würden, sowie die psychiatrische Krisenbewältigung, die in vier Krankenhäusern mit ambulanten Leistungen angeboten werde. Zur Zeit der Veröffentlichung seien eine Reihe verbreiteter psychischer Erkrankungen wie Angstzustände und Zwangsstörungen (OCD) von einer ambulanten Behandlung ausgeschlossen gewesen. Die stationäre Pflege umfasse ein breiteres Leistungsspektrum als die ambulante Pflege. Die Gesamtzahl der tätigen Psychiater·innen werde auf 176 geschätzt (3,92 Psychiater·innen pro 100.000 Personen). In Bezug auf die Verfügbarkeit von Dienstleistungen gebe es zwischen den Regionen große Unterschiede. Während Dienstleistungen am häufigsten in den bevölkerungsreichen Städten der Region angesiedelt seien, seien andere Regionen unterversorgt. (Sulaberidze et al., 13. Februar 2018, S. 2,4)
Die adäquate personelle Ausstattung der Einrichtungen wird in der Studie als eine weitere Herausforderung identifiziert. Während den Patient·innen laut des staatlichen Programmes eine multidisziplinäre Versorgung durch medizinisches Fachpersonal geboten werden sollte, seien die meisten Ambulanzen ausschließlich mit Psychiater·innen und Pflegepersonal besetzt.
Die ambulante Versorgung umfasse auch Kriseninterventionen und psychosoziale Rehabilitationsleistungen. Obwohl Krisendienste einen erheblichen Anteil am ambulanten Budget erhalten würden, was ihnen eine gute Qualität der Versorgung, Medikamente und Laboruntersuchungen ermögliche, übersteige die Nachfrage die Leistungserbringung bei weitem. Auch das Angebot an psychosozialer Rehabilitation sei begrenzt: Bundesweit würden nur drei Einrichtungen dieses Angebot anbieten, und da die durchschnittliche Dauer pro Patient sechs Monate betrage, würden sich relativ lange Wartezeiten ergeben. (Sulaberidze et al., 13. Februar 2018, S. 7)
Verordnung Nr. 762 über die Annahme des Strategiepapiers zur Entwicklung der psychischen Gesundheit und des Aktionsplans 2015-2020 in Georgien vom Dezember 2014 beschreibt die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung vorherrschende Situation des psychischen Gesundheitssektors. Laut der Verordnung sei damals der größte Teil der staatlichen Finanzierung in stationäre Dienstleistungen geflossen und für Dienstleistungen außerhalb des Krankenhauses sowie für Kinder- und Jugenddienste hätten nur geringe Mittel zur Verfügung gestanden. Auch sei zwischen 2006 und 2014 der Bedarf gestiegen, die finanziellen Mittel seien jedoch gleichgeblieben. Die ambulanten Dienste hätten sich meist in Städten befunden und hätten die Bedürfnisse der Patient·innen nicht erfüllen können. Die Dienste hätten sich hauptsächlich auf die Konsultation eines Arztes und die Bereitstellung von Medikamenten konzentriert. Die Anwesenheit von multidisziplinären Teams sei selten gewesen. Es habe meist eine/n Psychiater·in gegeben, der/die nicht über das entsprechende Wissen und die Zeit verfügt habe, um psychosoziale Interventionen durchzuführen. Der psychische Gesundheitssektor in Georgien habe außerdem unter einem Mangel an Personal gelitten (Verordnung Nr. 762, 31. Dezember 2014).
Laut dem Bericht der georgischen Ombudsfrau über die Situation der Menschenrechte und Freiheiten im Jahr 2020 in Georgien bleibe die psychische Gesundheitsversorgung und die Versorgung der Bevölkerung mit qualitativ hochwertigen psychiatrischen Diensten eine ernsthafte Herausforderung für den Staat (Ombudsstelle, 2020, S. 21). Die Strategie zur Entwicklung der psychischen Gesundheit und der Aktionsplan 2015-2020 sei im Jahr 2020 ausgelaufen. Laut Informationen des Ministeriums für Binnenvertriebene aus den besetzten Gebieten, Arbeit, Gesundheit und Soziales Georgiens über die Umsetzung des Aktionsplans sei keine Strategie zur Suizidprävention von Personen mit psychischen Gesundheitsproblemen entwickelt worden. Die Entwicklung der sozialen Integrations- und Rehabilitationsdienste für Menschen mit psychischen Problemen habe sich nicht wesentlich verändert. Es gebe noch keine Strategie zur Deinstitutionalisierung des Feldes. Der Staat habe mit der Entwicklung eines neuen Strategiepapiers begonnen, ohne die Ergebnisse der Umsetzung des Aktionsplans 2015-2020 zu analysieren (Ombudsstelle, 2020, S. 301-302).
Die Ombudsfrau habe 2020 psychiatrische Einrichtungen und die Rechte der Patient·innen in diesen Einrichtungen geprüft. Es seien körperliche Gewalt und verbale Beleidigungen des Personals von psychiatrischen Kliniken gegenüber ihren/r Patient·innen identifiziert worden sowie Konflikte und Gewalttaten zwischen den Patient·innen. Auch sei die häufige und falsche Praxis der Anwendung physischer und medikamentöser Mittel zur Ruhigstellung von Patient·innen weit verbreitet gewesen. Die Bedingungen, unter denen psychisch Kranke leben und behandelt würden, würden Misshandlung gleichkommen (Ombudsstelle, 2020, S. 11). Details zur Situation in psychiatrischen Einrichtungen, wie Überbelegung, Gewalt, Beschimpfungen, unhygienische Bedingungen, Mangel an Frischluft, Ernährungsprobleme, aktive Anwendung von Fixierungsmethoden, Isolation und medizinische Zwangsmaßnahmen werden auf den Seiten 48 bis 50 des Berichts detailliert beschrieben (siehe Anhang) (Ombudsstelle, 2020, S. 48-50).
Im Februar habe Ombudsfrau Nino Lomjaria das Tbilisi Mental Health Center LLC besucht.
Eine alte Infrastruktur, Überbelegung und schlechte sanitär-hygienische Bedingungen seien als problematisch identifiziert worden. Die Situation im Zentrum schaffe kein günstiges therapeutisches Umfeld. Den Patient·innen würden keine angemessenen Lebensbedingungen geboten. Sie hätten keine Schränke für persönliche Gegenstände. Es gebe keine Stühle oder Polstermöbel im Center. Der Raucherbereich sei nicht vom Gemeinschaftsbereich getrennt. Im Gebäude herrsche ein starker, spezifischer Geruch. Die Patient·innen könnten nicht täglich spazieren gehen. In den Badezimmern gebe es kein warmes Wasser. Es gebe kein angemessenes Management im Fall von Konflikten und es würden keine Maßnahmen zur Verhinderung von Gewalt ergriffen. Die Einrichtung verfüge nicht über genügend Personal (Ombudsstelle, 17. Februar 2020).
Das Institute for War and Peace Reporting (IWPR) veröffentlicht im Oktober 2021 einen Artikel über die Belastung der psychischen Gesundheitsversorgung in Georgien. Es sei äußerst schwierig einen stationären Platz für eine Behandlung zu finden. Im ganzen Land gebe es nur Krankenhausunterkünfte für rund 1.200 Patient·innen, obwohl nach Angaben des Nationalen Statistikamtes 2019 bis zu 20.000 Menschen mit psychischen Erkrankungen zu kämpfen gehabt hätten. Die Bettenknappheit führe dazu, dass psychiatrische Krankenhäuser und psychiatrische Stationen Patient·innen nur für jeweils zwei Wochen aufnehmen würden. Laut Manana Scharaschidse, der Vorsitzenden der Georgischen Vereinigung für Psychische Gesundheit, könnten nur rund 50 Prozent der Anfrager·innen in den Krankenhäusern untergebracht werden. Wer kein Krankenhausbett finde, werde wieder nach Hause geschickt.
Laut Giorgi Geleischwili, einem Psychiater an der Staatlichen Universität Tiflis, liege das Problem nicht in der Anzahl der Krankenhäuser und Betten, sondern in der Verteilung derselben und dem Fehlen anderer Dienste. Dies führe dazu, dass alle Patient·innen gezwungen seien eine Krankenhausbehandlung zu erbeten.
Während es im Westen Georgiens mehrere große psychiatrische Kliniken gebe, darunter in Choni, Batumi, Kutaissi, Terdschola und Senaki, gebe es in der Region Kachetien überhaupt keine. Patient·innen, die dringend Hilfe benötigen würden, müssten bis nach Tiflis, Rustawi oder Surami reisen.
Laut Geleischwili sollten kritische Fälle und chronische Patient·innen nicht zusammen behandelt werden. Patient·innen, die Langzeitpflege benötigen, sollten Zugang zu häuslichen Diensten oder familienähnlichen Unterkünften haben. Jedoch seien beide Dienste laut Geleischwili „alles andere als perfekt“. Es gebe nur 33 gemeindebasierte mobile Teams und nur wenige Unterkünfte (IWPR, 4. Oktober 2021).
Kosten
Verordnung Nr. 762 über die Annahme des Strategiepapiers zur Entwicklung der psychischen Gesundheit und des Aktionsplans 2015-2020 erklärt, dass das 1995 ins Leben gerufenen Programm für psychische Gesundheit in Georgien die psychiatrischen Dienste vollständig finanziere (Verordnung Nr. 762, 31. Dezember 2014). Laut Sulaberidze et al. umfasse das 2013 eingeführte Universal Health Coverage Programme (UHCP) eine begrenzte Anzahl psychischer Erkrankungen. Stationäre und ambulante psychiatrische Fachdienste würden getrennt durch das 1995 eingeführte Staatliche Programm für Psychische Gesundheit (SPMH) abgedeckt, das vom Sozialdienst („Social Service Agency“) des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales verwaltet werde. Allen Bürger·innen Georgiens stehe ambulante sowie die akut- und die stationäre psychiatrische Langzeitversorgung kostenlos zur Verfügung. Für die Betreuung alkoholbedingter psychischer Erkrankungen werde jedoch ein erheblicher Eigenanteil erhoben. (Sulaberidze et a., 13. Februar 2018, S. 2).
Eine Anfragebeantwortung der Internationalen Organisation für Migration (IOM) vom 4. Quartal 2020 an die Zentralstelle für Informationsvermittlung zur Rückkehrförderung (ZIRF) des deutschen Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) befasst sich mit Möglichkeiten der Behandlung von Depression in Georgien:
„Krankenversicherung: Mit der Diagnose kann der/die Patient/-in kostenlos behandelt werden. Er/sie sollte alle medizinischen Unterlagen bei sich haben, und die Ärztekommission wird ihn/ihr in das staatliche Programm aufnehmen. Er/sie sollte sich an das Dispensary in Rustavi wenden. 6 Monate nach der Registrierung kann die Person eine Rente für die Behindertengruppe 2 beantragen und erhält 140 GEL pro Monat. Im Bedarfsfall gibt es eine mobile Servicegruppe. Psychotherapie, Krisenintervention, CBT [cognitive behavioral therapy, Kognitive Verhaltenstherapie] und Physiotherapie stehen in Tiflis zur Verfügung. […]
Dauer der Registrierung: Es dauert nur einen Tag, um sich in der Klinik anzumelden und eine kostenlose Behandlung zu erhalten. Für die staatliche Krankenversicherung besteht keine Notwendigkeit, sich speziell anzumelden. Alle georgischen Staatsbürger/-innen haben automatisch Anspruch darauf. Sie müssen nur einen georgischen Personalausweis und alle relevanten medizinischen Dokumente vorlegen. Allerdings werden nicht alle Leistungen von der staatlichen Versicherung übernommen.“ (IOM, 4. Quartal 2020)
Eine Anfragebeantwortung der IOM zum Thema psychotische Störung vom 2. Quartal 2021 an die ZIRF fügt folgende Informationen hinzu:
„Krankenversicherung: Für eine solche Diagnose gibt es eine kostenlose Behandlung. Die Erstberatung kostet 40 GEL. Es gibt eine Kommission, die den Fall überprüft und dann wird der medizinische Status gewährt und die Person wird in einem psychiatrischen Krankenhaus registriert und erhält eine staatliche Rente von 150 GEL pro Monat, sowie kostenlose Medikamente, die auf die Behandlung der schizoid-affektiven Psychose abgestimmt sind, kostenlose ambulante Konsultationen sowie kostenlose stationäre Pflege, falls erforderlich.
Dauer der Registrierung: Die Registrierung bei der Nationalen Krankenversicherung nimmt nicht viel Zeit in Anspruch, aber für diesen besonderen Service sollte der Rückkehrer, wie oben erwähnt, registriert werden und einen Status erhalten, was bis zu einem Monat dauern kann. Dem Rückkehrer werden im Krankenhaus alle relevanten Details erklärt.“ (IOM, 2. Quartal 2021b)
Eine weitere Anfragebeantwortung zum Thema Psyche aus dem gleichen Quartal schreibt jedoch:
„Die Verfügbarkeit der kostenlosen Behandlung hängt von der offiziellen Diagnose ab, die die Ärzte/-innen stellen werden. Wenn die Medikamente nicht kostenlos sind, können diese über Apotheken bezogen werden.“ (IOM, 2. Quartal 2021a)
Laut Sulaberidze et al. werde in spezialisierten ambulanten psychiatrischen Einrichtungen die Behandlung einschließlich der Medikamente kostenlos angeboten. Die Leiter·innen ambulanter Einrichtungen würden jedoch über einen Mangel an Ressourcen klagen, der in der Beschaffung von günstigen Medikamenten oder einer Verknappung von Medikamenten resultiere. In diesen Fällen würden die Patient·innen nach Möglichkeit dazu ermutigt, ihre eigenen Medikamente zu kaufen, oder die Patient·innen würden selbst entscheiden, Medikamente zu kaufen, da sie die Qualität der bereitgestellten Medikamente als mangelhaft wahrnehmen würden. Dies widerspreche faktisch der kostenlosen Bereitstellung von Medikamenten und stelle eine finanzielle Barriere für Patient·innen aufgrund von Eigenleistungen dar. Zu den finanziellen Hürden zählten auch informelle Zahlungen aus eigener Tasche, wie eine Vorabgebühr für eine Erstkonsultation bei Ärzt·innen. Obwohl dies nicht mehr obligatorisch sei, würden einige diese Zahlung weiterhin verlangen. Die Studie zeige weitere geografische und finanzielle Hindernisse für einen angemessenen Zugang zur Behandlung auf. Kontinuierliche Nachversorgung, insbesondere die Abholung von Medikamenten, erfordere oft monatliche Termine in psychiatrischen Ambulanzen, so dass die Patient·innen oft weite Wege zurücklegen müssten, was wegen der Kosten bzw. des Zeitaufwands unerschwinglich sein könne. (Sulaberidze et a., 13. Februar 2018, S. 5-7).
Weitere Informationen zu Behandlungsmethoden von psychischen Erkrankungen und Kosten finden Sie in den folgenden Anfragebeantwortungen der Schweizerischen Flüchtlingshilfe und des Schweizer Staatssekretariats für Migration (SEM):
· SFH – Schweizerische Flüchtlingshilfe: Géorgie : accès à divers soins et traitements médicaux, 30. Juni 2020
https://www.ecoi.net/en/file/local/2041132/200630_GEO_acces_soins_divers.pdf
· SFH – Schweizerische Flüchtlingshilfe: Georgien: Zugang zu medizinischer Versorgung, 28. August 2018
https://www.ecoi.net/en/file/local/2018051/180828-geo-acces-soins-medicaux-de.pdf
· SEM – Staatssekretariat für Migration (Schweiz) (ehemals: Bundesamt für Migration): Focus Georgien: Reform im Gesundheitswesen: Staatliche Gesundheitsprogramme und Krankenversicherung, 21. März 2018
https://www.sem.admin.ch/dam/data/sem/internationales/herkunftslaender/europa-gus/geo/GEO-reform-gesundheitswesen-d.pdf
Quellen: (Zugriff auf alle Quellen am 25. November 2020)
· Gesetz Nr. 3451 zur psychischen Gesundheit [ფსიქიკური ჯანმრთელობის შესახებ] (konsolidierte Fassung), Georgien, 27. Juli 2006 (konsolidierte Fassung mit Novellierungen bis einschließlich 23. Juni 2020)
https://matsne.gov.ge/ka/document/view/24178?publication=17
· IOM – Internationale Organisation für Migration: Psyche (veröffentlicht von ZIRF – Zentralstelle für Informationsvermittlung zur Rückkehrförderung), 2. Quartal 2021a
https://www.returningfromgermany.de/de/zirfsearch/georgia/615ae7c7ed04b624ba414c49/
· IOM – Internationale Organisation für Migration: Psychotische Störung (veröffentlicht von ZIRF – Zentralstelle für Informationsvermittlung zur Rückkehrförderung), 2. Quartal 2021b
https://www.returningfromgermany.de/de/zirfsearch/georgia/615aebc8d65fbc42711d7700/
· IOM – Internationale Organisation für Migration: Depression (veröffentlicht von ZIRF – Zentralstelle für Informationsvermittlung zur Rückkehrförderung), 4. Quartal 2020
https://www.returningfromgermany.de/de/zirfsearch/georgia/60d1ff6ddcf6076981dc7012/
· IWPR – Institute for War & Peace Reporting: Georgia: Mental Health Care Under Strain, 4. Oktober 2021
https://iwpr.net/global-voices/georgia-mental-health-care-under-strain
· Nationale Agentur für Gesundheit [ჯანმრთელობის ეროვნული სააგენტო]: Liste der Kliniken, die medizinische Dienstleistungen im Rahmen des Programms anbieten [პროგრამით გათვალისწინებული სამედიცინო მომსახურების მომწოდებელი კლინიკების ჩამონათვალი.], ohne Datum
https://nha.gov.ge/storage/files/shares/Momwodebeli%20dawesebulebebi/Fsiqikuri%20janmrteloba.pdf
· Nationale Agentur für Gesundheit [ჯანმრთელობის ეროვნული სააგენტო]: Psychische Gesundheit [ფსიქიკური ჯანმრთელობა], 29. Dezember 2020
https://nha.gov.ge/ge/c/fsiqikuri-janmrteloba#
· Ombudsstelle, Public Defender of Georgia: On the Situation of Protection of Human Rights and Freedoms in Georgia, Report, 2020
https://www.ombudsman.ge/res/docs/2021070814020446986.pdf
· Ombudsstelle, Public Defender of Georgia: Public Defender Visits Tbilisi Mental Health Center, News, 17. Februar 2020
https://www.ombudsman.ge/eng/akhali-ambebi/sakhalkho-damtsvelma-tbilisis-fsikikuri-janmrtelobis-tsentri-moinakhula
· SEM – Staatssekretariat für Migration (Schweiz) (ehemals: Bundesamt für Migration): Focus Georgien: Reform im Gesundheitswesen: Staatliche Gesundheitsprogramme und Krankenversicherung, 21. März 2018
https://www.sem.admin.ch/dam/data/sem/internationales/herkunftslaender/europa-gus/geo/GEO-reform-gesundheitswesen-d.pdf
· SFH – Schweizerische Flüchtlingshilfe: Géorgie : accès à divers soins et traitements médicaux, 30. Juni 2020
https://www.ecoi.net/en/file/local/2041132/200630_GEO_acces_soins_divers.pdf
· SFH – Schweizerische Flüchtlingshilfe: Georgien: Zugang zu medizinischer Versorgung, 28. August 2018
https://www.ecoi.net/en/file/local/2018051/180828-geo-acces-soins-medicaux-de.pdf
· Sulaberidze, Lela/Green, Stuart/Chikovani, Ivdity/Uchaneishvili, Maia and Gotsadze, George: Barriers to delivering mental health services in Georgia with an economic and financial focus: informing policy and acting on evidence, BMC Health Services Research, 18: 108, 13. Februar 2018
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5809973/pdf/12913_2018_Article_2912.pdf
· Verordnung Nr. 762 über die Annahme des Strategiepapiers zur Entwicklung der psychischen Gesundheit und des Aktionsplans 2015-2020 [,,ფსიქიკური ჯანმრთელობის განვითარების სტრატეგიული დოკუმენტის და 2015-2020 წლის სამოქმედო გეგმის“ დამტკიცების შესახებ], Georgien, 31. Dezember 2014
https://matsne.gov.ge/ka/document/view/2667876?publication=0
Anhang: Quellenbeschreibungen und Informationen aus ausgewählten Quellen
Das Institute for War and Peace Reporting (IWPR) ist ein internationales NGO-Netzwerk, das durch Reportagen und Kapazitätsaufbau Journalismus stärkt, um Menschenrechte zu sichern, das öffentliche Bewusstsein und die Zivilgesellschaft zu stärken.
· IWPR – Institute for War & Peace Reporting: Georgia: Mental Health Care Under Strain, 4. Oktober 2021
https://iwpr.net/global-voices/georgia-mental-health-care-under-strain
„Finding an in-patient place for mental health treatment is extremely difficult in Georgia. There is only sufficient hospital accommodation for around 1,200 patients across the entire country, although according to the National Statistics Office, up to 20,000 people were believed to be dealing with mental health disorders in 2019. The scarcity of beds means that psychiatric hospitals and mental health wards take patients for only two weeks at a time, considered the critical period in which patients may be particularly vulnerable to suicidal thoughts and other extreme symptoms.
‚Only around 50 per cent of the requests can be provided with the treatment service in the hospitals,’ said Manana Sharashidze, the head of the Georgian Mental Health Association. ‘If 700 patients need to be hospitalised per month, only 300 of them might get in.’
Those who are unable to find a hospital bed are simply sent home. Eka Chkonia, head of the Society of Georgian Psychiatrists, stressed that this could have disastrous consequences. […]
There are currently 11 mental health clinics in Georgia, three of them part of large psychiatric hospitals. Some contend that the problem is not the number of hospitals and beds, but the distribution of the service across the country.
‘For 100,000 people we have 32 beds,’ said Giorgi Geleishvili, a psychiatrist at Tbilisi State University. ‘Proportionally, Italy has fewer beds for this amount of people. The problem here however is the distribution, how these beds are spread throughout the country and the lack of other services, forcing all kinds of patients to turn to hospitalised treatment.’
While there are several large psychiatric clinics in the west part of Georgia, including Khoni, Batumi, Kutaisi, Terjola and Senaki, there are none at all in the Kakheti region. A patient in need of urgent care has to travel all the way to Tbilisi, Rustavi or Surami. […]
‘Urgent, critical cases and long-term, chronic patients should not share the same space,’ Geleishvili said. ‘Those patients who need long-term care should have access to home services or family-type shelters. But here as well, both services are far from perfect. We have only 33 community-based mobile teams and just a few shelters.’“ (IWPR, 4. Oktober 2021)
· Ombudsstelle, Public Defender of Georgia: On the Situation of Protection of Human Rights and Freedoms in Georgia, Report, 2020
https://www.ombudsman.ge/res/docs/2021070814020446986.pdf
„The Public Defender has been keen to scrutinize psychiatric institutions and the rights of patients in those institutions. Unfortunately, violent conduct against psychiatric patients was revealed in 2020 as well. We identified physical violence and verbal insults perpetrated by the staff of mental health hospitals against their patients on the one hand and conflicts and acts of violence between and among mental patients on the other hand. The frequent and awry practice of using physical and chemical means of restraining patients remained prevalent in the reporting period too. The conditions in which mental patients live and receive treatment, amount to ill-treatment.“ (Ombudsstelle, 2020, S. 11)
„Mental healthcare and provision of the population with quality psychiatric services remain a serious challenge for the State.“ (Ombudsstelle, 2020, S. 21)
„Psychiatric Establishments
Physical and Psychological Violence
In the Public Defender’s view, patients of psychiatric establishments are not protected from violence and inhuman and degrading treatment. There were incidents involving physical violence and verbal abuse of patients by staff in overcrowded psychiatric establishments in 2020 too. For instance, during the monitoring visit made to LTD Tbilisi Mental Health Centre, patients spoke about beatings, rude and indifferent treatment. During the visit, the Special Preventive Group itself witnessed those incidents where personnel shouted at patients, addressed and replied to them in a rude manner.
There are also incidents involving conflict and inter-patient violence in psychiatric establishments. This problem is even more serious in large psychiatric establishments with a chaotic, non-therapeutic environment, overcrowding and inadequate living conditions. One of the causes of the problem is the lack of an inter-patient conflict prevention strategy in the establishments. Consequently, the staff is unable to identify the dangers posed by the patients. To ensure a safe and therapeutic environment, it is important that, in addition to the conflict and violence prevention tool, the establishments have a strategy for the actions to take in the event of conflict and violence.
Treatment Amounting to Ill-Treatment
Psychiatric establishments have the duty to ensure that patients are treated in a safe and therapeutic environment and in the conditions respecting their dignity. The Public Defender maintains that the living conditions in which patients have to live and receive treatment in psychiatric establishments, amount to ill-treatment. During the visits in 2020, the situation was especially difficult in this regard at LTD Centre for Mental Health and Prevention of Addiction.“ (Ombudsstelle, 2020, S. 48)
„Overcrowded wards, faulty and outdated WCs, unhygienic conditions, especially against the background where patients are not allowed to be in the open air or engage in meaningful activities, create a particularly depressing and harsh environment. It should be pointed out that the inpatient establishment’s infrastructure is not fully or partially adapted for people with mobility and sensory impairments.
There are 4, 5 and sometimes 6 patients living in some wards at LTD Centre for Mental Health and Prevention of Addiction and LTD Tbilisi Mental Health Centre. Therefore, it is impossible to ensure the standard of the minimum living space. It should be stressed that living conditions did not improve in psychiatric establishments that were inspected in 2020. Furthermore, there is no uniform nutrition standard, determining a psychiatric establishment’s duty to provide the patients with appropriate products and calories.
In accordance with the Law of Georgia on Psychiatric Care, the restraint method is an exceptional measure of last resort used for safety reasons and its use is permissible only when the patient poses a threat to his or her own health or another person’s health and the danger cannot be averted otherwise. The state should contribute to reducing and eradicating the use of physical and chemical restraints on inpatients. However, according to the monitoring results of 2020, the state and its institutions did not direct their efforts towards this end.
The monitoring visits have demonstrated that restraint methods are still actively used in psychiatric establishments to manage the behaviour of agitated and/or aggressive patients. The use of mechanical restraint is even on the rise in the LTD Centre for Mental Health and Prevention of Addiction. It is noteworthy that physical restraint is usually used in combination with chemical restraint. Isolation is another method of restraint used. From interviews with the patients of LTD Tbilisi Mental Health Centre, we learned about a possible incident of resorting to lengthy isolation in this clinic. Psychiatric establishments do not record all the methods of restraint that they use. Similar to the previous years, psychiatric establishments only document the use of mechanical restraint.“ (Ombudsstelle, 2020, S. 49)
„Involuntary Treatment of Inpatients of Psychiatric Establishments
Compulsory medical interventions used in psychiatric establishments to fulfil the prescription carry a high risk of arbitrariness. The risk of arbitrariness is even higher against the background where neither forcible administration of prescribed injections nor rapid tranquillisation performed against the patient’s will to control his/her behaviour is documented. Information about these procedures can only be obtained when speaking to a patient or witnessing the procedure. According to the patients at LTD Tbilisi Mental Health Centre, the forcible administration of injections is a frequent occurrence in the establishment and even other patients are involved in this procedure. Incidents of male patients being involved in the process of giving injections by force to female patients have also been identified.“ (Ombudsstelle, 2020, S. 50)
„Mental Health
Mental health and providing quality mental health services to the population remained significant challenge for the state during the reporting period.
The Strategy on the Development of Mental and the 2015-2020 Action Plan expired in 2020. According to the information received from the Ministry of Internally Displaced Persons from the Occupied Territories, Labor, Health and Social Affairs of Georgia on the implementation of the action plan, a strategy for the prevention of suicide of persons with mental health problems has not been developed. There have been no significant changes in the development of social integration and rehabilitation-based services for persons with mental health problems. There is still no strategy for deinstitutionalizing the field.
It should also be noted that the state has started the process of developing a new strategy without assessing the results of the implementation of the 2015-2020 action plan.“ (Ombudsstelle, 2020, S. 301-302)
· Ombudsstelle, Public Defender of Georgia: Public Defender Visits Tbilisi Mental Health Center, News, 17. Februar 2020
https://www.ombudsman.ge/eng/akhali-ambebi/sakhalkho-damtsvelma-tbilisis-fsikikuri-janmrtelobis-tsentri-moinakhula
„On February 14, 2020, Public Defender Nino Lomjaria visited Tbilisi Mental Health Center LLC. The Public Defender viewed the men and women's departments and the dining area; she met and talked to the inpatients and the staff.
Old infrastructure, overcrowding and poor sanitary-hygienic conditions were identified problematic as a result of the visit. The situation in the Center does not create a favorable therapeutic environment.
Patients are not provided with proper living conditions. They have no cupboards for personal belongings. There are no chairs or soft furniture in the Center. The smoking area is not isolated from the common area. There is a strong, specific smell in the building. Patients are not able to walk daily. There is no hot water in the bathrooms, so patients have to take care of their personal hygiene with cold water.
Funding for the inpatient service impedes the quality of proper care for patients or their psychosocial rehabilitation. Beneficiaries are often involved in conflicts and violence. There is no proper management of similar cases, no measures are taken to prevent violence.
The facility does not have sufficient staff. In addition, employees have no proper working conditions.
The Public Defender calls on the state agencies to step up efforts to ensure a high standard of human rights protection in the area of mental health care, develop a deinstitutionalization strategy in a timely manner, and increase the number of community-based and psychosocial rehabilitation services.“ (Ombudsstelle, 17. Februar 2020)
Lela Sulaberidze, Ivdity Chikovani, Maia Uchaneishvili und George Gotsadze arbeiteten zur Zeit der Veröffentlichung bei der Curatio International Foundation, eine georgische NGO, die sich der Verbesserung des Gesundheitssystems verschrieben hat.
Stuart Green arbeitete zur Zeit der Veröffentlichung beim National Institute for Health Research Collaboration for Leadership in Applied Research and Care, Northwest London, Imperial College London, UK.
· Sulaberidze, Lela/Green, Stuart/Chikovani, Ivdity/Uchaneishvili, Maia and Gotsadze, George: Barriers to delivering mental health services in Georgia with an economic and financial focus: informing policy and acting on evidence, BMC Health Services Research, 18: 108, 13. Februar 2018
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5809973/pdf/12913_2018_Article_2912.pdf
„The Universal Health Coverage Programme (UHCP), a state funded programme introduced in 2013, mainly provides primary care for individuals with physical health problems, but includes some limited mental health disorders. Specialist in-patient and outpatient psychiatric services are covered separately by the State Programme for Mental Health (SPMH), which was introduced in 1995 and managed by the Social Service Agency as part of the Ministry of Labour, Health and Social Affairs (MoLHSA). As such, outpatient and acute and long-term inpatient psychiatric care is available free of charge to all citizens of Georgia through 23 mental health services distributed across the country. Services include outpatient consultations with a psychiatrist, and subsequent prescriptions, either in one of 10 independent ambulatory centres or polyclinics, or in one of eight psychiatric hospitals that have an established outpatient department. Outpatient care also covers psychosocial rehabilitation services, which are offered at 2 outpatient centres and 1 independent facility, and psychiatric crisis resolution, which is provided at 4 hospitals with outpatient services. Currently, a number of common mental disorders, such as anxiety and obsessive-compulsive disorders (OCD), are excluded from any outpatient treatment.
In-patient care includes a broader range of services compared to outpatient care, and whilst most inpatient care is provided free, care provided for alcohol-related psychiatric disorders are subject to a sizable co-payment. Care is also provided to those living in supported housing (a combination of accommodation and support services to maintain independent living). There are 9 standalone hospitals throughout the county and 3 inpatient psychiatric units integrated into the general hospitals in the capital city, which only provide acute inpatient care services. The reallocation of psychiatric hospital beds from large institutions to newly opened psychiatric departments within general hospitals in 2011 was seen as one of the most significant reforms within the mental health system in Georgia. The financing mechanisms for delivering services differ according to the type and setting of the services provided. Outpatient services are financed directly through the historic allocation of funds from the SPMH [State Programme for Mental Health] budget, whilst long-term inpatient services are reimbursed through a standard per-diem or monthly tariff. The exception is for alcohol-related disorders where case-based payment is used.“ (Sulaberidze et al., 13. Februar 2018, S. 2)
„Analysis revealed that there are twenty-three individual facilities that offer a range of services from long-term in-patient care to supported accommodation. Across these facilities, 18 offer outpatient services; 12 offer long-term in-patient services with a capacity of 1207 beds; 10 offer acute in-patient services; four provide crisis intervention; three provide psycho-rehabilitation; and only one provides supported accommodation (Table 3). The total number of psychiatrists working across these services was estimated at 176 (3.92 psychiatrists per 100,000 people). In addition to the services on offer, Table 3 also demonstrates the huge variations between regions in terms of the availability of services. Due to the extreme topographical nature of Georgia, straight-line distances do not accurately reflect the true distance between populations and services. While services are, as one would expect, most often located in the populous cities of the region, some regions are still left underserved.“ (Sulaberidze et al., 13. Februar 2018, S. 4)
„In specialised outpatient mental health facilities, treatment including medication is provided free of charge.“ (Sulaberidze et al., 13. Februar 2018, S. 5)
„Outpatient facility managers complain about an insufficiency of resources that results in the acquisition of low-cost drugs or a shortage of drugs. In these cases, where possible, patients are encouraged to purchase their own medications elsewhere, or patients may choose to do so as they perceive the quality of the drugs provided to be poor. This effectively contradicts the ‘free provision of medications’ stated by the SPMH [State Programme for Mental Health] and poses a financial barrier for patients due to out-of-pocket payments.“ (Sulaberidze et al., 13. Februar 2018, S. 6-7)
„Appropriate staffing of facilities was also identified as an issue by the study. Whilst the SPMH [State Programme for Mental Health] stipulates that multi-disciplinary care should be provided for patients by healthcare professionals, most outpatient clinics are staffed solely by psychiatrists and nurses. The study revealed further geographical and financial barriers to appropriate access to treatment. Continuous follow-up, especially for the collection of medication, often requires monthly appointments at mental health outpatient departments, meaning that patients often have to travel long distances, which can be prohibitive due to the costs/time involved. […]
In addition to access, another financial barrier includes informal out-of-pocket payments, which could be due to the legacy of previous regulations that levied a preliminary charge for an initial consultation with a physician. Although no longer obligatory, some providers continue to request this payment. […]
Outpatient care also includes crisis intervention and psycho-social rehabilitation services. Whilst crisis services receive a significant proportion of the outpatient budget, accounting for 20% across four centres, which enables them to provide good quality of care, medications and laboratory investigations, the demand far outstrips the provision of services. The provision of psychosocial rehabilitation is limited as well: only three facilities offer this service nationally, and since the average duration for each patient is six months, the result is relatively long waiting times.“ (Sulaberidze et al., 13. Februar 2018, S. 7)