Anfragebeantwortung zur Russischen Föderation: Zugang für staatenlose Jesid·innen zur russischen Staatsbürgerschaft; Lage von staatenlosen Jesid·innen in der Region Krasnodar (Zugang zum Arbeits- und Wohnungsmarkt, medizinische Versorgung, Bildung und Rechtsschutz) [a-11672]

23. August 2021

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Zugang für staatenlose Jesid·innen zur russischen Staatsbürgerschaft

Die deutsche Bundesregierung informiert im Juni 2014 in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage, dass laut einer Volkszählung im Jahr 2010 etwa 40.500 Personen in der Russischen Föderation leben, die sich als Jesiden bezeichnen (Bundesanzeiger, 12. Juni 2014). In der von der Gesellschaft für bedrohte Völker herausgegebenen Zeitschrift „pogrom/bedrohte Völker“ wird in der zweiten Ausgabe von 2015 von Khanna Omarkhali, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Lektorin zur Religion des Jesiden sowie für kurdische Sprache und Kultur am Seminar für Iranistik der Georg-August-Universität Göttingen, erläutert, dass sich die Lage der Jesiden nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion in Armenien, Georgien und Russische Föderation radikal verschlechtert habe, wobei das größte Hindernis zur Integration jesidischer Migrant·innen in Russland die fehlende Staatsbürgerschaft sei (Omarkhali, 2015, S. 32).

In einer Stellungnahme des Beratenden Ausschusses des Europarats vom Jänner 2019 zum Staatenbericht bezüglich des Rahmenübereinkommens zum Schutz nationaler Minderheiten wird festgehalten, dass das Föderale Gesetz Nr. 62 zur Staatsbürgerschaft der Russischen Föderation um ein Kapitel erweitert wurde, das die Legalisierung von ehemaligen Staatsangehörigen der UdSSR bis zum Jahr 2017 vorsieht (CoE-FCNM, 15. Jänner 2019, S. 7).

Das russische Föderale Gesetz über die Staatsbürgerschaft der Russischen Föderation in der Fassung vom Juli 2020 nennt in Kapitel VIII.1., Art. 41 Abs. 1 Ziffer 1, lit. a­–c bestimmte Personengruppen, die sich auf dem Gebiet der Russischen Föderation befinden und für den Erhalt der russischen Staatsbürgerschaft infrage kommen. Hierzu zählen ‚handlungsfähige Personen, die am 5. September 1991 Staatsangehörige der UdSSR waren und vor dem 1. November 2002 in die Russische Föderation kamen, um sich dort niederzulassen, und die Staatsbürgerschaft der Russischen Föderation nicht in der vorgeschriebenen Weise erworben haben, sofern sie keine ausländische Staatsbürgerschaft oder ein gültiges Dokument besitzen, das ihr Aufenthaltsrecht in einem anderen Land bescheinigt‘. Gleiches gilt für deren handlungsfähige Kinder, unabhängig davon, ob diese das achtzehnte Lebensjahr vollendet haben, sofern auch diese ‚keine ausländische Staatsbürgerschaft oder ein gültiges Dokument besitzen, das ihr Aufenthaltsrecht in einem anderen Land bescheinigt‘. (Föderales Gesetz Nr. 62 über die Staatsbürgerschaft der Russischen Föderation, 31. Mai 2002, Fassung vom 13. Juli 2020, Art. 41 Abs. 1 Ziffer 1, lit. a­–c)

Nach Art. 41 Abs. 1 Ziffer 2 sind diese Personen berechtigt, ihren Status zu legalisieren, indem sie ihren Willen bekunden, Staatsangehörige der Russischen Föderation werden zu wollen. (Föderales Gesetz Nr. 62 über die Staatsbürgerschaft der Russischen Föderation, 31. Mai 2002, Fassung vom 13. Juli 2020, Art. 41 Abs. 1 Ziffer 2)

Obwohl es unter anderem Fortschritte bei der Legalisierung von Jesiden in der Region Krasnodar gegeben habe, sei der Prozess bis 2016 nicht abgeschlossen gewesen. Daher sei die Möglichkeit zum Erhalt der russischen Staatsbürgerschaft für diese Personen verlängert worden (CoE-FCNM, 20. Februar 2018, S. 8). Wie Consultant Plus, ein russischer Anbieter von Rechtsinformationen, erläutert, müssen die in Kapitel VIII.1 des obigen Gesetzes spezifizierten Personen ihren Wunsch auf Erhalt der russischen Staatsbürgerschaft bis 1. Jänner 2025 bekannt geben. Andernfalls seien sie verpflichtet, die Russische Föderation spätestens bis zum 1. April 2015 zu verlassen. (Consultant Plus, Anmerkung zu Kapitel VIII.1 des Föderalen Gesetzes Nr. 62 vom 31. Mai 2002 [Fassung vom 13. Juli 2020] über die Staatsbürgerschaft der Russischen Föderation, ohne Datum)

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in dem unten zitierten Artikel des Informationsportals „Takie Dela“.

Lage von staatenlosen Jesid·innen in der Region Krasnodar (Zugang zum Arbeits- und Wohnungsmarkt, medizinische Versorgung, Bildung und Rechtsschutz)

Es konnten keine Informationen zur Lage von staatenlosen Jesid·innen speziell in der Region Krasnodar gefunden werden. Die folgenden Informationen beziehen sich auf deren Lage in der Russischen Förderation allgemein bzw. in anderen Landesteilen:

Takie Dela, das Informationsportal des wohltätigen Fonds Nuschna Pomoschtsch (russisch für „Es wird Hilfe benötigt“), veröffentlichte im Juli 2019 einen Artikel zu einer jesidischen Familie aus der Nähe von Irkutsk, die 1999 wegen des Konflikts in Bergkarabach aus Armenien nach Sibirien geflohen sei und nicht über die russische Staatbürgerschaft verfüge. Allein der Vater der Familie, der inzwischen verstorben sei, habe die russische Staatsbürgerschaft besessen. Die Frau habe erst nach dem Tod ihres Mannes einen Antrag auf die russische Staatsbürgerschaft gestellt, dieser sei jedoch abgelehnt worden. Die Familie lebe bereits seit 20 Jahren im Gebiet Irkutsk. In der Verwaltung ihres Heimatdorfes versichere man, dass die Familie dort dauerhaft lebe und man schon mehrfach Bestätigungen ausgestellt habe, dass die Familienmitglieder Einwohner des Dorfes seien. Nur der Staat habe kein Erbarmen und verhänge gegen die Familie Strafen wegen des nicht legalen Aufenthalts auf dem Gebiet eines fremden Staats. Aber der Staat weise die Familie auch nicht aus. Die Ehefrau des Sohnes der Familie sei noch in Armenien geboren und mit zwei Jahren nach Irkutsk gekommen. Sie sei mit ihrer Familie für ein Jahr in Deutschland gewesen, dann hätten sie beschlossen, nach Russland zurückzukehren. Sie lebe bereits das siebte Jahr mit einer Aufenthaltserlaubnis in Russland. Man verspreche ihr nicht einmal die Staatsbürgerschaft. Die Mitarbeiter des Migrationsdienstes würden ihr mitteilen, dass man die Aufenthaltserlaubnis verlängern könne, so lange man wolle. Die Familie ihres Cousins sei aus Deutschland nach Tula gezogen. Dort habe er innerhalb von Monaten die russische Staatsbürgerschaft erhalten, so die Frau. Auch Verwandte in Moskau hätten bereits die Staatsbürgerschaft erhalten. Sie sei bereits seit drei Jahren mit dem Sohn der anfangs beschriebenen Familie verheiratet und habe zwei Töchter. Für den Staat existiere die Familie allerdings nicht. Ihr Ehemann habe überhaupt keine Dokumente außer der Geburtsurkunde und dem Schulabschlusszeugnis. Der Mann mit stark orientalischen Zügen werde häufig von Polizisten aufgehalten und dazu aufgefordert, seine Ausweisdokumente vorzuweisen. Er werde eine Weile festgehalten und dann mit einer Strafe wieder freigelassen. Er könne einen ganzen Stapel von verhängten Strafen vorweisen und es gebe sogar einen Gerichtsentscheid über die Verhängung einer weiteren Strafe, allerdings werde er auf dem Gebiet der Russischen Föderation belassen. Selbst der Richter, der den Fall geprüft habe, habe keinen Ausweg aus der Situation gesehen. Man weise den Mann nicht aus, auch wenn er keine gesetzlichen Rechte in der Russischen Föderation habe. Dem Mann bleibe nichts anderes übrig, als sich zu verstecken und zu Hause zu sitzen.

Die sibirischen Jesiden würden von den Beamten nach Armenien geschickt, damit sie zuerst dort die Staatsbürgerschaft beantragen würden. Dann könnten sie als Arbeitsmigranten wieder nach Russland einreisen und dann den Weg von der Erteilung einer vorübergehenden Aufenthaltsgenehmigung, über eine Aufenthaltserlaubnis bis hin zum ersehnten russischen Pass durchlaufen. Allerdings sei es für Männer schwieriger, ihren Aufenthalt zu legalisieren. Das erste, was einen jungen Mann in Armenien erwarte, sei die Armee und der Wehrdienst dauere dort drei Jahre.

Bei einem Cousin des Mannes sei die Situation dieselbe, er verfüge ebenfalls nur über eine Geburtsurkunde und das Schulabschlusszeugnis. Er sei zusammen mit seinen Eltern im Alter von acht Monaten aus Armenien nach Russland gekommen. In den gesamten 25 Jahren seines Lebens sei er nirgendwo hingefahren. Da er über keinen Pass verfüge, könne er seine Bildung nicht fortsetzen und keine Arbeit aufnehmen. Es gebe Vieles, was er nicht könne, nicht einmal beruhigt auf die Straße hinausgehen ohne die Befürchtung angehalten und mitgenommen zu werden.

Der Cousin habe erzählt, dass einmal im Fernsehen gezeigt worden sei, wie im Föderalen Migrationsdienst staatenlosen Personen wie ihnen die russische Staatsbürgerschaft verliehen worden sei. Das sei einige Monate zuvor gewesen. Danach sei im Dorf verkündet worden, dass sie nach Irkutsk gehen müssten. Sie hätten sich alle gefreut und an ein Wunder geglaubt. Aber sie seien dann einzeln aufgerufen worden und man habe ihre Dokumente angesehen. Ihm habe man gesagt, er solle nach Armenien fahren.

Der Cousin und seine Frau hätten im Jahr zuvor ihre letzten beiden Kühe geschlachtet, damit die Frau nach Armenien fahren, dort die Staatsbürgerschaft beantragen und nach Russland zurückkehren könne, denn bei ihrem kleinen Sohn sei ein bösartiger Tumor entdeckt worden. Ohne Ausweisdokumente könne das Kind allerdings nicht kostenlos behandelt werden. Die Ärzte hätten das Kind nur unter der Bedingung im Krankenhaus aufgenommen, dass die Eltern während der Behandlung eine Versicherung abschließen würden. Mitarbeiter des Migrationsdienstes hätten der Mutter den Rat gegeben, einen russischen Staatsbürger als Vater des Kindes einzutragen. Dann würde das Kind ebenfalls die russische Staatsbürgerschaft erhalten und kostenlos behandelt. Eine andere, legalere Variante sei den Beamten nicht eingefallen.

Eine Tochter der anfangs beschriebenen Familie leide bereits seit fünf Jahren an einer onkologischen Erkrankung. All die Jahre müsse sie sich auf eigene Kosten behandeln lassen. Auch für die medizinische Betreuung bei den Geburten ihrer drei Kinder habe die Frau bezahlen müssen. Es gebe Jesid·innen, die ohne Geld in Geburtshäuser kämen. Dann würden ihnen die Ärzte allerdings keine Bestätigungen ausstellen, ohne die man wiederum keine Geburtsurkunden erhalte. Allerdings sei der Nutzen der Geburtsurkunde auch nur begrenzt, da die Geburtsurkunde ohne Staatsbürgerschaft nicht viel bedeute. In dem Dorf der Familie gebe es Kinder, die bis zur Schule praktisch ohne Dokumente leben würden; so lange, bis die Eltern das nötige Geld gesammelt hätten, um die Ärzte bezahlen zu können.

Eine Frau sei sogar mit Wehen im Geburtshaus nicht aufgenommen worden, bis die Verwandten Geld gebracht hätten. (Takie Dela, 23. Juli 2019)

Es konnten keine weiteren Informationen zur Fragestellung gefunden werden. Daher wurde ein Experte kontaktiert. Sollten wir eine Auskunft erhalten, werden wir Ihnen diese unverzüglich weiterleiten.

Quellen: (Zugriff auf alle Quellen am 23. August 2021)

·      Bundesanzeiger: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Ulla Jelpke, Christine Buchholz, Annette Groth, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE. – Drucksache 18/1541 –, 12. Juni 2014
https://www.bundesanzeiger-verlag.de/fileadmin/Betrifft-Recht/Dokumente/edrucksachen/pdf/1801744.pdf

·      CoE-FCNM – Council of Europe - Secretariat of the Framework Convention for the Protection of National Minorities: Fourth Opinion on the Russian Federation - adopted on 20 February 2018 [ACFC/OP/IV(2018)001], 15. Jänner 2019
https://www.ecoi.net/en/file/local/2002328/4_OP_RussianFederation_en.docx.pdf

·      Consultant Plus, Anmerkung zu Kapitel VIII.1 des Föderalen Gesetzes Nr. 62 vom 31. Mai 2002 [Fassung vom 13. Juli 2020] über die Staatsbürgerschaft der Russischen Föderation, ohne Datum
http://www.consultant.ru/document/cons_doc_LAW_36927/4e420c3fbdd4280d83c2c112d76ed9ae850b5bc2/

·      Föderales Gesetz Nr. 62 über die Staatsbürgerschaft der Russischen Föderation, 31. Mai 2002, Fassung vom 13. Juli 2020, veröffentlicht von Consultant Plus
http://www.consultant.ru/document/cons_doc_LAW_36927/8c5c75535ef4d54676f9a35930b8be453627aaa6/

·      Omarkhali, Khanna: Yeziden in den ehemaligen Sowjetrepubliken, 2015 (veröffentlicht von pogrom/bedrohte Völker, verfügbar auf www.academia.edu)
https://www.academia.edu/18719252/Yeziden_in_den_ehemaligen_Sowjetrepubliken

·      Takie Dela: Кому они нужны такие [Wer braucht solche Leute?], 23. Juli 2019
https://takiedela.ru/2019/07/komu-oni-nuzhny-takie/

Anhang: Informationen aus ausgewählten Quellen

·      Föderales Gesetz Nr. 62 über die Staatsbürgerschaft der Russischen Föderation, 31. Mai 2002, Fassung vom 13. Juli 2020, veröffentlicht von Consultant Plus
http://www.consultant.ru/document/cons_doc_LAW_36927/8c5c75535ef4d54676f9a35930b8be453627aaa6/

Глава VIII.1. УРЕГУЛИРОВАНИЕ ПРАВОВОГО СТАТУСА ОТДЕЛЬНЫХ КАТЕГОРИЙ ЛИЦ, НАХОДЯЩИХСЯ НА ТЕРРИТОРИИ РОССИЙСКОЙ ФЕДЕРАЦИИ

Статья 41.1. Предмет регулирования и сфера действия настоящей главы

1. В настоящей главе определяются условия и порядок приема в гражданство Российской Федерации для отдельных категорий лиц, находящихся на территории Российской Федерации. К указанным лицам относятся:

а) дееспособные лица, состоявшие на 5 сентября 1991 года в гражданстве СССР, прибывшие в Российскую Федерацию для проживания до 1 ноября 2002 года, не приобретшие гражданства Российской Федерации в установленном порядке, если они не имеют гражданства иностранного государства и действительного документа, подтверждающего право на проживание в иностранном государстве;

б) дееспособные дети лиц, указанных в пункте "а" настоящей части, достигшие возраста восемнадцати лет, если они не имеют гражданства иностранного государства и действительного документа, подтверждающего право на проживание в иностранном государстве;

в) дети лиц, указанных в пункте "а" настоящей части, не достигшие возраста восемнадцати лет (далее - несовершеннолетние дети), если они не имеют гражданства иностранного государства и действительного документа, подтверждающего право на проживание в иностранном государстве; [...]

2. Лица, указанные в части первой настоящей статьи, могут урегулировать свой правовой статус на основании волеизъявления о приеме в гражданство Российской Федерации в соответствии с настоящим Федеральным законом или о выдаче вида на жительство в соответствии с Федеральным законом от 25 июля 2002 года N 115-ФЗ "О правовом положении иностранных граждан в Российской Федерации".“ (Föderales Gesetz Nr. 62 über die Staatsbürgerschaft der Russischen Föderation, 31. Mai 2002 (Fassung vom 13. Juli 2020, Art. 41 Abs. 1 Ziffern 1–2)

·      CoE-FCNM – Council of Europe - Secretariat of the Framework Convention for the Protection of National Minorities: Fourth Opinion on the Russian Federation - adopted on 20 February 2018 [ACFC/OP/IV(2018)001], 15. Jänner 2019
https://www.ecoi.net/en/file/local/2002328/4_OP_RussianFederation_en.docx.pdf

„In 2012, the Federal Law No. 62-FZ on Citizenship of the Russian Federation was amended by a chapter on regularisation of former citizens of the Soviet Union until 2017. As this had not been fully solved by 2016, the formal opportunity to obtain Russian citizenship for this category was extended until 1 January 2020. Despite progress made, pockets of stateless persons and the risk of discrimination linked to their status remain, including for those belonging to minorities. Some stateless persons are sent to ‘Centres for Interim Detention of Foreign Citizens’ and, as they cannot be expulsed to another country, stay there for extended periods. While noting progress regarding regularisation of Ahiska Turks (also known as Meskhetians) as well as Yazidis and Kurmanches in Krasnodar kray, the Advisory Committee regrets that there are still people belonging to these minorities whose status of statelessness prevents them from accessing their minority rights.“ (CoE-FCNM, 15. Jänner 2019, S. 7-8)

·      Consultant Plus, Anmerkung zu Kapitel VIII.1 des Föderalen Gesetzes Nr. 62 vom 31. Mai 2002 [Fassung vom 13. Juli 2020] über die Staatsbürgerschaft der Russischen Föderation, ohne Datum
http://www.consultant.ru/document/cons_doc_LAW_36927/4e420c3fbdd4280d83c2c112d76ed9ae850b5bc2/

Лица, подпадающие под действие гл. VIII.1, не обратившиеся до 01.01.2025 с заявлением о признании гражданином РФ или о приеме в гражданство РФобязаны выехать из России не позднее 01.04.2025. Лица, не исполнившие указанное требование, подлежат депортации.“ (Consultant Plus, Föderales Gesetz Nr. 62 über die Staatsbürgerschaft der Russischen Föderation, 31. Mai 2002, Kap. VIII.1, ohne Datum)

·      Omarkhali, Khanna: Yeziden in den ehemaligen Sowjetrepubliken, 2015 (veröffentlicht von pogrom / bedrohte Völker, verfügbar auf www.academia.edu)
https://www.academia.edu/18719252/Yeziden_in_den_ehemaligen_Sowjetrepubliken

„Die Situation der Yeziden nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion in Armenien, Georgien und Russische Föderation hat sich radikal verschlechtert. [...] . Das größte Hindernis, dass sich die yezidischen Migranten in Russland integrieren können, ist die fehlende Staatsbürgerschaft.“ (Omarkhali, 2015, S. 32)

·      Takie Dela: Кому они нужны такие [Wer braucht solche Leute?], 23. Juli 2019
https://takiedela.ru/2019/07/komu-oni-nuzhny-takie/

В деревне Кыцигировка под Иркутском живут несколько семей езидов, беженцев из Армении. В Сибирь они приехали в 90-х годах. Занимаются, чем привыкли: держат коров, торгуют скотом, сажают фасоль, поклоняются Солнцу. Одна беда: паспорта им в нашей стране не положены, а значит, и прав у них никаких нет

На всю большую семью Хайлаз Сафоян приходится один-единственный российский паспорт. Да и тот — мужа Афо, умершего пять лет назад. Паспорт покойного бережно хранится вместе с другими важными документами в отдельном прозрачном файле. Он, паспорт главы семьи, для родных — едва ли не единственное доказательство: на сибирской земле Сафояны не чужие. «Через десять дней после смерти мужа я пришла подавать документы на гражданство. Мне сказали: ‚Пока он был жив, он был тебе мужем. Умер, теперь он тебе никто!‘ Документы не приняли», — Хайлаз не комментирует ответ чиновников, только морщит брови. Она старательно обходит вопрос: почему раньше не оформляли документы. Теперь сложно выделить одну причину: хозяйство, дети-внуки, до города добираться далеко, муж болел, перенес несколько инфарктов. Только собрали все справки — и Афо не стало… Семья переехала в Иркутск в 1999-м году. […]

Ровно 20 лет Сафояны живут в Иркутской области. Дети закончили здесь школу, женились и родили своих детей. В сельской администрации подтверждают, что семья постоянно проживает в деревне. Специалисты муниципалитета не раз выдавали справки о том, что Сафояны — жители Кыцигировки. Односельчане к соседям давно привыкли, считают земляками. И только государство жильцов не милует — наказывает штрафами за незаконное пребывание на территории чужой страны. Но и не выгоняет. […]

Ханум родилась в Армении, с двух лет живет в Иркутской области. На год ее семья уезжала в Германию, потом решили вернуться. Седьмой год Хана живет в России с видом на жительство. Гражданство ей даже не обещают. Сотрудники миграционной службы говорят, что вид на жительство можно продлевать сколь угодно долго.

‚Семья двоюродного брата из Германии поехала в Тулу. Там брат за считанные месяцы получил гражданство. В Москве есть родственники, они уже тоже стали гражданами России. Я живу здесь с двух годиков, и мне российский паспорт не положен. Родители и бабушка у меня тоже не граждане‘, — рассказывает Хана.

Три года она замужем за Нвером, сыном Хайлаз. В браке родились две дочки. Однако для государства этой семьи не существует. У Нвера вообще нет документов, кроме свидетельства о рождении и аттестата. Чтобы его дети могли стать гражданами России, их пришлось записать на родственника с российским паспортом. Мужчину яркой восточной наружности часто останавливают полицейские и просят показать документы. Задерживают на сутки, потом отпускают со штрафом. Чего у Нвера в избытке, так это протоколов о задержаниях. Постановлений со штрафами целая стопка. Есть судебное решение, по которому Нверу назначили очередной штраф, но при этом оставили на территории России.

Выхода из сложившейся ситуации не видит даже судья, рассмотревший дело. Мужчину не выдворили, при этом у него нет никаких законных прав в нашей стране. Нверу остается лишь вечно скрываться, отсиживаться дома, по улице передвигаться короткими перебежками. ‚Даже не знаю, наступит ли время, когда не надо будет бояться полицейских‘, — грустно шутит Нвер.

Чиновники отправляют сибирских езидов сначала оформлять гражданство в Армению, чтобы потом въезжать в Россию в статусе трудовых мигрантов. Затем проходить путь от получения разрешения на временное проживание (РВП), вида на жительство до оформления заветного паспорта гражданина России.

Мужчинам ‚легализоваться' сложнее. Первое, что ждет молодого парня в Армении, — армия. Призыв там длится три года. То есть, если Нвер уедет в Армению, к семье он вернется не скоро.

У двоюродного брата Нвера, Саргиса (его отец — родной брат Афо), та же ситуация. Из документов у мужчины только свидетельство о рождении и аттестат. Из Армении в Россию он приехал вместе с родителями в возрасте восьми месяцев. За все 25 лет жизни Саргис никуда не уезжал. Из-за того, что у него нет паспорта, мужчина не может продолжить образование, устроиться на работу. Да много чего не может: даже спокойно выйти на улицу, не боясь, что его остановят и заберут.

‚Однажды по телевизору показали, как в красивом зале в миграционной службе лицам без гражданства, таким, как мы, вручают российские паспорта. Это было пару месяцев назад. После этого в деревне объявили, что нас вызывают в Иркутск. Мы обрадовались, думали, произойдет чудо. Его не случилось. На встрече каждого из нас подзывали отдельно и смотрели документы. Мне сказали, что я должен ехать в Армению‘, — вздыхает Саргис.

В прошлом году Саргис и его жена Майя зарезали последних двух коров, чтобы Майя могла добраться до Армении и оформить гражданство этой страны, а потом вернуться в Россию. У их грудного сына обнаружили злокачественную опухоль. Но без документов малыша не могли лечить бесплатно. Врачи приняли его в больницу при условии, что родители за время лечения оформят полис. […]

Самый действенный совет ей дали рядовые сотрудницы миграционной службы: отцом ребенка нужно записать гражданина России. Тогда Андроник тоже получит гражданство и его будут лечить по полису бесплатно. Другого, более законного варианта, чиновники подобрать не смогли. ‚В миграционной службе мне сказали: ‚Спасай ребенка! Это главное‘, — объясняет Майя. — До сих пор, когда я прихожу, сотрудницы интересуются, как чувствует себя Андроник. Все там помнят, как я умоляла помочь мне. Все сочувствуют, но помочь не могут». […]

Старшая дочь Хайлаз, Каринэ, уже пять лет живет с онкологическим заболеванием. Все это время женщина вынуждена лечиться в государственном онкодиспансере за деньги. За диагностику, процедуры, лекарства она отдала уже больше полумиллиона рублей. […]

Всех троих детей Каринэ рожала платно. Некоторые езидки поступают в роддом без денег. Но потом врачи не выдают им справки, а без них невозможно получить свидетельство о рождении. Да и от него толк небольшой. Само по себе свидетельство без гражданства мало что значит. Так вот, в деревне есть дети, которые практически до школы живут без документов. Пока родители не соберут нужную сумму и не заплатят врачам.

Хайлаз рассказывает: невестку со схватками не принимали в роддом, пока родственники не привезли деньги.“ (Takie Dela, 23. Juli 2019)