Anfragebeantwortung zu Nigeria: Informationen zur Lage von Frauen: Wohnungsmarkt, Arbeitsmarkt, darunter für alleinstehende Frauen; Reintegration [a-11466-1]

22. Jänner 2021

Das vorliegende Dokument beruht auf einer zeitlich begrenzten Recherche in öffentlich zugänglichen Dokumenten, die ACCORD derzeit zur Verfügung stehen sowie gegebenenfalls auf Expertenauskünften, und wurde in Übereinstimmung mit den Standards von ACCORD und den Common EU Guidelines for processing Country of Origin Information (COI) erstellt.

Dieses Produkt stellt keine Meinung zum Inhalt eines Ansuchens um Asyl oder anderen internationalen Schutz dar. Alle Übersetzungen stellen Arbeitsübersetzungen dar, für die keine Gewähr übernommen werden kann.

Wir empfehlen, die verwendeten Materialien im Original durchzusehen. Originaldokumente, die nicht kostenfrei oder online abrufbar sind, können bei ACCORD eingesehen oder angefordert werden.

Inhaltsverzeichnis

Wohnungsmarkt in Nigeria   

Lage von Frauen und alleinstehenden Frauen am Wohnungsmarkt 

Arbeitsmarkt für Frauen und alleinstehende Frauen 

Reintegration von Frauen      

Quellen          

Anhang: Quellenbeschreibungen und Informationen aus ausgewählten Quellen  

Kurzbeschreibungen zu den in dieser Anfragebeantwortung verwendeten Quellen sowie Ausschnitte mit Informationen aus diesen Quellen finden Sie im Anhang.

Wohnungsmarkt in Nigeria

Die UNO-Sonderberichterstatterin über angemessenes Wohnen, Leilani Farha, erwähnt im September 2019 nach einem offiziellen Besuch in Nigeria, dass die Wohnbedingungen, insbesondere für Arme, grob unangemessen seien. Sie sei schockiert gewesen, im 21. Jahrhundert derartig unmenschliche und unerträgliche Wohnbedingungen gesehen zu haben. (OHCHR, 23. September 2019)

Die Sonderbeauftragte berichtet Folgendes zur Lage betreffend Wohnraum in Nigeria im Allgemeinen. Aufeinanderfolgende Regierungen hätten sich zur Verbesserung der Wohnbedingungen bekannt, jedoch keine angemessenen Maßnahmen ergriffen, um diese zu erreichen. Es werde geschätzt, dass in Nigeria ein Defizit von 22 Millionen Wohneinheiten bestehe. In Lagos würden 70 Prozent der Bevölkerung informell wohnen. Das Wohndefizit betrage in Lagos 2,5 Millionen Wohneinheiten. Nigerias Wohnungsmarkt befinde sich in einer vollständigen Krise. Es gebe weder einen nationalen Wohnungsplan noch eine Wohnungsstrategie. Der private Wohnungsmarkt sei für den Großteil der Bevölkerung nicht leistbar, Mietwohnungen seien rar. Mieter müssten die Miete für ein oder zwei Jahre im Voraus haben und der Mietmarkt sei unkontrolliert. Es gebe nur wenige von der Regierung geleitete Wohnprogramme, zu dem der Großteil der verarmten Bevölkerung Zugang habe. Es gebe keine Sozialwohnungen. Es gebe spärliche Unterstützungsleistungen durch die Regierung. Informelle Siedlungen mit unmenschlichen Bedingungen würden sich schnell ausbreiten („ballooning“). Obdachlosigkeit ufere aus und es gebe keine Notfallwohnungsmöglichkeiten für jene mit akutem Bedarf. (OHCHR, 23. September 2019)

Weitere allgemeine Informationen zum Wohnungsmarkt entnehmen Sie bitte folgenden Dokumenten:

·      IRB – Immigration and Refugee Board of Canada: Nigeria: The socio-economic situation, including demographics, employment rates, economic sectors, and crime rates, as well as access to education, health care and housing, particularly for the cities of Lagos, Ibadan and Benin City (2018–November 2020) [NGA200338.E], 12. November 2020
https://www.ecoi.net/de/dokument/2041635.html

·      EASO – European Asylum Support Office: Nigeria; Key socio-economic indicators, November 2018
https://www.ecoi.net/en/file/local/2001365/2018_EASO_COI_Nigeria_KeySocioEconomic.pdf

Lage von Frauen und alleinstehenden Frauen am Wohnungsmarkt

Laut einer von der Nationalen Bevölkerungskommission Nigerias 2018 durchgeführten Umfrage zu Demographie und Gesundheit aus dem Jahr 2018 (Nigeria Demographic and Health Survey 2018) würden 21,8 Prozent der Haushalte in städtischen Gebieten von Frauen geführt und 14,7 Prozent der Haushalte in ländlichen Gebieten. Insgesamt würden 18 Prozent der Haushalte von Frauen geführt. 14,1 Prozent aller Haushalte bestünden aus drei Mitgliedern, 11,7 Prozent aus zwei und 14,7 Prozent der Haushalte würden Einpersonenhaushalte sein. (NDHS, Oktober 2019, S. 32)

Das IRB zitiert in einer Anfragebeantwortung vom November 2019 einen Dissertanten und wissenschaftlichen Mitarbeiter der Murdoch University in Australien. Dieser habe angegeben, dass ein Durchkommen („surviving“) an irgendeinem Ort in Nigeria, darunter in den Städten Lagos, Ibadan, Port Harcourt und Abuja, für Frauen, die einen Haushalt führen, sehr schwer sei. Für Witwen, geschiedene oder getrennt lebende Frauen, verlassene Frauen, verheiratete Frauen mit einem gebietsfremden Ehemann, alleinstehende Frauen oder alleinstehende Mütter sei es sehr schwierig sich erfolgreich niederzulassen, wenn sie an einen anderen Platz in Nigeria ziehen würden. Ausschlaggebend dafür seien die Risiken und die Vulnerabilität, denen sie ausgesetzt sein könnten, darunter Stigmatisierung, Unsicherheit, wirtschaftliche Not, Familienprobleme und Traumata. (IRB, 20. November 2019)

Die Vorsitzende des Women's Rights and Health Project (WRAHP) habe gegenüber dem IRB angegeben, dass Fähigkeiten, die familiäre Lage, die psychologische Lage, der wirtschaftliche Status und die Existenz eines Netzwerks von Kontakten Einfluss auf die Möglichkeiten von Frauen hätten, sich an einem anderen Ort niederzulassen. (IRB, 20. November 2019)

Angaben eines Soziologieprofessors an der University of Nigeria zufolge könne einen Umzug nach Abuja, Lagos, Ibadan und Port Harcourt für alleinstehende Frauen aufgrund der soziokulturellen Bedingungen im Land sehr schwierig sein, insbesondere wenn sie einen niedrigen Bildungsstand hätten und über keine finanzielle Unterstützung verfügen würden. Gut ausgebildete Frauen könnten mit weniger Problemen konfrontiert sein. Ein soziales Netzwerk und Freunde, auf die eine alleinstehende Frau beim Umzug in diese Städte in den ersten Monaten zählen könne, könne den Umzug für die Frau viel einfacher machen. (IRB, 20. November 2019)

Hinsichtlich Diskriminierung bei der Wohnungssuche, habe der Soziologieprofessor zudem angegeben, dass Frauen männliche Verwandte oder Freunde bei der Wohnungssuche um Hilfe bitten würden. (IRB, 20. November 2019)

BBC berichtet in einem Artikel vom August 2018, dass es für alleinstehende Frauen schwierig sei, Appartements zu mieten, da VermieterInnen alleinstehende Frauen verdächtigen würden, Prostituierte zu sein. (BBC News, 14. August 2018)

In der zitierten IRB-Anfragebeantwortung finden sich zudem weitere Informationen zur Lage von alleinstehenden Frauen:

·      IRB – Immigration and Refugee Board of Canada: Nigeria: Whether women who head their own household, without male or family support, can obtain housing and employment in Abuja, Lagos, Ibadan, and Port Harcourt; government support services available to female-headed households (2017-November 2019) [NGA106362.E], 20. November 2019
https://www.ecoi.net/de/dokument/2021304.html

Eine ältere Anfragebeantwortung des IRB vom Juni 2016 enthält ebenso Informationen zur Lage alleinstehender Frauen:

·      IRB – Immigration and Refugee Board of Canada: Nigeria: Situation of single women living alone in Abuja, including ability to access employment and housing; threat of violence; support services available to them (2015 - June 2016) [NGA105523.E], 30. Juni 2016
https://www.ecoi.net/de/dokument/1241369.html

Ein im August 2019 veröffentlichter Bericht des Norwegian Refugee Council (NRC) enthält insbesondere auf den Seiten 19 bis 25 Informationen zur Lage von Frauen im Nordosten Nigerias im Hinblick auf die Themen Wohnraum, Land und Eigentum (housing, land and property; HLP), darunter zu alleinstehenden Frauen:

·      NRC – Norwegian Refugee Council: The HLP Rights of Conflict Affected Women in Northeast Nigeria, August 2019
https://www.humanitarianresponse.info/sites/www.humanitarianresponse.info/files/documents/files/nigeria_dwhlp_final_2019_print.pdf

Arbeitsmarkt für Frauen und alleinstehende Frauen

Dem USDOS zufolge hätten Frauen im Jahr 2019 beträchtliche wirtschaftliche Diskriminierung erfahren. Das Gesetz sehe keine gleiche Vergütung für gleichwertige Arbeit vor und sehe auch nicht Nichtdiskriminierung hinsichtlich des Geschlechts bei Einstellung vor. (USDOS, 11. März 2020, Section 6)

In Nigeria bestünden weiterhin mehrere Gesetze, die es Frauen schwerer als Männern machen, einer Arbeit nachzugehen. Frauen sei es nicht erlaubt in denselben Industrien wie Männer zu arbeiten oder dieselben Aufgaben zu erledigen. Neben anderen Einschränkungen sei es Frauen nicht erlaubt, manuelle Arbeit in den Nachtsunden zu verrichten. Frauen, die am Arbeitsplatz sexuell belästigt würden, hätten keinen Zugang zu zivilen Rechtsmitteln. (CFR, 8. März 2019)

Frauen würden eine aktive und vitale Rolle in der informellen Wirtschaft einnehmen, insbesondere in der Landwirtschaft, der Verarbeitung von Nahrungsmittel und dem Verkauf von Nahrungsmitteln auf Märkten. Im formellen Bereich seien Sie jedoch unterrepräsentiert. Internationalen Beobachtern zufolge seien Frauen mit beträchtlicher wirtschaftlicher Diskriminierung aufgrund traditioneller und religiöser Praktiken konfrontiert. (DFAT, 3. Dezember 2020)

Im Bundesstaat Kogi, im Land der Ogugu, sei es Frauen nur mit Erlaubnis ihres Ehemannes erlaubt zu arbeiten und Geld zu verdienen und das verdiente Geld müsse dem Ehemann gegeben werden. Diese Praxis sei auch in anderen Gemeinschaften innerhalb Nigerias verbreitet. (WILPF, Juni 2017, S. 9)

Frauen seien dem USDOS zufolge im Jahr 2019 im Allgemeinen weiterhin marginalisiert worden. Es gebe keine Gesetze, die Frauen verbieten würden, Land zu besitzen, jedoch würden traditionelle Grundbesitzsysteme nur Männern erlauben, Land zu besitzen. Frauen könnten Zugang zu Land nur mittels Heirat oder Familie erlangen. Viele traditionelle Praktiken würden zudem das Recht von Frauen, das Eigentum ihres Ehemannes zu erben, nicht anerkennen. Viele Witwen seien mittellos geworden, als ihre Verwandten praktisch das gesamte Eigentum des verstorbenen Ehemannes an sich genommen hätten. (USDOS, 11. März 2020, Section 6)

Frauen hätten in geringerem Ausmaß Zugang zu Gesundheitsdiensten und finanziellen Diensten (CFR, 8. März 2019). Mit Stand 2018 seien 41 Prozent der Frauen gegenüber 33 Prozent der Männer finanziell ausgeschlossen gewesen. Nur 33 Prozent der Frauen würden über ein Bankkonto verfügen, gegenüber 46 Prozent der Männer. (PWC, März 2020, S. 8)

Im August 2020 veröffentlichten Daten des Nationalen Statistikbüros (National Bureau of Statistics, NBS) zufolge seien 12,2 Millionen Frauen gegenüber 9,6 Millionen Männern arbeitslos. Die Anzahl der nigerianischen Arbeitskräfte wird auf etwa 80,3 Millionen geschätzt (41,7 Millionen Männer und 38,6 Millionen Frauen). Die Arbeitslosenrate von Frauen sei von 26,6 Prozent im dritten Jahresviertel 2018 auf 31,6 Prozent gestiegen. Die Arbeitslosenrate von Männern sei im selben Zeitraum von 20,3 auf 22,9 Prozent gestiegen. 12 Millionen Frauen seien unterbeschäftigt gewesen, gegenüber 10,9 Millionen Männern. (vgl. NBS, August 2020, S. 84; vgl. NBS, Dezember 2018, S. 71; vgl. Naira Metrics, 20. August 2020)

Laut einer Studie des NBS vom September 2020 sei der Anteil der Frauen, die zwischen dem Zeitraum vor der Covid-19-Krise und September 2020 gearbeitet hätten, stärker gefallen, als der Anteil von Männern. Dies weise darauf hin, dass die Covid-19-Krise die Geschlechterungleichheit am Arbeitsmarkt festige. Im Juli/August 2018 hätten 82 Prozent der Männer und 72 Prozent der Frauen im Arbeitsalter gearbeitet, jedoch seien diese Anteile mit Stand September 2020 auf 78 Prozent bei Männern und 65 Prozent bei Frauen gesunken. (NBS, 21. September 2020, S. 5)

In Hinblick auf Beschäftigungsübergänge gebe es Hinweise, dass die Krise die Geschlechterungleichheit am Arbeitsmarkt ausweite. Dies könne langfristige Auswirkungen auf die Arbeitssituation von Frauen haben. Die Analyse eines Samples von Personen, die vor der Krise gearbeitet hätten, habe ergeben, dass der Anteil der Frauen, die im September 2020 wirtschaftlich untätig gewesen sein fast doppelt so hoch gelegen sei, wie der Anteil der Männer (13 Prozent gegenüber 7 Prozent). (NBS, 21. September 2020, S. 5)

Das Dokument enthält zudem weitere allgemeine Informationen zu den Auswirkungen der Covid-19-Krise auf die Arbeitssituation in Nigeria.

·      NBS - National Bureau of Statistics: Impact of COVID-19 on Nigerian households: 5th round results (English). Monitoring COVID-19 Impacts on Households in Nigeria, 21. September 2020
http://documents1.worldbank.org/curated/en/177321605129891512/pdf/Impact-of-COVID-19-on-Nigerian-households-5th-round-results.pdf

Das NBS-Dokument vom September 2020 enthält Ergebnisse aus monatlichen Umfragen zu sozioökonomischen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie und anderen Ereignissen. Das NBS habe mit Unterstützung der Weltbank im April 2020 mit den Umfragen begonnen (The World Bank, 21. September 2020, S. 1). Übersichten und Daten zu den bislang sieben Umfragerunden können unter folgendem Link heruntergeladen werden:

·      The World Bank: Monitoring COVID-19 Impact on Nigerian Households, 21. Dezember 2020
https://www.worldbank.org/en/country/nigeria/brief/monitoring-covid-19-impact-on-nigerian-households

Ein von Sue Enfield vom Institute of Development Studies im Rahmen der K4D helpdesk service des UK Department for International Development verfasster Kurzbericht vom Mai 2019 enthält weitere Informationen zur Lage von Frauen am nigerianischen Arbeitsmarkt:

·      K4D: Gender Roles and Inequalities in the Nigerian Labour Market, Autor: Sue Enfield, Institute of Development Studies, 21. Mai 2019
https://assets.publishing.service.gov.uk/media/5d9b5c88e5274a5a148b40e5/597_Gender_Roles_in_Nigerian_Labour_Market.pdf

Es konnten keine Informationen speziell zur Lage von alleinstehenden Frauen mit Kindern auf dem Wohnungs- und Arbeitsmarkt gefunden werden.

Reintegration von Frauen

Bitte beachten Sie, dass die Informationen in diesem Abschnitt sich nicht auf die Reintegration von Betroffenen von Menschenhandel und Gewalt

beziehen.

Der Bertelsmann Stiftung zufolge würde die Bürde von Alter, Krankheit, Unterbeschäftigung und Arbeitslosigkeit großteils von erweiterten Familiennetzwerken und dem informellen Bereich getragen. Nur staatliche Bedienstete und Angestellte im höheren Bildungssystem, staatlichen und teilstaatlichen Betrieben und mittleren und großen internationalen Unternehmen würden über ein gewisses Maß an Sozialversicherung verfügen. (Bertelsmann Stiftung, 29. April 2020, S. 19)

Nur 0,28 Prozent des BIP werde für soziale Hilfsprogramme aufgewendet und nur 7 Prozent der Bevölkerung seien dadurch abgedeckt. Im Vergleich mit Südafrika (3,32 %), Benin (2,95 %), Ruanda (1,5 %) und Ghana (0.58 %) sei dies gering. (The Conversation, 20. Mai 2020; vgl. The World Bank, 7. August 2019, S. 7)

Ein von Ifeanyi P. Onyeonoru von der University of Ibadan verfasster Bericht für die deutsche Friedrich Ebert Stiftung (FES) enthält allgemeine Informationen zu sozialen Sicherungssystemen in Nigeria:

·      FES - Friedrich Ebert Stiftung: Social Protection in Nigeria, Autor: Ifeanyi P. Onyeonoru, 2018
http://library.fes.de/pdf-files/bueros/nigeria/15963.pdf

Ein im Rahmen des K4D Helpdesk verfasster Bericht vom November 2019 enthält allgemeine Informationen zu sozialer Exklusion in Nigeria:

·      K4D: Legislation, policies and social exclusion in Nigeria, Autorin: Jenny Birchall, 18. November 2019
https://assets.publishing.service.gov.uk/media/5df7b817ed915d09322e22dc/693_Legislation_policies_and_social_exclusion_in_Nigeria.pdf

Eine Anfragebeantwortung des IRB zur Lage von Frauen in den Städten Abuja, Lagos, Ibadan, und Port Harcourt zitiert die oder den Vorsitzende/n der Safehaven Development Initiative (SDI), einer nicht-profitorientierten NGO, die Unterstützungsdienste für vulnerable Gemeinschaften, insbesondere Frauen und Mädchen zur Verfügung stellt. Seitens der Regierung gebe es keine allgemeine Unterstützung für bedürftige Frauen. Laut einer Professorin bzw. einem Professor für Soziologie an der Universität von Nigeria gebe es keine generellen Arbeitslosenleistungen in Nigeria, obwohl es soziale Programme der Regierung gebe, die auf arbeitslose Jugendliche, Frauen auf Märkten und Handwerker abzielen würden (vgl. FES, 2018, S. 37-38). Der Professor bzw. die Professorin habe gegenüber dem IRB jedoch angegeben, dass der Zugang zu diesen Leistungen nicht leicht sei oder der Zugang „politisiert“ sei. Der oder die vom IRB befragte Vorsitzende des Women's Rights and Health Project (WRAHP) habe angegeben, dass keine sozialen Hilfsleistungen verfügbar seien, außer auf Kosten einer „schweren Bürokratie“. Lagos sei im Vergleich mit anderen Orten „am progressivsten“. Der oder die Vorsitzende von SDI habe angegeben, dass es in Lagos rechtliche Vorschriften zur Unterstützung von Gewalt betroffener („violated“) Frauen, die innerhalb Lagos wohnen würden, gebe, jedoch nicht für Frauen, die von außerhalb des Bundesstaates kommen würden.

Zwei Quellen hätten angegeben, dass es für Frauen, die sich an einem anderen Ort ansiedeln würden („are relocating“), weder Hilfe noch Unterkünfte noch Übergangswohnungen gebe. Andere Quellen hätten gegenüber dem IRB ebenso angeführt, dass es für von Frauen geführte Haushalte, die nach Unterkunft suchen würden, keine Unterstützungsleistungen gebe.

Verschiedene Quellen hätten gegenüber dem IRB angeführt, dass weibliche Haushaltsvorstände sich bei einer Umsiedlung nach Abuja, Lagos, Ibadan oder Port Harcourt für Unterstützung auf Familienverbindungen oder Freunde verlassen müssten.

Dem Professor bzw. der Professorin zufolge hätten weibliche Haushaltsvorstände theoretisch Zugang zu Diensten wie Gesundheit, Bildung, öffentlichen Verkehr, Kinderbetreuung und Sozialhilfe, wenn diese verfügbar seien. Der wichtigste Punkt hierbei hänge jedoch davon ab, ob diese Dienste existieren würden. Ohne weitere Details anzugeben, habe der oder die DirektorIn von WRAHP angegeben, dass Personen für öffentliche Dienstleistungen zahlen müssten. SDI habe angegeben, dass es keine Einschränkungen hinsichtlich des Zugangs von Frauen zu öffentlichen Diensten gebe, solange sie dafür zahlen könnten, denn es gebe keine kostenlosen öffentlichen Dienste in Nigeria.

Die Direktorin der Widows and Orphans Empowerment Organisation (WEWE) habe gegenüber dem IRB angegeben, dass Frauen, die sich aus einem anderen Bundesstaat ansiedeln würden („relocating from another state“), für einen Zugang zu öffentlichen Diensten bezahlen müssten. Zudem könnten sie von anderen Frauen diskriminiert werden. Jene, die nicht aus dem Bundesstaat stammen würden, müssten verheiratet und über zehn Jahre im Bundesstaat gelebt haben, um zum Zugang zu staatlichen Leistungen berechtigt zu sein. (IRB, 20. November 2019)

Es konnten keine Informationen zu NGOs gefunden werden, die speziell auf dem Gebiet Reintegration von Frauen tätig sind und deren Aktivitäten über bewusstseinsbildende Maßnahmen oder die Förderung der Rechte von Frauen hinausgehen, bzw. deren Aktivitäten nicht lokal begrenzt bzw. punktuell erfolgen.

Quellen: (Zugriff auf alle Quellen am 22. Jänner 2021)

·      BBC News: Why single Nigerian women battle to rent homes, 14. August 2018
https://www.bbc.com/news/world-africa-45169688

·      Bertelsmann Stiftung: BTI 2020 Country Report Nigeria, 29. April 2020
https://www.ecoi.net/en/file/local/2029575/country_report_2020_NGA.pdf

·      CFR – Council on Foreign Relations: Nigeria's Laws Hold Women Back, and the Economy Suffers, 8. März 2019
https://www.cfr.org/blog/nigerias-laws-hold-women-back-and-economy-suffers

·      DFAT – Australian Government - Department of Foreign Affairs and Trade: DFAT Country Information Report Nigeria, 3. Dezember 2020
https://www.dfat.gov.au/sites/default/files/dfat-country-information-report-nigeria-3-december-2020.pdf

·      EASO – European Asylum Support Office: Nigeria; Key socio-economic indicators, November 2018
https://www.ecoi.net/en/file/local/2001365/2018_EASO_COI_Nigeria_KeySocioEconomic.pdf

·      FES - Friedrich Ebert Stiftung: Social Protection in Nigeria, Autor: Ifeanyi P. Onyeonoru, 2018
http://library.fes.de/pdf-files/bueros/nigeria/15963.pdf

·      IRB – Immigration and Refugee Board of Canada: Nigeria: Situation of single women living alone in Abuja, including ability to access employment and housing; threat of violence; support services available to them (2015 - June 2016) [NGA105523.E], 30. Juni 2016
https://www.ecoi.net/de/dokument/1241369.html

·      IRB – Immigration and Refugee Board of Canada: Nigeria: Whether women who head their own household, without male or family support, can obtain housing and employment in Abuja, Lagos, Ibadan, and Port Harcourt; government support services available to female-headed households (2017-November 2019) [NGA106362.E], 20. November 2019
https://www.ecoi.net/de/dokument/2021304.html

·      IRB – Immigration and Refugee Board of Canada: Nigeria: The socio-economic situation, including demographics, employment rates, economic sectors, and crime rates, as well as access to education, health care and housing, particularly for the cities of Lagos, Ibadan and Benin City (2018–November 2020) [NGA200338.E], 12. November 2020
https://www.ecoi.net/de/dokument/2041635.html

·      K4D: Gender Roles and Inequalities in the Nigerian Labour Market, Autor: Sue Enfield, Institute of Development Studies, 21. Mai 2019
https://assets.publishing.service.gov.uk/media/5d9b5c88e5274a5a148b40e5/597_Gender_Roles_in_Nigerian_Labour_Market.pdf

·      K4D: Legislation, policies and social exclusion in Nigeria, Autorin: Jenny Birchall, 18. November 2019
https://assets.publishing.service.gov.uk/media/5df7b817ed915d09322e22dc/693_Legislation_policies_and_social_exclusion_in_Nigeria.pdf

·      Naira Metrics: Women and unemployment in Nigeria: How government and stakeholders can bridge the gap, 20. August 2020
https://nairametrics.com/2020/08/20/women-and-unemployment-in-nigeria-how-government-and-stakeholders-can-bridge-the-gap/

·      NBS - National Bureau of Statistics: Labor Force Statistics - Volume I: Unemployment and Underemployment Report, Dezember 2018
https://nigerianstat.gov.ng/download/856

·      NBS - National Bureau of Statistics: Labor Force Statistics: Unemployment and Underemployment Report; Abridged Labour Force Survey Under Covid-19; (Q2 2020), August 2020
https://nigerianstat.gov.ng/download/1135

·      NBS - National Bureau of Statistics: Impact of COVID-19 on Nigerian households: 5th round results (English). Monitoring COVID-19 Impacts on Households in Nigeria, 21. September 2020
http://documents1.worldbank.org/curated/en/177321605129891512/pdf/Impact-of-COVID-19-on-Nigerian-households-5th-round-results.pdf

·      NDHS - National Population Commission: Nigeria Demographic and Health Survey 2018, Oktober 2019
https://www.dhsprogram.com/pubs/pdf/FR359/FR359.pdf

·      NRC – Norwegian Refugee Council: The HLP Rights of Conflict Affected Women in Northeast Nigeria, August 2019
https://www.humanitarianresponse.info/sites/www.humanitarianresponse.info/files/documents/files/nigeria_dwhlp_final_2019_print.pdf

·      OHCHR - UN Office of the High Commissioner for Human Rights: Visit to the Republic of Nigeria by Ms. Leilani Farha, Special Rapporteur on adequate housing as a component of the right to an adequate standard of living, and on the right to non-discrimination in this context; End of Mission Statement, 23. September 2019
https://www.ohchr.org/en/NewsEvents/Pages/DisplayNews.aspx?NewsID=25033&LangID=E

·      PWC - PricewaterhouseCoopers: Impact of Women on Nigeria’s Economy, März 2020
https://www.pwc.com/ng/en/assets/pdf/impact-of-women-nigeria-economy.pdf

·      The Conversation: Why Nigeria’s efforts to support poor people fail, and what can be done about it, Autor: Peter Elias, 20. Mai 2020
https://theconversation.com/why-nigerias-efforts-to-support-poor-people-fail-and-what-can-be-done-about-it-137122

·      The World Bank: Advancing Social Protection in a Dynamic Nigeria, 7. August 2019
http://documents1.worldbank.org/curated/pt/612461580272758131/pdf/Advancing-Social-Protection-in-a-Dynamic-Nigeria.pdf

·      The World Bank: Monitoring COVID-19 Impact on Nigerian Households, 21. Dezember 2020
https://www.worldbank.org/en/country/nigeria/brief/monitoring-covid-19-impact-on-nigerian-households

·      USDOS – US Department of State: Country Report on Human Rights Practices 2019 - Nigeria, 11. März 2020
https://www.ecoi.net/de/dokument/2026341.html

·      WILPF - Women’s International League for Peace and Freedom: Joint Shadow Report CEDAW Committee, 67th Session (July 2017) Submitted for the Committee’s review of Nigeria’s combined 7th and 8th periodic reports on the implementation of the Convention on the Elimination of All Forms of Discrimination Against Women, Juni 2017
https://www.wilpf.org/wp-content/uploads/2017/06/Nigeria_CEDAW_FINAL_June_2017.pdf


 

Anhang: Quellenbeschreibungen und Informationen aus ausgewählten Quellen

Die Bertelsmann Stiftung ist eine deutsche gemeinnützige Denkfabrik mit Sitz in Gütersloh.

·      Bertelsmann Stiftung: BTI 2020 Country Report Nigeria, 29. April 2020
https://www.ecoi.net/en/file/local/2029575/country_report_2020_NGA.pdf

„In general, the burdens of aging, illness, underemployment and unemployment are carried mostly by extended family networks and the informal sector. Only civil servants and employees in the higher education system, state-owned and partially state-owned companies and medium-sized and large international companies enjoy a certain level of social security. However, the pension reform act was amended in 2014 to harmonize the fees and benefits for employees across the public and private sectors.“ (Bertelsmann Stiftung, 29. April 2020, S. 19)

Die British Broadcasting Corporation (BBC) ist eine öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt des Vereinigten Königreichs.

·      BBC News: Why single Nigerian women battle to rent homes, 14. August 2018
https://www.bbc.com/news/world-africa-45169688

„Many landlords in Nigeria suspect single women of being prostitutes, making it difficult for them to rent apartments. A successful career woman, Olufunmilola Ogungbile, 30, never thought that she would be sleeping on a friend's couch after five months of apartment-hunting in Abeokuta city in south-western Nigeria. She had moved from Lagos after securing a good job with the Ogun state government as a project administrator. Despite being financially independent, she struggled to find an apartment in middle and upmarket areas because she was single. ‚The first question the landlord would ask me is if I'm married?‘ Ms Ogungbile said, ‚I'd say 'No', and they'd follow with, 'Why not'?‘ She was often left puzzled. ‚What does my marital status have to do with me getting a place to live in?‘[…]

Ms Ogungbile believes the hurdles she faced are down to cultural expectations - marriage is a benchmark used to measure decency. ‚In this part of the world, if you are not married then you are a prostitute,‘ she added. Sylvia Oyinda - a product manager in the retail sector in Lagos, Nigeria's throbbing metropolis - agrees that the stigma makes it difficult for single women to rent in Nigeria. Ms Oyinda, 31, was engaged when she started looking for an apartment. Landlords refused to meet her without her fiancé.“ (BBC News, 14. August 2018)

Der Council on Foreign Relations (CFR) ist eine private US-amerikanische Denkfabrik mit Fokus auf außenpolitischen Themen.

·      CFR – Council on Foreign Relations: Nigeria's Laws Hold Women Back, and the Economy Suffers, 8. März 2019
https://www.cfr.org/blog/nigerias-laws-hold-women-back-and-economy-suffers

„Rather than enabling women to contribute to the economy, Nigeria still has several laws on the books that make it harder for women to work than men. For example, Nigerian law does not mandate nondiscrimination in employment based on gender, nor equal remuneration for work of equal value. Women are not even allowed to work in the same industries, or perform the same tasks at work, as men; among other restrictions, it is illegal for women to work overnight in manual labor. And women who are sexually harassed at work do not have access to civil remedies. According to the Women and Foreign Policy Program’s Women’s Workplace Equality Index—which visualizes data from the World Bank and ranks 189 countries on how level the legal playing field is for women in the workforce—Nigeria comes in at number 87 on its global ranking.“ (CFR, 8. März 2019)

 „Under Buhari’s leadership, Nigeria’s unemployment rate has continued to grow, and while the country has begun to recover from an economic recession in 2016, the IMF’s growth forecast for Nigeria’s economy remains bleak. In June 2018, World Poverty Clock estimated that ninety million Nigerians were living in extreme poverty, surpassing India as home to the largest number of poor people in the world. Furthermore, Nigeria’s poverty rate is predicted to increase from 44.2 percent today to 45.5 percent in 2030, as its GDP growth fails to keep up with population growth.

This situation disproportionately affects Nigeria’s women and girls. Girls are less likely than boys to attend school and more likely to be illiterate. In the poorest parts of the country, 75 percent of girls are out of school, and in some regions, the share of unenrolled girls is close to twice that of boys. Women also have lower access to health and financial services, and are more likely to be part of the informal economy. According to the World Bank, only 50 percent of Nigerian women participate in the labor force, compared to almost 60 percent of men.“ (CFR, 8. März 2019)

DFAT ist das australische Ministerium für auswärtige Angelegenheiten und Handel.

·      DFAT – Australian Government - Department of Foreign Affairs and Trade: DFAT Country Information Report Nigeria, 3. Dezember 2020
https://www.dfat.gov.au/sites/default/files/dfat-country-information-report-nigeria-3-december-2020.pdf

„Women play active and vital roles in the informal economy, particularly in agriculture, processing of foodstuffs and selling of goods at markets. However, they are under-represented in the formal sector, and international observers report many women experience considerable economic discrimination due to traditional and religious practices. The law does not mandate equal remuneration for work of equal value, nor does it mandate non-discrimination based on sex in hiring. NGOs have expressed concern about discrimination against women in the private sector, particularly in access to employment, promotion to higher professional positions, and salary equity.“ (DFAT, 3. Dezember 2020)


 

Das Immigration and Refugee Board of Canada (IRB) ist ein unabhängiges kanadisches Verwaltungsgericht, das für Entscheidungen in Asyl- und Einwanderungsverfahren zuständig ist.

·      IRB – Immigration and Refugee Board of Canada: Nigeria: Whether women who head their own household, without male or family support, can obtain housing and employment in Abuja, Lagos, Ibadan, and Port Harcourt; government support services available to female-headed households (2017-November 2019) [NGA106362.E], 20. November 2019
https://www.ecoi.net/de/dokument/2021304.html

„In a report published in 2019, the UK Home Office indicates that relocation may present greater challenges for single women who do not have access to a support network (UK Mar. 2019, para. 2.2.5). In correspondence with the Research Directorate, a doctoral candidate and research fellow at Murdoch University, Australia, stated that without support, surviving in ‚any place‘ of Nigeria, including in the cities of Lagos, Ibadan, Port Harcourt and Abuja, is very difficult for women heads of households (Doctoral Candidate 4 Nov. 2019). The same source explained that it would be very difficult for such women [widows, divorced or separated women, abandoned women, married women with a non-resident (polygynous or migrant) husband, single women or single mothers] to settle down successfully if they relocate to any place in Nigeria because of the risks and vulnerabilities that they may be exposed to, [such as] stigmatisation/labelling, insecurity, economic hardship, family problems and trauma, among others. (Doctoral Candidate 4 Nov. 2019)“ (IRB, 20. November 2019)

„In a telephone interview with the Research Directorate, the Executive Director and founder of the Women's Rights and Health Project (WRAHP) indicated that skills, family situation, psychological situation, economic status and the existence of a network of contacts could influence a woman's ability to relocate (Executive Director of WRAHP 1 Nov. 2019).“ (IRB, 20. November 2019)

„Relocation in Abuja, Lagos, Ibadan and Port Harcourt could be ‚relatively difficult‘ for single women ‚because of the socio-cultural conditions in the country,‘ especially if they have a low level of education or do not benefit from financial support. However, ‚professional women who are well educated may not experience [many] problems‘ and language may not be a problem since Pidgin English is commonly spoken. A social network of relations and friends that a single woman moving in those cities could count on during the first few months of her relocation could make it much easier for her (Professor 9 Oct. 2019).“

„The Punch reports that some women, in order to avoid this discrimination, sometimes on the advice of their agent, take a man (friend, uncle, brother, cousin) with them to pose as their husband when they are visiting and negotiating house or apartment rentals (The Punch 25 Aug. 2018). In correspondence with the Research Directorate, a professor of sociology at the University of Nigeria whose interests include development and labour sociology similarly stated that "[m]ost women in this situation usually seek the assistance of male family relatives (or friends) in the search for accommodation" (Professor 9 Oct. 2019).“ (IRB, 20. November 2019)

„Safehaven Development Initiative (SDI) is a non-profit NGO that was established in 2004 with the aim of providing support services to vulnerable communities, especially women and girls, notably through education and awareness campaigns (SDI 13 Nov. 2019).“

„The SDI Executive Director indicated that the Nigerian government has no general support for women in need (SDI 13 Nov. 2019). According to the Professor, general unemployment benefits are not available in Nigeria, although there are social schemes ‚floated‘ by the current government, which target unemployed youth, ‚market women‘ and artisans, for example; however, the Professor noted that accessing these benefits is ‚not easy,‘ or that access may be ‚politicised‘ (Professor 9 Oct. 2019). The Executive Director of WRAHP stated that no social assistance is available, except at the cost of a heavy bureaucracy, but that Lagos is the ‚most progressive‘ compared to other locations (Executive Director of WRAHP 1 Nov. 2019). Concerning the State of Lagos, the SDI Executive Director indicated that it ‚has a policy to support violated women who live within its metropolis, but not for women coming from outside the state" (SDI 13 Nov. 2019). Both the Professor and the Executive Director of WRAHP indicated that there is no assistance available nor shelters or transit homes for women who are relocating (Executive Director of WRAHP 1 Nov. 2019; Professor 9 Oct. 2019). Other sources similarly indicated that there are no support services available for FHH seeking housing (Doctoral Candidate 4 Nov. 2019; WEWE 1 Nov. 2019).“ (IRB, 20. November 2019)

„Other sources similarly stated that women heads of households have to rely on family connections or friends for support when they relocate to those cities (SDI 13 Nov. 2019; WEWE 1 Nov. 2019; Executive Director of WRAHP 1 Nov. 2019).“ (IRB, 20. November 2019)

„According to the Professor, women heads of households can theoretically access services such as health, education, public transportation, childcare services, and social assistance when these are available, but " [t]he main issue would have to do with whether such services are in existence" (Professor 9 Oct. 2019). Without providing further detail, the Executive Director of WRAHP stated that individuals have to pay for public services (Executive Director of WRAHP 1 Nov. 2019). The SDI Executive Director stated that there are no limitations or constraints on women heads of households accessing public services, as long as they can pay for it, because there are no free public services in Nigeria (SDI 13 Nov. 2019).

The information in the following paragraph was provided by the WEWE Executive Director: Women relocating from another state are usually not entitled to free public services, as state governments attend in priority to women headed households who are from the state. Women who are not ‚from the state‘ will have to pay to access public services and they may be discriminated against by other women. Those who are not from the state ‚have to be married or have lived in the state for over 10 years to be eligible to access government welfare support‘ (WEWE 1 Nov. 2019). For further information on the influence of indigeneship on access to public services, see Response to Information Request NGA106361 of November 2019.“ (IRB, 20. November 2019)

Das NBS ist das Nationale Statistikbüro Nigerias.

·      NBS - National Bureau of Statistics: Labor Force Statistics: Unemployment and Underemployment Report; Abridged Labour Force Survey Under Covid-19; (Q2 2020), August 2020
https://nigerianstat.gov.ng/download/1135

„The results of the survey indicate that the estimated number of persons in the economically active or working age population (15 – 64 years of age) during the reference period of the survey, Q2, 2020 was 116,871,186. This is 1.2% higher than the figure recorded in Q3, 2018, which was 115,492,969. Of this number, females represent 51.6%, while males account for 48.4%. Further disaggregation by age group shows that the 34.6% of the total active population is within the ages of 15-24, the highest among the age groupings. The age-group with the smallest active population is 55-64, with 8,698,201 or 7.4% of the total active population.“ (NBS, August 2020, S. 11)

·      NBS - National Bureau of Statistics: Impact of COVID-19 on Nigerian households: 5th round results (English). Monitoring COVID-19 Impacts on Households in Nigeria, 21. September 2020
http://documents1.worldbank.org/curated/en/177321605129891512/pdf/Impact-of-COVID-19-on-Nigerian-households-5th-round-results.pdf

„The share of women who were working dropped more than the share of men who were working between the pre-crisis period and September 2020, suggesting that the COVID-19 crisis may be entrenching gender inequality in the labor market. In July/August 2018, 82% of working-age men and 72% of working-age women were working, but these shares dropped to 78% and 65% respectively by September 2020. With women spending disproportionately more time out of work, the COVID- 19 crisis may ‘scar’ their future labor market prospects, implying longer term impacts on their welfare.“ (NBS, 21. September 2020, S. 5)

„Considering employment transitions further suggests that the crisis may be widening gender inequality in the labor market, which may have long term impacts on women’s working situation. Looking at a panel of individuals who were interviewed during both the postplanting round of the 2018/19 GHS-Panel and Round 5 of the NLPS, it is possible to examine how women and men switched between different labor market statuses. Focusing on the sample of individuals who were working before the crisis, it emerges that women were relatively less likely to remain working in September 2020, and more likely to transition to various non-working states than men, particularly to the inactive status. Indeed, among those who were working before the crisis, almost double the share of women compared to the share of men (13% versus 7%) were economically inactive by September 2020.“ (NBS, 21. September 2020, S. 5)

„Breaking down the sectors of work by gender, it appears that much of the shift towards commerce has been driven by working women, and especially those with low levels of education. In July/August 2018, around 23% of all working women were engaged in commerce, but that proportion had risen to 42% by September 2020. While these changes mainly appear to come from a decline in the share of working women in services and industry, there was also a slight decline in the share of working women participating in agriculture. The share of working women engaged in commerce rose across all educational groups, although the increase was especially pronounced among those with low levels of education: amongst working women with no education, primary education, secondary education, and tertiary education the shares engaged in commerce increased by 22 percentage points, 13 percentage points, 14 percentage points, and 6 percentage points respectively.“ (NBS, 21. September 2020, S. 5)

OHCHR ist das UNO-Büro des Hohen Kommissars für Menschenrechte.

·      OHCHR - UN Office of the High Commissioner for Human Rights: Visit to the Republic of Nigeria by Ms. Leilani Farha, Special Rapporteur on adequate housing as a component of the right to an adequate standard of living, and on the right to non-discrimination in this context; End of Mission Statement, 23. September 2019
https://www.ohchr.org/en/NewsEvents/Pages/DisplayNews.aspx?NewsID=25033&LangID=E

„Housing conditions in Nigeria, particularly for those living in poverty, are grossly inadequate. I was shocked to see such inhumane and insufferable housing conditions in the 21st century, particularly in an oil producing country, showing relatively strong economic growth.” (OHCHR, 23. September 2019)

„Nigeria has a history of successive governments who make grandiose commitments to improve housing conditions and then fail to take adequate measures to realize those commitments. According to the Federal Mortgage Bank of Nigeria, it is estimated that the country now has a deficit of 22 million housing units, a figure steadily rising as urban populations continue to increase at alarming rates. In Lagos, Nigeria’s largest urban area, about 70% of the total population lives in informal housing with the housing deficit at 2.5 million units, according to the State government. In major centres such as Lagos, Abuja, Ibadan and Kano housing demand is growing by about 20% each year.

Nigeria’s housing sector is in a complete crisis. There is no current national housing action plan or strategy. Coordination and communication between federal and state governments seems lacking. Private market housing is unaffordable for most, rental housing is scarce, requires tenants to have one to two year’s rent in advance and there is no rent control or caps. It appears that Landlord-Tenant relations are loosely governed and laws that should regulate and protect the right to housing are not enforced.

There are few government led housing programmes that the most impoverished can access. There is no social housing. There are scant government housing subsidies to speak of. Informal settlements are ballooning where conditions are inhumane and perhaps the most severe I have seen worldwide. Forced eviction and its threat is rampant particularly for those living in prime locations: even the rule of law can’t stop it. Homelessness is escalating, and there are no emergency housing options for those in acute need. Those engaged in the supply of housing complain construction is too expensive, and residents in the private rental sector complain that beyond rent they must pay separate charges for all services including water, sanitation and electricity.” (OHCHR, 23. September 2019)

PWC ist eine deutsche Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit Sitz in Frankfurt am Main.

·      PWC - PricewaterhouseCoopers: Impact of Women on Nigeria’s Economy, März 2020
https://www.pwc.com/ng/en/assets/pdf/impact-of-women-nigeria-economy.pdf

„As at 2018, only about 59% of females were financially included, while about 67% of men were financially included. Leaving 41% of females financially excluded, while 33% of males were financially excluded. Only 33% of females have bank accounts compared to about 46% of males.“ (PWC, März 2020, S. 8)

The Conversation ist ein Netzwerk von nicht profitorientierten Medien, die Artikel von WissenschaftlerInnen und ForscherInnen im Internet publizieren.

·      The Conversation: Why Nigeria’s efforts to support poor people fail, and what can be done about it, Autor: Peter Elias, 20. Mai 2020
https://theconversation.com/why-nigerias-efforts-to-support-poor-people-fail-and-what-can-be-done-about-it-137122

„According to the World Bank, per capita spending on social assistance programmes is lower in low- and middle-income countries (less than $1,000) than in high-income countries ($4,000-$5,000). It reports that Nigeria’s total spending on social assistance programmes is 0.28% of GDP and covers only 7% of the population. This is low compared with South Africa (3.31%), Benin (2.95%), Rwanda (1.5%) and Ghana (0.58%).” (The Conversation, 20. Mai 2020)

Das USDOS ist das Außenministerium der Vereinigten Staaten von Amerika.

·      USDOS – US Department of State: Country Report on Human Rights Practices 2019 - Nigeria, 11. März 2020
https://www.ecoi.net/de/dokument/2026341.html

„Discrimination: Although the constitution provides the same legal status and rights for women as for men, women experienced considerable economic discrimination. The law does not mandate equal remuneration for work of equal value, nor does it mandate nondiscrimination based on gender in hiring. Women generally remained marginalized. No laws prohibit women from owning land, but customary land tenure systems allowed only men to own land, with women gaining access to land only via marriage or family. Many customary practices also did not recognize a woman’s right to inherit her husband’s property, and many widows became destitute when their in-laws took virtually all the deceased husband’s property. In the 12 northern states that adopted religious law, sharia and social norms affected women to varying degrees. For example, in Zamfara State local governments enforced laws requiring the separation of Muslim men and women in transportation and health care. In 2013 the Kano State government issued a statement declaring men and women must remain separate while using public transportation. The testimony of women carried less weight than that of men in many criminal courts. Women could arrange but not post bail at most police detention facilities.” (USDOS, 11. März 2020, Section 6)

Die Women’s International League for Peace and Freedom (WILPF) ist eine internationale nichtstaatliche Frauen- und Friedensorganisation.

·      WILPF - Women’s International League for Peace and Freedom: Women, Peace and Security in Nigeria, Juni 2017
https://www.ecoi.net/en/file/local/1404121/1930_1500455928_int-cedaw-ngo-nga-27883-e.pdf

„Access to employment . In the land of Ogugu, in Kogi state, women are only allowed to work and earn money with their husband’s permission, and revert such generated income back to their husbands. This practice is also present in other communities in Nigeria. At the workplace, men are employed over equally qualified women. This is justified by implicit assumptions that female workers cannot dedicate sufficient time to their job, as they are distracted with family and maternity issues. Moreover, men prefer to work under the leadership of a man rather than a woman, with the belief that a woman does not have the power or right to preside over a man or his affairs.” (WILPF, Juni 2017, S. 9)

We’re running a survey to find out how you use ecoi.net. We would be grateful if you could help us improve our services.

It takes about 5-10 minutes.

To take the survey, click here. Thank you!

ecoi.net survey 2021