a-5097 (ACC-AZE-5097)

Nach einer Recherche in unserer Länderdokumentation und im Internet können wir Ihnen zu oben genannter Fragestellung Materialien zur Verfügung stellen, die unter anderem folgende Informationen enthalten:
 
In den ACCORD derzeit zur Verfügung stehenden Quellen konnten im Rahmen der zeitlich begrenzten Recherche nur wenige Informationen zur Gesundheitsversorgung in Aserbaidschan gefunden werden. Für ausführliche allgemeine Informationen zum Gesundheitssystem Aserbaidschans siehe Bericht der Weltgesundheitsorganisation WHO vom Jahr 2004. Er enthält auch Informationen zu Verfügbarkeit und Qualität einiger Medikamente:
WHO: Health care systems in transition – Azerbaijan, 2004
http://www.euro.who.int/Document/E84991.pdf (Zugriff am 12. Oktober 2006)
Zusammenfassung des Berichts:
WHO: Health care systems in transition – HiT summary – Azerbaijan, 2005
http://www.euro.who.int/document/e84991sum.pdf (Zugriff am 12. Oktober 2006)
Behandlungsmöglichkeit von Bluthochdruck
Zu Behandlungsmöglichkeiten von Bluthochdruck konnte aufgrund der Breite der möglichen Therapien nicht recherchiert werden. Sollten Ihnen Informationen zu bestimmten Medikamenten bzw. konkreten Therapieformen vorliegen, so können wir versuchen, dazu zu recherchieren.
Behandlungsmöglichkeit von Diabetes
Die WHO erwähnt im Jahr 2004 in einem Bericht über das Gesundheitssystem Aserbaidschans, dass Behandlung von Diabetes zu jenen Gesundheitsdiensten gehören würde, die den Bürgern kostenlos zur Verfügung stünden (WHO, 2004, S.21). Weiters seien Diabetespatienten von den offiziellen Gebühren für Gesundheitsdienste ausgenommen (der Bericht der WHO enthält darüber hinaus auch allgemeine Informationen zu informellen Gebühren im Gesundheitssektor) (WHO, S.23).
 
In den „Highlights on Health“ berichtet die WHO im Jahr 2001, dass Aserbaidschan bei Diabetes eine der höchsten Sterblichkeitsraten der Region habe. Die Auftrittshäufigkeitsrate (Prävalenzrate) von Diabetes sei in Aserbaidschan im regionalen Vergleich jedoch in mittlerem Rang. Dieser Widerspruch sei laut WHO auf zwei mögliche Ursachen zurückzuführen: hohe Sterblichkeit bei Diabetes und/oder Fehler bei der Bestimmung der Todesursachen. Ähnliche Trends der Sterblichkeitsrate gebe es auch in Armenien und dem Großteil der Region Zentralasien:
„Azerbaijan has one of the highest rates of diabetes mortality in the Region. In terms of diabetes prevalence, however, it is in a middleranking position. This contradiction may reflect both a genuinely high level of mortality among people with diabetes and errors in coding the principal cause of death. It should be noted that similar trends in diabetes mortality are also seen in the neighbouring country of Armenia and in most CAR.” (WHO, 2001, S.13)
Das Institute for War and Peace Reporting (IWPR) berichtet im April 2005 über die Gesundheitsversorgung von Diabetespatienten: Nach Angaben der Vorsitzenden der Azerbaijan Diabetes Association sei von der staatlichen Endokrinologie-Arzneiausgabe nur ein Fläschchen Insulin pro Monat pro Patient vorgesehen. Jene Patienten, die eine höhere Dosis benötigen, würden diese bei einer kommerziellen Apotheke kaufen müssen. Privat gekauftes Insulin sei wegen mangelhafter Lagerung häufig von niedrigerer Qualität. Die Regierung vergebe nicht genügend Ressourcen, um die gesetzlich vorgesehenen Versorgungsmaßnahmen zu erfüllen, dies führe zu zunehmenden Komplikationen bei Patienten:
„Chairwoman of the Azerbaijan Diabetes Association, Mominat Omarova, confirmed that the state endocrinological dispensary allocates only a single flask of insulin to each patient monthly. Those who require a higher dose must buy the remainder at a commercial pharmacy. She added that privately-purchased insulin is often of lower quality, because of faulty storage procedures at the pharmacies. [...] "The government is not allocating sufficient resources to carry out all the measures prescribed by law," said Mominat Omarova. "As a result, increasing numbers of patients are developing complications."“ (IWPR, 1. April 2005)
Der Leiter der staatlichen Endokrinologie-Arzneiausgabe habe laut IWPR kein Interview geben wollen und nur angegeben, dass alle Patienten genügend erhalten würden. Der Vertreter des Pharmaunternehmens Novonordix, das einen Großteil des Insulin-Imports Aserbaidschans durchführe, spreche laut IWPR von vollen Lagern, doch Probleme würden wegen budgetärer Verzögerungen auftauchen. Der Leiter des Beobachtungslabors des Gesundheitsministeriums habe allerdings angegeben, dass rund 40% der in Aserbaidschan verkauften Medikamente ins Land geschmuggelt würden und daher keiner Qualitätskontrolle unterworfen seien:
“Head of the Baku endocrinological dispensary, Vurgun Akhundov, refused an interview with IWPR, commenting only that "all patients receive sufficient doses". Much of Azerbaijan's insulin is imported by the pharmaceutical company Novonordix. Their representative, Rena Kuliyeva, insists that plentiful supplies of the drug enter the country. "We import as much insulin as Azerbaijan can afford. The warehouses of the ministry of health’s pharmaceutical department always hold plentiful supplies. Problems arise because the state dispensary must wait for resources to be transferred from the budget before they can pay the pharmaceutical department, which causes delays," she said. However, Abulfaz Abdulladzade, head of the ministry of health’s central monitoring laboratory, recently suggested to the Turan news agency that around 40 per cent of the drugs sold here have been smuggled into the republic and therefore not subject to quality control.” (IWPR, 1. April 2005)
Die Schätzungen der Anzahl an Diabetespatienten variieren laut IWPR von 300.000 (WHO-Schätzung) zu 150.000 (Schätzung der Azerbaijan Diabetes Association und der Azerbaijan Diabetes League) bis zu 55.000 (offizielle Statistik). Grundlage der offiziellen Zählung seien die Registrierungen bei den Arzneiausgabestellen. IWPR berichtet von Beschwerden von Patienten, denen eine Registrierung bei den Ausgabestellen verweigert worden sei. Des weiteren berichtet IWPR, der kommerzielle Preis für Insulin variiere von 3,5 bis 6 US-$ pro Fläschchen, abhängig von der Dosis. Unter Berufung auf eine Diabetespatientin berichtet IWPR, neben den Ausgaben für Insulin seien noch 200,- US-$ pro Jahr für weitere Behandlungen und Untersuchungen nötig. (IWPR, 1. April 2005)
 
Die Webseite der Azerbaijan Diabetes League (bzw. Azerbaijan Diabetic League, „Azərbaycan Diabet Liqasý“) http://www.adl-az.org ist derzeit nicht erreichbar. Es findet sich lediglich eine Version vom April 2003 auf archive.org:
http://web.archive.org/web/20030404122152/www.adl-az.org/adl/ (Zugriff am 12. Oktober 2006)
 
Es wurde versucht, Kontakt mit der Azerbaijan Diabetic League aufzunehmen. Sollte eine Antwort einlangen, liefern wir sie Ihnen umgehend nach.
Behandlungsmöglichkeit von Herzkranzgefäßerkrankungen
In den ACCORD derzeit zur Verfügung stehenden Quellen konnten im Rahmen der zeitlich begrenzten Recherche keine Informationen zur Verfügbarkeit von Behandlungsmöglichkeiten von Herzkranzgefäßerkrankungen (bzw. koronare Herzkrankheit, KHK) gefunden werden.
 
Die International Diabetes Federation (IDF) berichtet auf ihrer Webseite, Aserbaidschan habe die fünfthöchste Sterblichkeitsrate entwickelter Länder bei Männern (646,8 pro 100.000 Einwohner pro Jahr) und die vierthöchste bei Frauen (308,7 pro 100.000 Einwohnerinnen pro Jahr) (IDF, ohne Datum).
Situation der Jesiden
In den ACCORD derzeit zur Verfügung stehenden Quellen konnten im Rahmen der zeitlich begrenzten Recherche kaum Informationen zu Jesiden in Aserbaidschan gefunden werden.
 
Die International Crisis Group (ICG) erwähnt in einem Bericht vom Mai 2004, dass es in Aserbaidschan auch Kurden aus Armenien gebe und nennt diese Jesiden:
“Kurds who lived in Armenia (Yezidis) are also in Azerbaijan, like Bailar Eyubov and Elman Gambarov, the former chief of the counter intelligence services.” (ICG, 13. Mai 2004, S.20, Fußnote 158)
Einer dieser Kurden sei demnach früher Chef des Antispionagedienstes gewesen. Laut ICG werde die kurdische Bevölkerung in Aserbaidschan auf 13.000 geschätzt, von manchen auch auf bis zu 200.000:
“Azerbaijan's Kurdish population is estimated at 13,000, although some sources suggest as much as 200,000. The other significant concentrations of Kurds are around Zardaba, in the centre, around Sadarak and Teyvaz in Nakhichevan.“ (ICG, 13. Mai 2004, S.20, Fußnote 158)
Im Ethnologue wird bei der Sprache “Kurdish, Northern“ (Nordkurdisch) auch „Yezidi“ vermerkt. Die Sprache werde auch Kurmanji (Kurmandschi) genannt (Ethnologue, 2005). Laut Wikipedia sei die Muttersprache der Jesiden Kurmandschi (Wikipedia, 8. Oktober 2006; Wikipedia, 10. Oktober 2006). Laut Ethnologue werde Nordkurdisch in Aserbaidschan von 20.000 Personen gesprochen (Stand Volkszählung 1989), ursprünglich um Basargechar, Minkend, Kubatly, Zangelan, Kelbajar und Lachin, viele seien vertrieben worden:
“Language name: Kurdish, Northern
Population: 20,000 in Azerbaijan (1989 census).
Region: Originally around Basargechar, Minkend, Kubatly, Zangelan, especially Kelbajar and Lachin. Many have been displaced.
Alternate names: Kurmanji, Kurmancî, Kurdî
Comments: Muslim (Sunni).“ (Ethnologue, 2005)
Das US Department of State (USDOS) halt im Menschenrechtsbericht 2005 folgendes fest: Manche Gruppen würden beklagen, von Behörden beim Lehren oder Drucken von Materialien in ihrer Muttersprache eingeschränkt worden zu sein. Insbesondere Farsi-sprechende Tallish, kaukasische Lezghins, vertriebene meschetische Türken und vertriebene Kurden aus der armenisch besetzten Region Lachin (Laçýn) hätten laut USDOS von sporadischer Diskriminierung und Einschränkungen beim Lehren in der Muttersprache, sowie von Schikanierung durch Lokalbehörden berichtet:
“Some groups complained that authorities restricted their ability to teach or print materials in their native languages. Specifically, Farsi-speaking Tallish in the south, Caucasian Lezghins in the north, displaced Meskhetian Turks from Central Asia, and displaced Kurds from the Armenian-occupied Lachin region reported sporadic incidents of discrimination, restrictions on the ability to teach in their native languages, and harassment by local authorities.” (USDOS, 8. März 2006, Sektion 5, Kap. National/Racial/Ethnic Minorities) 
Diese Informationen beruhen auf einer zeitlich begrenzten Recherche in öffentlich zugänglichen Dokumenten, die ACCORD derzeit zur Verfügung stehen. Diese Antwort stellt keine Meinung zum Inhalt eines bestimmten Ansuchens um Asyl oder anderen internationalen Schutz dar. Wir empfehlen, die verwendeten Materialien zur Gänze durchzusehen.
Quellen:
Darüber hinaus konsultierte Quellen:
Situation der Jesiden