Anfragebeantwortung zum Irak: Al-Ninawa: Zwangsrekrutierungsversuche durch die Organisation Islamischer Staat (IS) in Mossul früher und aktuell; Konsequenzen bei Flucht vor Rekrutierungsversuch [a-11420]

27. November 2020

Das vorliegende Dokument beruht auf einer zeitlich begrenzten Recherche in öffentlich zugänglichen Dokumenten, die ACCORD derzeit zur Verfügung stehen sowie gegebenenfalls auf Expertenauskünften, und wurde in Übereinstimmung mit den Standards von ACCORD und den Common EU Guidelines for processing Country of Origin Information (COI) erstellt.

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Zwangsrekrutierungsversuche durch IS in Mossul in der Vergangenheit

Die Hilfsmission der Vereinten Nationen für den Irak (UNAMI) und das Büro des Hohen Kommissars für Menschenrechte der Vereinten Nationen (OHCHR) veröffentlichten im Oktober 2014 einen Bericht betreffend den Schutz der Zivilbevölkerung im bewaffneten Konflikt im Irak, für den Zeitraum vom 6. Juli bis zum 10. September 2014, in dem aufgezeigt wird, dass einem Bericht zufolge der IS alleinstehende Männer im Alter von 17 bis 37 Jahren in der Stadt Mossul zum Wehrdienst gezwungen habe und jeder Haushalt mit mehr als einem in Frage kommenden Rekruten mindestens eine Person für den Beitritt zum IS zur Verfügung habe stellen müssen. Berichte bezüglich dieser Praxis seien jedoch widersprüchlich gewesen. Laut einem Bericht seien Rekruten entsandt worden, um sich dem Kampf in Syrien anzuschließen. Ein anderer Bericht habe festgestellt, dass IS in Mossul keinen Wehrdienst vorgeschrieben habe, jedoch Zentren für Freiwillige eröffnet habe, darunter auch für Kinder ab einem Alter von 12 Jahren:

„One report mentions that ISIL has imposed mandatory military service on single men aged 17-37 in the city of Mosul and any household with more than one eligible recruit is required to provide at least one individual to join ISIL – however, reports are contradictory on this issue. According to another report, a group of recruits had already been sent to join the fight in Syria. Another report stated that ISIL had not imposed mandatory military service in Mosul, but it had opened centres for volunteers, including children as young as 12.” (UNAMI/OHCHR, 2. Oktober 2014, S. 17)

Binnenvertriebene, die während des IS-Vormarsches am 6. August aus der Ninawa-Ebene und Makhmour geflohen seien, hätten UNAMI/OHCHR mitgeteilt, dass männliche jugendliche Familienmitglieder ab einem Alter von 15 Jahren vom IS gewaltsam rekrutiert worden seien:

„IDPs who had fled from Ninewa Plains and Makhmour during ISIL advance on 6 August told UNAMI/OHCHR that male teenage family members around 15 years and above had been forcibly recruited by ISIL. Some of these boys who had subsequently managed to escape reported to their families that they were forced to form the front line to shield ISIL fighters during fighting, and that they had been forced to donate blood for treating injured ISIL fighters.” (UNAMI/OHCHR, 2. Oktober 2014, S. 18)

Ein Bericht des UNO-Generalsekretärs an den UNO-Sicherheitsrat vom Juli 2015 gibt an, dass Zwangsrekrutierungen durch den IS, darunter insbesondere von Kindern, innerhalb des Berichtszeitraums Mai bis Mitte Juli 2015 zugenommen hätten. IS Kämpfer seien am 11. Mai 2015 in weiterführende Schulen in Ostmossul gekommen und hätten Schüler angewiesen, einen Treueeid zu leisten. Am 23. Mai habe der IS an Schulen und Universitäten bekannt gegeben, dass alle männlichen Schüler und Studenten nach Abschluss ihrer Prüfungen der Gruppierung beitreten müssten:

„Forced recruitment by ISIL, particularly of children, appears to have increased during the reporting period. On 11 May, ISIL fighters visited secondary schools in eastern Mosul, instructing pupils to pledge allegiance to the group. On 23 May, ISIL announced at schools and universities that all male students were to join ISIL after the completion of their exams.” (UN Security Council, 13. Juli 2015, Abschnitt 49)

Ein Bericht des UNO-Generalsekretärs an den UNO-Sicherheitsrat zu Kindern im bewaffneten Konflikt im Irak vom November 2015 gibt an, dass von August 2014 bis Juni 2015 Hunderte von Jungen, darunter Jesiden und Turkmenen, ihren Familien in Ninawa (hauptsächlich in Mossul und Tal Afar) gewaltsam weggenommen und in Ausbildungszentren gebracht worden seien.

Am 3. August 2014 seien zwei jesidische Brüder im Alter von 10 bis 16 Jahren vom IS in Ninawa gewaltsam rekrutiert worden. Am 5. September 2014 habe der IS im Bezirk Sharqat (Provinz Salah al-Din) während der Freitagsgebete gewaltsam 40 Jungen rekrutiert. Der IS habe den Müttern mitgeteilt, dass ihre Söhne sich ihnen im Kampf gegen die irakischen Sicherheitskräfte anschließen würden. Am 6. Februar 2015 habe der IS Berichten zufolge Familien mit zwei oder mehr Söhnen in Mossul mitgeteilt, dass ein Sohn der Gruppe beitreten müsse. Anfang Februar 2015 habe der IS im Bezirk Rutba westlich von Ramadi (Provinz Al-Anbar) eine verpflichtende Rekrutierung von Kindern verfügt. Mitte April, nach dem Fall von Tikrit (Provinz Salah al-Din), habe der IS begonnen, Männer und Jungen im Alter zwischen 13 und 20 Jahren gewaltsam zu rekrutieren. Berichten zufolge seien 100 junge Männer und Kinder gewaltsam rekrutiert worden:

„From August 2014 to June 2015, hundreds of boys, including Yezidis and Turkmen, were forcibly taken from their families in Ninawa (mostly in Mosul and Tal Afar) and sent to training centres, where boys as young as 8 years were taught the Koran and the use of weapons and combat tactics. It was reported that at least five training centres were receiving those children in the region of Tal Afar, Mosul, southern Mosul, and in Aleppo and Raqqa (Syrian Arab Republic). Pictures of training sessions were regularly posted on social media. In one incident, on 3 August 2014, two Yezidi brothers aged 10 to 16 years were forcibly recruited by ISIL in Ninawa. On 5 September 2014, in Sharqat district (Salah al-Din), ISIL forcibly recruited 40 boys during Friday prayers. ISIL told the mothers that their sons were going to join them in their battle against the Iraqi security forces. On 6 February 2015, in Mosul, ISIL reportedly told families with two or more sons that one son would have to join the group. In early February 2015, ISIL imposed compulsory recruitment of children in the Rutba district, west of Ramadi (Anbar). In mid-April, after the fall of Tikrit (Salah al-Din), ISIL began forcibly recruiting men and boys between the ages of 13 and 20. Reportedly, 100 young men and children were forcibly recruited.” (UN Security Council, 9. November 2015, Abschnitt 33)

Die International Crisis Group (ICG), eine unabhängige, nicht profitorientierte Nichtregierungsorganisation mit Sitz in Brüssel, die mittels Informationen und Analysen gewaltsame Konflikte verhindern und lösen will, beschreibt in ihrem Bericht "Kampf oder Flucht: Die verzweifelte Lage der ‚Generation 2000‘ des Irak" vom August 2016, dass bewaffnete Gruppen, unter anderem der IS, Fachkräfte, und insbesondere Ärzte, gewaltsam rekrutiert hätten:

„Government policy coupled with the economic crisis have helped further marginalise the middle class. In areas the government controls, its fading ability to enforce the law in a militia-dominated environment compels young professionals to ask militias for protection. Armed groups (militias and IS alike) in need of their skills, in particular those of doctors, increasingly try to recruit them, either forcibly or by creating professional associations parallel to the state’s.” (ICG, 8. August 2016, S. 23)

UNAMI und OHCHR schreiben in ihrem Bericht betreffend den Schutz der Zivilbevölkerung im bewaffneten Konflikt im Irak, dass es im Zeitraum vom 1. Mai bis zum 31. Oktober 2015 Berichten zufolge zu Massenentführungen von Kindern durch den IS gekommen sei, um sie als Kämpfer auszubilden. Am 21. Juni hätten lokale Medien berichtet, dass der IS 1.227 Kinder im Alter zwischen neun und 15 Jahren aus verschiedenen Bezirken von Mossul entführt habe:

„Reports were received of the mass abduction of children by ISIL in order to train them as combatants. On 21 June, local media reported that ISIL had abducted 1,227 children aged between nine and 15 years from various districts of Mosul, Ninewa. The children were reportedly being forced to undergo training at ISIL camps on the eastern outskirts of Mosul.” (UNAMI/OHCHR, 19. Jänner 2016, S. 14)

Mehrere Quellen hätten UNAMI/OHCHR bestätigt, dass der IS Kindersoldaten zwangsrekrutiert habe. Die für die Rekrutierung zuständige IS-Einheit habe am 11. Mai Gymnasien im Gebiet Hay al-Tamin im Osten von Mossul besucht und die Schüler darüber informiert, dass sie der Gruppe die Treue halten und sich dem Dschihad anschließen müssten. Die Studenten hätten keine Möglichkeit gehabt, abzulehnen und ihre Familien seien nicht konsultiert worden:

„UNAMI/OHCHR received several reports that ISIL has been forcibly recruiting and using child soldiers. For instance, multiple sources confirmed that on 11 May, the unit of ISIL in charge of recruitment visited high schools in the Hay al-Tamin area of eastern Mosul, Ninewa, and informed the students that they must pledge allegiance to the group and join jihad. The students were not given the option to decline and their families were not consulted. Local media further reported that ISIL had established military training camps for children in Tal Afar and in Raqqa, Syria.” (UNAMI/OHCHR, 19. Jänner 2016, S. 18)

Am 19. Oktober 2016 sei UNAMI/OHCHR berichtet worden, dass der IS seit Beginn der Militäroperationen in Mossul Kinder ab neun Jahren zwangsweise rekrutiert habe. UNAMI/OHCHR erwähnen in ihrem Bericht zum Schutz der Zivilbevölkerung im Rahmen der Ninawa-Operationen und der Rückeroberung der Stadt Mossul vom 17. Oktober 2016 bis 10. Juli 2017, dass laut einem Zeugenbericht der IS am 17. oder 18. Oktober ein Haus im al-Karama-Viertel in Mossul betreten und versucht habe, einen 12-jährigen Jungen mit Gewalt in die Gruppe aufzunehmen. Der Vater habe die Gruppe gebeten, den Jungen in Ruhe zu lassen. Der IS habe daraufhin den Vater mitgenommen. Am 25. Oktober habe der IS mutmaßlich den Bewohnern der Stadt Hammam al-Alil nahe Mossul befohlen, Kinder im Alter von 10 Jahren und älter der Gruppe zu übergeben. Eine Quelle habe berichtet, dass der IS Lautsprecher an einem Fahrzeug verwendet habe, um den Befehl zu erteilen und Familien, die sich nicht gefügt hätten, mit dem Tode bedroht habe. Eine andere Quelle habe berichtet, dass IS-Kämpfer zu den Häusern gekommen seien und den Bewohnern befohlen hätten, ihre Söhne der Gruppe zu übergeben:

„On 19 October 2016, it was reported to UNAMI/OHCHR that ISIL had reportedly been forcibly recruiting children from nine years old and above in Mosul since the start of the military operations. A witness reported to UNAMI/OHCHR that on 17 or 18 October, ISIL entered a house in al-Karama Quarter in Mosul, and attempted to take by force a 12-year old boy to join the group. The father begged the group to leave the boy. ISIL took the father instead informing the family that he would be fighting ISF [Iraqi Security Forces]. […]

On 25 October, ISIL allegedly ordered residents of Hamam al-Alil City, Hamam al-Alil subdistrict of Mosul, to surrender children aged at least 10 years of age to the group. A source reported that ISIL used loudspeakers mounted at the back of a vehicle to make the order threatening to kill families that did not obey. Another source reported that ISIL militants knocked at people’s houses and ordered them to surrender their sons to the group. ISIL reportedly took the children surrendered to the group to an unknown destination and with the intention of using them as fighters.” (UNAMI/OHCHR, 2. November 2017, S. 17)

Die katarische Tageszeitung Al-Arab berichtet im Juli 2014 von einer Verkündung der Einführung der Wehrpflicht durch den IS in Mossul. (Al-Arab, 26. Juli 2014)

Die Neue Luzerner Zeitung berichtet im Jänner 2015 unter Berufung auf regionale Medien über die Einführung der Wehrpflicht per Dekret durch den IS im Zuge des zunehmenden Personalmangels an den verschiedenen Kriegsfronten:

„Nach einer mit hohen Verlusten verbundenen Serie von militärischen Rückschlägen haben die Terrormilizen des Islamischen Staates (IS) offenbar ein Menpower-Problem. Das ‚Verteidigungsministerium‘ des IS hat daher per Dekret die allgemeine Wehrpflicht eingeführt. Danach sind alle Männer im Alter von 15 bis 25 Jahren ab sofort verpflichtet, das Kalifat vor ‚Ungläubigen und Abtrünnigen‘ zu beschützen. Familien, die ihre Söhne vom Wehrdienst befreien wollen, müssen einem Bericht der kurdischen Nachrichtenagentur Rudaw und der syrischen Website ‚The Arab Source‘ zufolge 1,5 Millionen irakische Dinar oder 240000 syrische Pfund bezahlen. Das sind rund 1300 Schweizer Franken. Mit den Einnahmen will der IS die sich leerenden Kriegskassen auffüllen. In der irakischen Millionenstadt Mossul, der ‚Kalifatshauptstadt‘ Rakka sowie in der syrischen Provinz Deir Ezzor soll der IS bereits Strassensperren eingerichtet haben, an denen junge Männer angehalten und umgehend in militärische Ausbildungslager gebracht werden. Zudem seien IS-Milizionäre in Schulen und Universitäten von Mossul eingedrungen, um dort die Studenten zum Wehrdienst zu zwingen. Auf das brutale Vorgehen der Milizen habe die Bevölkerung in einigen Regionen mit bewaffnetem Widerstand reagiert. In ländlichen Gebieten sei es sogar zu schweren Gefechten mit der ‚Militärpolizei‘ des IS gekommen. Die Einführung der ‚allgemeinen Wehrpflicht‘ kommt keinesfalls überraschend. Mit der inzwischen gestoppten Expansion hat der IS seine Kräfte inzwischen überdehnt. Die Terrorgruppe befindet sich an zahlreichen Frontabschnitten in einem verlustreichen Abwehrkampf.“ (Neue Luzerner Zeitung, 14. Jänner 2015)

Laut Elaph, einer in London gegründeten unabhängigen arabischen Online-Tageszeitung, habe der IS im Oktober 2015 der Jugend von Mossul die Wehrpflicht auferlegt. Der IS habe die Zwangseinberufung über Lautsprecher in Moscheen nach Gebeten am Sonntagmorgen angekündigt. Der IS habe den meisten jungen Männern in Mossul ein sogenanntes "Dschihad-Formular" ausgehändigt, das sie hätten ausfüllen und an die für die Rekrutierung zuständige Stelle hätten einreichen müssen. Dabei seien sie mit Folter und Tod bedroht worden. (Elaph, 19. Oktober 2015)

Aktuelle Zwangsrekrutierungsversuche durch den IS in Mossul

In den ACCORD derzeit zur Verfügung stehenden Quellen konnten im Rahmen der zeitlich begrenzten Recherche keine Informationen zu aktuellen Fällen von Zwangsrekrutierungsversuchen gefunden werden. Dies bedeutet nicht notwendigerweise, dass solche nicht vorkommen. Gesucht wurde auf ecoi.net, Google, sowie in lokalen Medien, mit den Suchbegriffen „Irak, Mossul, Ninawa, IS, Islamic State, Rekrutierung, Zwangsrekrutierung, erzwungen, Soldaten, Kämpfer, 2020, 2019“ auf Deutsch, Englisch und Arabisch.

Die folgenden Quellen enthalten allgemeine Informationen zu Rekrutierungsmaßnahmen des IS seit 2019:

World Politics Review (WPR), laut eigenen Angaben ein unabhängiges Nachrichten- und Expertenanalysenportal mit Sitz in den USA, beschreibt im Juni 2020 Rekrutierungsversuche des IS von arbeitslosen jungen Männern mittels Angeboten für schnelle Barzahlungen:

„With the recent protests in Iraq, the government has focused its security efforts on containing the unrest, which has reduced its bandwidth for dealing with the Islamic State. The ongoing failure of governance at the local level, which is one of the main drivers of the protests, has further sapped public confidence in Iraq's leaders, while persistently high unemployment has allowed the Islamic State to recruit desperate young men with offers of quick cash payments.

The Iraqi government's response to COVID-19, which has drawn resources away from countering the Islamic State to maintaining curfews and locking down large urban areas, has also allowed militants to move more freely in rural areas.” (WPR, 3. Juni 2020)

Diyaruna, ein vom Zentralkommando der Vereinigten Staaten (United States Central Command, CENTCOM) unterstütztes Nachrichtenportal, zitiert in einem Artikel vom Jänner 2019 Generalmajor Tahseen al-Khafadschi, den Sprecher des Verteidigungsministeriums, der erklärt habe, dass der IS normalerweise neue Kämpfer über das Internet rekrutiert habe. Heute habe der IS jedoch Schwierigkeiten mit dieser Rekrutierungsmethode, da seine Mitglieder über das Internet überwacht würden. Der Politikwissenschaftler Khaled Abdel Ilah habe angegeben, dass die Organisation heute versuche, nach neuen Rekruten in Lagern für Vertriebene in Gebieten zu suchen, in denen die Sicherheit weiterhin instabil sei. Er habe erklärt, dass die Verantwortlichen für die Rekrutierung insbesondere zu den Kindern von getöteten oder verhafteten Mitgliedern der Organisation gehen und versuchen würden, sie dazu zu bringen, sich zu rächen. (Diyaruna, 1. Jänner 2019)

Das in der Autonomen Region Kurdistan (Irak) ansässige kurdische Mediennetzwerk Rudaw berichtet in einem Artikel vom August 2020, dass der IS wieder Bewohner der zwischen der Zentralregierung in Bagdad und der kurdischen Regionalregierung umstrittenen Gebiete rekrutieren würde:

„There were more than 400 ISIS-claimed or suspected attacks in Iraq between April and June, up from the 250 attacks noted in the first three months of 2020 by the Pentagon's last quarterly report. […]

Most frequently attacked has been the eastern Iraqi province of Diyala, where 150 of the quarter's attacks were reported. Other attacks were reported in the provinces of Kirkuk, Nineveh, and Salahaddin – all home to territories contested by Erbil and Baghdad – and Anbar. Territorial dispute has been exploited by the militant group since its territorial defeat in Iraq in December 2017, where they have been able to re-employ their earlier insurgency tactics by recruiting locals in the disputed territories to ambush security forces, kidnap and execute suspected informants, and extort money from vulnerable rural populations.” (Rudaw, 5. August 2020)

Diyaruna berichtet am 1. Jänner 2019, dass der irakische Geheimdienst aktiv daran arbeite, die Versuche des IS, neue Mitglieder zu rekrutieren, einzudämmen. Im November hätten irakische Streitkräfte drei Mitglieder einer IS-Zelle verhaftet, die darauf abgezielt habe, neue Mitglieder in Badousch nördlich von Mossul zu rekrutieren. Am 8. Dezember habe man einen IS-Rekrutierungsverantwortlichen im Gebiet Hammam Al-Alil, südlich von Mossul, verhaftet. (Diyaruna, 1. Jänner 2019)

Der in der Autonomen Region Kurdistan ansässige Sender Kurdistan 24 berichtet im Jänner 2020, dass irakische Sicherheitskräfte zwei Mitglieder des IS verhaftet hätten, die für die Rekrutierung der Terrorgruppe in Mossul verantwortlich gewesen seien:

„Iraqi security forces announced on Thursday the arrest of two Islamic State members who were in charge of recruitments for the terror group in Mosul. The suspects were members of the ’Diwan al-Jund,’ or the Soldiers’ Bureau, an entity that oversees the recruitment and placement of fighters in the so-called Islamic State’s ranks, an Interior Ministry statement read. The two were captured in an operation in the village of Al-Ibtisheh, in the Al-Hadr District, located southwest of Mosul.” (Kurdistan 24, 2. Jänner 2020)

Das US-amerikanische Institute for the Study of War (ISW), das sich selbst als überparteiliche Forschungsorganisation im Bereich Militärangelegenheiten bezeichnet, erwähnt in seinem Bericht vom Juni 2019, dass der IS seine Kontrolle über die Zivilbevölkerung im ländlichen Gebiet südöstlich von Mossul geltend mache, in dem er zum Beispiel eine Steuer erhebe:

„ISIS is asserting control over the civilian population in the countryside southeast of Mosul and Makhmour from a stronghold in Mount Qarachogh to the northeast. Civilians in the area started to flee their homes after ISIS began imposing a zakat tax in early April 2019. The next month, ISIS began to burn crop fields in Qaraqosh and Ali Rash, southeast of Mosul, whose owners refused to pay zakat. The group is reportedly imposing a similar tax for harvest season in Makhmour. The KRG [Kurdistan Regional Government] has thus far provided inadequate support, deploying only firefighters and a parliamentary delegation in response to a request for aid from local farmers in May 2019.” (ISW, Juni 2019, S. 39)

Informationen zu Konsequenzen bei Flucht vor Rekrutierungsversuch

Bitte beachten Sie, dass die im Folgenden angeführten Informationen aus der Zeit stammen, in der der IS bestimmte Gebiete im Norden des Irak kontrollierte. Es wurden auch allgemeinere Informationen hinzugenommen, die etwas über die Folgen eines Widerstandes gegen Anweisungen des IS aussagen. Es konnten keine Informationen aus jüngerer Zeit gefunden werden, in der der IS wieder weitestgehend als Untergrundorganisation operiert.

UNAMI/OHCHR berichten 2014 von durch den IS verübten Hinrichtungen, Attentaten und Morden. Zu den Zielen hätten unter anderem Personen gehört, die sich geweigert hätten, der Organisation die Treue zu schwören. Solche vom IS und assoziierten bewaffneten Gruppen verübten Morde hätten in allen von ihnen kontrollierten Gebieten sowie in von Konflikten betroffenen Gebieten stattgefunden:

„ISIL and associated armed groups carried out executions, assassinations and killings. Particular targets included members of ISF and police, GOI [Government of Iraq] or KRG [Kurdistan Regional Government] or those associated with them, and other individuals who refused to swear their fealty to the organization, or whom the organization and its associates deemed to be a threat. These ranged from local community and religious leaders, professionals (such as doctors, teachers, and journalists and media workers, etc.) to ordinary civilians. Such killings perpetrated by ISIL and associated armed groups took place in all areas under their control, as well as in areas affected by conflict.” (UNAMI/OHCHR, 2. Oktober 2014, S. 5-6)

UNAMI/OHCHR berichten auch im Juli 2015, dass der IS eine Reihe von Morden in von ihm kontrollierten Gebieten und in von Konflikten betroffenen Gebieten begangen habe. Es habe Personen getroffen, die als gegen die IS-Ideologie oder -Kontrolle gerichtet angesehen worden seien. Der IS habe auch weiterhin Entführungen durchgeführt und dabei auf Personen abgezielt, die als gegen seine Ideologie und Kontrolle gerichtet angesehen worden seien. Die Gründe für viele der vom IS durchgeführten Entführungen seien oft unbekannt, es würde jedoch einiges darauf hindeuten, dass Opfer beschuldigt worden seien, gegen die IS-Ideologie oder -Kontrolle zu sein. Mehrere Berichte über Entführungen seien aus Salah al-Din und Ninawa eingegangen:

„ISIL continued to carry out a range of killings in areas under its control and in those areas affected by conflict. Targets included persons perceived to be opposed to ISIL ideology or control, captured members of ISF, former members of ISF, members of the police, officials of the Government of Iraq or members of parliament or governorate councils, members and former members of the largely Sunni pro-government Sahwa, Sunni religious and tribal leaders and professionals, including journalists, lawyers, doctors and other civilians. ISIL continued to perpetrate abductions, targeting persons perceived to be opposed to their ideology and control, members and former members of ISF and traditional tribal, religious and community leaders. The fate of many of those abducted remains unknown.” (UNAMI/OHCHR, 13. Juli 2015, S. 10)

„Reasons for many of the abductions perpetrated by ISIL are often unknown – although often information suggests the victims were targeted from perceptions that they were opposed to ISIL ideology or control. Multiple reports of abductions were received from Salah al-Din and Ninewa.” (UNAMI/OHCHR, 13. Juli 2015, S. 14)

UNAMI/OHCHR habe eine große Anzahl verifizierter Berichte erhalten, wonach der IS Zivilisten getötet habe, weil sie sich geweigert hatten, die Gruppe zu unterstützen. Am 29. Dezember 2014 habe der IS vier Ärzte in Mossul hingerichtet. Laut lokalen Medien seien zwei der Ärzte hingerichtet worden, weil sie sich geweigert hätten, in Feldkrankenhäusern zu arbeiten oder verwundete IS-Kämpfer zu behandeln:

„UNAMI/OHCHR received a large number of verified reports that ISIL killed civilians for refusing to support the group. For instance, on 5 January, in the Ghizlani military base in southern Mosul, Ninewa, ISIL murdered a leader of the al-Jabor tribe. The victim had been abducted in August 2014, and had been accused of encouraging people to join the ‘Mosul Liberation Movement’, an armed group formed to fight ISIL. On 21 February, ISIL publicly executed two men, 29 and 32 years old, in central Mosul by shooting them in the head. It was reported that ISIL had accused the men of encouraging people to resist the group.

Professionals and public servants also continued to be targeted by ISIL. On 14 December in Hawija, Kirkuk governorate, ISIL killed a lawyer and a candidate in the April 2014 general election for the Kirkuk Arab Coalition. He had been abducted by ISIL in the first half of November 2014, allegedly in connection with his work as a lawyer. On 29 December ISIL executed four doctors in Mosul. According to local media, two of the doctors were executed for refusing to work in field hospitals or treat wounded ISIL fighters.” (UNAMI/OHCHR, 13. Juli 2015, S. 10-11)

Laut Rudaw habe der IS in Mossul 2014 mehrere Ärzte hingerichtet und anderen mit Verhaftung und Auspeitschung gedroht, wenn sie sich geweigert hätten, verwundete und kranke Mitglieder der Gruppe zu behandeln. Das Mediennetzwerk zitiert Hassan Fadel Allaf, den Direktor des Ibn Sina Lehrkrankenhauses in Mossul, der berichtet habe, dass dutzende Ärzte im Krankenhaus verhaftet und hingerichtet worden seien, weil sie sich geweigert hätten, zu den Stützpunkten des IS zu gehen. Hikmat Sultan, Direktor des öffentlichen Notfallkrankenhauses Al-Salam in Mossul, habe von 120 Peitschenhieben durch den IS berichtet, weil er und eine Reihe anderer Ärzte sich geweigert hätten, in den Bezirk Tal Afar zu gehen, um einige der Kämpfer zu behandeln:

„The Islamic State (ISIS) authorities in Mosul have executed several doctors and threatened others with arrest and flogging if they refused to treat wounded and sick members of the group, local doctors said. ‘Dozens of doctors in the hospital were arrested and executed because they refused to go with ISIS to their strongholds, and the fate of many of them is still unknown.’ Director of Ibn Sina Teaching Hospital in Mosul, Hassan Fadel Allaf, told Rudaw. According to Allaf, the threat comes after some doctors in the Mosul Health Department refused to treat ISIS militants in their remote bases and villages. […]

‘ISIS arrested me in early August and kept me for around 20 days,’ said Hikmat Sultan, director of Al-Salam Public Emergency Hospital in Mosul. ‘They also gave me 120 lashes because a number of other doctors and I refused to go to the district of Tal Afar to treat some of their militants.’” (Rudaw, 26. Dezember 2014)

Laut einem Bericht des UNO-Generalsekretärs an den UNO-Sicherheitsrat vom Oktober 2015 habe der IS im Zeitraum Juli bis Oktober 2015 weiterhin Kinder in Ninawa, insbesondere in Mossul und Tal Afar sowie in Anbar rekrutiert. Am 18. August habe der IS 18 Jugendliche in Mossul ermordet, weil sie von der Front in Anbar geflohen seien:

ISIL continues to recruit children in Ninewa, particularly in Mosul and Tal Afar, and in Anbar. ISIL posted pictures and videos on social media showing boys being trained and boys perpetrating crimes, including killing, maiming and/or torturing civilians. ISIL also reportedly killed some of its underage fighters. On 18 August, ISIL murdered 18 juveniles in Mosul for having fled the front line in Anbar.” (UN Security Council, 26. Oktober 2015, Abschnitt 48)

Rudaw gibt in einem Artikel vom Oktober 2015 an, dass Berichten zufolge mindestens 12 Kinder von IS-Kämpfern getötet worden seien. Die Kinder seien laut Saeed Mamuzini, Medienbeauftragter der Mossul-Abteilung der Kurdischen Demokratischen Partei (KDP), im Ashti-Militärlager in Mossul ausgebildet und beim Fluchtversuch erwischt worden:

„The so-called Islamic State, or ISIS, in Mosul has reportedly executed a group of boys and young men between the ages of 12 and 16 trying to flee the extremist-held city, a Kurdistan Democratic Party (KDP) official told Rudaw on Saturday. ‘At least 12 children have been reportedly killed by the Islamic State radicals. The children were receiving training at Ashti military camp in Mosul and they were caught trying to escape,’ Saeed Mamuzini, media officer of the Mosul branch of the KDP, told Rudaw.” (Rudaw, 31. Oktober 2015)

Im Jänner 2016 zitiert UNAMI/OHCHR das Ministerium für Menschenrechte, das in einer Erklärung bekanntgegeben habe, dass Kinder die vom IS in verschiedenen Distrikten Mossuls entführt worden seien und die sich geweigert hätten, IS-Befehlen Folge zu leisten, ausgepeitscht, gefoltert oder vergewaltigt worden seien:

„Reports were received of the mass abduction of children by ISIL in order to train them as combatants. On 21 June, local media reported that ISIL had abducted 1,227 children aged between nine and 15 years from various districts of Mosul, Ninewa. The children were reportedly being forced to undergo training at ISIL camps on the eastern outskirts of Mosul. On 23 June, the Ministry of Human Rights issued a statement confirming the abduction of the children, adding that they were being held at the al-Salamiya Camp in Mosul. The statement further claimed that children who refused to obey ISIL orders were flogged, tortured or raped. However, information received and verified by UNAMI/OHCHR on 25 June claimed that the number of abducted children was lower than initially reported, being between 800 and 900. The children were divided into two groups: those aged between five and 10 were placed in a religious education camp; and those aged between 10 and 15 were forced into military training. The children have been taken to ISIL al-Izza and al-Ghizlani camps in the south of Mosul.” (UNAMI/OHCHR, 19. Jänner 2016, S. 14)

Die irakische Hohe Kommission für Menschenrechte (Iraq High Commission for Human Rights, IHCHR) stellt in einem Bericht von 2020 fest, dass während des Zeitraums der Kontrolle des IS über die Provinz Al-Anbar 1.700 Personen aus dem Distrikt Al-Qaim in der Provinz Al-Anbar Opfer von Verschwindenlassen geworden seien. Die Terroristenbanden hätten Listen in der Forensikabteilung in Mossul veröffentlicht, auf denen sich die Namen von 2.070 Opfern aus der Provinz Ninawa befunden hätten, die aus verschiedenen Gründen getötet worden seien, beispielsweise weil sie sich gegen das Handeln des IS in der Stadt ausgesprochen hätten:

„The IHCHR noted the loss of (1700) person from AL-Qaim district in Anbar governorate at the hand of ISIS terrorist gangs during their control over the province where they were taken to an unknown destination and their fate is still unknown until the preparation of the report, noting that most of them are members of security institutions (army and police) and other civilian institutions in the governorate. The IHCHR also documented the violations committed by these gangs, and the terrorist gangs published lists of names in Forensic Department in Mosul, including (2070) victims from Ninevah province, who were killed for various reasons, such as their opposition to the approach taken by ISIS in the city.” (IHCHR, 2020, S. 12) 


Quellen: (Zugriff auf alle Quellen am 27. November 2020)

·      Al-Arab: IS setzt Wehrpflicht für Bewohner von Mossul ein [داعش تفرض التجنيد الإلزامي على سكان الموصل], 26. Juli 2014
https://alarab.qa/article/26/07/2014/313155-%D8%AF%D8%A7%D8%B9%D8%B4-%D8%AA%D9%81%D8%B1%D8%B6-%D8%A7%D9%84%D8%AA%D8%AC%D9%86%D9%8A%D8%AF-%D8%A7%D9%84%D8%A5%D9%84%D8%B2%D8%A7%D9%85%D9%8A-%D8%B9%D9%84%D9%89-%D8%B3%D9%83%D8%A7%D9%86-%D8%A7%D9%84%D9%85%D9%88%D8%B5%D9%84

·      Diyaruna: Der irakische Geheimdienst vereitelt die Bemühungen des IS, neue Mitglieder zu rekrutieren [الاستخبارات العراقية تطيح بمساعي داعش لتجنيد عناصر جدد], 1. Jänner 2019
https://diyaruna.com/ar/articles/cnmi_di/features/2019/01/01/feature-01

·      Elaph: ISIS verhängt Wehrpflicht in Mossul ["داعش" يفرض التجنيد الاجباري في الموصل], 19. Oktober 2015
https://elaph.com/Web/News/2015/10/1048326.html

·      ICG – International Crisis Group: Fight or Flight: The Desperate Plight of Iraq's "Generation 2000", 8. August 2016
https://www.ecoi.net/en/file/local/1393418/5351_1486991043_169-fight-or-flight-the-desperate-plight-of-iraqs-generation-2000.pdf

·      IHCHR - Iraqi High Commission for Human Rights (Autor), veröffentlicht von CED UN Committee on Enforced Dissappearances: shadow Report; Evaluation Report on Iraq's Compliance with the International Convention for the Protection of All Persons from Enforced Disappearance, 2020
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·      ISW - Institute for the Study of War: ISIS’s Second Comeback, Assessing the Next ISIS Insurgency, Juni 2019
http://www.understandingwar.org/report/isiss-second-comeback-assessing-next-isis-insurgency

·      Kurdistan 24: Iraq forces capture ISIS members in charge of recruitments in Mosul, 2. Jänner 2020
https://www.kurdistan24.net/en/news/615bb883-7ec1-46c7-97a8-c07a0c76dcef

·      Neue Luzerner Zeitung: IS führt Wehrpflicht ein, 14. Jänner 2015 (verfügbar auf Factiva)

·      Rudaw: Mosul doctors punished, forced to join ISIS field hospitals, 26. Dezember 2014
https://www.rudaw.net/english/middleeast/iraq/26122014

·      Rudaw: KDP official: ISIS executed 12 young men in Mosul, 31. Oktober 2015
https://www.rudaw.net/english/middleeast/iraq/311020151#:~:text=Children%20line%20up%20at%20an%20ISIS%20training%20camp.&text=ERBIL%2C%20Kurdistan%20Region%20%2D%20The%20so,official%20told%20Rudaw%20on%20Saturday.

·      Rudaw: No increase in ISIS capability, despite rise in Iraq attacks: Pentagon, 5. August 2020
https://www.rudaw.net/english/middleeast/050820201

·      UNAMI – United Nations Assistance Mission for Iraq / OHCHR – United Nations Office of the High Commissioner for Human Rights: Report on the Protection of Civilians in Armed Conflict in Iraq: 6 July - 10 September 2014, 2. Oktober 2014
https://www.ecoi.net/en/file/local/1290551/1226_1413973970_unami-hro-dp-report-final-01october2014.pdf

·      UNAMI – UN Assistance Mission for Iraq: Report on the Protection of Civilians in Armed Conflict in Iraq / OHCHR – United Nations Office of the High Commissioner for Human Rights: 11 December 2014 - 30 April 2015, 13. Juli 2015
https://www.ecoi.net/en/file/local/1239885/1226_1436959266_unami-ohchr-4th-pocreport-11dec2014-30april2015.pdf 

·      UNAMI - United Nations Assistance Mission for Iraq; OHCHR - UN Office of the High Commissioner for Human Rights: Report on the Protection of Civilians in the Armed Conflict in Iraq: 1 May – 31 October 2015, 19. Jänner 2016
https://www.ecoi.net/en/file/local/1047655/1226_1453277693_unamireport1may31october2015.pdf

·      UNAMI - United Nations Assistance Mission for Iraq /OHCHR - United Nations Office of the High Commissioner for Human Rights : Report on the Protection of Civilians in the context of the Ninewa Operations and the retaking of Mosul City, 17 October 2016 – 10 July 2017, 2. November 2017
https://www.ecoi.net/en/file/local/1417896/1226_1510821127_mosul-report-17oct2016-10jul201731-october-2017.pdf

·      UN Security Council: Fourth report of the Secretary-General pursuant to paragraph 6 of resolution 2169 (2014) [S/2015/530], 13. Juli 2015
https://www.ecoi.net/en/file/local/1199875/1226_1437633870_n1521149.pdf

·      UN Security Council: First report of the Secretary-General pursuant to paragraph 7 of resolution 2233 (2015) [S/2015/819], 26. Oktober 2015
https://www.ecoi.net/en/file/local/1354092/1226_1446637248_n1531608.pdf

·      UN Security Council: Report of the Secretary-General on children and armed conflict in Iraq [S/2015/852], 9. November 2015
https://www.ecoi.net/en/file/local/1038066/1226_1454919727_n1535632.pdf

·      WPR – World Politics Review: With ISIS Resurgent, Can Iraq’s New Government Avoid a Repeat of the Past?, 3. Juni 2020
https://www.worldpoliticsreview.com/articles/28806/in-iraq-isis-is-resurgent-can-the-new-government-avoid-a-repeat-of-the-past

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