UNHCR-Bericht zu Weltflüchtlingszahlen: Größter jemals verzeichneter Zuwachs an Vertriebenen

UNHCR veröffentlichte den jährlichen „Global Trends“-Bericht, der umfassende Daten und Zahlen zu Flucht und Vertreibung im Jahr 2014 bietet. Die Anzahl der weltweit Verfolgten betrug Ende des Vorjahres 59,5 Millionen Menschen, das höchste jemals verzeichnete Niveau.

Aus dem Forced Migration Current Awareness Blog von Elisa Mason:

Im Vorfeld des Weltflüchtlingstages am 20. June veröffentlichte UNHCR die Ausgabe 2014 des „Global Trend„-Berichts. Der Bericht mit dem Untertitel „World at War“ zeigt „einen steilen Anstieg der Anzahl der Menschen, die ihre Heimat verlassen müssen, mit 59,5 Millionen Vertriebenen Ende des Jahres 2014, verglichen mit 51,2 Millionen im Jahr 2013 und 37,5 Millionen vor zehn Jahren. Der Zuwachs seit 2013 ist der größte jemals innerhalb eines Jahres verzeichnete.“

Wo passiert die Vertreibung?
„In den vergangenen 5 Jahren sind mindestens 15 Konflikte ausgebrochen oder erneut aufgeflammt: 8 in Afrika (Côte d’Ivoire, Zentralafrikanische Republik, Libyen, Mali, Nordosten Nigerias, DR Kongo, Südsudan und dieses Jahr in Burundi); 3 im Nahen Osten (Syrien, Irak und Jemen); einer in Europa (Ukraine) und 3 in Asien (Kirgisistan und in mehreren Gebieten Myanmars und Pakistans).“

Wer wird vertrieben?
„Syrien generiert sowohl die meisten Binnenvertriebenen (7,6 Millionen Menschen) als auch die meisten Flüchtlinge (3,88 Millionen Ende 2014). Es folgen Afghanistan (2,59 Millionen) und Somalia (1,1 Millionen).“ … „Besorgnis erregend ist, dass über die Hälfte der Flüchtlinge weltweit Kinder sind.“

Welche Länder empfangen die meisten Flüchtlinge?
„Zum ersten mal ist die Türkei das größte Aufnahmeland weltweit, mit 1,59 Millionen Flüchtlingen. Danach kommen Pakistan (1,51 Millionen), Libanon (1.15 Millionen), Iran (982.000), Äthiopien (659.500) und Jordanien (654.100). … 86% der Flüchtlinge weltweit befinden sich in Entwicklungsgebieten – mit 12,4 Millionen Menschen ist das der Höchste Wert seit mehr als 20 Jahren. Die am wenigsten entwickelten Länder (Least Developed Countries) geben 3,6 Millionen Flüchtlingen Asyl, das sind 25% der weltweiten Gesamtheit.“ (FM-CAB, lizenziert unter CC-BY-NC-SA, Übersetzung ACCORD)

Der Bericht kann unter folgendem Link gelesen werden:

UNHCR: Global Trends 2014. World At War,18. Juni 2015 http://unhcr.org/556725e69.html

Siehe die folgenden zwei EUROSTAT-Publikationen für Zahlen zu Asylentscheidungen in der Europäischen Union im Jahr 2014:

EUROSTAT: Asylentscheidungen in der EU [82/2015], 12. Mai 2015

EUROSTAT: Asylum applicants and first instance decisions on asylum applications: 2014 [Data in focus 3/2015], 20. März 2015 (Englisch. Pressemitteilung auf Deutsch verfügbar)

„EU-Mitgliedstaaten erkannten im Jahr 2014 über 185 000 Asylbewerber als schutzberechtigt an. [...]

Die größte Gruppe von Personen, denen im Jahr 2014 in der EU der Schutzstatus zuerkannt wurde, waren weiterhin Staatangehörige aus Syrien (68 300 Personen bzw. 37% aller Personen, denen in den 27 EU-Mitgliedstaaten, für die Daten vorliegen, der Schutzstatus zuerkannt wurde), es folgten mit einigem Abstand Staatsangehörige aus Eritrea (14 600 bzw. 8%) und aus Afghanistan (14 100 bzw. 8%). Diese drei Staatsangehörigkeitsgruppen machten zusammen über die Hälfte der Personen aus, denen in der EU im Jahr 2014 der Schutzstatus zuerkannt wurde.

Syrer, deren Zahl sich gegenüber 2013 nahezu verdoppelt und gegenüber 2012 vervierfacht hat, waren im Jahr 2014 die größte Personengruppe, denen in fast der Hälfte der Mitgliedstaaten der Schutzstatus zugesprochen wurde. Von den 68 300 Syrern, die in der EU den Schutzstatus erhielten, wurden mehr als 60% in zwei Mitgliedstaaten verzeichnet: Deutschland (25 700) und Schweden (16 800). Von den 14 600 Eritreern, die den Schutzstatus erhielten, wurden über drei Viertel in drei EU-Mitgliedstaaten registriert: in Schweden (5 300), den Niederlanden (3 600) und dem Vereinigten Königreich (2 300). Von den 14 100 Afghanen erhielten 5 000 den Schutzstatus in Deutschland und 2 400 in Italien.“ (EUROSTAT, 12. Mai 2015)

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