ACCORD Anfragebeantwortung

17. Juni 2008

Medizinische Versorgung für Diabetes (Typ II)

a-6160 (ACC-GMB-6160)

Nach einer Recherche in unserer Länderdokumentation und im Internet können wir Ihnen zu oben genannter Fragestellung Materialien zur Verfügung stellen, die unter anderem folgende Informationen enthalten:
 
In den ACCORD derzeit zur Verfügung stehenden Quellen konnten im Rahmen der zeitlich begrenzten Recherche kaum Informationen zu Behandlungsmöglichkeiten bei Diabetes Typ II und zur Verfügbarkeit von Medikamenten bzw. Insulin in Gambia gefunden werden, die über jene der ACCORD-Anfragebeantwortung a-4197 vom März 2005 hinausgehen (diese ist im Anhang beigelegt; ACCORD, 11. März 2005).
 
Der WHO Global InfoBase der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stehen für Gambia keine Daten zu Diabetes zur Verfügung (WHO, ohne Datum).
 
Das „Reutlinger Diabetes Projekt in Gambia“, das mit Dr. Alieu Gaye, Chefarzt am Royal Victoria Hospital in Banjul/Gambia (eine Auskunft Dr. Gayes befindet sich in der oben erwähnten Anfragebeantwortung), zusammenarbeitet, berichtet auf seiner (undatierten) Webseite:
„Pro Kopf und Jahr steht in Gambia nur $1 für die Gesundheitsversorgung zur Verfügung. Dabei konzentriert sich die Regierung auch hier vor allem auf Malaria und AIDS. Für die Behandlung des Diabetes stehen kaum staatliche Mittel zur Verfügung; Diabetiker müssen sich ihre Tabletten und ihr Insulin selbst kaufen.
Im Jahr 1990 hat Dr. Gaye – mittlerweile Präsident der afrikanischen Seketion der Intanational Diabetes Federation (IDF) – eine wöchentliche Schulung und Sprechstunde für Diabetes-Patienten eingerichtet. Inzwischen kommen jeden Mittwoch fast 200 Patienten zu Dr. Gaye, der von zwei weiteren Ärzten und drei Krankenschwestern unterstützt wird.
Es würden noch mehr Menschen den Weg in die Hauptstadt zu Dr. Gaye finden, wenn sie dafür nicht den weiten Weg aus dem Landesinneren auf sich nehmen müssten oder sich die Fahrtkosten leisten könnten.
Obwohl die Weltgesundheitsorganisation WHO Insulin zum „lebenswichtigen Medikament“ erklärt hat, gibt es in Gambia Menschen, die sich dieses Medikament nicht leisten können. Aber auch wenn Insulin vorhanden ist, fehlen teilweise Insulinspritzen, so dass normale Spritzen verwendet werden und die gespritzten Mengen geschätzt werden müssen. Zudem stehen außerhalb der Klinik bisher kaum Teststreifen und Messgeräte für die Ermittlung des Blutzuckers zur Verfügung.“ (Reutlinger Diabetes Projekt in Gambia, ohne Datum)
Darüber hinaus wurden externe, mit Diabetes in Gambia befasste ExpertInnen mit der Fragestellung kontaktiert. Sobald eine Antwort einlangt, liefern wir sie Ihnen umgehend nach.
Diese Informationen beruhen auf einer zeitlich begrenzten Recherche in öffentlich zugänglichen Dokumenten, die ACCORD derzeit zur Verfügung stehen. Diese Antwort stellt keine Meinung zum Inhalt eines bestimmten Ansuchens um Asyl oder anderen internationalen Schutz dar. Wir empfehlen, die verwendeten Materialien zur Gänze durchzusehen.
Quellen: