13. Februar 2008
Psychiatrische, psychotherapeutische und psychologische Behandlungsmöglichkeiten (insbesondere von PTBS); psychische Gesundheitsversorgung
a-5938 (ACC-GMB-5938)
Nach einer Recherche in unserer Länderdokumentation und im Internet können wir Ihnen zu oben genannter Fragestellung Materialien zur Verfügung stellen, die unter anderem folgende Informationen enthalten:
In den ACCORD derzeit zur Verfügung stehenden Quellen konnten im Rahmen der zeitlich begrenzten Recherche nur wenige Quellen zum Bereich der psychischen Gesundheit in Gambia gefunden werden. Konkret zu PTBS/PTSD konnten keine Informationen gefunden werden. Die WHO berichtet im Mental Health Atlas von 2005 von einem Mangel an epidemiologischen Daten zu psychischen Krankheiten und davon, dass es kein Berichtslegungssystem und kein System der Datensammlung im Bereich der psychischen Gesundheit im Land gebe (WHO, 2005, S.1 u. S.3).
In den ACCORD derzeit zur Verfügung stehenden Quellen konnten im Rahmen der zeitlich begrenzten Recherche keine Informationen zu Verfügbarkeit und/oder Kosten der in der Anfrage erwähnten Medikamente gefunden werden. Gesucht wurde nach: Xanor (Xanax, Zolarem), Trittico (Trazodone, Desyrel, Deprax), Zyprexa (Olanzapine).
Zu Medikamenten berichtet die WHO im Mental Health Atlas:
“Therapeutic Drugs
The following therapeutic drugs are generally available at the primary health care level of the country: carbamazepine, phenobarbital, phenytoin sodium, amitriptyline, chlorpromazine, diazepam, fluphenazine, haloperidol, biperiden.
The essential drug list was formulated in 2001, and it will be reviewed again in 2004-2005. Some of the drugs are not always available at primary level, but these are always available at the secondary and tertiary levels.” (WHO, 2005, S.3)
Dem Mental Health Atlas zufolge gebe es bei einer Bevölkerung von 1,46 Mio. in Gambia 0,08 Psychiater je 100.000 Einwohner, 0,08 Sozialarbeiter je 100.000 Einwohner, und Null Psychiater, Neurologen und Psychologen je 100.000 Einwohner. Es gebe zwei Assistenten der Beschäftigungstherapie. (WHO, 2005, S.3)
Zusammenfassend hält die WHO auf der Webseite zu Gambia eines Projekts zur Verbesserung der psychischen Gesundheitsversorgung folgendes fest:
Von den rund 120.000 Menschen mit psychischer Störung, die eine Behandlung benötigen würden, hätten 90 Prozent keinen Zugang zur benötigten Behandlung. Die Infrastruktur im Bereich der psychischen Gesundheit sei begrenzt. Die „Polyclinic Mental Health Unit“ im Royal Victoria Teaching Hospital habe für ambulante Behandlung psychisch Kranker einen einzigen Raum. Für stationäre Behandlung gebe es eine einzelne Anstalt, die Campama Psychiatric Unit. Diese sei isoliert, schwer zu erreichen und die Lebensbedingungen dort seien schlecht. Die Personalressourcen im Bereich der psychischen Gesundheit seien laut WHO ebenfalls inadäquat. Die einzigen Fachkräfte im Bereich der psychischen Gesundheit in Gambia würden derzeit in der oben erwähnten Polyclinic und in Campama arbeiten. Aus dem Budget würden keine speziellen Mittel für psychische Gesundheit bereitgestellt, die Hauptquellen für die Finanzierung im Bereich der psychischen Gesundheit seien Subventionen, die zur Erhaltung der Campama-Abteilung verwendet würden. Die aktuelle Gesetzgebung zum Bereich der psychischen Gesundheit datiere aus 1942, sei veraltet und schütze die Menschenrechte psychisch Kranker nicht:
“Situational Analysis
The number of people affected by mental disorders in the Gambia is significant. It is estimated that of a population of around 1.478 million, about 120,000 people have a mental disorder requiring treatment. However, almost 90% of people with severe mental disorder in the Gambia are left without access to the treatment they need.
There is limited infrastructure for mental health treatment and care in the Gambia. The Polyclinic Mental Health Unit at the Royal Victoria Teaching Hospital has a single room allocated for outpatient mental health services. The Campama Psychiatric Unit (Banjul), the only inpatient facility in the country, is isolated and difficult to access, custodial in nature and has poor living conditions.
Human resources for mental health are also inadequate. Currently, the only mental health professionals working in The Gambia are located in the Polyclinic and the Campama Psychiatric Unit.
There are no specific budget allocations for mental health and the primary sources of mental health financing are grants, which are directed towards the upkeep of the Campama Psychiatric Unit.
The current mental health legislation, the 'Suspected Lunatic Act' of 1942, is outdated and fails to protect the human rights of people with mental disorders.” (WHO, ohne Datum)
Diese Zusammenfassung der WHO bezieht sich auf einen Bericht zum WHO-Projekt „MIND” („Mental Improvement for Nations Development“) vom April 2007, der die psychische Gesundheitsversorgung in Gambia ausführlich beschreibt:
Die maximale Anzahl an Personen mit psychischer Störung, die im Jahr 2005 eine Behandlung erhielten, werde auf 3.278 geschätzt, laut WHO 2,9 % aller Menschen mit psychischen Störungen, bzw. 12 % der Menschen mit schweren psychischen Störungen:
“There is a large gap between the numbers of people affected by a mental disorder and those receiving treatment: the maximum number of people receiving treatment in 2005 in The Gambia was estimated to be 3,278 (i.e. 2.9% of all persons with mental disorders, or 12% of people with severe disorders). Therefore a maximum of 12 % of people with mental disorders will have received any form of treatment in the health system for their mental health disorder.” (WHO, 11. April 2007, S.13)
Die WHO veranschaulicht diese Lücke durch eine Grafik (WHO, 11. April 2007, S.13):
[Bild aus technischen Gründen entfernt, siehe WHO, 11. April 2007, S.13]
Im Bericht geht die WHO weiters auf die Struktur des Systems der psychischen Gesundheitsversorgung ein (WHO, 11. April 2007, S.14) und beschreibt jede Ebene der Gesundheitsdienste im Bereich psychischer Gesundheit (WHO, 11. April 2007, S.17-19).
Siehe betreffend Personalressourcen auch die Tabelle zu den (im Bereich der psychischen Gesundheit: fehlenden) Ausbildungsmöglichkeiten und Weiterbildungsmöglichkeiten im Gesundheitsbereich (WHO, 11. April 2007, S.16).
Diese Informationen beruhen auf einer zeitlich begrenzten Recherche in öffentlich zugänglichen Dokumenten, die ACCORD derzeit zur Verfügung stehen. Diese Antwort stellt keine Meinung zum Inhalt eines bestimmten Ansuchens um Asyl oder anderen internationalen Schutz dar. Wir empfehlen, die verwendeten Materialien zur Gänze durchzusehen.
Quellen: