31. Januar 2012
Das vorliegende Dokument beruht auf einer zeitlich begrenzten Recherche in öffentlich zugänglichen Dokumenten, die ACCORD derzeit zur Verfügung stehen, und wurde in Übereinstimmung mit den Standards von ACCORD und den Common EU Guidelines for processing Country of Origin Information (COI) erstellt.
Diese Antwort stellt keine Meinung zum Inhalt eines Ansuchens um Asyl oder anderen internationalen Schutz dar. Alle Übersetzungen stellen Arbeitsübersetzungen dar, für die keine Gewähr übernommen werden kann.
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In einem Sicherheitsupdate vom August 2011 schreibt die Schweizerische Flüchtlingshilfe (SFH):
„Mitarbeitende von Hilfswerken und der UNO, MenschenrechtsaktivistInnen, Strassenbauarbeiter sowie insbesondere auch Übersetzer und in der Minenräumung tätige Personen wurden auch 2010 von regierungsfeindlichen Gruppierungen und kriminellen Netzwerken bedroht, entführt oder gezielt ermordet. Inzwischen werden solche Vorfälle nicht mehr nur in südlichen und östlichen Provinzen verzeichnet, sondern auch im Norden und in bisher als sicher eingestuften Provinzen.“ (SFH, 23. August 2011, S. 15)
Das UNO-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) hält in der deutschsprachigen Version seiner Richtlinien zur Feststellung des internationalen Schutzbedarfs afghanischer Asylsuchender vom 24. März 2011 Folgendes fest:
„Humanitäre Helfer sind in Gebieten, in denen es aufständische Aktivitäten oder Unterwanderung durch die Taliban und/oder Hezb-e Islami gibt, weiterhin Opfer von zielgerichteten Angriffen durch diese Gruppen und zwar auf Grund der ihnen unterstellten Verbindung zur Zentralregierung und zur internationalen Gemeinschaft. Familienangehörige von humanitären Helfern wurden ebenfalls Opfer von zielgerichteten Angriffen.“ (UNHCR, 24. März 2011, S. 5)
BBC berichtet im April 2010 über die Entführung von vier afghanischen UNO-Mitarbeitern durch Bewaffnete in der Provinz Baghlan. Eine weitere Person, die für die UNO tätig sei und in demselben Gebiet vermisst werde, könnte nach Angaben der Polizei ebenfalls von diesen Männern entführt worden sein. Bereits in der Vergangenheit seien MitarbeiterInnen der UNO in Afghanistan Opfer von Entführungen geworden:
“Four Afghan United Nations workers have been kidnapped by armed men in Baghlan province, police have told the BBC. They say that another local UN worker who is missing in the same area may also have been abducted by the gunmen. Police spokesman Lal Muhammad Ahmadzai said that the four UN staff were travelling in two cars to an area called Bagh-e-Shamal. He said that a police team has been sent to the region and that he was confident of securing their release. […] UN staff have been targeted by kidnappers in Afghanistan before.” (BBC, 16. April 2010)
Das Afghanistan NGO Safety Office (ANSO) berichtet in einem Sicherheitsbericht für den Zeitraum 1. – 15- August 2011, dass ein UNO-Mitarbeiter in der Stadt Jalalabad (Provinz Nangarhar) einen Drohbrief erhalten habe, in dem er aufgefordert worden sei, seinen Job aufzugeben:
“In Jalalabad city, the conflict environment was dominated by consequences of the recent spate of abductions. First, the kidnapped money dealer was released after paying a ransom, while the son of another money dealer also recently kidnapped was freed during an ANSF operation. Beyond this, the most significant incident was a warning letter received by a UN employee, threatening him to leave his job.” (ANSO, 17. August 2011, S. 18)
UN-Habitat berichtet im September 2006, dass ein Mitarbeiter von UN-Habitat namens Yar Mohammed in der Provinz Farah von Bewaffneten erschossen worden sei. Ein weiterer Kollege sei bei dem Angriff verletzt worden:
“A UN-HABITAT staff member in Aghanistan, Mr. Yar Mohammed, was shot and killed this week in the western province of Farah by gunmen wielding automatic weapons. He was killed, and a colleague was wounded in the leg, when their car was stopped outside the village of Shoorab on the Farah Main Road at lunchtime on 12 September. Mr. Yar Mohammed, the Social Organizer of the National Solidarity Programme in Afghanistan, had just completed a working visit to the village. Police are investigating the murder.“ (UN- Habitat, 15. September 2006)
Im März 2006 berichtet UN Habitat über den Mord an Mohammed Hashim, einem Vertragsbediensteten von UN-Habitat, in der westafghanischen Provinz Farah:
“Mohammed Hashim, an Afghan national on contract with UN-HABITAT was brutally murdered on 4 March 2006 while undertaking a routine monitoring visit in Farah Province in western Afghanistan. The engineer, was reportedly stopped by armed men, dragged from his vehicle and summarily shot.” (UN-Habitat, 6. März 2006)
In den ACCORD derzeit zur Verfügung stehenden Quellen konnten im Rahmen der zeitlich begrenzten Recherche keine weiteren Informationen zur Lage afghanischer Mitarbeiter der UNO bzw. von UN-Habitat gefunden werden.
Quellen: (Zugriff auf alle Quellen am 31. Jänner 2012)
· ANSO – Afghanistan NGO Safety Office: The ANSO Report; 1-15 August 2011, 17. August 2011 (verfügbar auf ecoi.net)
· BBC: UN Afghanistan workers 'kidnapped by gunmen', 16. April 2010
· SFH - Schweizerische Flüchtlingshilfe: Die aktuelle Sicherheitslage, 23. August 2011 (verfügbar auf ecoi.net)
· UN-Habitat: UN-HABITAT contractor murdered in Afghanistan, 6. März 2006
· UN-Habitat: UN-HABITAT staff member murdered in western Afghanistan, 15. September 2006
· UNHCR – UN High Commissioner for Refugees: UNHCR-Richtlinien zur Feststellung des internationalen Schutzbedarfs afghanischer Asylsuchender, 24. März 2011 (verfügbar auf ecoi.net)