02. Dezember 2008
Jordanien
Behandlungsmöglichkeiten psychischer Erkrankungen; Liste
von Ärzten und Krankenhäusern, die auf psychische
Erkrankungen spezialisiert sind
a-6446 (ACC-JOR-6446)
Nach einer Recherche in unserer Länderdokumentation und
im Internet können wir Ihnen zu oben genannter Fragestellung
Materialien zur Verfügung stellen, die unter anderem folgende
Informationen enthalten:
Behandlungsmöglichkeiten psychischer
Erkrankungen
Laut einem Bericht des Integrated Regional Information Network
(IRIN) vom November 2007 fehle es den öffentlichen
psychiatrischen Einrichtungen an Expertise. Daher müssten
mitunter auch Jordanier, die an psychischen Krankheiten leiden, auf
die Dienste von NGOs, die unter dem Dach von UNHCR arbeiten
würden, zurückgreifen:
“Jordan’s
public mental health institutions lack expertise, according to aid
agencies, prompting Iraqi refugees or Jordanians suffering from
mental disorders to rely on NGOs under the umbrella of the UN
Refugee Agency (UNHCR).” (IRIN, 1. November 2007)
The National, eine Zeitung der Vereinigten Arabischen Emirate,
berichtet am 16. November 2008, dass es in Jordanien einen
erheblichen Mangel an Psychiatern gebe. Ihre Zahl werde
–
unter Einbeziehung von privatem und öffentlichem Sektor
– auf 60 geschätzt. Zudem würden mehrere
jordanische Psychiater in Nachbarländern arbeiten, da
Psychiatrie in Jordanien als die „niedrigste“ unter den
Wissenschaften gelte. Daher seien die 33 psychiatrischen
Beratungskliniken stark unterbesetzt. Laut Angaben des Leiters der
Psychiatrieabteilung des Gesundheitsministeriums betreue jede der
Kliniken täglich 40 bis 50 Fälle. Es gebe zwar dutzende
Kliniken im privaten Sektor, doch könnten die meisten
Jordanier eine Behandlung in diesen Einrichtungen nicht
leisten:
“And stemming
the growth of mental illness will not be an easy task for Jordan,
where there is a severe shortage of psychiatrists – estimated
to number only 60 – in both the private and public sectors.
Moreover, several Jordanian psychiatrists work in neighbouring
countries because psychiatry, they said, is looked down upon in
Jordan as the lowest of the sciences. All of which leaves the
government’s 33 psychiatric consultancy clinics critically
understaffed. “On average, each clinic deals with 40 to 50
cases a day,” said Nabhan Abu Islaieh, head of the psychiatry
department at the health ministry. […] There are dozens of
clinics in the private sector, but many Jordanians cannot afford
the cost of treatment.” (The National, 16. November
2008)
Ein 2005 publizierter Artikel der Autoren Laeth S Nasir
und Raeda Al-Qutob im Journal of the American Board of Family
Practice befasst sich mit dem Thema Depressionen in Jordanien und
stützt sich auf Aussagen von Medizinern, die im
öffentlichen Gesundheitsbereich tätig sind. Es gebe
verschiedene Arten, Depressionen zu behandeln. Die meisten
Betroffenen würden private Ärzte oder – aus Bedarf
an Vertraulichkeit - Behandlung außerhalb ihrer Wohnumgebung
aufsuchen. Was die Behandlung von Depressionen mittels Medikamenten
betreffe, würden diese vom Gesundheitsministerium in der Regel
nicht an Kliniken im Bereich der medizinischen Grundversorgung
ausgegeben. Laut einer Gruppe von Befragten seien Tegretol
(carbamazepine) und Valium (diazepam) in allen Gesundheitszentren
erhältlich. Psychologischen Beratung werde von Ärzten im
allgemeinen aus Zeitgründen verweigert. Hebammen seien
vergleichsweise eher bereit, Frauen mit
Gemütszustandsstörungen und sozialen Problemen beratend
zu betreuen:
“Responses
regarding the treatment of depression also varied widely. It was
felt that many patients sought treatment with private physicians or
outside of the local area because of privacy issues: "Most of them
go to a private doctor. They prefer the treatment to be outside...
[of the local area]." Treatment of depression with medications was
also felt to be problematic. In common with many other developing
countries, the Jordanian MOH does not routinely provide
antidepressant medication to primary health clinics; therefore,
patients must be referred to a higher level of care for
pharmacological treatment of depression. […] Focus group
participants reported that they used benzodiazepines and
anticonvulsants most frequently in treating depression. "Tegretol
(carbamazepine) and Valium (diazepam) and like that are available
at all the Centers. Some more medicines are available in the
comprehensive centers, but not all the medicines." […]
Counseling was also felt to be an option in the treatment of these
patients. In general, physicians felt that they didn’t have
the time or training to counsel patients: "He wants someone to sit
and listen to him... and we don’t have time." Midwives seemed
to feel more comfortable counseling women with mood disorders and
social problems.” (Nasir/Al-Qutob, 2005)
Liste
von Ärzten und Krankenhäusern, die auf psychische
Erkrankungen spezialisiert sind
Das Integrated Regional Information Network (IRIN)
erwähnt in seinem bereits oben zitierten Artikel vom November
2007, es gebe in Jordanien lediglich zwei Krankenhäuser
für psychiatrische Behandlung: ein öffentliches im 18
Kilometer westlich der Hauptstadt Amman gelegenen Fuheis sowie das
al-Rashid-Krankenhaus in Amman, das kostenpflichtige Behandlung
anbiete:
„At present,
there are only two psychiatric hospitals in Jordan: a public one in
Fuheis town, 18km west of the capital, Amman, and the al-Rashid
hospital in Amman, which charges fees that Iraqi refugees cannot
afford, according to local NGOs.” (IRIN, 1. November
2007)
Laut seiner Homepage bieten das Al-Rashid Hospital Center
beziehungsweise die ihm zugehörigen ambulanten Kliniken unter
anderem die Behandlung von posttraumatischer Belastungsstörung
an:
“Medical
services offered at AlRashid Hospital Center and its outpatient
clinics, diagnosis and treatment of the following conditions in the
outpatient clinics:
1. Anxiety
Disorders
[…] •
Posttraumatic Stress Disorder.” (Al-Rashid Hospital Center,
ohne Datum)
Der bereits oben zitierte Artikel der Zeitung The National vom
November 2008 berichtet, im Jahr 2007 seien 2.090 Jordanier mit
psychischen Beschwerden in das vom National Centre for Mental
Health (NCMH) betriebene Krankenhaus in Fuheis aufgenommen worden.
Dieses sei mit einer Kapazität von 260 Betten landesweit die
größte Einrichtung für psychiatrische
Behandlung:
“Last year,
2,090 Jordanians with mental disorders were admitted to the NCMH
Hospital in Fuheis, 20km north-west of Amman, the largest mental
health hospital with a capacity of 260 beds. […] The NCMH in
Fuheis plans to add another hundred beds in 18 months.” (The
National, 16. November 2008)
Auf der Informationsseite AmmanToday wird die Telefonnummer
des oben genannten Spitals (allerdings unter dem Namen National
Mental Care Center, Fohais) mit 06-4729018 angegeben (AmmanToday,
ohne Datum).
In den ACCORD derzeit zur Verfügung stehenden Quellen
konnten im Rahmen der zeitlich begrenzten Recherche keine weiteren
Informationen zu Krankenhäusern sowie keine Informationen zu
Ärzten gefunden werden, die auf die Behandlung psychischer
Krankheiten spezialisiert sind.
Diese Informationen beruhen auf
einer zeitlich begrenzten Recherche in öffentlich
zugänglichen Dokumenten, die ACCORD derzeit zur Verfügung
stehen. Diese Antwort stellt keine Meinung zum Inhalt eines
bestimmten Ansuchens um Asyl oder anderen internationalen Schutz
dar. Wir empfehlen, die verwendeten Materialien zur Gänze
durchzusehen.
Quellen:
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Nasir, Laeth S./ Al-Qutob
Raeda: Barriers to the Diagnosis and Treatment of Depression in
Jordan. A Nationwide Qualitative Study . In: Journal of the
American Board of Family Practice 18, 2005
http://www.jabfm.org/cgi/content/full/18/2/125 (Zugriff
am 2. Dezember 2008)
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