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AFGHANISTAN
UN setzen Aktionen zur Minenräumung aus


KABUL, 22. Mai (dpa/ap). Wegen der angespannten Sicherheitslage im Süden Afghanistans haben die UN ihre Minenräumaktionen dort bis auf weiteres ausgesetzt. Das betreffe zehn Provinzen im Südwesten und Südosten, sagte ein UN-Sprecher am Donnerstag in Kabul. Bei mehreren Angriffen auf UN-Minenräumer in den vergangenen Wochen war ein Mitarbeiter gestorben, acht weitere wurden verletzt.

In Afghanistan beginnen nach mehr als 20 Jahren Krieg die Vorbereitungen für die erste freie Präsidentschaftswahl. Wie ein UN-Mitarbeiter mitteilte, sollen im September die ersten von zehn Millionen Staatsbürgern für die Wahl registriert werden. Mit einem entsprechenden Erlass von Präsident Hamid Karsai sei in den kommenden Tagen zu rechnen.

Die Wahl ist für Juni 2004 vorgesehen. Die Regierung in Kabul steht dabei vor gewaltigen Problemen. In einem Brief von Karsai an UN-Generalsekretär Kofi Annan vom Februar heißt es, das Land verfüge über keinerlei Wahlerfahrungen in der jüngsten Zeit und es fehlten die Institutionen zur Durchführung. Auf der Bonner Afghanistan-Konferenz im Dezember 2001 wurden die UN beauftragt, bei der Registrierung der Wähler zu helfen.

Das Prozedere wird nach Angaben von Reginald Austin, Leiter der UN-Mission in Afghanistan, 80 Millionen US-Dollar kosten und erst im März 2004 abgeschlossen sein. "Wir werden 4000 Afghanen und 300 Ausländer bei der Registrierung der Wahlberechtigten einsetzen", sagte er am Mittwoch in Kabul. Keine Region und keine Gemeinde des Landes mit seinen insgesamt 25 Millionen Einwohnern dürfe ausgeschlossen werden. Zu den größten Schwierigkeiten gehöre es, den rund zwei Millionen Flüchtlingen außerhalb der Landesgrenzen sowie den 600 000 Heimatlosen in Afghanistan die Wahl zu ermöglichen.


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Dokument erstellt am 22.05.2003 um 20:08:55 Uhr
Erscheinungsdatum 23.05.2003